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Hashimoto-Thyreoiditis ist eine der Schilddrüsenerkrankungen

Hashimoto erkennen und Beschwerden mildern

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunkrankheit, bei der ein fehlgeleitetes Immunsystem das eigene Schilddrüsengewebe angreift und zerstört. Dadurch kommt es zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. Es ist also keine Erkrankung der Schilddrüse, sondern eine des Immunsystems. Die Schilddrüsenentzündung führt aber letztendlich dazu, dass die Schilddrüse nicht mehr richtig funktionieren kann.
Hashimoto - Was ist die Ursache?T

Diagnose Hashimoto – klingt erst einmal komisch. Die autoimmune Schilddrüsenentzündung mit dem komplizierten Namen, die mittlerweile ca. 8 Millionen Menschen in Deutschland betrifft, gibt es aber tatsächlich. Worum es sich bei Hashimoto-Thyreoiditis – so heißt die autoimmune Schilddrüsenentzündung mit komplettem Namen – genau handelt und wie es sich damit leben lässt, erkläre ich Dir im Beitrag. Ich selbst bin nämlich an Hashimoto erkrankt und möchte Dir einen ganz persönlichen Einblick in mein Leben mit der Krankheit gewähren.

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Immer öfter hört man von der Schilddrüsenentzündung Hashimoto. Die Zahl der Betroffenen steigt immer weiter und die Dunkelziffer ist wahrscheinlich unglaublich hoch. Es gibt unzählige Menschen, denen es nicht gut geht, die aber nicht wissen, dass auch sie an Hashimoto erkrankt sind. Denn Hashimoto-Thyreoiditis hat viele Gesichter und ihre Auswirkungen können so individuell und unterschiedlich sein, dass die richtige Diagnose oftmals ausbleibt. Die Frage bei vielen bleibt also: Was ist Hashimoto-Thyreoiditis genau und wie erkenne ich die Autoimmunerkrankung?

Der Zusatz Thyreoiditis (auch Thyroiditis) bezeichnet die Erkrankung schon genauer, denn Thyreoiditis bzw. Thyroiditis ist der Fachbegriff für Schilddrüsenentzündung. Durch die Zerstörung des Gewebes der Schilddrüsen kommt es bei den meisten Betroffenen am Anfang der Erkrankung der Schilddrüse zu einer Schilddrüsenüberfunktion, ungünstigenfalls bis zu einer Hashitoxikose. Es werden zu viele Schilddrüsenhormone produziert.

Diese geht dann allerdings in eine Unterfunktion (Hypothyreose) über, also einem Mangel an Schilddrüsenhormonen. Die Schilddrüse wird von dem körpereigenen Immunsystem angegriffen und Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe produziert. Deshalb spricht man bei Hashimoto-Thyreoiditis auch von einer Autoimmunerkrankung. Die Schilddrüsenzellen werden nach und nach zerstört, wobei ihre Funktion nachlässt und eine Schilddrüsenunterfunktion entsteht. An dieser Schilddrüsenunterfunktion leiden die Erkrankten dann langfristig. Die Schilddrüse produziert dann zu wenig Hormone, daher auch “Unterfunktion”.

Hashimoto gilt leider als nicht heilbar, dafür aber als gut behandelbar. Ihren Namen verdankt sie übrigens dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto (1881–1934). Der beschrieb die Krankheit im Jahr 1912 als Erster. An Hashimoto-Thyreoiditis leiden deutlich mehr Frauen als Männer.

Ursachen von Hashimoto-Thyreoiditis

Leider konnte man bisher die Ursachen von Hashimoto nicht eindeutig feststellen. Allerdings werden verschiedene Auslöser für die anhaltende Entzündung der Schilddrüse in Betracht gezogen. Zum einen sind sich die Wissenschaftler ziemlich sicher, dass es eine genetische Veranlagung für Hashimoto gibt, welche über mehrere Generationen vererbt werden kann. Als ein weiterer möglicher Auslöser der Schilddrüsenerkrankung gilt die übermäßige Jodzufuhr durch unser Essen aufgrund Jodmangelprophylaxe, die in Deutschland und auch anderen Ländern durchgeführt wurde, um einen Mangel an Jod zu bekämpfen.

