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Hilfe bei Schwangerschaftsübelkeit

Die Schwangerschaftsübelkeit tritt in der Schwangerschaft sehr häufig auf. Meist beginnt die Übelkeit in der Schwangerschaft ab der Einnistung und endet nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel.

Du bist schwanger und leidest unter morgendlicher Übelkeit oder Erbrechen? Dir wird schlecht, wenn Du bestimmte Gerichte riechst und kannst einiges nicht mehr essen?

Eine Schwangerschaftsübelkeit kann schon in den ersten Wochen auftreten und über einige Wochen anhalten. Jedoch kannst Du diese Beschwerden mit bestimmten Tipps lindern! Was genau die Übelkeit in der Schwangerschaft ist, ab wann sie beginnt und welche Tipps Dir hier helfen können, findest Du in unserem Beitrag.

Warum leidest Du in der Schwangerschaft an Übelkeit?

Die Schwangerschaftsübelkeit ist eines der wichtigsten und deutlichsten Schwangerschaftsanzeichen. Manchen Schwangeren ist nach dem Aufstehen nur unwohl im Magen, anderen dagegen ist den ganzen Tag über übel und sie müssen sich sogar erbrechen. Die Gründe sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Sehr wahrscheinlich ist es eine Kombination verschiedener Einflüsse. Darunter zählt besonders das hCG, ein Schwangerschaftshormon.1

Das hCG sowie das Östrogen sind während der Schwangerschaft erhöht. Das Hormon soll auch den Verdauungstrakt sowie den Geruchs- und Geschmackssinn beeinflussen.1 Von Schwangeren werden oft instinktiv bestimmte Stoffe gemieden, die für den Embryo schädlich sein könnten. Dazu zählen Kaffee, Bratenröstprodukte und bestimmte Gewürze.

Weitere möglich Ursachen für die Schwangerschaftsübelkeit sind1:

  • Vitamin-B-Mangel
  • niedriger Blutzuckerspiegel
  • Störungen in der Funktion der Schilddrüse
  • Bakterien-Infektion des Magens
  • Vererbung (wenn Deiner Mutter häufig schlecht war, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, auch an der Übelkeit in der Schwangerschaft zu leiden)
  • Stress, Angst, Müdigkeit

Aber einen Vorteil hat die Schwangerschaftsübelkeit: Laut einer Studie ist das Risiko für Fehlgeburten bei Frauen, die mit Übelkeit in der Schwangerschaft zu kämpfen haben, sehr gering. Durch den Anstieg des Schwangerschaftshormons wird die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt deutlich geringer.2

Übelkeit in der Schwangerschaft: Ab wann?

Ab wann Schwangere von Übelkeit betroffen sind, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Sie tritt aber verstärkt von der 6. bis zur 12. Schwangerschaftswoche (SSW) auf. Da die Übelkeit in der Schwangerschaft bereits sehr früh auftreten kann, ist es wichtig, sich rechtzeitig zu informieren. Als Hauptursache dafür vermutet man den hCG-Spiegel, der in dieser Zeit stark ansteigt.

Die morgendliche Übelkeit wird oft thematisiert, da viele Schwangere vermehrt am Morgen ein Unwohlsein verspüren oder sich nicht gesund fühlen. Allerdings trifft die Übelkeit am Morgen nicht jede Frau, da sie oft auch gegen Mittag kommen und den ganzen Tag anhalten kann.

Dass viele Schwangere besonders am Morgen mit Übelkeit zu kämpfen haben, kann daran liegen, dass der Magen in der Nacht leer und demzufolge der Blutzuckerspiegel besonders niedrig ist. In Kombination mit den schwankenden Hormonwerten in den ersten Schwangerschaftsmonaten kann dies zu Morgenübelkeit führen.

Bis wann hält die Übelkeit in der Schwangerschaft an?

Der Wert des Schwangerschaftshormons sinkt wieder ab dem dritten Schwangerschaftsdrittel. Damit nimmt die Übelkeit in der Schwangerschaft ab oder verschwindet sogar ganz. Sollte sich die Übelkeit nicht in der Frühschwangerschaft, also nach den ersten drei Monaten bzw. der 12. SSW legen und solltest Du noch immer einen Brechreiz verspüren, empfiehlt es sich, auf jeden Fall einen Arzt bzw. Frauenarzt aufzusuchen.

