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Regelschmerzen verursachen starke Beschwerden wie Krämpfe im Unterleib.

Regelschmerzen – Symptome und Ursachen

Es gibt unterschiedliche Menstruationsbeschwerden im weiblichen Zyklus, wobei Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) und PMS (Prämenstruelles Syndrom) am häufigsten auftreten. Während manche Frauen kaum oder gar keine Regelschmerzen haben, leiden andere an starken Unterleibskrämpfen, die ohne Schmerzmittel kaum zu ertragen sind. Unterschieden wird zwischen primären und sekundären Menstruationsschmerzen. Was die Ursachen für das lästige Frauenleiden sind und wie man Symptome lindern kann, erfährst Du in unserem Beitrag. Das Thema PMS wird ausführlich in einem separaten Blogbeitrag behandelt.

Primäre Regelschmerzen

Primäre Dysmenorrhoe besteht von der ersten Regel in der Pubertät an.1 Zweifelsohne kann man behaupten, dass frau sich zu Beginn der Monatsblutung ganz und gar nicht wohlfühlt. Frauen, die von den möglichen, unschönen Begleiterscheinungen der Periode nicht betroffen sind, können sich wahrlich glücklich schätzen.

Welche Symptome treten bei Menstruationsschmerzen auf?

Typische Leiden beim Eintreten der Menstruation sind Unterleibskrämpfe, aber auch Symptome wie Rückenschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Müdigkeit, empfindliche Brustwarzen, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen oder Migräne können auftreten.2 Die typischen Schmerzen im Unterleib kommen krampfartig vor und beginnen kurz vor oder am ersten Tag der Periode. Manche Frauen werden von derart starken Bauchkrämpfen gepeinigt, dass sie während der Regel krankgeschrieben werden. Zu Beginn der Regelblutung sind diese stärker und lassen meist nach bis zu 12 Stunden nach.3 Mit dem letzten Tag der Blutung verabschieden sich im Normalfall auch die Regelschmerzen bis zum nächsten Zyklusbeginn.1

Welche Ursachen stecken dahinter?

Menstruationsschmerzen werden von sogenannten Prostaglandinen, das sind körpereigene Schmerzbotenstoffe, ausgelöst. Kommt es im Menstruationszyklus zu keiner Befruchtung, so wird die Gebärmutterschleimhaut mit Absinken des Östrogen- und Progesteronspiegels nach dem Eisprung abgestoßen. Prostaglandine verursachen dabei ein Zusammenziehen der Muskulatur der Gebärmutter, wodurch die Gebärmutter weniger durchblutet wird und Menstruationsschmerzen entstehen können. Wenn Du Deinen natürlichen Zyklus besser kennen- und verstehen lernen möchtest, so kann Dich der Zykluscomputer cyclotest myWay dabei unterstützen. Das schlaue Gerät ermittelt auf Basis Deiner Körpertemperatur Deine fruchtbaren Tage und stellt somit eine hormonfreie Alternative für eine natürliche Zyklusbeobachtung dar.

Auch psychische Faktoren können beim Auftreten und der Stärke der Symptome eine Rolle spielen, wenn beispielsweise das Frauwerden oder Frausein der Betroffenen unterbewusst nicht akzeptiert wird.4

Wie viele Frauen sind von Menstruationsschmerzen betroffen?

Die primäre Dismenorrhoe tritt bei etwa 30-40 % aller Frauen auf, wobei die Schmerzintensität variiert. Die meisten Frauen geben an, schwache Schmerzen während der Regelblutung zu spüren. Hinzu kommen natürlich oft, wie schon erwähnt, die sonstigen Begleiterscheinungen wie Rücken- und Kopfschmerzen, schlechte Laune etc.5

Sekundäre Regelschmerzen

Eine sekundäre Dismenorrhoe bezeichnet Schmerzen, die nicht von der ersten Blutung in der Pubertät, sondern erst später über die Jahre zum Vorschein kommen. Diese kann durch gynäkologische Erkrankungen hervorgerufen werden.1

Welche Symptome treten auf?

Die Beschwerden bei sekundären Regelschmerzen sind denen einer primären Dismenorrhoe ähnlich. Je nachdem, ob die Unterleibskrämpfe durch eine Krankheit ausgelöst werden und um welche organische Ursache es sich handelt, können individuell weitere Symptome in Erscheinung treten.

Welche Ursachen stecken hinter Menstruationsschmerzen?

Die Schmerzen werden, wenn sie erst später „erworben“ wurden, oftmals durch gynäkologische Krankheiten ausgelöst, wie z. B. Endometriose, Myomen, Korpuspolypen oder einem liegenden Intrauterinpessar (also einer Spirale). Am häufigsten lautet die Diagnose in solchen Fällen Endometriose. Doch auch psychosomatische Faktoren können Auslöser sein, z. B. wenn die Betroffene sexueller Gewalt ausgesetzt war. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann ebenfalls die Ursache sein. Die Blutung kommt für die Frau dann als Enttäuschung, nicht schwanger geworden zu sein, was in ihr seelische, aber auch körperliche Leiden auslösen kann.1

Was tun gegen Regelschmerzen?

