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Hilfe bei Schwangerschaftsübelkeit

Die Schwangerschaftsübelkeit tritt in der Schwangerschaft sehr häufig auf. Meist beginnt die Übelkeit in der Schwangerschaft ab der Einnistung und endet nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel.

Du bist schwanger und leidest unter Übelkeit oder Erbrechen? Dir wird schlecht, wenn Du bestimmte Gerichte riechst und kannst einiges nicht mehr essen? Deinem Körper geht es vor allem am Morgen nicht gut und Du leidest unter Morgenübelkeit?

Eine Schwangerschaftsübelkeit kann schon in den ersten Wochen auftreten und über einige Wochen anhalten. Jedoch kannst Du diese Beschwerden mit bestimmten Tipps lindern! Was genau die Übelkeit in der Schwangerschaft ist, wer besonders betroffen ist, ab wann sie beginnt und welche Tipps Dir hier helfen können, findest Du in unserem Beitrag.

Wer leidet unter Schwangerschaftsübelkeit?

Manchen Schwangeren ist nach dem Aufstehen nur unwohl im Magen, anderen dagegen ist den ganzen Tag über übel und sie müssen sich sogar erbrechen. Die Schwangerschaftsübelkeit ist Gegenstand zahlreicher Studien. Aber selten wird untersucht, wer verstärkt darunter leidet und welche Risikofaktoren es gibt, die die Übelkeit in der Schwangerschaft begünstigen.

Die Ergebnisse einer Studie um Dr. Carol Louik zeigen, dass Frauen über 25 Jahre ein geringeres Risiko für eine Schwangerschaftsübelkeit haben. Frauen, die bereits schwanger waren, litten dagegen häufiger unter Erbrechen und Übelkeit in der Schwangerschaft. Für Frauen, die bereits eine Fehlgeburt hatten und für Frauen mit Zwillingen ist das Risiko ebenfalls höher.8

Warum leidest Du in der Schwangerschaft an Übelkeit?

Die Gründe für die Übelkeit in der Schwangerschaft sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Sehr wahrscheinlich ist es eine Kombination verschiedener Einflüsse als Ursache zu sehen. Dazu zählt besonders das hCG (humanes Choriongonadotropin), ein Schwangerschaftshormon.1, 7

Das hCG sowie das Östrogen sind während der Schwangerschaft erhöht. Das Hormon soll auch den Verdauungstrakt sowie den Geruchs- und Geschmackssinn beeinflussen.1 Von Schwangeren werden oft instinktiv bestimmte Stoffe gemieden, die für den Embryo schädlich sein könnten. Dazu zählen Kaffee, Bratenröstprodukte und bestimmte Gewürze.

Weitere möglich Ursachen für die Übelkeit in der Schwangerschaft sind1:

  • Vitamin-B-Mangel
  • niedriger Blutzuckerspiegel
  • Störungen in der Funktion der Schilddrüse
  • Bakterieninfektion des Magens
  • Vererbung (wenn Deiner Mutter häufig schlecht war, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, auch an Übelkeit in der Schwangerschaft zu leiden)
  • Stress, Angst, Müdigkeit

Aber einen Vorteil hat die Schwangerschaftsübelkeit: Laut einer Studie ist das Risiko für Fehlgeburten bei Frauen, die mit Übelkeit in der Schwangerschaft zu kämpfen haben, sehr gering. Durch den Anstieg des Schwangerschaftshormons wird die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt deutlich geringer.2

Übelkeit in der Schwangerschaft: Ab wann?

Ab wann Schwangere von Übelkeit betroffen sind, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Sie tritt aber verstärkt von der 6. bis zur 12. Schwangerschaftswoche (SSW) auf. Die Übelkeit in der Schwangerschaft ist eines der wichtigsten und deutlichsten Schwangerschaftsanzeichen.

