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Von einem unregelmäßigen Zyklus spricht man bei einem Zyklus unter 23 oder über 35 Tagen. Auch Zyklen mit Abweichungen um mehr als 8 Tage von Zyklus zu Zyklus gehören dazu.


Es herrscht immer noch weitläufig die Annahme, dass der weibliche Zyklus immer 28 Tage dauert. Aber anders als viele meinen, ist dies eher die Ausnahme. Wann spricht man von einer Zyklusunregelmäßigkeit? Was sind die Ursachen und was hilft mir, diese wieder zu regulieren? Welchen Herausforderungen muss ich mich bei Kinderwunsch oder bei der natürlichen Verhütung stellen?

Wann liegt ein unregelmäßiger Zyklus vor?

In der Regel dauert der Zyklus der Frau 23 bis 35 Tage. Das zeitliche Auftreten der Menstruation ist allerdings von Frau zu Frau nicht gleich und kann von Monat zu Monat variieren. Doch wann kann man tatsächlich von einer unregelmäßigen Periode sprechen?

Durch die Variabilität der Monatszyklen kann diese Frage nicht so leicht beantwortet werden. Sollten diese aber dauerhaft kürzer als 23 Tage oder länger als 35 Tage sein oder des Öfteren um mehr als 8 Tage schwanken, gelten sie als auffällig.1 Schwankt Deine Zyklusdauer allerdings innerhalb dieser Grenzen, so handelt es sich um „natürliche“ Schwankungen in Deiner Zykluslänge.

Symptome für eine unregelmäßige Periode

Es gibt verschiedene Symptome für eine Zyklusstörung. Hierzu gehören extrem kurze sowie extrem lange Zyklen. Weiterhin zählen Zyklusverläufe ohne Eisprung dazu. Auch bestimmte Blutungen und Schmerzen gelten als Symptom.

Sehr kurze Zyklen

Bei sehr kurzen Zyklen tritt der Eisprungtag oft sehr früh auf, meist schon am 8.–10. Zyklustag. Die erste Zyklusphase ist hierbei verkürzt, während die zweite Zyklusperiode oft „regelmäßig“ bei 12–16 Tagen bleibt. Mediziner sprechen von einer Polymenorrhoe, wenn die Zyklusdauer auf unter 21 Tage verkürzt ist.

Die Grafik zeigt beispielhaft einen kurzen Zyklus von 22 Tagen. Die Temperaturhochlage beginnt bei Tag 11. Der Eisprungtag war damit ungefähr an Tag 10.

Die Grafik zeigt einen sehr kurzen unregelmäßigen Zyklus.

Sehr kurzer unregelmäßiger Zyklus | Grafik: © cyclotest

Sehr lange Zyklen

Die Grafik zeigt einen sehr langen unregelmäßigen Zyklus.

Sehr langer unregelmäßiger Zyklus | Grafik: © cyclotest


Bei sehr langen Menstruationszyklen wiederum kann es viele Tage bis zum Eisprungtag dauern – oft bis zu dem Zeitpunkt, an dem Du bereits Deine nächste Blutung erwartest. Der Eisprung rückt hier im Menstruationszyklus nach hinten. Im Beispielzyklus beginnt die Hochlage erst an Tag 36 mit dem Eisprungtag einen Tag zuvor.

Zyklen ohne Eisprung

Es gibt außerdem Zyklusverläufe, in denen bis zur nächsten Menstruation kein Eisprung stattfindet. Hier tritt durch das fehlende Progesteron keine Temperaturhochlage auf. Diese Menstruationszyklen nennt man monophasische Zyklen.

Wenn innerhalb eines Monatszyklus keine Ovulation stattfindet, die Zykluslänge mehr als 90 Tage beträgt und keine Periode eintritt, bezeichnet man dies als Amenorrhoe. Von einer primären Amenorrhoe spricht man, wenn nach Vollendung des 15. Lebensjahres noch keine Periode eingetreten ist. Auslöser hierfür können organischer Natur sein, z. B. eine Genitalfehlbildung. Ein anderes Thema ist eine sekundäre Amenorrhoe. Diese liegt vor, wenn die Regelblutung mehr als 3 Monate ausbleibt. Eine sekundäre Störung dieser Art wird meist durch eine Erkrankung hervorgerufen.6

Verkürzte Gelbkörperphase

Sinkt die Temperatur nach dem Eisprungtag bereits nach weniger als 10 Tagen wieder und tritt Deine nächste Menstruation ein, so spricht man von einer verkürzten Gelbkörperphase. Tritt dies gehäuft auf, so könntest Du an einer Gelbkörperschwäche leiden. Diese Krankheit kann dazu führen, dass die Eizelle sich nicht richtig in der Gebärmutterschleimhaut einnistet oder nach der Einnistung wieder abgeht.
cyclotest myWay wertet einen unregelmäßigen Zyklus aus.

