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Polyzystische Eierstöcke beim PCO Syndrom.

Wie kann ich PCO erkennen?

PCO bzw. PCOS ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Das polyzystische Ovarialsyndrom/Ovarsyndrom ist veranlagt und kann durch Umwelteinflüsse unterschiedlich stark auftreten. PCO ist nicht heilbar, aber die Beschwerden lassen sich gut in den Griff bekommen.

Unregelmäßige Menstruation, starke Körperbehaarung, Übergewicht, Akne und ggf. ein nicht erfüllter Babywunsch: Kommen Dir diese Symptome bekannt vor? Dann könntest Du unter dem PCO Syndrom leiden. Ob Du einen Wunsch nach einem Kind hast oder nicht: Die Beschwerden können gelindert werden. Im Folgenden findest Du mehr darüber und über die Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheit.

Was ist das PCO Syndrom?

Hinter der Abkürzung PCO Syndrom (auch als PCO oder PCOS abgekürzt) verbirgt sich das polyzystische Ovarialsyndrom bzw. Ovarsyndrom (früher Stein-Leventhal-Syndrom). Es handelt sich um eine hormonell bedingte Erkrankung, die bei geschlechtsreifen Frauen die häufigste Ursache für Zyklusstörungen, einen erhöhten Androgenspiegel (männliche Sexualhormone) und Unfruchtbarkeit darstellt.

PCO ist sehr weit verbreitet: Die Erkrankung kommt bei 5 bis 12 % aller Frauen im gebärfähigen Alter vor.1 Im Vergleich zu ihrer Häufigkeit ist sie bei den meisten Frauen relativ unbekannt.

PCO Syndrom: Wie entsteht es?

Die Ursachen des PCO Syndroms – und wie genau das PCO Syndrom entsteht – sind noch nicht vollständig erforscht. Sicher scheint, dass der Zuckerstoffwechsel und das Stoffwechselhormon Insulin bei PCO eine entscheidende Ursache spielen.

Bei der Entstehung des PCO Syndroms soll aber auch die genetische Veranlagung eine Rolle spielen: Betroffene Frauen haben öfter Mütter mit PCO Syndrom oder Väter, die hormonell bedingt bereits früh eine Glatze bekommen. Auch soll ein Überschuss an männlichen Hormonen zur Entstehung des PCO Syndroms beitragen.

PCOS Symptome

Folgende PCOS Symptome sind typisch:2

  • zu seltene oder ausbleibende Menstruationsblutung
  • männliche und vermehrte Körperbehaarung und/oder Haarausfall durch erhöhten Spiegel männlicher Sexualhormone
  • Eierstöcke mit Zysten und vergrößerte Eierstöcke (polyzystische Ovarien)
  • Zyklusstörungen
  • zu seltener oder ausbleibender Eisprung (trotz LH-Anstieg und positiven Ovulationstest)
  • ein zu hoher Insulinspiegel (Insulinresistenz; dadurch Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken)
  • Akne
  • Adipositas oder Übergewicht
  • hoher Blutdruck (v. a. durch metabolisches Syndrom/Fettwechselstörung)

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Wenn zwei dieser drei Auffälligkeiten vorliegen, wird von einem PCO-Syndrom ausgegangen.3 Dies heißt aber nicht, dass damit definitiv eine PCO-Erkrankung feststeht. Die oben aufgeführten Symptome können nämlich auch von Stoffwechselkrankheiten, von chronischer Schilddrüsenentzündung (z. B. bei Hashimoto) oder von einer Schwäche der Hypophyse herrühren, die dann zu wenig Hormone ausschüttet.

Auch die Beendigung der Pilleneinnahme kann das hormonelle Gleichgewicht stören und ähnliche Symptome wie bei PCO hervorrufen.4 Im Nachfolgenden haben wir Dir die wichtigsten Symptome näher erläutert:

Zyklusstörungen bei PCO

Beim PCO Syndrom liegen meist Zyklusstörungen vor, bei denen die Abstände zwischen den Regelblutungen unregelmäßig sind und meist immer größer werden. Neben einem unregelmäßigen Zyklus können bei PCOS unregelmäßige Zwischen- und Zusatzblutungen auftreten.

PCO verursacht seltene Menstruationsblutung

Bei einem Abstand zwischen zwei Blutungen von mehr als 35 Tagen (jedoch weniger als 3 Monaten) spricht man von einer seltenen Menstruationsblutung oder – in der Fachsprache – von einer Oligomenorrhö. Der Eisprung erfolgt hierbei zu selten oder bleibt ganz aus. Wenn die Periode in diesen Abständen eintritt, muss das allerdings nicht zwangsläufig bedeuten, dass ein PCO Syndrom vorliegt – die Ursache kann auch in hohem körperlichen oder seelischen Stress oder in Unterernährung liegen.

