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Die Konsistenz des Zervixschleims am Muttermund bestimmen.

Zervixschleim bestimmen

Was versteht man unter Zervixschleim?

Unter Zervixschleim versteht man den „Ausfluss“, den Du am Scheideneingang sicherlich schon bemerkt hast. Er wird am Gebärmutterhals (Zervix) gebildet und hat die Funktion, die Spermien weiterzuleiten. Der Zervixschleim ist ein Eisprunganzeichen, welches sich im Laufe eines Zyklus verändert und so Aufschluss über die Fruchtbarkeit der Frau geben kann. Während der unfruchtbaren Phase blockiert der dickflüssige Schleim das Weiterwandern der Spermien, während er in der fruchtbaren Zeit flüssiger wird, die Reise der Spermien zur Gebärmutter begünstigt und somit die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft gesteigert wird.1

Wie verändert sich der Zervixschleim innerhalb eines Zyklus?

  • Zervixschleim nach der Periode

Am Zyklusbeginn nach der Periode haben die meisten Frauen keinen oder kaum Ausfluss. Bei manchen Frauen fühlt sich der Scheideneingang zu dieser Zeit sogar trocken und eher unangenehm an. Einige Tage später stellt sich oftmals ein feuchtes Gefühl ein; bei einigen Frauen ist der Zervixschleim bereits sichtbar und sie spüren ihn. Die Konsistenz des in dieser Zeit meist gelblichen oder weißlichen Schleims ist cremig und dicklich, oft sogar klumpig und klebrig.2

  • Zervixschleim vor dem Eisprung

Je mehr Du Dich Deinem Eisprung näherst, desto glasiger und transparenter wird der Schleim am Muttermund. Diese Veränderung wird durch die vermehrte Bildung von Östrogen verursacht. Der Scheideneingang fühlt sich jetzt nass und glitschig an, der Schleim ist dehnbar und ähnelt rohem Eiweiß. Der Schleim hat zum Zeitpunkt des Eisprungs die beste Qualität; Spermien werden in dieser Zeit besonders einfach und schnell zur Gebärmutter befördert und die Chancen auf eine Schwangerschaft sind am höchsten.2

  • Zervixschleim nach dem Eisprung

Nach dem Eisprung verschlechtert sich die Qualität des Zervixschleims wieder, d. h., er wird wieder undurchsichtig und klumpig oder verschwindet sogar komplett. Vor der nächsten Periode finden normalerweise keine Veränderungen des Zervixschleims mehr statt.2

  •  Zervixschleim und die Pille

Frauen, die hormonell verhüten, haben oftmals keinen Ausfluss und stellen im Verlauf des Zyklus auch keine Veränderung fest. Das hängt damit zusammen, dass die Produktion des Schleims am Muttermund vom natürlichen Hormonhaushalt der Frau abhängt.2 Falls Du derzeit die Pille einnimmst und an den Methoden der Natürlichen Familienplanung interessiert bist, findest Du in unserem Ratgeber-Bereich hilfreiche Tipps zum Thema Pille absetzen.

  • Zervixschleim bei der Schwangerschaft

Ist eine Schwangerschaft eingetreten, so können die hormonellen Veränderungen dazu führen, dass sich die Beschaffenheit des Zervixschleims verändert. Manche Frauen beobachten eine vermehrte Schleimbildung, oftmals gekennzeichnet durch eine milchige bis flüssige Konsistenz. Doch nicht immer kommt es zu einer Veränderung des Zervixschleims in der Schwangerschaft, und viele Frauen können weder eine vermehrte noch verminderte Schleimbildung erkennen. Es ist also nicht möglich, durch die Beobachtung des Zervixschleims festzustellen, ob Du schwanger bist.

Vor der Geburt – das können Wochen oder auch Tage sein – werden oftmals größere Mengen Schleim produziert, da sich der Muttermund weitet. Der Zervixschleim kurz vor der Geburt kann durch geplatzte Blutgefäße von rötlicher Farbe sein.3

  • Individuelle Zervixschleimphasen

Bei jeder Frau verläuft die Veränderung des Zervixschleims individuell. Manche Frauen spüren und sehen nur zum Zeitpunkt des Eisprungs etwas, andere durchlaufen verschiedene Phasen von trocken zu feucht und von klumpig zu glasig und dehnbar. Eine Verminderung der Qualität des Zervixschleims nach dem Eisprung kann jedoch in der Regel immer festgestellt werden.2

Interessierst Du Dich dafür, welche Phasen im Zyklus der Frau von Bedeutung sind und weshalb? Auf der Seite „Der Zyklus der Frau“ findest Du aufschlussreiche Infos rund um den monatlichen Hormonverlauf, welcher beim Wunsch nach einem Baby bzw. bei der Wahl eines Verhütungsmittels eine ausschlaggebende Rolle spielt.