Schmerzen und Blutungen

Auch starke Regelschmerzen, die sogenannte Dysmenorrhoe, gehören zu den häufigen Zykluskrankheiten. Sie treten im Zusammenhang mit der Menstruation auf und können sehr vielfältig im Hinblick auf Stärke und Ort der Schmerzen sein.

Schließlich zählen auch Zwischenblutungen, Schmierblutungen sowie extrem schmerzhafte oder starke Blutungen zu den Symptomen der schwankenden Periode. Ein Zeichen für die Letztgenannten ist es, wenn Tampons oder Binden stündlich gewechselt werden müssen.

Weitere Zyklusstörungen

Es gibt weitere Formen der Zyklusstörung, die häufig auftreten:

  • Bei der Oligomenorrhoe kommt die Periode zu selten vor, und zwar in einem Abstand von über 35 Tagen und unter 3 Monaten.
  • Eine Hypomenorrhoe liegt vor, wenn die Regelblutung besonders schwach ausfällt. Im Gegensatz dazu bezeichnet eine Hypermenorrhoe einen starken Blutverlust während der Menstruation.
  • Weiter wird die Menorrhagie zu den Regelstörungen gezählt, bei welcher die Blutung stärker ausfällt und länger als 7 Tage dauert. Bei der Metrorrhagie handelt es sich um eine Blutung, die unregelmäßig und zyklusunabhängig auftritt.6

Unregelmäßiger Zyklus: Welche Ursachen gibt es?

Ein unregelmäßiger Zyklus kann unterschiedliche Ursachen haben. Sowohl Stress und Diäten als auch Erkrankungen wie Endometriose und das PCO-Syndrom können Auslöser sein.

Ursachen eines unregelmäßigen Zyklus | Foto: © cyclotest

Eine unregelmäßige Blutung kann organische, funktionelle, also durch Krankheiten hervorgerufene, oder lebensbedingte Ursachen haben. Die Gründe für Schwankungen bzw. Störungen solltest Du im Zweifelsfall bei Deinem Frauenarzt untersuchen lassen, um mögliche Erkrankungen erkennen und behandeln zu können.

Alter der Frau

Das Zyklusgeschehen ist von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem vom Alter der Frau. Bei jungen Mädchen, die bereits ihre erste Periode hatten, ist eine unregelmäßige Periode völlig normal. Mit der Zeit stabilisiert sich der Zyklusablauf. Bei Frauen zwischen 30 und 39 Jahren ist dieser am regelmäßigsten und ein unregelmäßiger Zyklus kommt in dieser Lebensphase am seltensten vor. Ab dem 45. Lebensjahr wird die Monatsblutung als Vorbote der Wechseljahre wieder unregelmäßiger.2

Verschiedene Lebenssituationen

Bestimmte Bedingungen im Leben können Ursache einer schwankenden Periode sein. Schwankungen treten vermehrt nach einer Schwangerschaft, in der Stillzeit oder nach einem Abort auf.2 In einer Studie wurde außerdem festgestellt, dass etwa die Hälfte der 175 Teilnehmerinnen nach dem Absetzen der Pille bzw. hormoneller Verhütungsmittel Regelstörungen aufwies.3

Wie Du sicherlich schon bei Dir beobachtet hast, kann sich Dein Lebenswandel kurzfristig auf Körper und Monatszyklus auswirken. Ein Faktor, der oftmals eine Rolle spielt, ist Stress. Ob beruflicher oder privater Natur, Stresssituationen können dazu führen, dass der übliche Menstruationsrhythmus durcheinanderkommt und die Blutung ausbleibt. Dazu kann eine geplante Hochzeit oder auch eine anstehende Prüfung zählen. Auch ein längerer Urlaub und Klimaveränderungen können zur Folge haben, dass ein unregelmäßiger Zyklus auftritt.2 Darüber hinaus kann es auch zu Verschiebungen kommen, wenn Du gerade eine Diät machst, an einer Essstörung leidest oder Leistungssport treibst.3

