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Die Temperaturkurve bei Gelbkörperschwäche mit einer verkürzten zweiten Zyklushälfte.

Gelbkörperschwäche – Symptome, Ursachen und Behandlung

Eine Gelbkörperschwäche kann mögliche Ursache sein, wenn es mit dem Schwanger werden nicht klappt. Man spricht hier auch von einer hormonell bedingten Unfruchtbarkeit, da das Gelbkörperhormon (Progesteron) nicht ausreichend gebildet wird. Die Folgen sind aufgrund geringerer Nährstoffe in der Gebärmutterschleimhaut entweder ein Ausbleiben der Einnistung oder eine Einnistung unter schlechten hormonellen Bedingungen, die zu einem frühen Abort führen kann. Da das Gelbkörperhormon nach dem Eisprung für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich ist, kann eine Gelbkörperschwäche Ursache dafür sein, dass der Kinderwunsch bislang unerfüllt geblieben ist.1 Einen umfassenden Überblick über Ursachen, Symptome, Folgen und Handlungsmöglichkeiten bietet dieser Beitrag.

Was ist eine Gelbkörperschwäche?

Nach dem Eisprung wird der sogenannte Gelbkörper in einem der beiden Eierstöcke der Frau gebildet. Er heißt so, weil sein Gewebe tatsächlich gelb ist. Seine Aufgabe ist es, das Gelbkörperhormon (Progesteron) zu produzieren. Dieses gehört zu den wichtigsten Sexualhormonen einer Frau. Produzieren die Eierstöcke zu wenig Progesteron, wird der Gelbkörper also nur unzureichend ausgebildet, so spricht man von einer Gelbkörperschwäche, Lutealinsuffizienz oder Corpus-Luteum-Insuffizienz.2 Welche weiteren Hormone im Zyklus der Frau eine Rolle spielen und wie sich diese im Zyklusverlauf ändern, haben wir anschaulich in unserem Ratgeber-Bereich zusammengestellt. Dort findest Du alles zu den Wirkweisen der verschiedenen Hormone und der Körpertemperatur im weiblichen Zyklus.

Was sind Symptome der Gelbkörperschwäche?

Ein unregelmäßiger Zyklus kann die Folge einer Gelbkörperschwäche sein. Dabei kann meist eine verkürzte zweite Zyklushälfte – damit gemeint ist die Phase nach der Ovulation – bei regelmäßig stattfindendem Eisprung festgestellt werden. Die verkürzte zweite Zyklushälfte weist dabei weniger als 8 bis 10 erhöhte Temperaturwerte auf.1  Auch der Blutspiegel des Gelbkörperhormons kann Hinweis auf eine etwaige Gelbkörperschwäche liefern, wenn dieser in der zweiten Zyklushälfte zu niedrig ausfällt.3

Das obige Beitragsbild zeigt einen 26-Tage-Zyklus mit einer verkürzten Phase nach dem Eisprung. Der Eisprungtermin wurde hier mittels Messung der Aufwachtemperatur ermittelt. Die zweite Zyklushälfte startet mit dem ersten vergleichsweise erhöhten Temperaturwert an Tag 19. Diese so genannte Hochlage hält in diesem Beispiel bis zum Ende des Zyklus an Tag 26 an.

Wie dieses Beispiel zeigt, können durch das Messen der Körpertemperatur interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Da die Temperatur am Morgen noch vor jeglicher Aktivität gemessen wird, spricht man in diesem Zusammenhang von Basaltemperatur. Wie bereits geschildert steigt diese nach dem Eisprung normalerweise an und verharrt bis zur nächsten Regelblutung auf diesem erhöhten Niveau. Wichtig ist, dass wir hier nur von wenigen Zehntelgrad Unterschied sprechen, die diese Hochlage ausmachen.

Wenn sich dieser Anstieg hin zur Hochlage eher „treppenartig“ vollzieht, es also erst nach und nach zum Anstieg kommt, kann dies ebenfalls Indikator für eine mögliche Lutealinsuffizienz sein.4  Auch Zwischenblutungen in der zweiten Zyklushälfte gelten als Symptome für eine Lutealinsuffizienz.1

Weitere Indizien können vorangegangene Fehlgeburten sein, aber auch ganz allgemeine Symptome. Darunter fallen Muskel- und Gelenkschmerzen, Myome in der Gebärmutter, Zysten oder eine Blasenschwäche sowie Symptome, die unter der Bezeichnung Prämenstruelles Syndrom (PMS) zusammengefasst werden. Auf diesen Zusammenhang wird später eingegangen.2

Was sind die Ursachen?