Zervixschleim-Auswertung ist mit cyclotest myWay möglich.

Wie beobachte ich meinen Zervixschleim?

Der Zervixschleim kann empfunden, gefühlt und gesehen werden. Alle drei Arten der Beobachtung sind wichtig bei der Dokumentation des Zervixschleims. Die Konsistenz des Schleims kannst Du prüfen, indem Du nach dem Toilettengang  das benutzte Toilettenpapier zusammenfaltest und beim Auseinanderfalten nachsiehst, ob der Schleim dehnbar ist. Du kannst natürlich auch mit dem Finger die Beschaffenheit an der Scheide prüfen.2

Der Zervixschleim kann also in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, und laut der NFP-Methode (Natürliche Familienplanung) gibt es dafür bestimmte Abkürzungen, die das Deuten des Zervixschleims vereinfachen. Hier findest Du eine Auflistung der Kategorien mit den entsprechenden Abkürzungen:

Abkürzung Ø

Nichts gesehen, nichts gefühlt, keine Feuchtigkeit, kein Schleim sichtbar oder fühlbar.


Abkürzung t

Nichts gesehen, trockenes Gefühl, kein Schleim sichtbar oder fühlbar, eventuell juckendes unangenehmes Gefühl.


Abkürzung f

Feuchtes Gefühl, kein Schleim sichtbar.


Abkürzung S

Schleim ist dicklich, weißlich, gelblich, klumpig oder cremig, feuchtes Gefühl oder nichts gefühlt.


Abkürzung S+

Schleim ist glasig, durchsichtig, spinnbar, wie rohes Eiweiß, eventuell auch rötlich, dehnbar, fadenziehend, flüssig oder rinnt weg wie Wasser, nasses Gefühl, glitschiger Scheideneingang oder auch nichts gefühlt.


Abkürzung S+H

Der letzte Tag, an dem die beste Schleimqualität der Kategorie S+ festgestellt werden kann, bevor die Qualität sich verschlechtert. Er kann daher erst im Nachhinein erfasst werden. Mehr dazu unter „Der Zervixschleimhöhepunkt“.


Was muss ich noch beachten?

Der Zervixschleim kann sich im Laufe eines Tages verändern. Wichtig ist, dass Du Dein Ergebnis für den Tag erst abends überträgst und die für diesen Tag beste Qualität wählst.

Bei Geschlechtsverkehr kann das Ejakulat des Mannes das Ergebnis verfälschen. Darauf solltest Du achten und Deinen Schleim am besten prüfen, bevor Du Sex hast.

Die Dokumentation des Zervixschleims erfordert Übung und ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Achte einfach immer darauf, dass Du konsequent das überträgst, was Du beobachtest, auch wenn der Verlauf im vorherigen Zyklus anders war.

Wie sicher ist die subjektive Beobachtung?

Viele Frauen fragen sich, ob sie das Sekret, welches vom Gebärmutterhals abgesondert wird, richtig identifizieren können und ob es mit physiologischen Messwerten übereinstimmt. Der Frage der Validität der Selbstbeobachtung wurde in einer Reihe von internationalen Studien nachgegangen.

Auch in einer deutschen Studie wurde untersucht, inwiefern die individuelle Einschätzung des Zervixsekrets mit dem tatsächlichen Eisprungtermin zusammenfällt. Dabei lag der Höhepunkt des Schleimsymptoms bei 82 % der Zyklen am Tag der ärztlich festgestellten Ovulation oder einen Tag davor oder danach.4 In einer weiteren Untersuchung stimmte der beobachtete Schleimhöhepunkt der Frauen bei 3 von 4 Zyklen mit dem tatsächlichen Ovulationstag bzw. einem Tag davor oder danach überein.5 Auch die WHO hat bereits eine Studie dazu durchgeführt. Darin lag der festgestellte Höhepunkt des Sekrets durchschnittlich 0,3 Tage nach dem tatsächlichen LH-Höhepunkt.6 Die Ergebnisse der zahlreichen Studien sprechen für die Aussagekraft der Selbstbeobachtung.