Dies gilt vor allem bei exzessivem Erbrechen, bei dem auch psychologische Faktoren als Erklärung herangezogen werden. Grundsätzlich kann sich die Übelkeit in der Schwangerschaft aber bis zur Geburt hinziehen.

Die Schwangerschaftsübelkeit ist normal und gesund und hat keine Auswirkungen auf das Baby. Eine Ausnahme sind Fälle von besonders heftiger und ausgeprägter Übelkeit und Erbrechen. In sehr seltenen Fällen kann es zur sogenannten Hyperemesis Gravidarum kommen, einer sehr ausgeprägten Form des Erbrechens. Leidest Du darunter, dann ist eine Behandlung dringend erforderlich. Ansonsten könnte es zu einer Austrocknung und Elektrolytentgleisung kommen.

11 Tipps bei Übelkeit in der Schwangerschaft

Du weißt nun, dass es für fast jede Schwangere völlig normal ist, dass sie unter Übelkeit in der Schwangerschaft leidet. Leider ist das oftmals beim erfüllten Kinderwunsch inklusive! Wahrscheinlich verzichtest Du auch schon automatisch auf gewisse Gerichte, wenn sich Dir bei dem Geruch der Magen umdreht.

Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, auf natürliche Methoden und „Hausmittel“ zurückzugreifen. Wenn Du Arzneimittel einnehmen musst oder möchtest, solltest Du daher Rücksprache mit Deiner Ärztin bzw. Frauenärztin halten.

Ingwer & Co. bei Schwangerschaftsübelkeit

Einige Naturheilmittel, Kräuter und Vitamine sollen die Übelkeit in der Schwangerschaft reduzieren.

Tipp 1: Ingwer

Ingwer gehört zu den Naturheilmitteln. Frauen wenden Ingwertee oder eine Ingwersalbe an, um Beschwerden, wie Übelkeit in der Schwangerschaft zu bekämpfen. Eine wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass Ingwer in der Schwangerschaft den Magen wieder ins Gleichgewicht bringen und krampflösend wirken kann.3

Tipp 2: Kräutertee

Schwangeren, die unter Erbrechen leiden, wird empfohlen, ein bis zwei Tassen Kräutertee am Tag zu trinken. Kräutertees enthalten anders als Kaffee oder schwarzer Tee kein Koffein. Schwangere trinken gegen Übelkeit gerne einen Tee mit Kamille oder eine schöne Kräutermischung. Er wird besonders Deinem Magen und Darm guttun.

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Tipp 3: Vitamin B

Naturheilkundler empfehlen Vitamin B, da es für das Wohlbefinden in der Schwangerschaft sorgt und insbesondere bei morgendlicher Übelkeit hilft. Dabei wird besonders Vitamin B12 empfohlen. Es kommt in Fisch, Fleisch, Obst- und Gemüsesorten und Milchprodukten vor. Auch ist es in Vollkorngetreide sowie Soja- und Weizenkeimen enthalten.

Tipps für die Ernährung bei Schwangerschaftsübelkeit

Die Ernährung soll Einfluss haben, wenn Dir während der Schwangerschaft übel ist.

Tipp 4: Viel Trinken

Es ist wichtig, dass Du das Trinken nicht vergisst und viel Flüssigkeit zu Dir nimmst, gerade wenn Du unter Übelkeit in der Schwangerschaft leidest. Falls Du reines Wasser nicht trinken magst, kannst Du auch Kräutertee versuchen. Er gibt Dir etwas Geschmack, aber ohne Kalorien.

Tipp 5: Kleine Mahlzeiten essen

Achte bei Erbrechen in der Schwangerschaft besonders auf Deine Ernährung. Beschränke Dein Essen lieber auf mehrere, kleinere Mahlzeiten und teile diese in kleine Portionen auf. Bei Schwangerschaftsübelkeit können Dir Zwieback oder (zuckerarme) Kekse guttun.

Probiere noch im Bett etwas Tee oder trockenes Brot zu Dir zu nehmen. Die kleine Mahlzeit erhöht Deinen Blutzuckerspiegel, der ansonsten Deine Übelkeit in der Schwangerschaft verstärken kann.

