Weiblicher Zyklus

Der Menstruationszyklus ist ein zyklischer Vorgang im Körper der Frau von der Pubertät bis in die Wechseljahre. Er dient der Vorbereitung des weiblichen Körpers auf eine mögliche Befruchtung durch Reifung einer Eizelle. Der Zyklus der Frau beginnt mit dem ersten Tag der Regel und endet am Tag vor der Monatsblutung.

Die Phasen des weiblichen Zyklus: Menstruation, Follikelphase, Eisprung und Gelbkörperphase

Eine amerikanische Umfrage hat aufgezeigt, dass nur wenige Frauen über den weiblichen Zyklus Bescheid wissen.1

Wir bringen Licht ins Dunkle:

  • Welche Phasen hat der Zyklus der Frau?
  • Welche Rolle spielen Hormone im weiblichen Zyklus?
  • Wie kann ich meinen Menstruationszyklus berechnen und überwachen?

Wie funktioniert der Zyklus der Frau?

Der weibliche Zyklus beginnt mit der ersten Menstruation in der Pubertät und endet mit den Wechseljahren. Die häufigste Zykluslänge sind 27 Zyklustage.3

cyclotest mySense für Zyklusmonitoring

Verschiedene Zyklusstörungen, wie unregelmäßige Zyklen, können die Zyklus- und Menstruationslänge sowie die Periodenstärke beeinflussen. Daneben gibt es einige Funktionsstörungen oder Krankheiten, wie Endometriose, PCO oder eine Gelbköperschwäche, die den „normalen“ Ablauf des Menstruationszyklus beeinträchtigen können.

Die Phasen den weiblichen Körpers, samt Entwicklung der Eizelle.

Die Phasen des weiblichen Zyklus

Wie unsere Grafik zeigt, unterteilt sich der Menstruationszyklus in zwei Zyklushälften. Dazwischen findet die fruchtbare Zyklusphase, in der der Eisprung erfolgt, statt. Bei einer Zyklusdauer von 27 Zyklustagen verläuft der weibliche Zyklus folgendermaßen:

  • 1. Zyklushälfte (1. – 12. Zyklustag): Den Zeitraum zwischen dem Beginn der Menstruation bis zum nächsten Eisprung nennt man Desquamations- und Proliferationsphase, auch Follikelphase oder Eireifungsphase genannt. Während dieser Phase findet die Menstruation, also die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut, in Form der Regelblutung statt (Desquamationsphase). Anschließend folgt der Aufbau der neuen Schleimhaut (Proliferationsphase). Gleichzeitig reifen mehrere Eibläschen im Eierstock (=Ovarium) heran (Follikelphase).
  • Eisprung (13. – 16. Zyklustag): Während der fruchtbaren Zyklusphase platzt eine der reifen Eibläschen, gibt seine Eizelle frei und wird vom Eileiter aufgenommen (Ovulation).
  • 2. Zyklushälfte (17. – 27. Zyklustag): Die Zyklustage zwischen dem Eisprung und dem Beginn der nächsten Periode bezeichnet man als Sekretions- oder Lutealphase, auch Gelbkörperphase genannt. In dieser Phase fällt das Eibläschen zusammen und verwandelt sich in den sogenannten Gelbkörper (Lutealphase). Gleichzeitig wird die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut (Sekretionsphase). Findet keine Befruchtung statt, bildet sich der Gelbkörper zurück und der Zyklus beginnt mit der Menstruationsblutung von neuem.2

Video: cyclotest erklärt den weiblichen Zyklus

1. Zyklushälfte: Desquamations- und Follikelphase vor dem Eisprung

In der ersten Zyklushälfte wird die alte Gebärmutterschleimhaut und der Gelbkörper mit der Periode ausgestoßen. Nach Menstruationsende wird neue Gebärmutterschleimhaut aufgebaut und parallel reifen die Eibläschen heran.

Desquamationsphase: Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut

Hormonentzug bewirkt den Rückgang der Gebärmutterschleimhaut und die Abstoßung der oberen Schicht der Gebärmutterschleimhaut.

Den Zyklus kennenlernen mit cyclotest mySense.

Follikel- & Proliferationsphase: Follikelreifung & Aufbau der Schleimhaut

Während der Follikelphase bereitet sich der weibliche Körper auf eine Befruchtung reifer Eizellen vor. Während dieser Phase werden mehrere Eibläschen, auch Follikel genannt, gebildet. In den Eibläschen liegt jeweils eine einzige, noch unentwickelte Eizelle.

Diese Eizellen entwickeln sich durch Einwirkung des Hormons FSH (follikelstimulierendes Hormon) im Eierstock. In den Wänden dieser Follikel wird das Hormon Östrogen gebildet.