Am häufigsten kommt es dabei vor, dass die Symptome ab der 6. Woche stark zunehmen. Nach der 12. Schwangerschaftswoche klingen die Symptome dann wieder langsam ab.  Die morgendliche Übelkeit wird dabei oft thematisiert, da viele Schwangere vermehrt am Morgen ein Unwohlsein verspüren oder sich nicht gesund fühlen. Allerdings trifft die Übelkeit am Morgen nicht jede Frau, da sie oft auch gegen Mittag kommen und den ganzen Tag anhalten kann.

Dass viele werdende Mütter aber besonders am Morgen mit Übelkeit zu kämpfen haben, kann daran liegen, dass der Magen in der Nacht leer und demzufolge der Blutzuckerspiegel besonders niedrig ist. In Kombination mit den schwankenden Hormonwerten in den ersten Schwangerschaftsmonaten kann dies zu Morgenübelkeit führen.

Bis wann hält die Übelkeit in der Schwangerschaft an?

Der Wert des Schwangerschaftshormons sinkt wieder nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel (ca. 12. – 16. Woche).7 Damit nimmt die Übelkeit in der Schwangerschaft ab oder verschwindet sogar ganz. Sollte sich die Übelkeit nicht in der Frühschwangerschaft, also nach den ersten drei Monaten bzw. der 12. SSW legen und solltest Du noch immer einen Brechreiz verspüren, empfiehlt es sich, auf jeden Fall einen Arzt bzw. Frauenarzt aufzusuchen.

Dies gilt vor allem bei exzessivem Erbrechen, bei dem auch psychologische Faktoren als Erklärung herangezogen werden. Grundsätzlich kann sich die Übelkeit in der Schwangerschaft aber bis zur Geburt hinziehen.

Die Schwangerschaftsübelkeit ist normal und gesund und hat keine Auswirkungen auf das Baby. Eine Ausnahme sind Fälle von besonders heftiger und ausgeprägter Übelkeit und Erbrechen. In sehr seltenen Fällen kann es zur sogenannten Hyperemesis Gravidarum kommen, einer sehr ausgeprägten Form des Erbrechens. Laut einer Studie unter der Leitung von Dr. Mario Festin ist 1 von 200 Frauen von der Hyperemesis Gravidarum betroffen.7 Leidest Du darunter, dann ist eine Behandlung dringend erforderlich. Ansonsten könnte es zu einer Austrocknung und Elektrolytentgleisung kommen.

11 Tipps bei Übelkeit in der Schwangerschaft

Du weißt nun, dass es für fast jede Schwangere völlig normal ist, dass sie unter Übelkeit in der Schwangerschaft leidet. Leider ist das oftmals beim erfüllten Kinderwunsch inklusive! Wahrscheinlich verzichtest Du auch schon automatisch auf gewisse Gerichte, wenn sich Dir bei dem Geruch der Magen umdreht.

Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, auf natürliche Methoden und „Hausmittel“ zurückzugreifen. Wenn Du Arzneimittel einnehmen musst oder möchtest, solltest Du daher Rücksprache mit Deiner Ärztin bzw. Frauenärztin halten.

Ingwer & Co. bei Schwangerschaftsübelkeit

Einige Naturheilmittel, Kräuter und Vitamine sollen die Übelkeit in der Schwangerschaft reduzieren.

Tipp 1: Ingwer

Ingwer gehört zu den Naturheilmitteln. Frauen wenden Ingwertee oder eine Ingwersalbe an, um Beschwerden, wie Übelkeit in der Schwangerschaft zu bekämpfen. Eine wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass Ingwer z. B. als Ingwertee in der Schwangerschaft den Körper wieder ins Gleichgewicht bringen und krampflösend wirken kann.3

Tipp 2: Kräutertee

Schwangeren, die unter Erbrechen leiden, wird empfohlen, ein bis zwei Tassen Kräutertee am Tag zu trinken. Kräutertees enthalten anders als Kaffee oder schwarzer Tee kein Koffein. Werdende Mütter trinken gegen Übelkeit gerne einen Tee mit Kamille oder eine schöne Kräutermischung. Er wird besonders Deinem Magen und Darm guttun.