Unregelmäßige Periode durch Krankheiten

Zudem gibt es krankheitsbedingte Ursachen, die einen schwankenden Zyklusverlauf hervorrufen können, z. B. Hyperprolaktinämie (Erhöhung des Prolaktinspiegels im Blut) oder Schilddrüsenfunktionsstörungen. Bei Kinderwunsch solltest Du bei einer Schilddrüsenfunktionsstörung rechtzeitig einen Arzt aufsuchen, um richtig mit den entsprechenden Präparaten eingestellt zu sein.2, 6

Eine besonders lange 1. Zyklushälfte, die durch niedrigere Temperaturwerte gekennzeichnet ist, könnte auf eine Follikelreifungsstörung hinweisen. Auch eine Endometriose kann Ursache von Problemen mit den Zyklusvorgängen sein und sich auf die Fruchtbarkeit auswirken. Sie äußert sich u. a. durch Schmerzen und Menstruationsstörungen und muss unter Umständen von einem Arzt behandelt werden.

Wenn die Periode ausbleibt, kann dies auch ein Hinweis auf das PCO-Syndrom (Polyzystische Ovarien) sein. Eine nicht regelmäßig auftretende Monatsblutung, männliche Behaarung und starkes Übergewicht deuten auf PCOS hin, eine Fehlfunktion der Eierstöcke. Frauen, die unter dem PCO-Syndrom leiden, haben meist Schwierigkeiten, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.1

Eine Entzündung der Eileiter oder der Eierstöcke könnte eine weitere Ursache darstellen. Begleitet wird diese Erkrankung meist durch starke Schmerzen im Unterleib, Verstopfungen sowie Fieber.2

Auch wenn man den Zervixschleim beobachtet und dokumentiert, kann dies Hinweise auf eventuelle Zyklusstörungen liefern. Pathologischer Ausfluss kann beispielsweise schneller festgestellt werden. Da sich das Zervixschleimmuster entsprechend dem Östrogenspiegel verändert, können dadurch außerdem Östrogenschwankungen erkannt werden, die bei einer erwünschten Schwangerschaft ein Problem darstellen können. Geeignete Behandlungsmethoden können dann mit dem Frauenarzt besprochen werden.

Wie den Eisprung berechnen bei unregelmäßigem Zyklus?

Durch die Messung der Basaltemperatur sowie ggf. die Auswertung weiterer Eisprunganzeichen können unregelmäßige Zyklusverläufe sowie der Eisprung identifiziert werden.2 Dies ist besonders wichtig, wenn Du die natürliche Verhütung anwendest oder eine Schwangerschaft planst. Doch wie funktioniert diese natürliche Methode, wenn ein „normaler“ unregelmäßiger Zyklus vorliegt und Du Deine fruchtbaren Tage und Deinen Eisprungtag sicher berechnen möchtest?

Verhütung bei Zyklusschwankungen

Falls Du einen eher langen Zyklus hast und beispielsweise mit Kondomen verhütest, könnten Dich Ängste über eine ungewollte Schwangerschaft plagen, weil Du nie weißt, wann Deine nächste Periode eintritt. Durch die Zyklusbeobachtung kannst Du Deine fruchtbare Zeit genau eingrenzen. Der Zykluscomputer cyclotest myWay kann bei schwankenden Zyklusverläufen, die sich in einem gängigen Rahmen befinden, sicher auswerten. Bei sehr langen Zyklen (bis 45 Tage) wertet der Computer ebenfalls verlässlich aus. Hinweis: Er zeigt in diesem Fall dann nicht so viele grüne, unfruchtbare Tage an, als das der Fall bei Frauen mit regelmäßigem Zyklushergang wäre. Denn zugunsten einer hoher Sicherheit muss die Schwankungsbreite beim Eisprungtag natürlich berücksichtigt werden.

Generell gilt, dass die Zyklussymptome bei unregelmäßigem Zyklus genau beobachtet werden müssen, um Gewissheit zu bekommen, ob man sich in der fruchtbaren oder unfruchtbaren Phase des Zyklus befindet und somit Überraschungen zu vermeiden: So kann man während der Periode schwanger werden, wenn die erste Zyklushälfte sehr kurz ist.