In den ersten Tagen der Follikelphase ist der Östrogenspiegel noch niedrig. Die Follikel werden durch den Einfluss des FSH in den Eierstöcken immer größer, wodurch wiederum der Östrogenspiegel in den Tagen vor dem Eisprungzeitpunkt stetig ansteigt. Dieser Anstieg bewirkt, dass die Gebärmutterschleimhaut, die bei der letzten Blutung abgestoßen wurde, wieder neu aufgebaut wird (= Proliferationsphase).

Darstellung des Verlaufs der Hormone FSH, LH, Progesteron und Östrogen sowie der Temperatur in der ersten Zyklushälfte vor dem Eisprung.

Hormonverlauf in der 1. Zyklushälfte

Gleichzeitig verbessert sich in der 1. Zyklushälfte die Qualität des Zervixschleims. Die Spermien können jetzt besonders gut „reisen“. Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, ist während der Zeit kurz vor der Ovulation bis zum Eisprungtag am höchsten.3

Zyklusmitte: Ovulation und fruchtbare Zyklusphase

Während der Ovulation werden die Follikel mit dem Näherrücken des Eisprungs immer größer und somit steigt auch der Östrogenspiegel, was wiederum ein Signal für die Hirnanhangdrüse ist, vermehrt LH (luteinisierendes Hormon) auszuschütten.

Darstellung des Verlaufs der Hormone FSH, LH, Progesteron und Östrogen sowie der Temperatur beim Eisprung.

Hormonverlauf während des Eisprungs

Eisprungzeitpunkt im Menstruationszyklus

Das erhöhte LH-Niveau führt dazu, dass der am weitesten entwickelte Follikel platzt und seine nun reife Eizelle in den Eierstock freigibt. Der Eisprung hat also stattgefunden und die Eizelle bleibt eine kurze Zeit befruchtungsfähig.2

Nicht verwechseln: Die befruchtungsfähige Zeit der Eizelle entspricht nicht Deinen fruchtbaren Tagen. Eine Eizelle ist bis zu 24 Stunden befruchtungsfähig. Durch die Lebensdauer der Spermien von bis zu 5 Tagen ergibt sich ein Zeitraum von 6 Tagen, in denen Du fruchtbar bist.4

Verschiedene Eisprung-Symptome helfen Dir, den Eisprungtag zu bestimmen.

cyclotest mySense wertet die Eisprung-Symptome aus.

Weiblicher Zyklus: Sind mehrere Eisprünge möglich?

Generell wird nur eine der Eizellen freigesetzt. Allerdings sind zweieiige Zwillinge der Beweis, dass auch mehrere Eisprünge in Menstruationszyklen möglich sind. Allerdings: Wenn mehrere Eisprünge auftreten, so passiert dies im Abstand von wenigen Stunden. Ein zweiter Eisprung in größerem Abstand zum ersten ist nicht möglich, da das ansteigende Progesteron im Blut weitere Eisprünge verhindert.3

2. Zyklushälfte: Gelbkörperphase nach dem Eisprungtag

Mit dem Platzen des Follikels steigt in der Gelbkörperphase Deine Basaltemperatur um wenige zehntel Grad an und bleibt bis zur nächsten Regelblutung erhöht.

Du bist jetzt bis zum Ende Deines Menstruationszyklus unfruchtbar.

Nach der Ovulation wird der Follikel in der Lutealphase in eine Drüse umgewandelt, die aufgrund ihrer Farbe Gelbkörper genannt wird. Der Gelbkörper erzeugt nun das Hormon Progesteron. Durch das gesteigerte Hormonniveau wird die Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung der befruchteten Eizelle (Blastozyste) vorbereitet. Außerdem bewirkt es, dass der Zervixschleim wieder zähflüssig und weniger durchlässig wird und die Lebensdauer der Spermien dadurch abnimmt.2

Darstellung des Verlaufs der Hormone FSH, LH, Progesteron und Östrogen sowie der Temperatur in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung.

Hormonverlauf in der 2. Zyklushälfte

Danach gibt es zwei Optionen, je nachdem, ob Du schwanger geworden bist oder nicht.

Vorbereitung auf die Monatsblutung

Option A: Wurde die Eizelle nicht befruchtet, kommt es zu keiner Schwangerschaft. Der Gelbkörper stirbt ca. 12 bis 16 Tage nach dem Eisprung ab und die Östrogen- und Progesteronspiegel sinken. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, was bei vielen Frauen Regelschmerzen auslösen kann. Die Basaltemperatur sinkt und Deine Regelblutung setzt ein. Mit Einsetzen der monatlichen Blutungen beginnt ein neuer Menstruationszyklus.2

Darstellung des Verlaufs der Hormone FSH, LH, Progesteron und Östrogen sowie der Temperatur am Ende des Zyklus, wenn keine Befruchtung stattgefunden hat.

