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Wenn die Eizelle nach ihrer Befruchtung in der Gebärmutterschleimhaut andockt, kann es zum Einnistungsschmerz kommen.

Einnistungsschmerzen: Gibt es das überhaupt?

Einnistungsschmerzen sind ein komplexes Thema – das liegt daran, dass ein Teil der Frauen sich sicher ist, sie vor ihrer Schwangerschaft bemerkt zu haben, während ein anderer Teil gar nichts bemerkt hat. Möglicherweise liegt dieser Unterschied darin, dass Frauen mit Kinderwunsch und Sehnsucht nach einem Baby viel in sich hineinhorchen und ein besonderes Gespür für ihren Körper entwickeln.

Kann man die Einnistung spüren?

Ein Einnistungsschmerz kann bei der Einnistung (fachsprachlich auch Nidation oder Implantation) der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterwand entstehen. Fachärzte sprechen vom Nidationsschmerz.

Wie eingangs erwähnt: Manche Frauen bemerken, wenn sich die Eizelle eingenistet hat. Sie geben dafür deutliche Zeichen an, z. B. ein Ziehen oder ein leichter Schmerz im Bauch, der allerdings leichter und kürzer als bei der Periode ist. Der Begriff „Schmerz“ scheint in diesem Zusammenhang etwas übertrieben zu sein. Es handelt sich eher um ein Piksen oder Ziehen im Bereich der Gebärmutter.

Auch eine leichte Übelkeit wird als Symptom genannt. Weiterhin kann ein verstärktes Hungergefühl, Übelkeit oder leichter Schwindel auch bereits kurz nach der Einnistung auftreten. Es werden aber auch Symptome wie Kopfschmerzen, Spannungsgefühl in den Brüsten oder ein metallischer Geschmack im Mund beschrieben. Diese Symptome sind natürlich nicht so aussagekräftig wie ein Schwangerschaftstest, da sie auch andere Ursachen haben können.

Wissenschaftlich erwiesen sind Schmerzen bei der Nidation bisher allerdings nicht.

Unterschied zu PMS

Prämenstruelle Beschwerden lassen sich meist nur schwierig von jenen bei der Einnistung unterscheiden. Das Ziehen im Unterbauch kann auch ein Anzeichen der anstehenden Monatsblutung im Zyklus sein. Solltest Du allerdings eher starke und länger anhaltende Schmerzen im Unterleib haben, dann handelt es sich eher um PMS oder um ein gesundheitliches Problem, als dass sie im Zusammenhang mit einer Einnistung stehen. Bitte lasse ungewöhnliche Schmerzen oder Beschwerden von Deinem Frauenarzt abklären.

Verwechslung mit Regelschmerzen

Die Unterscheidung zu normalen Schmerzen während der Periode ist in der Regel einfacher. Normale Regelschmerzen sind oftmals stärker und regelmäßiger als der Einnistungsschmerz. Beim Einnistungsschmerz ist das Ziehen lokal eher auf den unteren Bauchraum begrenzt, während sie bei Menstruationsschmerzen auch in andere Körperregionen ausstrahlen können. Besonders wenn man auf eine Schwangerschaft hofft, kann es leicht passieren, jedes Ziehen in diese Richtung zu interpretieren. Wenn es dann doch nicht die erhoffte Einnistung war, ist die Enttäuschung oftmals groß, denn oft war frau schon „gedanklich schwanger“.

Wie lange dauert der Einnistungsschmerz?

Die Dauer des Einnistungsschmerzes kann, wenn er gespürt wird, von sehr kurz bis hin zu mehreren Tagen gehen, in denen er sich immer wieder zeigt. Es lässt sich hierzu keine allgemeingültige Aussage treffen, da das Schmerzempfinden von Frau zu Frau sehr unterschiedlich ist. Hast Du allerdings Schmerzen über einen längeren Zeitraum und werden diese nicht besser, so gilt auch hier: Im Zweifel besser ärztlichen Rat einholen.

Was ist die Einnistung?

Die Einnistung ist – vereinfacht dargestellt – die „Ankopplung“ der befruchteten Eizelle, der sog. Blastozyste, an die Gebärmutterschleimhaut. Wie in einem Nest lässt sie sich dort nieder und wird ab diesem Zeitpunkt von der Gebärmutter versorgt.

Wann findet die Einnistung statt?

Wenn Ei- und Samenzelle miteinander verschmelzen, kommt es nicht sofort zur Einnistung. Die Blastozyste muss sich zuerst auf die Reise in die Gebärmutterhöhle begeben und auch, wenn sie dort angelangt ist, kann es noch etwas dauern, bis sie einen Platz gefunden hat, an dem sie sich „ankoppelt“.