Kinderwunsch und unregelmäßiger Zyklus

Kann man trotz eines unregelmäßigen Zyklus schwanger werden und den Eisprung berechnen? Für Paare, die sich ein Baby wünschen, ist dies eine wertvolle Unterstützung. Wichtig ist dabei das Beobachten und Aufzeichnen der Eisprung Anzeichen, um die fruchtbare und besonders die hochfruchtbare Zeit festzustellen. Denn wenn Du eher sehr lange Zyklusverläufe hast, dann hast Du auch entsprechend weniger Eisprünge im Jahr.

Viele Frauen fragen sich, ob und wie ihnen ein Ovulationstest beim Schwanger werden helfen kann, wenn sie unter einer schwankenden Periodenblutung leiden. Dabei eignet sich dieser Test besonders für die Frauen, die sich ein Kind wünschen, aber einen wechselnden Menstruationszyklus oder langen Zyklusverlauf haben.

Neben der Identifizierung der fruchtbaren Tage kann festgestellt werden, ob Du überhaupt einen Eisprung im jeweiligen Zyklus hast. Der Zykluscomputer cyclotest myWay kann Dir die Anwendung der Methode erleichtern. Falls Du einen schwankenden Zyklus hast und ein Baby bekommen möchtest, ist es wichtig, dass Du Dich mit den Informationen und Tipps zum Schwanger werden auseinandersetzt.Dort erfährst Du ebenfalls, dass auch der Mann zu einer erfolgreichen Schwangerschaft beitragen kann.

Der Zykluscomputer cyclotest myWay kann einen unregelmäßigen Zyklus, der im Normalbereich liegt, auswerten und zeigt alle Daten übersichtlich in einer Temperaturkurve an.

Einen unregelmäßigen Zyklus auswerten mit cyclotest myWay | Foto: © cyclotest

ZYKLUSCOMPUTER

Tipps zur Harmonisierung unregelmäßiger Zyklen

Ein unregelmäßiger Zyklus kann durch Heilkräuter wie Mönchspfeffer natürlich harmonisiert werden.

Einen unregelmäßigen Zyklus mit Mönchspfeffer harmonisieren | Foto: © cyclotest

Wenn ein unregelmäßiger Zyklus bei Dir schon mehrere Male vorgekommen ist und Du Deine Zyklusverläufe gerne stabilisieren möchtest, haben wir hier einige wertvolle Tipps für Dich zusammengestellt, die Dich dabei unterstützen können. Es gibt viele Möglichkeiten, die Hormonvorgänge in Deinem Körper selbst wieder aktiv ins Gleichgewicht zu bringen.

Richtige Ernährung

Um eine ausreichende Hormonproduktion zu gewährleisten, solltest Du Dich gesund und ausgewogen ernähren. Die weiblichen Geschlechtshormone werden durch die Aufnahme von Fetten und Cholesterin produziert, Prostaglandine (Gewebehormone) wiederum aus ungesättigten Fettsäuren und die Hormone der Hirnanhangdrüse benötigen essenzielle Aminosäuren. Eine unregelmäßige Blutung tritt häufig bei Frauen mit zu wenig Körperfett auf. Der Körper erkennt hier, dass nicht genügend Reserven für eine Schwangerschaft vorhanden sind und reagiert mit einer Störung. Auch die Ovulation bleibt dann häufig aus.

Wenn Du Deinen Monatszyklus stabilisieren möchtest, solltest Du darauf achten, dass vor allem Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren auf Deiner Einkaufsliste stehen. Vor allem Frauen, die sich ausgewogen ernähren, fördern dadurch eine Stabilisierung. Wenn Du vielleicht gerade im Prüfungsstress bist oder einfach momentan keine Zeit hast, ausgewogen zu essen, kann Dir die Einnahme von Kapseln, die Gamma-Linolensäure enthalten, helfen.

Auch Übergewicht kann als eine der Ursachen eines unregelmäßigen Zyklus gezählt werden. Bei starkem Übergewicht kann es vorkommen, dass durch den hohen Insulinspiegel die Produktion des luteinisierenden Hormons (LH) durcheinandergebracht wird, und es kommt zu einer Follikelreifungsstörung. Eine gesunde Ernährung sowie regelmäßige Bewegung können den erhöhten Insulinspiegel oft wieder ins Gleichgewicht bringen.

Des Weiteren kann es bei einem schwankenden Zyklus nach dem Absetzen der Pille sein, dass Dir bestimmte Mikronährstoffe fehlen. Bei Frauen, die lange die Pille nehmen und dann absetzen, ist es wahrscheinlich, dass der Speicher an Folsäure und anderen B-Vitaminen sowie an Zink, Selen und Magnesium leer ist. Damit sich Dein Zyklus dann schnell wieder einpendelt, solltest Du gerade jetzt auf Deine Gesundheit und die richtige Ernährung achten.4

Heilpflanzen & Co.