PCO Symptom: Vermehrte Körperbehaarung und/oder Haarausfall

PCO bringt den Hormonhaushalt durcheinander: Bei der Hyperandrogenämie handelt es sich um eine hormonelle Störung, bei der zu viel Androgen ausgeschüttet wird, welches zu einer „Vermännlichung“ der Körper- und Geschlechtsorgane führt, z. B. vermehrte Körperbehaarung und Haarwuchs (der sogenannte Hirsutismus) an Körper und Gesicht, aber auch Ausfall der Haare.

Beispielsweise wachsen durch die männlichen Hormone Schamhaare auch auf den Oberschenkeln und/oder am unteren Bauch. Vielen PCO-Patientinnen wächst auch ein Oberlippenbart.

Eierstöcke mit Zysten bei PCO

Das Vorliegen von Zysten in den Eierstöcken kann mittels Ultraschall festgestellt werden. Polyzystische Eierstöcke werde mittels Ultraschallbild festgestellt. In den Eierstöcken sind etliche kleine schwarze „Löcher“ zu erkennen. Durch das alleinige Vorkommen der Eierstöcke mit Zysten lässt sich allerdings keine Aussage über ein Vorliegen des PCO Syndroms treffen, da bei bis zu 23 % aller Frauen mit normalem Zyklus polyzystische Ovarien nachweisbar sind.5

PCO Symptom: Übergewicht

Frauen mit PCOS sind meist übergewichtig oder fettleibig. Der Grund liegt darin, dass die Körperzellen beim PCO Syndrom unempfindlicher auf Insulin reagieren (die sogenannte Insulinresistenz).² Der Organismus schüttet immer mehr Insulin aus, was aber die Produktion der männlichen Hormone ankurbelt. Zugleich fördert der erhöhte Insulinspiegel die Speicherung von aus der Nahrung gewonnener Energie in Fettdepots, anstatt sie zu verbrennen.

Was tun beim PCO Syndrom?

Der Arzt kann die Diagnose PCO stellen, wenn mindestens 2 der 3 Rotterdam-Kriterien zutreffen. Diese sind die bei den PCO-Symptomen oben beschriebenen ersten 3 Kriterien:

  1. unregelmäßige oder keine Regelblutung
  2. verstärkte Körperbehaarung und/oder Haarausfall durch gesteigerten Androgenspiegel
  3. polyzystische Ovarien: die Eierstöcke sind von vielen kleinen Zysten umgeben und vergrößert

Zur Diagnose des PCO Syndroms ist zunächst wichtig, festzustellen, ob es sich um unregelmäßige Menstruationszyklen mit seltenen oder ausbleibenden Eisprüngen handelt. Dies gelingt ganz einfach mit dem Zykluscomputer cyclotest myWay.

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Ernährung bei PCOS

Ob Babywunsch oder nicht: Grundsätzlich sollte die Ernährung bei PCOS umgestellt werden. Der Grund hierfür ist, da die Erkrankung häufig als Auslöser weiterer Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gestationsdiabetes oder bestimmter Krebsarten gilt.

Gut orientieren kann man sich hierbei an der LOGI-Pyramide. Als Ernährungsgrundlage werden beim PCO Syndrom stärkearme Gemüse, Salate und Früchte empfohlen, die mit eiweißreichen Lebensmitteln kombiniert werden sollten. Außerdem spielt die Qualität der Speisefette eine Rolle. So sollten einfach ungesättigte Fettsäuren verwendet werden und es sollte auf ein günstiges Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren geachtet werden.7

Bei übergewichtigen Frauen führt in vielen Fällen eine Gewichtsabnahme bereits zur Besserung der PCOS Symptome. Verändern betroffene Frauen den Lebensstil und die Ernährung, hilft dies, den gestörten Hormonhaushalt wieder in den Griff zu bekommen.

Polyzystisches Ovarialsyndrom: Weitere Therapiemöglichkeiten

Zur weiteren Reduzierung dieser „Insulinresistenz“ können beim PCO Syndrom auch Medikamente zum Einsatz kommen, z. B. Metformin oder Glitazon, die beide bei einer Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 zum Einsatz kommen. Unter Umständen bessern sich auch die androgenbedingten Probleme dadurch. Auch ohne Vorliegen von Diabetes können diese Medikamente dazu beitragen, dass die Anzahl der Eisprünge bei den betroffenen Frauen um das fünf- bis zehnfache zunimmt.2

Eine weitere Möglichkeit besteht im Einsatz von Clomifen oder Letrozol.8 Jedoch sind bei beiden Medikamenten Nebenwirkungen möglich.9 Schlanke Frauen mit PCO-Syndrom können außerdem ein Präparat erhalten, welches FSH enthält, ein Hormon, das die Bildung von Eibläschen (sogenannte Eifollikel) anregt. Wenn sich diese gebildet haben, kann der Eisprung über das Schwangerschaftshormon HCG ausgelöst werden. Es ist auch möglich, die Bildung der Eifollikel und den Eisprung über Präparate mit dem Neurohormon GnRH auszulösen.10

Liegt kein Babywunsch vor, so wird auch oftmals eine Antibabypille mit antiandrogener Komponente verordnet. Sie verhindert die Bildung männlicher Hormone; außerdem schützt das enthaltene Progestin die Gebärmutterschleimhaut vor übermäßigem Wachstum. Die Pille ist jedoch nicht für jede Frau geeignet; insbesondere bei PCOS kann die Einnahme von Kombinationspräparaten das Thromboserisiko verdoppeln.11

Kann ich mit PCOS ein Baby bekommen?