Zeitliche Abfolge vom Eisprung zur Einnistung

Nach der Ovulation dauert es zwischen 4 und 7 Tagen, bis die befruchtete Eizelle zur Gebärmutterhöhle gelangt. Auf ihrem Weg wird die Eizelle auch vorübergehend vom Eileiter versorgt.1 Meist am 5.-6. Tag nach der Befruchtung findet das Einnisten der Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut statt. Die befruchtete Eizelle findet in der fruchtbaren Schleimhaut der Gebärmutter eine Stelle, an der sie sich einnistet und dann von ihr ganz „zugedeckt“ wird. Hierbei wird das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) freigesetzt, welches verhindert, dass die Menstruation eingeleitet und die aufgebaute Schleimhaut der Gebärmutter abgestoßen wird. Damit beginnt die Schwangerschaft. Zu diesem Zeitpunkt besteht die Eizelle bereits aus etwa 100 Zellen; ihre äußere Schicht wird zum Versorgungssystem des Embryos, während die innenliegenden Zellen zum Embryo selbst werden.2

Wann tritt der Einnistungsschmerz auf?

Wenn die Eizelle nach ihrer Befruchtung und ihrer Reise durch den Eileiter in der Gebärmutterschleimhaut „andockt“, kann es zum Einnistungsschmerz kommen. Dies ist, wie oben beschrieben, meist nach 5–6 Tagen der Fall. Tritt also ein leichter Schmerz oder Ziehen im Unterbauch zwischen dem 4. und dem 7. Tag nach dem Eisprung auf, so kann es sich um einen Einnistungsschmerz handeln. Verspürst Du allerdings die leichten Schmerzen im Unterleib später, also kurz vor oder am Tag der zu erwartenden Regelblutung, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei um PMS handelt.

Weitere Symptome der Einnistung

Die Wand der Gebärmutter wird bei der Einnistung minimal verletzt, wenn die befruchtete Eizelle eine Verbindung mit der Schleimhaut eingeht, damit sie von der Gebärmutter versorgt wird. Daher kann die Einnistung weiterhin mit einer sehr schwachen und hellen Blutung einhergehen, die Einnistungsblutung genannt wird.3 Einnistungsblutungen fallen allerdings sehr schwach aus und sind auch von hellerer Farbe, als es bei der Periode der Fall ist.

Tritt eine stärkere Blutung von dunklerer Farbe auf, handelt es sich um die Monatsblutung und nicht um eine Einnistungsblutung. Viele Frauen mit Kinderwunsch vermuten daher durch eine Verwechslung beider Blutungen, sie seien schwanger trotz Periode.

Wenn Du häufiger Urinieren musst, kann dies ebenfalls ein Hinweis auf eine Einnistung sein. Nach erfolgter Einnistung steigt nämlich, wie erwähnt, der Spiegel des Hormons hcG an, wodurch sich die Blutzirkulation um die Blase verstärkt.4 Dadurch kann es zu einem häufigeren Harndrang kommen.

Kannst Du die Einnistung fördern?

Die Einnistung der befruchteten Eizelle kann durch verschiedene Gegebenheiten erschwert oder verhindert werden. Hierzu zählen eine dünne Gebärmutterschleimhaut, Myome innerhalb der Gebärmutter oder größere Polypen, also Schleimhautwucherungen. Aber es gibt auch Tipps, wenn Du auf eine Schwangerschaft hoffst, welche bei der Vorbereitung der Einnistung hilfreich sind.

Es ist bei einem Kinderwunsch auf jeden Fall sinnvoll, Stress, Hektik und Krankheiten zu minimieren, wenn man etwas für die Einnistung tun möchte. Entspannungsbäder, ruhige und gemütliche Abend mit dem Partner und gesunde Ernährung tragen auf jeden Fall zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden bei – davon profitierst nicht nur Du, sondern auch Dein Partner! Es gibt viele weitere Tipps zum schwanger werden, z. B. die Einnahme von Folsäure, ein gesunder Lebensstil und noch viele mehr, die Du Dir zu Herzen nehmen solltest.

Hat die Einnistung tatsächlich stattgefunden?

Ob eine Befruchtung stattgefunden hat und Du tatsächlich bald ein Baby erwarten darfst, kannst Du also möglicherweise am Einnistungsschmerz und später auch an der ausbleibenden Regelblutung erkennen. Um sicher erkennen zu können, ob Dein Kinderwunsch erfüllt wird, solltest Du einen Schwangerschaftstest durchführen.

Quellen:

1 Stegner, H.-E.: Pathologie der weiblichen Genitalorgane II: Pathologie der Ovarien und Eileiter, Springer, Heidelberg 2013.
2 Kainer, F.: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche. Gräfe und Unzer, 2009.
3 Cavada, S. et. al.: PPS-Pflegepraxis: Phänomene, Prinzipien, Strategien. Springer-Verlag, 2013.
4 Diedrich et al.:Gynäkologie & Geburtshilfe. 2. Auflage, Springer, Heidelberg 2007.


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