Es gibt Heilpflanzen, die den unausgewogenen Hormonhaushalt bei Zyklusschwankungen wieder ausgleichen sollen. Dazu zählt Frauenmantel, eine Pflanze, die laut traditionellem Pflanzenwissen Frauen schon seit Jahrhunderten bei gesundheitlichen Problemen und unregelmäßigem Zyklus hilft. Frauenmantel ist eine wichtige Zutat unseres Zykluszaubertees – ein Frauenmanteltee zur Zyklusregulierung.

Eine regulierende Wirkung auf den Zyklusverlauf soll außerdem Mönchspfeffer haben, der gerade bei einer Gelbkörperschwäche empfohlen wird.7 Die Pflanze ist auch unter dem Namen Keuschlamm bzw. Vitex agnus castus bekannt. Sie soll die Produktion des Hormons Progesteron anregen und das Zyklusgeschehen natürlich regulieren. Es wird empfohlen, Mönchspfeffer nicht als Tee, sondern in Form von Tabletten einzunehmen, da die Wirkstoffe überwiegend fettlöslich sind. Die Wirkung der Heilpflanze tritt allerdings erst nach 3 bis 6 Monaten ein.

Die Traubensilberkerze, auch Frauenwurzel genannt, soll die Östrogen- und Progesteronbildung anregen und vor allem gegen besonders kurze Zykluslängen wirken. Auch hier wird die Verwendung qualitativ hochwertiger Fertigpräparate empfohlen, und erst nach einigen Monaten können erste positive Resultate verzeichnet werden.4 Ein altbewährtes Mittel in der Frauenheilkunde ist außerdem die Yamswurzel, welche als Lieferant für natürliches Progesteron zählt und sich positiv auf den Hormonhaushalt auswirken soll.5

Ärztliche Untersuchungen

Im Zweifelsfall solltest Du Dich von Deinem Arzt untersuchen lassen, wenn die Symptome dafürsprechen, dass hormonelle Ursachen vorliegen könnten. Gerade wenn Du schwanger werden möchtest und die Geburt eines Babys herbeisehnst, empfiehlt es sich, nicht zu lange mit dem Arztbesuch zu warten. Zur Feststellung möglicher Hormonstörungen können von Deinem Arzt sogenannte endokrinologische Untersuchungen durchgeführt werden. Dabei werden alle an der Hormonproduktion beteiligten Systeme, wie Hypothalamus, Hirnanhangdrüse, Eierstöcke, Schilddrüse und Nebennieren überprüft. Auf dem Prüfstand stehen dabei u. a. folgende Hormone: Östradiol, Schilddrüsenhormone, Prolaktin, Androgene, LH, FSH, Progesteron. Es wird untersucht, ob die Hormonproduktion und das Zusammenspiel dieser Hormone im Monatszyklus funktioniert. Hat Dein Arzt hormonbedingte Gründe gefunden, so wird er diese therapieren.

Erfahrungsbericht über Zyklusunregelmäßigkeiten

Bloggerin Sanara Brooks hatte ebenfalls jahrelang mit einer schwankenden Periode zu tun. Nachdem ihr der Frauenarzt zur Antibabypille riet, hatte sie das erst einmal nicht hinterfragt, obwohl sie sich nie richtig wohl damit fühlte:

“Bei manchen Frauen ist der Menstruationszyklus so verlässlich wie ein Uhrwerk. Tatsächlich habe ich eine Freundin, bei der geht das Schlag auf Schlag, jeden Monat gleich – zumindest sagt sie das so. Auch bei Frauen, welche die Antibabypille nehmen, ist der Rhythmus stur auf 28 Tage festgelegt. Man gewinnt den Eindruck, nichts anderes sei normal! Sehr schön, wenn der Menstruationszyklus regelmäßig verläuft und man sich auf die Vorgänge im Körper verlassen kann. Bei mir war das noch nie der Fall!

