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Was versteht man unter Basaltemperatur?

Unter Basaltemperatur versteht man die Körpertemperatur der Frau am Morgen nach dem Aufwachen und noch vor dem Aufstehen. Man nennt sie daher auch oft Aufwachtemperatur. Die Basaltemperatur verändert sich im Laufe des Menstruationszyklus, so dass durch die Auswertung der Basaltemperaturkurve (Temperaturmethode) die fruchtbaren Tage festgestellt werden können.1

Basaltemperatur als Körpersignal

Im Monatszyklus gibt es vielfältige Eisprung Symptome, die im Zusammenhang mit den hormonellen Veränderungen innerhalb eines Menstruationszyklus stehen. Zu den aussagekräftigsten zählt die Erfassung und Auswertung der Basaltemperatur, die sogenannte Temperaturmethode bzw. Basaltemperaturmethode.

Bei Kinderwunsch wie auch bei der natürlichen Verhütung liefert Dir der Blick auf Deine Basaltemperatur wichtige Hinweise auf Deinen aktuellen Fruchtbarkeitsstatus. Die Körpertemperatur verändert sich im Laufe des Tages und unterliegt einem 24-Stunden-Rhythmus. In den frühen Morgenstunden ist die Temperatur am niedrigsten, am späten Nachmittag am höchsten.1

Damit man vergleichbare Messergebnisse erhält, wird bei der Temperaturmethode morgens direkt nach dem Aufwachen gemessen. Deshalb nennt man diese Körpertemperatur auch Basal- oder Aufwachtemperatur.

Was regelt die Temperatur im Körper?

Das Hormon Progesteron wird in der zweiten Zyklusphase nach dem Eisprung im Gelbkörper gebildet. Es hat die Eigenschaft, auf das Wärmeregulationszentrum des Körpers einzuwirken und die Temperatur zu erhöhen. Da das Geschlechtshormon nur gebildet wird, wenn ein Eisprung vorausgegangen ist, kann der Temperaturanstieg als ein sicheres Anzeichen des Eisprungs gewertet werden.2

Wie verändert sich die Basaltemperatur?

Innerhalb eines störungsfreien Zyklusverlaufs gibt es zwei Temperaturniveaus. In der ersten Zyklushälfte ist die Basaltemperatur etwas niedriger, weshalb diese Phase auch Tieflage genannt wird. 1 bis 2 Tage vor dem Temperaturanstieg kannst Du häufig einen leichten Temperaturabfall feststellen. Dieses Temperaturtief liegt kurz vor dem Eisprung. Die Aufwachtemperatur steigt dann in der zweiten Zyklushälfte um wenige Zehntel Grad um mindestens 0,2 °C an. Man nennt diese zweite Phase, die bis zur nächsten Menstruation andauert, Hochlage.1

Basaltemperatur vor der Periode

Wurde die Eizelle nicht befruchtet, so stirbt der Gelbkörper 12–16 Tage nach dem Eisprung ab und der Progesteronspiegel nimmt ab. Dadurch sinkt die Temperatur kurz vor Beginn der Menstruation wieder ab.

Basaltemperatur bei Schwangerschaft

Möchtest Du schnell oder zu einem bestimmten Termin schwanger werden, ist die Messung und Dokumentation der morgendlichen Aufwachtemperatur ein ideales Hilfsmittel. cyclotest myWay beispielsweise zeigt Dir die fruchtbaren Tage sowie die hochfruchtbare Zeit an. Dieses kleine Zeitfenster kann so genau bestimmt und die Chancen auf eine Schwangerschaft können erhöht werden.

Wenn Du fleißig weiter misst, kannst Du anhand der Basaltemperaturkurve ersehen, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Wenn Deine Temperatur während eines Zeitraums von mehr als 18 Tagen auf einem höheren Niveau bleibt und Du in dieser Zeit keine Periode hattest, so kannst Du davon ausgehen, dass Dein Kinderwunsch erfüllt wurde. Diese lange Hochlage, die ein Anzeichen einer Schwangerschaft darstellt, kannst Du in der nachfolgenden Basaltemperaturkurve erkennen.