Tipp 6: Erstelle ein Ess-Protokoll

Mache Dir Notizen zu den Speisen und deren Auswirkungen auf Dein Wohlbefinden – wann kommt es zu Erbrechen oder Unwohlsein? So werden vielleicht bestimmte Nahrungsmittel entdeckt, die Du nicht verträgst. Damit gehst Du Deiner Übelkeit in der Schwangerschaft auf den Grund und kannst diese durch Weglassen bestimmter Lebensmittel reduzieren oder vermeiden.

Übelkeit in der Schwangerschaft: Was sonst noch hilft!

Es gibt noch viele weitere Tipps, die Dir helfen können. Probier sie einfach mal aus!

Tipp 7: Gerüche von Zitrone oder Grapefruit

Verschiedene Gerüche können zur Übelkeit in der Frühschwangerschaft beitragen. Allerdings: Das Aroma von Zitrone und Grapefruit sorgt für Entspannung und kann Beschwerden wie Schwangerschaftsübelkeit lindern.6

Tipp 8: Akupressur

Eine natürliche Behandlungsmethode für Schwangere gegen Schwangerschaftsübelkeit ist die Akupressur und Akupunktur durch Ärzte, Heilpraktiker und Hebammen. Wissenschaftliche Studien geben Hinweise darauf, dass durch diese Methode das Erbrechen und Unwohlsein, vor allem am Morgen, gelindert werden kann. Schwangeren haben bestimmte Methoden helfen können.4,5

Tipp 9: Bewegung

Die Bewegung an frischer Luft bei einem Spaziergang wird Dir bei Übelkeit in der Schwangerschaft guttun. Dabei wird Dein Stoffwechsel angekurbelt. Außerdem empfehlen manche Schwangere, an einem Yoga-, Pilates- oder Gymnastikkurs teilzunehmen, um somit den Kreislauf in Schwung zu bringen und gesund zu bleiben.

Tipp 10: Ausreichend Schlaf

Bei Schwangerschaftserbrechen leidest Du häufig unter Müdigkeit. Es wird Dir guttun, wenn Du Dich ausruhst und entspannst. Ausreichend Schlaf ist ebenfalls sehr wichtig.

Ausgeschlafen kannst Du Deinen Tag geruhsamer angehen. Stelle doch einfach Deinen Wecker 15 Minuten früher. Dann hast Du genügend Zeit und gerätst morgens nicht in Hektik, die vielleicht Deine Übelkeit in der Schwangerschaft verursacht.

Achte am Morgen auch auf Deine Zahnpasta und die Größe der Zahnbürste. Diese können auch die Übelkeit in der Schwangerschaft verstärken. Oft hilft hier ein Wechsel der Zahnpastamarke sowie der Zahnbürste.6

Tipp 11: Medikamente bei Schwangerschaftsübelkeit

Ist die Schwangerschaftsübelkeit besonders schlimm und helfen sonst keine „Hausmittel“, so stehen auch Medikamente gegen die Übelkeit in der Schwangerschaft zur Verfügung. Gerade die Hyperemisis gravidarum (schwere Übelkeit in der Schwangerschaft) muss behandelt werden. Beispiele sind hier Pyridoxin (Vitamin B6) und Antihistamine. Denkst Du darüber nach, Medikamente gegen die Schwangerschaftsübelkeit einzunehmen, dann wende Dich bitte an Deinen Arzt.

Quellen:
1Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007
2Hinkle, S. N. et al.: Association of Nausea and Vomiting During Pregnancy With Pregnancy Loss – A Secondary Analysis of a Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med., 176 (11), p. 1621-1627. 2016.
3Borrelli, F. et al.: Effectiveness and safety of ginger in the treatment of pregnancy-induced nausea and vomiting. Obstetics and Gynecolology.Apr, 105(4), p. 849 – 856. 2005.
4Smith C. et al.: Acupuncture to treat nausea and vomiting in early pregnancy: a randomized controlled trial. Birth. 29 (1), p. 1-9. 2002.
5Carlsson, C. P. et al.: Manual acupuncture reduces hyperemesis gravidarum: a placebo-controlled, randomized, single-blind, crossover study. Journal of Pain Symptom Management. Oct; 20 (4), p. 273 – 279. 2000.
6Höfer, S., Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Gräfe und Unzer, München 2012 Iburg


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