Die Zervixschleimbeobachtung als alleiniges Verhütungsmittel ist allerdings zu unsicher und sollte daher nur im Rahmen der Natürlichen Familienplanung in Kombination mit der Temperaturmethode angewandt werden. Wünscht Du Dir ein Baby, dann kann der Zervixschleim als alleiniges Eisprung Anzeichen natürlich trotzdem hilfreich sein und Dir andeuten, wann Du fruchtbar bist. Die Anwendung zusammen mit der Basaltemperaturmethode nennt man symptothermale Methode, welche als sicherste natürliche Verhütungsmethode gilt. Die Dokumentation des Muttermundschleims in Verbindung mit der Temperatur kann Dich also bei der natürlichen Empfängnisverhütung unterstützen oder Dir dabei helfen, Deinen Kinderwunsch schneller zu erfüllen.2

Kann ich meine Zervixschleimqualität verbessern?

Wünschst Du Dir ein Baby? Dann solltest Du wissen, dass es möglich ist, die Qualität Deines Zervixschleims zu verbessern. Wichtig ist, dass Du viel trinkst, denn so wird der Schleim durchlässiger und flüssiger. Am besten sind Wasser oder Kräutertees. Auch die Ernährung spielt dabei eine Rolle: Nahrungsmittel, die B-Vitamine enthalten, können die Konsistenz des Muttermundschleims ebenfalls optimieren. Beispiele für ideale B-Vitamin-Lieferanten sind Brokkoli, Spinat, Grünkohl, Rosenkohl, Endivien, Hefe, Tomaten oder Orangen.7 Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass schleimlösende Hustenmittel dieselbe Wirkung haben, weshalb sie oftmals bei einer Sterilitätsbehandlung eingesetzt werden.1

Der Zervixschleimhöhepunkt

Um die Zervixschleimdokumentation auswerten und die fruchtbaren Tage bestimmen zu können, musst Du Deinen Zervixschleimhöhepunkt bestimmen. Dieser Höhepunkt wird immer im Nachhinein festgestellt, da dieser den letzten Tag der besten Schleimqualität darstellt.

Den Zervixschleim auswerten

Wenn Du beispielsweise an 3 Tagen in Folge die beste Schleimqualität S+ beobachtet hast und am 4. Tag eine Verminderung der Qualität feststellst, so ist der 3. Tag als Schleimhöhepunkt S+H zu markieren. Man kann davon ausgehen, dass der Ovulationszeitpunkt zwischen 2 Tage vor und 2 Tage nach dem Zervixschleimhöhepunkt liegt.

Die folgende Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen den Zervixschleimqualitäten, der Temperatur und dem Ovulationstag. Im Beispiel wurde an Tag 15 die beste Schleimqualität beobachtet. Dies war der dritte Tag mit der Schleimqualität „S+“.

Die Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen der Schleimqualität und der Fruchtbarkeit.

Zervixschleim: Die Schleimqualität und die Fruchtbarkeit | Grafik: © cyclotest

Ein Schleimhöhepunkt gilt allerdings nur als ausgewertet, wenn drei Tage in Folge eine schlechtere Schleimqualität beobachtet werden kann. In der Beispielgrafik kannst Du erkennen, dass nach S+H drei schlechtere Qualitäten beobachtet wurden: S, f sowie Ø. Durch die wiederholte monatliche Auswertung wirst auch Du ein sicheres Gefühl für die fruchtbare Phase bekommen.

Individuelle Auswertung

Wie schon erwähnt kommt es allerdings nicht bei allen Frauen zur Bildung von Zervixschleim der Kategorie S+, doch eine Verschlechterung von Kategorie S zu 0 kann ebenfalls als Höhepunkt eingetragen werden.