Mithilfe der Basaltemperatur ist es möglich, eine Schwangerschaft ersehen.

Mithilfe der Basaltemperatur eine Schwangerschaft ersehen | Foto: © cyclotest

Was ist die Basaltemperaturkurve?

Durch das tägliche Aufzeichnen der Basaltemperaturwerte in ein Zyklus- bzw. Kurvenblatt entsteht die Basaltemperaturkurve, indem die einzelnen Punkte miteinander verbunden werden. Diese Temperaturkurve wird auch verallgemeinert als Zykluskurve bezeichnet. Sie veranschaulicht den Temperaturverlauf im Zyklus, wodurch Rückschlüsse auf den Eisprungtermin gezogen werden können und somit auch auf die fruchtbare und unfruchtbare Zeit.

Unser Zykluscomputer cyclotest myWay erstellt Dir für jeden Zyklus eine übersichtliche Zykluskurve – ergänzt durch weitere relevante Informationen. Diese Kompaktinfo aus Temperaturkurve sowie weiteren Hinweisen liefert nicht nur Dir einen tollen Überblick, auch Dein Gynäkologe kann daraus wertvolle Schlüsse über Dein Zyklusgeschehen ziehen. Die nachfolgende Grafik zeigt Dir ein Beispiel einer Zykluskurve aus dem Minicomputer. Du kannst erkennen, dass die Temperatur um etwa 0,3 °C von Tag 15 auf Tag 16 angestiegen ist und den Beginn der Hochlage darstellt.

Die Grafik zeigt die Basaltemperatur Zykluskurve.

Die Basaltemperatur Zykluskurve | Grafik: © cyclotest

Temperaturmethode – Auswertung der Basaltemperatur

Bei der Auswertung der Basaltemperatur geht es darum, die Basaltemperaturkurve im Hinblick auf Deinen Fruchtbarkeitsstatus zu interpretieren. Die Temperaturmethode beruht darauf, dass die Körpertemperatur nach dem Eisprung ansteigt. Mit dieser Methode kann damit im Nachhinein festgestellt werden, dass ein Eisprung erfolgt ist.1 Die Temperaturmethode ist eine Methode der Natürlichen Familienplanung (NFP).

Zusammenhang zwischen Basaltemperatur und Eisprung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Kriterien definiert, um von der Basaltemperatur auf einen Eisprung schließen zu können:3

  • Findet ein Eisprung statt, erfolgt ein Temperaturanstieg innerhalb von 48 Stunden oder weniger.
  • Die Basaltemperaturen von 3 aufeinanderfolgenden Tagen sollten um mindestens 0,2 °C höher liegen als in den vorangehenden 6 Tagen.

Bleibt das Temperaturniveau während des ganzen Zyklus gleich niedrig (monophasisch), ist es wahrscheinlich nicht zu einem Eisprung gekommen.

Vorteile der Temperaturmethode

Der Vergleich der Verhütungsmethoden zeigt, dass die Temperaturmethode zur natürlichen Empfängnisverhütung zählt und dadurch zahlreiche Vorteile bietet:

Zum einen hat dieses System einen guten Verhütungsicherheitsindex, der sogenannte Pearl Index. Dies ist v. a. in Bezug auf die natürliche Empfängnisverhütung wichtig. Zudem stellt diese Methode keinerlei Eingriff in die natürlichen Körpervorgänge oder eine Hormonbelastung dar, was beispielsweise beim Verhüten mit der Pille der Fall wäre.

Daneben erweitert diese Methode Dein Wissen um die Vorgänge im weiblichen Körper. Schließlich ist sie mit ein bisschen Übung einfach zu erlernen; andere Körperanzeichen, beispielsweise der Muttermund, verlangen eine intensive Beschäftigung damit.