Das Vorliegen des PCO Syndroms ist nicht gleichbedeutend mit Unfruchtbarkeit! Auch mit PCOS besteht die Möglichkeit, dass spontan eine Schwangerschaft eintritt, auch wenn diese Möglichkeit nicht sehr hoch ist. Mit einer Behandlung können die Chancen zum Schwanger werden steigen.

Die Kinderwunschchancen lassen sich auch nebenwirkungsfrei durch genaue Zyklusbeobachtung erhöhen, da dann der Zeitraum des Eisprungs bekannt ist und Sex in dieser Zeit stattfinden sollte. Der cyclotest myWay unterstützt Dich bei der Zykluskontrolle – gerade, wenn der Eisprung nicht so regelmäßig einsetzt, wie dies beim PCO-Syndrom der Fall ist. *Der cyclotest myWay kann auch bei Zyklen von bis zu 45 Tagen verwendet werden.

PCO-Patientin mit Babywunsch

Übergewichtige Frauen mit Kinderwunsch, denen die Diagnose „polyzystisches Ovarialsyndrom“ gestellt wird, sollten mit ihrem Arzt zuerst über eine Ernährungsumstellung sprechen und vermehrt körperliche Aktivitäten in ihren Tagesablauf einbauen, um das Übergewicht zu reduzieren. Abnehmen oder auch nur mehr Bewegung führt schon bei 10 % der betroffenen übergewichtigen Frauen mit PCOS dazu, dass der Zyklus wiederkehrt und dass sich der Androgenspiegel normalisiert.4 Allein eine Verringerung des Gewichts um 5 % verringert die PCOS-Symptome erheblich.2

Unerfüllter Kinderwunsch, aber kein Übergewicht? Bei schlanken Frauen mit Babywunsch und PCO Syndrom wird versucht, den Eisprung mittels Medikamenten auszulösen: Hier kann das Mittel Clomifen helfen, den Eisprung anzuregen. Bleibt die Clomifen-Therapie erfolglos, kann der Arzt auch andere Hormone verabreichen, beispielsweise Gonadotropine.

PCO Syndrom und Schwangerschaft

Wenn bei Patientiennen nach erfolgreicher Behandlung des PCOS eine Befruchtung stattfindet, ist eine frühzeitige Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes und eine regelmäßige Überwachung des Blutzuckers angeraten. Eine Untersuchung der Schilddrüse ist ebenfalls empfehlenswert, da manche Frauen mit PCOS zusätzlich an einer Autoimmunentzündung der Schilddrüse leiden, was zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen kann. Während der Schwangerschaft werden vermehrt Schilddrüsenhormone benötigt.6

Quellen:
1 Schöfl, C. et al.: Polyzystisches Ovarialsyndrom und Insulinresistenz. Deutsches Ärzteblatt 2004, 101(6): A-346 / B-294 / C-287
2 Lehnert, H.: Endokrinologie 2007; Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007; 132: 1420-1423
3 The Rotterdam ESHRE/ASRM-sponsored PCOS Consensus Workshop Group. (revised 2003) Consensus on diagnostic criteria and long-term health risks related to polycystic ovary syndrome (PCOS). Human Reproduction, 19, 41-47.
4 Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage, Heidelberg 2007.
5 Polson D. W. et al.: Polycystic ovaries – a common finding in normal women. Lancet 1988; 1: 870–872
6 PCOS Selbsthilfe Deutschland e. V.: Häufig gestellte Fragen, abgerufen am 17. Mai 2016 auf http://pcos-selbsthilfe.org
7 Worm, N.: Ernährung beim polyzystischen Ovarialsyndrom. Gynäkologie 4/2008.
8 Ärzteblatt: PCOS: Letrozol erhöht Chance auf Schwangerschaft, abgerufen am 18. Mai 2016 auf www.aerzteblatt.de
9 Legro, R. S. et al.: Letrozole versus clomiphene for infertility in the polycystic ovary syndrome. N Engl JMed 2014; 371:119–129
10 Baltzer J. et al.: Praxis der Gynäkologie und Geburtshilfe. Stuttgart 2004.
11 Bird, S. T. et al.: Risk of venous thromboembolism in women with polycystic ovary syndrome: a population-based matched cohort analysis. CMAJ, 3. Dezember 2012


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