Die Gründe für eine Gelbkörperstörung mit einer Temperaturhochlage von weniger als 10 Tagen sind vielfältig. Vorangegangene Infektionen können die Eierstöcke selbst geschädigt haben. Weitere Ursachen können Funktionsstörungen der Nebenniere, der Schilddrüse und der Bauchspeicheldrüse (Diabetes) sein, die sich negativ auf die Gelbkörper-Produktion der Eierstöcke auswirken können. Weiterhin können die Gründe auch im Darm angesiedelt sein, wo durch Vitamin- und Mineralstoffverlust bedingte chronische Reizzustände zu einer reduzierten Eierstockfunktion führen können. Auch gilt die Ovarialinsuffizienz als mögliche Ursache, bei der die Hirnanhangdrüse die Hormone FSH und LH unzureichend ausschüttet, wodurch die Eierstöcke zu wenig stimuliert werden. Schließlich können sich auch Umweltbelastungen negativ auf die Tätigkeit der Eierstöcke auswirken.

Was sind die Folgen einer Gelbkörperschwäche?

Progesteron ist entscheidend für ein erfolgreiches Schwanger werden. Wird dieses Hormon nicht ausreichend produziert, können sich Probleme bei der Einnistung des Embryos und darauffolgend beim Aufrechterhalten einer Schwangerschaft ergeben. Darüber hinaus versorgt das Gelbkörperhormon die Gebärmutterschleimhaut mit Nährstoffen, damit das Ei heranreifen kann. Schließlich kann es zu einem frühen Abbruch der Schwangerschaft kommen, wenn die hormonellen Bedingungen unzureichend sind. Wichtig an dieser Stelle ist, dass ein Mangel an Progesteron keine eigenständige Erkrankung ist, sondern vielmehr eine Funktionsstörung der Eierstöcke.

Wie ist der Zusammenhang zwischen PMS und Gelbkörperschwäche?

Die Anzeichen eines Prämenstruellen Syndroms (PMS) werden häufig nicht mit einer Gelbkörperschwäche assoziiert, können jedoch möglicherweise darauf hindeuten. PMS wird dabei durch den relativen Progesteronmangel und den dadurch bedingten Östrogenüberschuss bedingt.

Wie hilft mir die Zyklusbeobachtung?

Bleibt die Erfüllung des Kinderwunschs aus, empfiehlt sich der Weg zum Arzt. Wenn Du Deinen Zyklus bereits beobachtet hast und vielleicht sogar Deine Basaltemperatur dokumentiert hast, kann das schon wichtige Ansatzpunkte liefern. Weitere medizinische Untersuchungen können dann durch den Arzt veranlasst werden, um eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erreichen. Hilfreich ist es, wenn das eigene Zyklusgeschehen über einen längeren Zeitraum betrachtet wurde, denn ein einziger Zyklus, während dessen vielleicht eine Gelbkörperschwäche in der zweiten Zyklushälfte vorlag, muss noch kein Nachweis dafür sein, dass dies auf jeden Zyklus zutrifft. Auch kann festgestellt werden, ob überhaupt ein Eisprung stattfindet.

cyclotest myWay liefert wichtige Hinweise auf eine etwaige Lutealinsuffizienz.

Der Zykluscomputer cyclotest myWay kann Dich hier grundlegend unterstützen: Einerseits wird durch regelmäßiges Eingeben des Menstruationsstarts die Zykluslänge bestimmt. Andererseits wird durch das morgendliche Messen der Basaltemperatur der Verlauf der Messwerte in Form einer Kurve illustriert. Treppenartige Anstiege können dadurch leichter erkannt werden. Sollte der Zykluscomputer Unregelmäßigkeiten feststellen, die auf eine solche Störung hinweisen, erscheint ein Hinweis im Display auf eine mögliche Gelbkörperschwäche. Dieser Vermerk kann unter Umständen wertvolle Zeit sparen. Zusätzlich können die Zykluskurven der vergangenen Zyklen über die dazugehörige Software ausgelesen und gedruckt werden – eine tolle Gesprächsgrundlage für den Termin beim Gynäkologen.

Der Gelbkörperschwäche Hinweis bei cyclotest myWay

Gelbkörperschwäche Hinweis cyclotest myWay | Grafik: © cyclotest

Wie werde ich trotz Gelbkörperschwäche schwanger?

In der Regel hält die Hochlage 10 bis 16 Tage an, bevor die nächste Menstruation beginnt. Wenn Du feststellst, dass jeder Deiner Zyklen eine zu kurze Hochlage (< 10 Tage) aufweist, dann sprich mit Deinem Gynäkologen und informiere ihn über Deine eigenen Zyklusbeobachtungen. Als Behandlung empfiehlt sich meistens eine Unterstützung der Follikelreifung. Damit gemeint ist die Gabe von Hormonen (meist in der zweiten Zyklushälfte), die zu einer verbesserten Gelbkörperfunktion beiträgt.3 Eine individuelle Diagnostik sowie eine entsprechende Behandlung werden von Deinem Arzt eingeleitet.