Temperaturmethode für den Kinderwunsch

Diese Methode der Natürlichen Familienplanung empfiehlt sich insbesondere, um Deinen Kinderwunsch zu erfüllen. Mithilfe der Basaltemperaturmethode können die entscheidenden fruchtbaren Tage identifiziert werden – an diesen Tagen solltest Du Geschlechtsverkehr haben.

In Kombination mit der Zervixschleim-Auswertung kannst Du die symptothermale Methode anwenden, die zwei Symptome miteinander kombiniert und dadurch die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage noch präziser eingrenzen kann, um Deinen Kinderwunsch zu erfüllen.

Welche Hilfsmittel brauche ich für die Temperaturmethode?

Du kannst mit einem analogen Thermometer oder einem digitalen Thermometer mit zwei Nachkommastellen wie dem Basalthermometer cyclotest lady messen. Die Werte werden auf ein halbes Zehntel Grad gerundet und in einem Zyklusblatt in Form von Punkten eingetragen. Verbindest Du die Punkte miteinander, wird am Ende Deines Zyklus die Basaltemperaturkurve sichtbar, die den Anstieg Deiner Aufwachtemperatur veranschaulicht.

Sollte Dir der manuelle Aufwand zu hoch sein, ist cyclotest myWay eine lohnende Alternative. Er erfasst Deine Basaltemperatur präzise und zuverlässig – das Thermometer ist integriert –, wertet die Ergebnisse individuell aus und nimmt Dir das manuelle Eintragen in ein Zyklusblatt ab. Deinen Fruchtbarkeitsstatus kannst Du täglich auf den ersten Blick ablesen und Deine Zykluskurve wird mit nur einem Klick dargestellt.

Der Minicomputer kann zusätzlich ein zweites Körperanzeichen auswerten, beispielsweise das Ergebnis eines Ovulationstests oder den Zervixschleim. Diese geben ebenfalls Hinweise auf die fruchtbare Zyklusphase. Gerade bei Letzterem lohnt sich die Auswertung in Kombination mit der Aufwachtemperatur, wenn Du schwanger werden möchtest oder eine hormonfreie Empfängnisverhütung suchst.

Wie messe ich die Basaltemperatur richtig?

Gemessen werden sollte liegend im Bett, also direkt nach dem Aufwachen noch vor jeglicher Aktivität. Dies ist sehr wichtig, denn jede Art von körperlicher Tätigkeit kann sich auf Deine Körpertemperatur auswirken und Deine Temperaturkurve verfälschen. Du kannst oral, vaginal oder anal messen, wobei innerhalb eines Zyklus der Messort nicht geändert werden sollte. Die Temperaturmessung unter der Achsel liefert keine auswertbaren Ergebnisse. Alle wichtigen Informationen zum genauen Messablauf findest Du in dem Beitrag Basaltemperatur messen.

Einflüsse auf die Basaltemperatur

Verschiedene Faktoren können die Aufwachtemperatur stören und unter Umständen einen Temperaturanstieg vortäuschen. Diese sind allerdings von Frau zu Frau verschieden. Es empfiehlt sich, alle Besonderheiten im Tagesablauf zu dokumentieren, die Deine Temperaturkurve beinflussen können (besonders wenig Schlaf, Krankheiten etc.). Sicherlich kannst Du bald für Dich herausfinden, was Deine Aufwachtemperatur beeinflusst.

Welche äußerlichen Einflüsse es gibt und wie Du damit umgehen sollst, darüber informiert Dich unser Blogbeitrag „Was beeinflusst die Basaltemperatur“. Weitere Arten von Störfaktoren, die nichts mit Deinem körperlichen Befinden zu tun haben, sind Fehler oder Veränderungen in der Messweise sowie zu große Schwankungen in den Messzeiten.

Quellen:
1 Malteser Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.
2 Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007.
3 World Health Organization: A prospective multicenter trial of the ovulation method of natural family planning. II. The effectiveness phase. Fertil Steril 1981; 36: 591-598


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