Um die Schmerzen während der Tage abzumildern, kannst Du unterschiedliche Vorkehrungen treffen. Bei akuten Krämpfen gibt es außerdem eine Vielzahl an Mitteln und Möglichkeiten, die schnell Abhilfe schaffen können.

Regelschmerzen können durch Medikamente und Hausmittel wie Wärmflasche und gesunde Ernährung gelindert werden.

Regelschmerzen lindern durch Medikamente und Hausmittel | Foto: © cyclotest

Was tun zur Prävention von Menstruationsschmerzen?

Nicht nur diverse Medikamente und andere Mittel können die Intensität der Schmerzen während der Regel bei vielen vorbeugend mindern, sondern auch die eigene Lebensweise. Wichtig hierbei ist es, die unterschiedlichen Maßnahmen nicht nur temporär einzusetzen, sondern dauerhaft.2

Behandlung von mit Kräutern & Co.

Verschiedene Hausmittel und Kräuter können langfristig bei Regelschmerzen helfen. So können Mönchspfeffer und Traubensilberkerze in Form von Kapseln Linderung schaffen, da sie den Hormonhaushalt regulieren. Magnesium sowie das Vitamin B6 sind ebenfalls gute Krampflöser. Sie können in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden.5 Auch Kräutertees können vorbeugend helfen, also am besten bereits einige Tage vor der Periode mit dem Trinken beginnen. Kräuter, die laut traditionellem Pflanzenwissen besonders gut zur Prävention beitragen, sind Schafgarbe, Frauenmantel, Majoran, Ringelblume, Gänsefingerkraut, Beifuß, Melisse, Kamille, Weidenrinde und Oregano. Der Verzehr von Petersilie soll ebenso eine positive Wirkung bei Menstruationsschmerzen zeigen, da sie die Durchblutung fördert.2

Tipps zur Ernährungs- und Lebensweise

Was hilft gegen Regelschmerzen allgemein? Ausdauersport wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen beugt unangenehmen Verkrampfungen von Bauch und Rücken vor. Wer regelmäßig Sport treibt, senkt außerdem die eigene Schmerzschwelle und tut zudem seiner Gesundheit etwas Gutes.6 Generell ist es förderlich, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und dafür zu sorgen, mit allen wichtigen Nährstoffen ausreichend versorgt zu sein. Außerdem soll eine basische Ernährung, bei der der Körper entsäuert wird, den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen und so Schmerzen während der Tage unterbinden.7 Wenn Du oft gestresst bist, kann dies zudem Deine Menstruationsschmerzen verschlimmern. Ist das bei Dir der Fall, solltest Du nach Wegen suchen, Dein Stresslevel zu reduzieren, beispielsweise durch Übungen zur Entspannung, Meditation oder den Besuch spezieller Stress-Workshops. Hormonelle Verhütungsmittel werden oftmals auch zur Behandlung bei Menstruationsbeschwerden verschrieben. Regelschmerzen werden dadurch meist abgemildert, Du solltest jedoch mögliche Nebenwirkungen der Pille für Deine Gesundheit bedenken.2

Menstruationstasse verwenden

Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die das belegen würden, aber es gibt Frauen, die davon berichten, dass sich der Regelschmerz besserte, nachdem sie eine Menstruationstasse anstelle von Binden oder Tampons verwendeten. Eine Menstruationstasse mag vielleicht gewöhnungsbedürftig sein, wenn man sie nicht kennt – aber Schmerzen sind weitaus gewöhnungsbedürftiger. Daher ist ein Versuch dieser Methode auf jeden Fall zu empfehlen.

Was bei akuten Regelschmerzen hilft

Der weibliche Zyklus ist sehr komplex und welche Behandlung bei akuten Beschwerden am besten hilft, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Man muss wohl ein wenig ausprobieren und testen, um herauszufinden, welche Maßnahmen und Mittel den Schmerz optimal bekämpfen.

Welche Medikamente gibt es?