Außerdem werden noch weitere Faktoren wegen ihrer Auswirkungen auf das Immunsystem als Auslöser von Hashimoto-Thyreoiditis benannt:

  • Phasen der Hormonumstellung wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • Enormer Stress
  • Starke seelische Belastung
  • Schwer verlaufende Viruserkrankungen wie Pfeiffer-Drüsenfieber oder Gürtelrose
  • Fehlfunktion der Nebennierenrinde
  • Chronische Infektionen
  • Umweltgifte
  • Schlechte Ernährung; zu viel Gluten
  • Rauchen
  • Schwere Erkrankungen wie Krebs oder Herzinfarkt
  • Mangel an bestimmten Nährstoffen wie Vitamin D, Selen, Zink, Folsäure, Eisen oder Omega-3-Fettsäuren
Hinweis der cyclotest Redaktion:
Auch das PCO-Syndrom kann Ursache für Hashimoto sein. Bei Patientinnen mit einem PCO-Syndrom (PCOS) kann es in ca. 30-40 % der Fälle zu einer begleitenden Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis) kommen. Bei einer Erkrankung an Hashimoto-Thyreoiditis liegen oftmals auch erhöhte Werte von TPO-Antikörpern vor. TPO-Antikörper allein sind jedoch noch kein ausreichender Hinweis auf diese Erkrankung der Schilddrüse, da beispielsweise bei Morbus Basedow auch höhere TPO-Antikörper-Zahlen vorliegen. Klarheit bringt ein Arztbesuch – hier werden folgende Hormonwerte untersucht:

  • TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon)
  • T3 (Trijodthyronin) bzw. freies T3
  • T4 (Levothyroxin, auch L-Thyroxin oder Tetrajodthyronin) bzw. freies T4

Hashimoto-Symptome

Bei Hashimoto-Thyreoiditis gibt es ganz viele verschiedene Symptome, die man haben kann. Sie sind sehr individuell und fallen ganz unterschiedlich aus. Manche Betroffenen haben mit vielen und starken Symptomen zu kämpfen, andere spüren fast nichts von der Entzündung der Schilddrüse. Meistens kommt es bei Hashimoto-Patienten allerdings zuerst zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Das heißt, hier treten erst einmal die Symptome einer Überfunktion der Schilddrüse auf. Das sind folgende:

  • Herzrasen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Nervosität
  • Unruhe
  • Schwitzen
  • Reizbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Angstzustände; Panikattacken
  • Zittern der Hände
  • Gewichtsverlust
  • Zyklusstörungen bei Frauen

In diesen Fällen geht die Überfunktion der Schilddrüse anschließend in eine Schilddrüsenunterfunktion über. Das heißt, langfristig kämpfen die Betroffenen dann mit Symptomen einer Unterfunktion der Schilddrüse. Die Symptome bei Schilddrüsenunterfunktion sehen wie folgt aus:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Antriebslosigkeit
  • Depressionen
  • Angstzustände
  • Kälteempfindlichkeit
  • Haarausfall
  • Trockene Haut
  • Brüchige Nägel
  • Trockene Schleimhäute
  • Schwindel
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Herzstolpern
  • Verstopfungen
  • Blähungen
  • Übelkeit
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Augenerkrankungen
  • Hoher Blutdruck
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Blutarmut
  • Zyklusstörungen bei Frauen
  • Verminderte Libido
  • Wachstumsstörungen
  • Gewichtszunahme
  • Ödeme
  • Nesselsucht

Die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion sind also sehr umfangreich und vielfältig. Manche Hashimoto-Patienten leiden selbst dann noch unter einigen Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion, wenn sie bereits in Therapie und mit den Tabletten gut eingestellt sind. Hier gilt es dann, die eigene Lebensweise anzugehen und gegebenenfalls zu ändern.

Hinweis der cyclotest Redaktion:
Bei vielen Zöliakie-Patienten liegt gleichzeitig auch überdurchschnittlich häufig (3–10 %) Hashimoto vor. Daher sollten Personen mit Zöliakie sich auch auf Hashimoto bzw. Morbus Basedow untersuchen lassen und umgekehrt Betroffene einer der beiden Krankheiten auf Zöliakie.

Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis

Meine Geschichte mit Hashimoto begann, als ich 2009 mit 19 Jahren von zuhause wegging, um mit meinem Freund nach Berlin zu ziehen. Schnell konnte ich meine eigentlichen Zukunfts- und Job-Pläne nicht realisieren. Ich hatte keine Aufgabe, kannte niemanden in dieser großen Stadt und hatte zudem starkes Heimweh. All das führte bei mir zu einer extremen seelischen Belastung, mir ging es sehr schlecht. Wie ich im Nachhinein erfuhr, hatte ich genau zu dieser Zeit auch noch das Pfeiffer-Drüsenfieber. Das gab mir wohl noch den Rest.