Hormonverlauf am Ende des Zyklus

Weiblicher Zyklus nach der Befruchtung der Eizelle

Option B: Wenn die Eizelle befruchtet wurde, wandert sie vom Eierstock zur Gebärmutter, was einige Tage dauert.

Ist sie dort angekommen, ist die Gebärmutterschleimhaut durch die Wirkung des Östrogens bereits für die Einnistung vorbereitet. Konnte sich die befruchtete Eizelle einnisten, bleibt der Gelbkörper weiter erhalten und beginnt, in großen Mengen Progesteron zu bilden. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut nicht abgestoßen und die Regelblutung setzt nicht ein.2

Die Basaltemperatur bleibt auf erhöhtem Niveau und das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) wird produziert. Diese Schwangerschaftsanzeichen zählen zu den zuverlässigen Symptomen, die auf eine Befruchtung hindeuten.

Darstellung des Verlaufs der Hormone FSH, LH, Progesteron und Östrogen sowie der Temperatur während eines Zyklus bei einer Schwangerschaft.

Zyklusverlauf bei einer Schwangerschaft

Wie kann ich meinen Zyklus berechnen und überwachen?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass kein Zyklus gleich ist! Er kann sich von Frau zu Frau und von Monat zu Monat unterscheiden.

Um ein erstes Bewusstsein für die Zyklusdauer und seine Regelmäßigkeit zu erhalten, führen viele Frauen einen Regelkalender. Er kann Dir erste wichtige Hinweise zu Deinem Zyklusgeschehen liefern.

Haben Frauen einen Kinderwunsch oder möchten natürlich verhüten, behelfen sie sich oftmals mit einfachen Eisprungrechnern. Diese helfen aber nur bedingt bei der Berechnung Deines Menstruationszyklus, da sie von Durchschnittszyklen ausgehen.

Möchtest Du Deinen Zyklus berechnen, solltest Du dies mithilfe der zuverlässigen Eisprung-Symptome wie der Basaltemperatur und/oder der Beschaffenheit Deines Zervixschleims tun.

Die cyclotest mySense-App oder der Zykluscomputer cyclotest myWay können diese Symptome beobachten und Deinen individuellen Zyklus übersichtlich auswerten. Beide Tools sind Medizinprodukte und sowohl der Zykluscomputer als auch die Zyklus-App sind zur Verhütung zugelassen.

Zuverlässige Berechnung Deiner fruchtbaren Tage mit cyclotest mySense

Welche Rolle spielen Hormone im Menstruationszyklus?

Der Menstruationszyklus der Frau wird dabei von übergeordneten Zentren im Gehirn gesteuert, wobei die beiden Hormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) eine besonders große Rolle spielen.3 Die Hirnanhangdrüse schüttet FSH und LH in das Blut aus, angeregt durch die Produktion von GnRH (Gonadotropine Releasing Hormone) durch den Hypothalamus im Gehirn.

Während des Menstruationszyklus verändern sich die Mengen der Hormone in Deinem Körper. Dieser Kreislauf kann sich auf Deine Stimmung, Deine sportliche Leistungsfähigkeit und Deine Haut auswirken. Mehr dazu, wie Deine Hormone Deine Stimmung beeinflussen, kannst Du in unserem Beitrag Welche Hormone beeinflussen den Zyklus? lesen:

Zyklus & Hormone

 

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Was andere Frauen zum weiblichen Zyklus wissen wollen:

Als weiblichen Zyklus bezeichnet man den wiederkehrenden Vorgang im Körper einer Frau, welcher mit Einsetzen der Periode beginnt und am Tag vor der nächsten Menstruation endet. Der Körper wird in diesem Zeitraum auf eine mögliche Befruchtung vorbereitet.
Zykluslängen zwischen 23 und 35 Tagen gelten als normal. Die am häufigsten vorkommende Zykluslänge bei Frauen beträgt 27 Tage. Hier findest Du weitere Informationen zur Zykluslänge.
Der Östrogenspiegel steigt in der 1. Zyklushälfte kurz vor dem Eisprung an. Auslöser sind die wachsenden Follikel. Was der Östrogen-Anstieg bewirkt, kannst Du hier nachlesen.

Quellen:

  • 1 Lundsberg, L. S. et al.: Knowledge, attitudes, and practices regarding conception and fertility: a population-based survey among reproductive-age United States women. Fertility and Sterility, Vol. 101. 2014.
  • 2 Malteser Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.
  • 3 Raith-Paula, E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Heidelberg 2013.
  • 4 Weschler, T. (2016). Familienplanung: Das Standardwerk zur natürlichen Empfängnisverhütung, Kontrolle der Fruchtbarkeit sowie Erfüllung des Kinderwunsches. Deutschland: mvg Verlag.