In seltenen Fällen gibt es innerhalb bestimmter Kategorien eine Verminderung der Qualität und eine wirklich klare Qualitätsverminderung findet erst spät im Zyklus nach dem Temperaturhoch statt. Wenn dies über mehrere Zyklen hinweg beobachtet werden kann, so wird der Wechsel innerhalb einer Kategorie als Zervixschleimhöhepunkt markiert.2

Die Zyklusrechner von cyclotest, die durch das Erfassen und Auswerten Deiner Aufwachtemperatur Deinen Fruchtbarkeitsstatus bestimmen können, ermöglichen es Dir, zusätzlich Deinen Zervixschleimhöhepunkt einzugeben. Dadurch kann Deine fruchtbare Phase noch genauer bestimmt werden. Alle weiteren Schleimkategorien kannst Du ebenfalls dokumentarisch hinterlegen. Die Zykluscomputer können Dich entweder bei Deiner persönlichen Zyklusbeobachtung unterstützen, wenn Du derzeit keinen Kinderwunsch hast und wissen möchtest, wann ein Schwangerschaftsrisiko besteht, oder Dir andererseits beim schwanger werden zum Wunschtermin helfen. Die Beobachtung des Zervixschleims erfordert Übung und vor allem anfangs ein wenig Geduld. Du solltest Dich im Vorfeld auf jeden Fall ausreichend über die Methode informieren, denn grundlegende Kenntnisse zu den Konsistenzen des Schleims sind erforderlich. Im Praxisbuch „Natürlich & sicher“ der Arbeitsgruppe NFP findest Du alle notwendigen Informationen zu der Methode.

Die Bedeutung der Zervixschleimmethode

In den 1950er Jahren wurde das Schleimsymptom zum ersten Mal von dem Neurologen John Billings und dem Arzt Josef Rötzer, die unabhängig voneinander arbeiteten, in einem individuellen Regelwerk zur Familienplanung verwertbar gemacht. Die von Billings entwickelte Methodenanleitung nannte er „Ovulation Method“, bei der die Basaltemperatur ebenfalls mit berücksichtigt wurde. Später beschäftigte er sich mit der reinen Schleimmethodik, die auch als Billingsmethode bekannt ist. Der Zervixschleim ist neben der Basaltemperatur der wichtigste Indikator für Fruchtbarkeit, denn er tritt im Gegensatz zu anderen Eisprunganzeichen regelmäßig auf und kann objektiv beurteilt werden.1

Vorteile der Zervixschleimbeobachtung

Durch das tägliche Prüfen der Zervixschleimkonsistenz können auch Aussagen zum Beginn der fruchtbaren Phase vor dem Eisprung getroffen werden – anders als bei anderen Fruchbarkeitsindikatoren, wie z. B. der Bestimmung der LH-Konzentration, bei denen zwar der ungefähre Ovulationszeitpunkt zuverlässig ermittelt, die fruchtbare Zeit davor jedoch erst im Nachhinein erkannt wird.1 Hinzu kommt, dass bei der Zervixschleimmethode keinerlei Kosten entstehen. Im Vergleich dazu müssen bei der Hormonmessung regelmäßig Ovulationstests gekauft werden. Zudem schätzen viele Frauen das Auseinandersetzen mit dem eigenen Zyklus und sind positiv überrascht, wie viel man beim Beobachten der individuellen Signale und Symptome über die Vorgänge im Körper lernt.

Der Zervixschleim als Fruchtbarkeitsanzeichen

Das Zervixsekret kann ein guter Hinweis auf Deine fruchtbaren Tage sein. Durch die regelmäßige Beobachtung der Zervixschleimkonsistenzen über einen Zeitraum von mehreren Monaten kannst Du lernen, die Veränderungen wahrzunehmen und damit Deine fruchtbaren Tage besser zu bestimmen. Die Beobachtung und Auswertung des Zervixsekrets kann Dir vor allem dabei helfen, Dir Deinen Kinderwunsch schneller zu erfüllen. Zur Verhütung empfiehlt sich die Kombination mit der Auswertung der Temperatur.

Quellen:
1 Raith-Paula, E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Heidelberg 2013.
2 Malteser Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.
3 Murkoff, H.: Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen. 1. Auflage. München 2012.
4 Gnoth, C. et al.: Wie korrelieren selbstbeobachtete Zyklussymptome mit der Ovulation? Zentralbl Gynäkol, 118: 650-654. 1996.
5 Ecochard et al.: Chronoligical aspects of ultrasonic, hormonal, and other indirect indices of ovulation. BJOG. 108: 822-829. 2001.
6 World Health Organization: Temporal relationship between indices of the fertile period. Fertil Steril. 39: 647-655. 1983.
7 Gnoth, C. et al.: Kinderwunsch. Natürliche Wege zum Wunschkind. 3. Auflage. München 2009.


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