Meine Diagnose: Hashimoto-Syndrom

Jedenfalls krachte die Krankheit dann mit einem Mal richtig auf mich ein. Hashimoto kam bei mir sehr schnell und heftig. Ich hatte plötzlich schlimme Panikattacken. Jeden Abend vor dem Schlafengehen bekam ich einen ganz komischen Schwindel, extremes Herzrasen und ich hatte einfach nur Panik. Ich habe total hyperventiliert und wusste nicht einmal wirklich, warum. Ich entwickelte plötzlich Sympotome wie Ängste und einen Kontrollzwang. Die lockere Person, die früher ohne gesundheitliche Probleme und jegliche Sorgen durchs Leben ging, war ich nicht mehr.

Ich ging dann irgendwann zum Arzt und hatte das Glück, dass bei mir relativ schnell Hashimoto-Thyreoiditis festgestellt wurde. Ich war zuerst in einer heftigen Schilddrüsenüberfunktion, die dann in eine Unterfunktion überging. Nach verschiedenen Untersuchungen bekam ich dann die Hormontabletten für das Schilddrüsen-Levothyroxin verschrieben. Zu Anfang musste ich eine sehr hohe Dosis einnehmen. Später konnte ich dann ein wenig runtergehen. Die Hormondosis in der Schilddrüsenunterfunktion hat bei mir letztendlich zwei Jahre gedauert.

So lebe ich mit Hashimoto heute

Heute komme ich mit meiner Erkrankung der Schilddrüse ganz gut klar. Ich muss jeden Morgen eine Hormontablette nehmen und habe mich daran gewöhnt. Leider konnten mit dieser Therapie nicht alle Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis bzw. der Schilddrüsenunterfunktion bekämpft werden. Oftmals habe ich noch mit Antriebs- und Motivationslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Kälteempfindlichkeit sowie trockener Haut und trockenen Schleimhäuten zu kämpfen.

Es gibt sehr viele gute Tage, aber eben auch einige schlechte. Ab und zu treten auch noch Schübe auf. Doch ich versuche, mich von den schlechten Tagen und den Schüben nicht herunterziehen zu lassen. Um aber auch die noch vorhandenen Symptome anzugehen und die Schübe möglichst nicht aufkommen zu lassen, habe ich vor einiger Zeit begonnen, die Krankheit der Schilddrüsenunterfunktion ganzheitlich zu betrachten und somit auch die Therapie von Hashimoto-Thyreoiditis ganzheitlich anzugehen. Das heißt, ich ändere momentan meine Lebensweise und bin auf einem sehr guten Weg. Ich lebe so gesund wie möglich, gönne mir aber auch ab und an Ausnahmen.

Meine Tipps, um mit Hashimoto besser zu leben

Ich versuche, Hashimoto „einfach“ nicht ganz so schlimm zu sehen. Das ist zwar nicht immer leicht, aber man muss sich eben ins Gedächtnis rufen, dass die Krankheit der Schilddrüse nicht tödlich ist und es weitaus Schlimmeres gibt. Des Weiteren habe ich einige Faktoren, auf die ich achte, um Hashimoto im Zaum zu halten und besser damit zurechtzukommen.