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Tipp 3: Vitamin B

Naturheilkundler empfehlen Vitamin B, da es für das Wohlbefinden in der Schwangerschaft sorgt und insbesondere bei morgendlicher Übelkeit hilft. Dabei wird besonders Vitamin B12 empfohlen. Es kommt in Fisch, Fleisch, Obst- und Gemüsesorten und Milchprodukten vor. Auch ist es in Vollkorngetreide sowie Soja- und Weizenkeimen enthalten.

In einer Literaturrecherche fand Dr. Mario Festin auch Beweise, dass das Vitamin B6 (Pyridoxine) gegen Übelkeit in der Schwangerschaft helfen soll. Vitamin B6 kommt in geringen Dosen in fast allen Lebensmitteln vor. Gute tierische Quellen sind Milchprodukte, Fleisch (besonders Leber, Geflügel) und Fisch. Gute pflanzliche Quellen sind Kohl, grüne Bohnen, Linsen, Feldsalat, Kartoffeln, Vollkornprodukte, Weizenkeime, Nüsse, Hefe, Weißbier, Avocado und Bananen.7

Tipps für die Ernährung bei Schwangerschaftsübelkeit

Die Ernährung soll Einfluss haben, wenn Dir während der Schwangerschaft übel ist.

Tipp 4: Viel Trinken

Es ist wichtig, dass Du das Trinken nicht vergisst und viel Flüssigkeit zu Dir nimmst, gerade wenn Du unter Übelkeit in der Schwangerschaft leidest. Falls Du reines Wasser nicht trinken magst, kannst Du auch Ingwertee versuchen. Er gibt Dir viel Flüssigkeit mit etwas Geschmack, aber ohne Kalorien.

Tipp 5: Kleine Mahlzeiten essen

Achte bei Erbrechen in der Schwangerschaft besonders auf Deine Ernährung. Beschränke Dein Essen lieber auf mehrere, kleinere Mahlzeiten. Teile Deine Nahrung in kleine Portionen auf. Bei Schwangerschaftsübelkeit können Dir Zwieback oder (zuckerarme) Kekse guttun.

Probiere noch im Bett etwas Tee oder trockenes Brot zu Dir zu nehmen. Die kleine Mahlzeit erhöht Deinen Blutzuckerspiegel, der ansonsten Deine Übelkeit in der Schwangerschaft verstärken kann.

Tipp 6: Erstelle ein Ess-Protokoll

Mache Dir Notizen zu den Speisen und deren Auswirkungen auf Dein Wohlbefinden – wann und bei welcher Nahrung kommt es zu Erbrechen oder Unwohlsein? So werden vielleicht bestimmte Nahrungsmittel entdeckt, die Du nicht verträgst. Damit gehst Du Deiner Übelkeit in der Schwangerschaft auf den Grund und kannst diese durch Weglassen bestimmter Lebensmittel reduzieren oder vermeiden.

Übelkeit in der Schwangerschaft: Was sonst noch hilft!

Es gibt noch viele weitere Tipps und Mittel, die Dir in den Monaten Deiner Schwangerschaft helfen können. Probier sie einfach mal aus!

Tipp 7: Duft von Zitrone oder Grapefruit

Verschiedene Gerüche können zur Übelkeit in der Frühschwangerschaft beitragen. Allerdings: Das Aroma von Zitrone und Grapefruit sorgt für Entspannung und kann Beschwerden wie Schwangerschaftsübelkeit lindern.6

Tipp 8: Akupressur

Eine natürliche Behandlungsmethode für Schwangere gegen Schwangerschaftsübelkeit ist die Akupressur und Akupunktur durch Ärzte, Heilpraktiker und Hebammen. Wissenschaftliche Studien geben Hinweise darauf, dass durch diese Methode das Erbrechen und Unwohlsein, vor allem am Morgen, gelindert werden kann. Gerade werdende Mütter mit Morgenübelkeit können bestimmte Methoden helfen.4,5

Tipp 9: Bewegung

Die Bewegung an frischer Luft bei einem Spaziergang wird Dir bei Übelkeit in der Schwangerschaft guttun. Dabei wird Dein Stoffwechsel angekurbelt. Außerdem empfehlen manche Schwangere, an einem Yoga-, Pilates- oder Gymnastikkurs teilzunehmen, um somit den Kreislauf in Schwung zu bringen und gesund zu bleiben.

