Einnistung

Die Einnistung ist die „Ankopplung“ der befruchteten Eizelle, der sog. Blastozyste, an die Gebärmutterschleimhaut. Wie in einem Nest lässt sie sich dort nieder und wird ab diesem Zeitpunkt von der Gebärmutter versorgt. In der Fachsprache spricht man von Nidation oder Implantation.

Wenn die Eizelle nach ihrer Befruchtung in der Gebärmutterschleimhaut andockt, kann es zur Einnistung kommen.

Was passiert bei der Einnistung einer befruchteten Eizelle?

Die Einnistung der von Spermien befruchteten Eizelle in die Gebärmutter ist für viele Frauen der entscheidende Vorgang, bei dem die Schwangerschaft richtig beginnt. Zwar zählt Dein/e Frauenarzt/Frauenärztin bereits die Tage davor; nämlich ab dem ersten Tag Deiner letzten Menstruationsblutung. Allerdings kann die Nidation als wichtiger Schritt zur „tatsächlichen“ Schwangerschaft gezählt werden. Aber wann genau findet die Einnistung der Blastozyste statt? Kannst Du die Einnistung fördern? Welche Symptome sprechen für eine erfolgreiche Nidation? Was verschlechtert die Chancen auf eine Einnistung?

Wenn die Eizelle nach ihrer Befruchtung in der Gebärmutterschleimhaut andockt, kann es zum Einnistungsschmerz kommen.

Die Gebärmutter nach einer Einnistung

Wann findet die Einnistung in der Gebärmutter statt?

Wenn Ei- und Samenzelle miteinander nach dem Eisprung und während der Befruchtung verschmelzen, kommt es nicht sofort zur Einnistung. Die Zygote, die nach der Teilung als Blastozyste bezeichnet wird,  muss sich zuerst auf die Reise über die Eileiter in die Gebärmutterhöhle begeben. Wenn sie dort angelangt ist, kann es noch etwas dauern, bis sie einen Platz gefunden hat, an dem sie sich „ankoppelt“.

Auf ihrem Weg wird sie vorübergehend vom Eileiter versorgt.1

In welcher Zyklusphase befinde ich mich? Könnte eine Einnistung stattgefunden haben? Mehr Infos hier!

Nach dem Eisprungtag dauert es zwischen 4 und 7 Tagen, bis die befruchtete Eizelle zur Gebärmutter gelangt. Meist am 5.-6. Tag nach der Befruchtung findet das Einnisten in der Gebärmutterschleimhaut statt.2

Die befruchtete Eizelle findet in der fruchtbaren Gebärmutterwand eine Stelle, an der sie sich einnistet und dann von ihr ganz „zugedeckt“ wird. Hierbei wird das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) freigesetzt, welches verhindert, dass die Menstruation eingeleitet und die aufgebaute Schleimhaut der Gebärmutter abgestoßen wird.

Zusammengefasst läuft die Einnistung so ab:

  1. Die Eizelle zieht nach dem Eisprung und der Befruchtung durch ein Spermium den übrigen Weg durch den Eileiter zur Gebärmutter.
  2. Die befruchtete Eizelle sucht sich den besten Platz in der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung. Die Gebärmutter hat sich bereits zu Beginn des Zyklus vorbereitet und eine fruchtbare Schleimhautwand aufgebaut.
  3. Ab der Nidation signalisieren Hormone dem Körper, dass er schwanger ist und kein Eisprung mehr stattfinden muss.
Zeitlicher Verlauf der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter.

Zeitlicher Verlauf der Einnistung

Damit beginnt die Schwangerschaft. Zu diesem Zeitpunkt besteht die Blastozyste bereits aus etwa 100 Zellen; ihre äußere Schicht wird zum Versorgungssystem des Embryos, während die innenliegenden Zellen zum Embryo selbst werden.

Welche Symptome können bei der Einnistung auftreten?

Es gibt keine typischen Symptome der Einnistung. Manche Frauen spüren die verschiedenen Phasen des weiblichen Zyklus. Dieser wird gesteuert durch Hormone, die Veränderungen im Körper bewirken. Einige Frauen berichten von folgenden Symptomen:

  • Einnistungsschmerz: Wurde eine Eizelle im Eileiter befruchtet und „dockt“ diese an der Gebärmutterschleimhaut an, kann ein leichtes Ziehen im Unterleib oder unteren Rücken auftreten. Der Einnistungsschmerz gilt allerdings nicht als eindeutiges Anzeichen für eine Einnistung.
  • Einnistungsblutung: Die Wand der Gebärmutter wird bei der Einnistung minimal verletzt, wenn die befruchtete Eizelle eine Verbindung mit der Schleimhaut eingeht, damit sie von der Gebärmutter versorgt wird. Daher kann die Einnistung weiterhin mit einer sehr schwachen und hellen Blutung einhergehen, die Einnistungsblutung genannt wird.4 Diese fällt allerdings sehr schwach aus und ist auch von hellerer Farbe, als es bei der Periode der Fall ist.
  • Häufiges Urinieren: Nach erfolgter Implantation steigt der Spiegel des Hormons hCG an, wodurch die Blutzirkulation um die Blase verstärkt wird.5 Dadurch kann es zu einem häufigeren Harndrang kommen.


Der Nidationsschmerz wird häufig mit dem Mittelschmerz verwechselt. Dieser kann unspezifisch vor, während oder nach dem Eisprung auftreten.

Ist der Zyklus ein ewiges Rätsel?

Tritt eine stärkere Blutung von dunklerer Farbe auf, handelt es sich um die Monatsblutung und nicht um eine Einnistungsblutung. Viele Frauen mit Kinderwunsch vermuten daher durch eine Verwechslung beider Blutungen, sie seien schwanger trotz Periode.

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Was ist schlecht für die Einnistung?

Es gibt einige Faktoren, die die Einnistung erschweren können:

  • Dünne Gebärmutterschleimhaut
  • Myome innerhalb der Gebärmutterschleimhaut
  • Größere Polypen, also Schleimhautwucherungen
  • Gelbkörperschwäche (= Progsteronmangel)
  • Stress und Hektik

Ein Progesteronmangel kann eine mögliche Ursache sein, warum die Einnistung der Eizelle nicht klappt oder zu einem früheren Abgang führen.

Aber es gibt auch Tipps, wenn Du auf eine Schwangerschaft hoffst, welche bei der Vorbereitung der Einnistung hilfreich sein können.

Was kann ich tun, um die Einnistung zu fördern?

Möchtest Du schwanger werden, ist es auf jeden Fall sinnvoll, Stress und Hektik zu minimieren. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Entspannungsbäder
  • ruhige und gemütliche Abend mit dem Partner und gesunde Ernährung tragen auf jeden Fall zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden bei – davon profitierst nicht nur Du, sondern auch Dein Partner!
  • Zyklusbeobachtung kann ebenfalls hilfreich sein, um zu erkennen, in welcher Phase im Zyklus man sich befindet.
  • die Einnahme von Folsäure
  • ein gesunder Lebenstil

In der cyclotest mySense-App kannst Du Dir z. B. ganz einfach eine Notiz machen, wenn Du etwas spürst – oftmals lässt sich nach einigen Zyklen ein bestimmtes Muster erkennen. Insbesondere kannst Du auch erkennen, in welcher Zyklusphase Du überhaupt bist und eine Einnistung überhaupt möglich ist.

Hat die Einnistung geklappt?

Ob eine Befruchtung und eine Einnistung der Blastozyste stattgefunden hat und Du tatsächlich bald ein Baby erwarten darfst, kannst Du also möglicherweise an Symptomen der Einnistung und später auch an diesen Schwangerschaftsanzeichen erkennen. Um sicher feststellen zu können, ob Dein Kinderwunsch erfüllt wird, solltest Du einen Schwangerschaftstest durchführen – hierbei kannst Du feststellen, ob schon Schwangerschaftshormone im Blut nachweisbar sind.

Was andere Frauen zum Thema Einnistung wissen wollen:

Wann ist die Einnistung nach dem Eisprung?

Wann die Einnistung stattfindet, hängt davon ab, wann die Befruchtung der Eizelle durch ein Spermium erfolgt. Die Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut findet meist 5-6 Tage nach Befruchtung statt.

Wie ist der Zervixschleim nach der Einnistung?

Vermehrter, milchiger bis flüssiger Ausfluss kann ein erstes Anzeichen für eine erfolgreiche Einnistung sein.

Quellen:

  • 1 Stegner, H.-E.: Pathologie der weiblichen Genitalorgane II: Pathologie der Ovarien und Eileiter, Springer, Heidelberg 2013.
  • 2 Malteser Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.
  • 3 Kainer, F.: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche. Gräfe und Unzer, 2009.
  • 4 Cavada, S. et. al.: PPS-Pflegepraxis: Phänomene, Prinzipien, Strategien. Springer-Verlag, 2013.
  • 5 Diedrich et al.:Gynäkologie & Geburtshilfe. 2. Auflage, Springer, Heidelberg 2007.


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