  • Ich achte auf eine gesunde Ernährung, kaufe fast ausschließlich unverarbeitete regionale und biologische Lebensmittel, die ich dann selbst zubereite. Selbst kochen ist das A und O! Denn nur dann weiß ich wirklich, was ich zu mir nehme. Außerdem versuche ich eben, nicht zu viel Zucker zu mir zu nehmen und auf Gluten sowie auf Milchprodukte, so oft es geht, zu verzichten. Dazu trinke ich sehr viel Wasser.
  • Ich bewege mich regelmäßig. Sport gehört definitiv in meinen Wochenplan. Allerdings nicht mehr so heftig und ausdauernd wie früher.
  • Ich versuche mind. 8 Stunden zu schlafen. Einen konstanten Schlafrhythmus einzuhalten gelingt mir leider noch nicht so richtig. Das wirkt sich oftmals negativ auf mein Wohlbefinden aus. Aber ich bleibe am Ball und versuche es weiterhin!
  • Ich vermeide Stress und habe meine gesamte Lebenseinstellung geändert. In meinem Fall ist das, wie ich oft spüre, das Wichtigste. Ich versuche relaxter zu sein, positiver zu sein und mir nicht immer so viele Gedanken und Sorgen zu machen, sondern mehr zu leben und entspannter in die Zukunft zu blicken. Damit geht es mir wirklich um einiges besser.
  • Ich nehme mir eine Auszeit, wenn ich sie brauche. Es ist so wichtig, sich mal einen kurzen Schlaf oder eine Pause zu gönnen, in der man einfach das tut, was einem Spaß macht oder was einen entspannt. Dein Körper wird es dir danken.
  • Ich habe mir eine Ärztin gesucht, die Hashimoto mit mir ganzheitlich betrachtet und die mit mir auf einer Ebene kommuniziert. Sie geht auf mich und meine Gedanken ein. Die Behandlung wird also nach meinen individuellen Bedürfnissen durchgeführt. Meine Ärztin hört mir zu und ist nicht nur dafür da, um mich mit neuen Tabletten zu versorgen.
    Ich finde es sehr wichtig, dass man hier den richtigen Ansprechpartner an seiner Seite hat. Hast du keinen Arzt, der richtig auf dich eingeht und dich auch anhört, solltest du diesen besser wechseln. Zudem kann es auch hilfreich sein, sich zusätzlich einen Heilpraktiker zu suchen. Der hat meist mehr Zeit, um auf dich einzugehen und kann dich – zusätzlich zu einem Arzt! – gut unterstützen.
  • Ich nehme bestimmte Nahrungsergänzungsmittel ein. Seit Beginn meiner Therapie nehme ich Zink und Selen zu mir. Seit kurzem führe ich auch Magnesium und Vitamin B12 zu. Ob und welche Nahrungsergänzungsmittel du brauchst, musst du zuerst mit deinem Arzt mithilfe eines Blutbildes herausfinden.

Insgesamt kann ich sehr gut mit Hashimoto leben, vor allem, wenn ich auf diese Dinge Acht gebe. Ich habe keinerlei Einschränkungen durch Hashimoto-Thyreoiditis und kann genauso gut wie gesunde Menschen leben. Natürlich auch unter der Voraussetzung einer richtigen Tabletteneinstellung.

Hashimoto und Kinderwunsch

Ich kann dich beruhigen, auch eine Schwangerschaft ist bei Hashimoto-Thyreoiditis gut möglich. Auch wenn ich selbst noch kein Kind habe, habe ich mich darüber bereits informiert. Hashimoto-Patienten mit Kinderwunsch müssen vielleicht ein wenig mehr auf sich Acht geben und einige Faktoren beachten, es ist aber für sie durchaus möglich, eine natürliche Befruchtung und eine gesunde Schwangerschaft sowie Geburt zu erleben.

Zuerst ist es einfach nur wichtig, mit den Hormontabletten optimal eingestellt zu sein. Wende dich bei Kinderwunsch deshalb am besten direkt an deinen Arzt, damit er dich begleiten kann. Es gibt bei Hashimoto-Patienten drei wichtige Werte im Blut, die hier beachtet werden: Der sogenannte TSH-Wert sowie fT3 und fT4. Um eine Befruchtung zu erreichen, sollte der TSH-Wert zwischen 0,3 und 1,0 und die anderen beiden Werte im oberen Normbereich liegen. Der Bedarf an Schilddrüsenhormonen wird sich wahrscheinlich zu Beginn der Schwangerschaft ändern und auch währenddessen und danach kann es zu Änderungen kommen. Das wird dann alles durch regelmäßige Kontrollen beim Arzt u. a. der TSH-Werte und dann eben durch die Tabletten angepasst.

Es gibt auch Frauen mit Hashimoto, die mit nicht ganz so optimalen Werten der Schilddrüsenhormone ohne künstliche Befruchtung schwanger werden können. Allerdings ist auch hier eine regelmäßige Kontrolle und jeweilige Anpassung der Tablettendosis notwendig.

Tipp der cyclotest Redaktion:
Wenn Du von Hashimoto betroffen bist und einen Kinderwunsch hast, solltest Du auf Deine Ernährung und insbesondere auf Deine Versorgung mit Jod achten. Im Gegensatz zur Kropfbildung, die schon seit der Antike bekannt ist, ist hier nämlich eine übermäßige Zufuhr von Jod als eine der Ursachen in der Diskussion.1 Auf jeden Fall solltest Du Dir Rat bei Deinem Arzt oder Endokrinologen holen.

Wie verhüte ich mit Hashimoto?