Tatsächlich wurde mir bereits als Jugendliche vom Frauenarzt selbstsicher verkündet, dass ich Unregelmäßigkeiten hätte. Obwohl ich bei Arztbesuchen noch nie auf den Mund gefallen war, hinterfragte ich diese Diagnose nicht! So kam es, dass ich meine natürlichen Körpervorgänge mit der „Pille“ schlafen legte – und das, obwohl ich eigentlich gar keine Hormone nehmen wollte. Wenn ich heute darüber nachdenke, so war dies eindeutig eine falsche Entscheidung – für mich persönlich. Meine Unregelmäßigkeiten des Eisprungs wurden nicht behandelt, sondern lediglich mit der Hormonen übergangen. Wäre es nicht viel sinnvoller, die Ursachen von Zyklusstörungen vor einer Hormontherapie erst einmal zu ergründen?

Jahre später setzte ich die „Pille“ aus gesundheitlichen Gründen ab. Meine Erwartungshaltung an einen regelmäßigen Monatszyklus war zugegebenermaßen sehr pessimistisch. Anders als gedacht verliefen meine Zyklen eine ganze Weile recht zuverlässig. Doch irgendwann häuften sich anovulatorische (eisprungfreie) Intervalle und prämenstruelle Beschwerden wie Unterleibsschmerzen. Ich fasste den Entschluss, den Ursachen auf den Grund zu gehen und herausfinden, was sich in meinem Leben geändert hatte, weswegen mein Zyklusgeschehen plötzlich nicht mehr wie gewohnt funktionierte. Leider endeten alle meine Bemühungen und Erklärungen bei Ärzten immer in etwa so: „Da kann man ohne Hormone nichts machen.“ „Nein, Zyklustees helfen da nicht.“ „Das ist bei Ihnen eben normal.“

Ich bin da durchaus anderer Meinung! Es spricht nichts dagegen, auch mal natürliche Mittel anzuwenden, wenn die Frau das so möchte. Manche Frauenärzte sind zusätzlich auf dem Gebiet der Naturheilkunde spezialisiert und solchen Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen. Manchmal findet sich ganz überraschend eine individuelle Lösung. Ist dies nicht der Fall, sollte man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Gegebenenfalls ist es hilfreich, sich eine zweite Meinung einzuholen. Mediziner sind auch nur Menschen. Und der menschliche Körper ist nun mal kompliziert. Außerdem sollte man das Problem nicht ausschließlich auf die zyklischen Hormonvorgänge fokussieren, sondern den Körper als Ganzes betrachten. Allzu schnell findet man sich ansonsten in einer Sackgasse wieder!

Ich persönlich habe lange Zeit mit der Suche nach den Gründen meiner Zyklusstörungen verbracht. Mittlerweile weiß ich, dass eine versteckte Schilddrüsenunterfunktion, ausgelöst durch einen Eisenmangel, die Ursache für meine Zyklusstörungen war. In jungen Jahren wurden diese Schwankungen verstärkt durch eine Blutspende – wie soll man so was auch ahnen? Jahre später kehrten die Unregelmäßigkeiten durch die zu starken Regelblutungen – ausgelöst durch eine Kupferspirale – zurück. Zu diesem Zeitpunkt erkannte ich Problem und Lösung. Seither erfreue ich mich an der neu gewonnenen Regelmäßigkeit in meinem Monatszyklus – endlich! Die Erkenntnis kam spät, ja, aber es hat sich gelohnt!

(Rechtlicher Hinweis: Zyklusstörungen sind vielfältiger Natur und mein persönliches Beispiel kann nicht als Grundlage für eigene Beschwerden dienen und ersetzt somit keinen Arztbesuch!)”

Sanara Brooks teilt ihre Erfahrungen zu Zyklusunregelmäßigkeiten und NFP.

Erfahrungen von Sanara Brooks

Quellen:
1 Malteser Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.
2 Raith-Paula, E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Heidelberg 2013.
3 Gnoth, C. et al.: Cycle characteristics after discontinuation of oral contraceptives. Gynecol Endocrinol Vol. 16 (4): 307-17. 2002.
4 Struck, D.: Verhüten ohne Hormone. 1. Auflage. Wiggensbach 2015.
5 Madejsky, M.: Lexikon der Frauenkräuter. 5. Auflage. Baden und München 2008.
6 Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007.
7 Bergmann, J. S.: Die Wirksamkeit des Komplexmittels Phyto Hypophyson L bei weiblicher, hormonell bedingter Sterilität – Eine randomisierte Doppelblindstudie. heiDOK. 2001.

* cyclotest myWay ist geeignet für Zykluslängen bis 45 Tage oder wenn Deine 1. Zyklusphase (Zeitraum zwischen dem 1. Tag der Menstruation bis zum Eisprung) nicht kürzer ist als 11 Tage.