Tipp 10: Ausreichend Schlaf

Bei Schwangerschaftserbrechen leidest Du häufig unter Müdigkeit. Es wird Dir guttun, wenn Du Dich ausruhst und entspannst. Ausreichend Schlaf ist ebenfalls sehr wichtig.

Ausgeschlafen kannst Du Deinen Tag geruhsamer angehen. Stelle doch einfach Deinen Wecker 15 Minuten früher. Dann hast Du genügend Zeit und gerätst morgens nicht in Hektik, die vielleicht Deine Übelkeit in der Schwangerschaft und gerade die Morgenübelkeit verursacht.

Achte am Morgen auch auf Deine Zahnpasta und die Größe der Zahnbürste. Diese können auch die Übelkeit in der Schwangerschaft verstärken. Oft hilft hier ein Wechsel der Zahnpastamarke sowie der Zahnbürste.6

Tipp 11: Medikamente bei Schwangerschaftsübelkeit

Ist die Schwangerschaftsübelkeit besonders schlimm und helfen sonst keine „Hausmittel“, so stehen auch Medikamente gegen die Übelkeit in der Schwangerschaft zur Verfügung. Gerade die Hyperemisis gravidarum (schwere Übelkeit in der Schwangerschaft) muss behandelt werden. Die Erstbehandlung besteht allerdings meist in einer ausführlichen Ernährungsberatung.

Bei Schwangerschaftsübelkeit können auch Medikamente verabreicht werden. Beispiele sind hier Pyridoxin (Vitamin B6), Antihistaminika/Antihistamine und Anticholinergika sowie weitere niedrig dosierte Antiemetika und gastrointestinale Medikamente.9 Denkst Du darüber nach, Medikamente und bestimmte Mittel gegen die Schwangerschaftsübelkeit einzunehmen, dann wende Dich bitte an Deinen Arzt. Nebenwirkungen für Dich und das Kind sollten ausgeschlossen werden.

Quellen:
1 Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007
2 Hinkle, S. N. et al.: Association of Nausea and Vomiting During Pregnancy With Pregnancy Loss – A Secondary Analysis of a Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med., 176 (11), p. 1621-1627. 2016.
3 Borrelli, F. et al.: Effectiveness and safety of ginger in the treatment of pregnancy-induced nausea and vomiting. Obstetics and Gynecolology. Apr, 105(4), p. 849 – 856. 2005.
4 Smith C. et al.: Acupuncture to treat nausea and vomiting in early pregnancy: a randomized controlled trial. Birth. 29 (1), p. 1-9. 2002.
5 Carlsson, C. P. et al.: Manual acupuncture reduces hyperemesis gravidarum: a placebo-controlled, randomized, single-blind, crossover study. Journal of Pain Symptom Management. Oct; 20 (4), p. 273 – 279. 2000.
6 Höfer, S., Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Gräfe und Unzer, München, Iburg, 2012.
7 Festin, M.: Nausea and vomiting in early pregnancy. Clinical Evidence 15 (1-2), 1-13. 2006.
8 Louik, C. et al.: Nausea and vomiting in pregnancy: maternal characteristics and risk factors. Paediatric and Perinatal Epidemiology 20, 270-278. 2006.
9 Mylonas, I. et al.: Erbrechen in der Schwangerschaft/Nausea and vomiting in pregnancy. Deutsches Ärzteblatt 2007; 104(25): A-1821 / B-1604 / C-1544.


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