Verhütung ist ein wichtiges Thema, das natürlich auch im Zusammenhang mit der Autoimmunkrankheit Hashimoto-Thyreoiditis zu betrachten ist. Vorab kann ich schon einmal sagen, dass ein sicherer Empfängnisschutz bei Hashimoto möglich ist. Man muss hier eben nur schauen, was für einen persönlich am besten ist.

Ich selbst habe jahrelang mit der Antibabypille Leios verhütet und hatte in Betracht auf meine Krankheit keinerlei Probleme damit. Die Pille vertrug sich bei mir mit dem L-Thyroxin gut und keines der beiden Medikamente wurde vom anderen gestört. Dennoch habe auch ich irgendwann mitbekommen, dass sie an sich nicht gut für meinen Körper ist und schon gar nicht, da ich Hashimoto-Thyreoiditis habe.

Vor allem für Hashimoto-Betroffene ist eine Antibabypille als Verhütungsmethode nicht wirklich zu empfehlen. Auch wenn viele Hashimoto-Patienten sie vertragen, hat sie einige negative Auswirkungen:

  • Sie steigert den Tetrajodthyronin durch eine verursachte Östrogendominanz.
  • Sie raubt die körpereigenen Vorräte an wichtigen Stoffen wie Folsäure, Vitamin B12 und B6, Selen und Zink, welche für eine einwandfreie Schilddrüsenfunktion notwendig sind.
  • Sie kann zu einem immunologischen Ungleichgewicht führen, wodurch Autoimmunerkrankungen erst ausgelöst oder aufrechterhalten werden können.

Für Hashimoto-Patienten ist es demnach besser, auf hormonfreie Verhütungsmethoden zurückzugreifen. Ich selbst setzte die Pille vor einigen Monaten ab und wechselte zur natürlichen Verhütung. Folgende Möglichkeiten bei Hashimoto-Thyreoiditis gibt es für dich:

  • cyclotest myWay
  • Kondom
  • Kupferkette
  • Kupferspirale
  • Kupferball
  • Goldspirale

Hashimoto-Behandlung

Hashimoto ist zwar nicht heilbar, aber es lässt sich meistens gut in den Griff bekommen. Maike schildert, wie sie mit Hashimoto-Thyreoiditis gut klarkommt und was zu beachten ist, um die Beeinflussungen möglichst gering zu halten. Entscheidend ist anfangs die korrekte Diagnose und später auch der eigene Lebenswandel.

Therapie bei Hashimoto

Hashimoto-Patienten müssen oft lebenslang Hormontabletten einnehmen, meist zur Erhöhung der Anzahl der Schilddrüsenhormone. Davon gibt es einige verschiedene Präparate. Das gängigste ist wohl das sogenannte L-Thyroxin-Hormon. Regelmäßige Arztbesuche sind ebenfalls ein Muss. Da sich die zu beobachtenden Hormonspiegel und Werte ändern können, müssen Betroffene zur regelmäßigen Blutabnahme. Je nach Werte der Schilddrüsenhormone wird die Dosis der Hormontabletten dann angepasst.

Zudem sollte die Schilddrüse auch einmal im Jahr mithilfe einer Ultraschalluntersuchung überprüft werden. Es kommt auch vor, dass Patienten mit Hashimoto keine Hormontabletten einnehmen müssen, wenn es die Werte der Schilddrüsenhormone zulassen. Das ist allerdings in seltenen Fällen so.

Viel wichtiger ist es aber, die Schilddrüsenerkrankung ganzheitlich anzusehen und zu behandeln. Es handelt sich schließlich bei Hashimoto-Thyreoiditis um eine Autoimmunerkrankung und mit den Hormontabletten wird nur die Schilddrüse behandelt, nicht aber die eigentliche Krankheit. Es gilt, sich die eigene Lebensweise anzuschauen und diese zu ändern. Denn nur mit einer gesunden Lebensform kann eine Autoimmunkrankheit behandelt bzw. gelindert werden. Folgende Faktoren sind hier zu beachten:

  • Gesunde Ernährung
  • Entzündungsfördernde Nahrungsmittel vermeiden und entzündungshemmende Nahrungsmittel  essen
  • Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen, vermeiden (zuckerhaltige Produkte, Weißmehlprodukte, stärkehaltige Nahrungsmittel)
  • Gifte vermeiden (industriell gefertigte und pestizidhaltige Lebensmittel)
  • Gluten möglichst vermeiden
  • Antioxidantien aufnehmen
  • Genügend trinken

Als sehr verträglich für Hashimoto-Patienten hat sich die Paleo-Ernährung erwiesen. Eine extremere Form davon ist eine Diät namens AIP (Autoimmunprotokoll). Die ist besonders für Autoimmunerkrankte empfehlenswert.