Bei akuten Menstruationsschmerzen helfen Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Paracetamol, Ass oder Naproxen. Es gibt außerdem Kombinationspräparate, die einen krampflösenden Wirkstoff sowie Paracetamol enthalten. Wenn Du während der Periode zusätzlich unter Übelkeit leidest, solltest Du auf Zäpfchen anstelle von Tabletten zurückgreifen.8

Weitere Tipps gegen akute Unterleibsschmerzen

  • Wärme tut gut! Eine Wärmeflasche hilft bei vielen Frauen gegen Unterleibskrämpfe.
  • Öle helfen! Melissen- und Eukalyptusöl können Linderung schaffen. Einfach die beiden Öle mischen und den Unterbauch mehrmals am Tag mit 20 Tropfen einreiben.
  • Heilkräuter wirken! Bestimmte Kräutermischungen als Tee aufgebrüht können ebenso bei akuten Beschwerden förderlich sein. Krampflösende Kräuter sind Schafgarbe, Raute, Kamille und Pfefferminze. Am besten mehrmals täglich eine Tasse Tee aus einer Mischung dieser Heilkräuter trinken.
  • Akkupressur anwenden! Zusätzlich kannst Du Dir durch Akkupressur Linderung verschaffen. Dazu die Stelle auf dem Rücken, die sich gegenüber dem Bauchnabel befindet, fest drücken. Wenn Du den richtigen Punkt triffst, sollten die Bauchkrämpfe bereits nach wenigen Minuten nachlassen.6
  • Sex kann guttun! Wenn Du Dich dabei wohlfühlst, kann auch Sex gegen Regelschmerzen helfen, zum einen, um Stress abzubauen, zum anderen sorgt ein Orgasmus für Schmerzlinderung.2

Übungen zum Lindern der Menstruationsschmerzen

Gegen Schmerzen im Unterleib oder Rückenschmerzen, die mit der Periode auftreten, haben sich auch Übungen bewährt, die helfen, diese Symptome zu minimieren. Wichtig ist hierbei, dass es sich um sanfte Übungen handelt, die nicht überfordern, z. B. Yoga, progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder autogenes Training. Schmerzhafte Begleiterscheinungen können durch solche Übungen minimiert und Rückenschmerzen gebessert werden.

Wann solltest Du zum Arzt?

Wenn Menstruationsschmerzen bei Dir plötzlich aufgetreten sind und Du vorher weitgehend davon verschont geblieben warst, ist es ratsam, Deinen Frauenarzt aufzusuchen. Das gilt auch, wenn Du außerhalb der Menstruation Unterleibskrämpfe hast. In beiden Fälle ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass die Krämpfe durch gynäkologische oder andere Krankheiten hervorgerufen werden, die es zu behandeln gilt.

Starke Menstruationsschmerzen

Wenn Du sehr starke Regelschmerzen hast, die zunehmend intensiver werden und Deinen normalen Tagesablauf beeinflussen, solltest Du einen Besuch beim Arzt einplanen, um die Diagnose einer möglichen Erkrankung auszuschließen.8 Ein weiterer Grund für Beschwerden kann auch eine Spirale sein. Ein Arzt sollte dann prüfen, ob die Menstruationsschmerzen auf die Spirale zurückzuführen sind und diese gegebenenfalls entfernen.10

Unterleibsschmerzen ohne Periode

Schmerzen im Unterbauch können auch nicht menstruationsbedingte Ursachen haben. In einer Frühschwangerschaft kann es zu Krämpfen kommen, welche in manchen Fällen auf einen drohenden Abort oder eine Eileiterschwangerschaft hindeuten. Wenn Dich also Unterleibskrämpfe nicht wie gewohnt während der Periode plagen, solltest Du prüfen, ob Du eventuell schwanger bist. Nach einer Entbindung können ebenfalls Unterleibsschmerzen auftreten, welche auf eine Gebärmutterschleimhautentzündung oder eine Thrombose der Ovarialvenen zurückzuführen sein könnten. Myome oder Ovarialtumore können ebenfalls Auslöser sein, aber auch Erkrankungen wie eine Blinddarmentzündung, eine Blasenentzündung oder Nierensteine.11 Bei Unterleibsschmerzen ohne Periode wendest Du Dich am besten an einen Facharzt.

Quellen:
1 Andreae, S.: LEXIKON der Krankheiten und Untersuchungen. 2. Auflage. Stuttgart 2008.
2 Missou, M.: PMS & Menstruationsbeschwerden – Nie mehr Regelschmerzen! 2016.
3 Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007.
4 Faber, S. et al.: Das TRIAS-Handbuch. Richtig selbst behandeln. 1 Auflage. Stuttgart 2006.
5 Baltzer, J.: Praxis der Gynäkologie und Geburtshilfe: Das komplette Praxiswissen in einem Band. 1. Auflage. Stuttgart 2004.
6 Dickhaut, S.: Leben! Das Hausbuch von GU. 1. Auflage. 2005.
7 Wacker, S.: Basenfasten! Die Wacker-Methode. 1. Auflage. 2011.
8 Müller, G.: Schnelle Hilfe: Aus der Apotheke oder von Mutter Natur. 2008.
9 Zelle, E.: Regelschmerzen: Was hilft an besonders schlimmen Tagen? Abgerufen am 09.06.2016 auf www.spiegel.de.
10 Knöpfel, S. et al.; Verhütung: Welche Methode passt zu mir? 1. Auflage. Stuttgart 2002.
11 Verlagsteam Georg Thieme Verlag KG. I care Krankheitslehre. 2. Auflage. Stuttgart 2015


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