Mönchspfeffer bei Gelbkörperschwäche

Seit der Antike wird der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) als Heilpflanze geschätzt: Bei Gelbkörperschwäche soll die Einnahme von Mönchspfeffer helfen. Kleinere Studien haben erwiesen, dass die Wirkstoffe aus dem Samen den weiblichen Hormonhaushalt harmonisieren und die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen können.5, 6 Das Gelbkörperhormon steuert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Der Mönchspfeffer rege dabei in der Zyklushälfte nach der Ovulation die körpereigene Progesteronbildung an. Zudem wirke Mönchspfeffer einer Erhöhung der Prolaktinwerte entgegen. Prolaktin hemmt die Produktion verschiedener Hormone, die für die Befruchtung wichtig sind. Die Forscher der Studien schließen aus ihren Ergebnissen, dass Mönchspfeffer herkömmliche Therapien sinnvoll ergänzen bzw. eine Alternative darstellen könne.

Wie ist der Zusammenhang zwischen Pille absetzen und Gelbkörperschwäche?

Viele Frauen mit Kinderwunsch haben vorher mit der Pille verhütet. Nach dem Absetzen der Pille kommt es in vielen Fällen zu Zyklusstörungen. Diese umfassen verkürzte Zyklen, stark verlängerte Zyklen, Zyklen ohne Eisprung sowie Zyklen mit Gelbkörperschwäche. Eine Studie hat aufgedeckt, dass es bis zum 7. Zyklus vermehrt zu einer Gelbkörperschwäche kommen kann.7 Hier hilft es zunächst, Deinen Zyklus zu beobachten, Deinen Eisprung zu dokumentieren sowie Störungen der zweiten Zyklushälfte aufzudecken. Die meisten Zyklusstörungen regulieren sich von selbst und eine spezielle Behandlung ist nicht notwendig. Allerdings bedeutet dies für Deinen Kinderwunsch, dass sich dieser nach Absetzen der Pille ggf. erst später realisieren lassen kann als bei Frauen, die keine Pille eingenommen habe.

Welche Untersuchungen folgen bei Verdacht auf Gelbkörperschwäche?

Die Expertin für Frauenheilkunde, Prof. Dr. Ingrid Gerhard, antwortet:

Wir von cyclotest haben Prof. Dr. Ingrid Gerhard nach ihrer Expertise befragt.

Prof. Dr. Ingrid Gerhard

Gelbkörperschwäche kann zu den Symptomen PMS, Blutungsstörungen, Unfruchtbarkeit, schmerzenden Brüsten, psychischen Störungen in der zweiten Zyklushälfte usw. führen. In der zweiten Zyklushälfte (bei 28-tägigem Zyklus etwa am 20.-24. Zyklustag) wird Blut für die Bestimmung von Progesteron, am besten auch für Östradiol vom Frauenarzt abgenommen. Die beiden Hormone sollten in einem bestimmten Verhältnis zu einander stehen. Progesteron sollte über 10ng/ml liegen. Ist der Wert erniedrigt und liegen gleichzeitig die typischen Symptome vor, stimmt die Diagnose Gelbkörperschwäche. Dann ist es sinnvoll, nach den Ursachen dafür zu suchen: z. B. Schilddrüsenerkrankung, Östrogendominanz, Hyperprolaktinämie, Nährstoffmängel, Umweltbelastungen.


Quellen:

1 Madejski, M.: Das alternative Kinderwunschbuch – Die besten Naturheilkonzepte für die Fruchtbarkeit. 1. Auflage. München 2015.
2 Raith-Paula, E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Heidelberg 2013.
3 Schmidt-Matthiesen, H. und Wallwiener, D. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. 10. Auflage. Stuttgart 2005.
4 Jürgensen, O. (Hrsg.): Hyperprolaktinämie-Prolaktinome. Physiologie – Klinik – Therapie. Berlin 1988.
5 Bergmann, J. S.: Die Wirksamkeit des Komplexmittels Phyto Hypophyson L bei weiblicher, hormonell bedingter Sterilität – Eine randomisierte Doppelblindstudie. heiDOK. 2001.
6 Westphal L. M. et al.: Double-blind, placebo-controlled study of Fertilityblend: a nutritional supplement for improving fertility in women. Clin Exp Obstet Gynecol. 33(4):205-208. 2006.
7 Frank-Herrmann, P. et al.: Zyklusverhalten nach Absetzen von oralen Kontrazeptiva. J Reproduktionsmed Endokrinol. 2006.


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