  • Ausreichend guter Schlaf (ca. 8–9 Stunden) und konstanter Schlafrhythmus
  • Übermäßigen Stress vermeiden
  • Regelmäßige moderate Bewegung
  • Eventuell Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln

Probleme bei der Hashimoto-Behandlung

Die Behandlung bei Hashimoto-Thyreoiditis läuft leider nicht immer reibungsfrei. Hashimoto ist eine komplizierte und sehr komplexe Krankheit. Oftmals bekommen Betroffene zuerst viele Fehldiagnosen – oder keine –, bevor Hashimoto bei ihnen entdeckt wird. Sie rennen von Doktor zu Doktor und kommen häufig an den Rand der Verzweiflung. Viele erzählen davon, von den Ärzten nicht richtig ernst genommen und als psychisch krank bezeichnet zu werden. Das ist für Betroffene natürlich sehr belastend, vor allem, wenn das über Jahre hinweg geht.

Wird vom Arzt direkt erkannt, dass es sich um Hashimoto handelt, kann es leider trotzdem lange Zeit dauern, bis man mit den Hormontabletten richtig eingestellt ist. Meist dauert es einige Monate. Viele Patienten berichten aber von einigen Jahren, die es brauchte, die richtige Dosis zu finden. Schließlich können sich die Hormonspiegel und Werte der Schilddrüsenhormone durch Schübe, vor allem zu Beginn der Schilddrüsenerkrankung, hin und wieder verändern. Ist man letztendlich dann aber richtig eingestellt, kann man sicher sein, dass Hashimoto keinerlei Einfluss auf die Lebensdauer sowie die -qualität nimmt.

Ein großes Problem bei der Therapie von Hashimoto-Thyreoiditis ist weiterhin auch die Tatsache, dass viele Ärzte sich lediglich auf die Laborwerte hinsichtlich der Schilddrüse konzentrieren und dabei das Wohlbefinden des Patienten sowie auch die ganzheitliche Betrachtung außer Acht lassen. Doch genau diese beiden Faktoren sind bei der Hashimoto-Therapie so wichtig. Das ist auch etwas, was ich für mich herausgefunden habe. Und genau davon möchte ich dir nun erzählen.

Ich sehe das Leben mit Hashimoto also nicht schlechter als ohne. Na klar, es ist manchmal lästig, immer an die Tabletten denken zu müssen, vor allem auf Reisen, aber es gibt doch wirklich Schlimmeres. Durch die Krankheit hat man oftmals einen besseren Blick auf sich selbst, man weiß ganz genau, was einem guttut und was nicht und wie man mit sich und seinem Körper am besten umgeht. Und das ist wirklich viel wert! Man kann auch mit Hashimoto-Thyreoiditis das Leben in vollen Zügen genießen – mit allem, was es so mit sich bringt. Das kann ich definitiv bestätigen!

Für spezielle Erkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis braucht es spezielle Erfahrung – und die hat in diesem Fall die Bloggerin Maike Sauer. Sie hat hier für uns einen Gastbeitrag über ihre Erkrankung der Schilddrüse geschrieben.

Quelle:
1 Evert Cornelis van Leersum: Contribution to the history of the simple enlargement of the thyroid gland. In: Janus. 29, 1925, S. 282–289.


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Kommentare


Simone Neels 26. Juli 2018 um 8:48

Hallo,
bei mir wurde leider auch durch Zufall im Rahmen einer Kur mein Hashimoto quasi “entdeckt” und festgestellt. Ich war mehr als erschrocken über diese Diagnose aber jetzt konnte ich mir auch vieles erklären:
Reizbarkeit, Gewichtszunahme, Müde, und noch vieles mehr.
Aber ich wollte mich mit dieser Diagnose nicht abfinden und habe mich deshalb entschlossen, mich meiner Krankheit zu stellen und bin Heilpraktikerin geworden.
Ich habe jetzt eine eigene Praxis und kann aufgrund eigener Erfahrungen vielen Menschen mit der gleichen Diagnose wesentlich besser und effizienter helfen als evtl. mancher Arzt.

Denn ich musste leider lernen, dass viele Ärzte nur “Pharmareferenten” sind, aber von der eigentlichen Krankheit kaum oder nur wenig echte Ahnung haben.

Viele liebe Grüße

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