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Bei der symptothermalen Methode werden 2 Eisprunganzeichen zusammen ausgewertet, um die fruchtbaren Tage im Zyklus zu identifizieren. Richtig angewendet ist diese Methode sehr zuverlässig. Durch die konsequente Beobachtung Deiner Körperzeichen hilft die symptothermale Methode Dir, Deinen Körper und seine Signale sehr gut kennenzulernen.
Mit der symptothermalen Methode die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage auswerten.

Was ist die symptothermale Methode?

Dokumentation der Körperzeichen mit der symptothermalen Methode.

Symptothermale Methode: Erfassung der Körperzeichen | Foto: © cyclotest

Die symptothermale Methode gehört zu den Methoden der Natürlichen Familienplanung (NFP). Im Sprachgebrauch wird die symptothermale Methode oft mit „NFP-Methode“ gleichgesetzt. Dies liegt wohl daran, dass diese die sicherste dieser Verhütungsmethoden ist. Tatsächlich gibt es allerdings mehrere.1

Die symptothermale Methode ist darauf ausgelegt, den Eisprung und damit den Zeitraum der fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus sicher zu identifizieren, um entweder gezielt schwanger zu werden oder um hormonfrei zu verhüten.4

Körpersignale für die symptothermale Methode

Das für diese Methode wichtigste Körperanzeichen ist die Basaltemperatur. Die Aufwachtemperatur verändert sich während eines Zyklus und gibt Aufschluss über den Eisprung.

Auch der Zervixschleim unterliegt zyklischen Veränderungen. Während er in der unfruchtbaren Zeit in kleineren Mengen und dickflüssiger auftritt, wird er in der fruchtbaren Zeit flüssiger und spinnbarer. Diese Veränderungen werden bei der Billings-Schleimmethode beobachtet und ausgewertet.

Manchen Frauen fällt das Beobachten des Zervikalschleims schwer, weil sie entweder keinen Schleim oder keine Veränderung feststellen können. Die Beobachtung des Muttermundes kann die des Schleims ersetzen. Dabei ertastest Du den Muttermund und seine Beschaffenheit. Die Ergebnisse Deiner Selbstuntersuchung am Gebärmutterhals ergeben Rückschlüsse auf Deine Fruchtbarkeit.4

Sicherheit der Symptothermalmethode

Findet Geschlechtsverkehr tatsächlich nur an den sicher festgestellten unfruchtbaren Tagen statt, ist dieses System sehr sicher. Es weist laut DGGG bei gleichzeitiger richtiger Ausübung eine Methodensicherheit von bis zu 99,7 % auf. Dies entspricht einem Pearl Index von 0,3. Es gilt damit als sicherste natürliche Methode. Die Sicherheit der Antibabypille wird mit 99,8 % angegeben, also einem vergleichbaren Wert.3

Falls Du Dich dafür entscheidest, den symptothermalen Weg zu gehen und selbst auszuwerten, solltest Du Dich vorab ausführlich informieren und Dir entsprechende Bücher zulegen. Die Regeln sind komplex und es erfordert Zeit und Übung, um das Regelwerk vollständig zu erfassen und richtig auszuführen. 

Vorteile der symptothermalen Methode

Die symptothermale Methode bietet einen entscheidenden Vorteil: Aufgrund der Veränderung des Zervikalschleims und des Muttermundes kann der Eisprung im Voraus festgestellt werden. Zum anderen zeigen die Temperaturmesswerte an, wann er vorüber ist oder ob überhaupt einer stattgefunden hat.

Im Gegensatz zur hormonell gesteuerten Verhütung (Pille, Hormonspirale & Co.) bringt die symptothermale Methode keine gesundheitlichen Risiken mit sich und bedeutet keinen Eingriff in den weiblichen Körper wie beispielsweise bei der Kupferkette. Durch diese Methode wirst Du mit Deinem Körper und seinen naturgegebenen Vorgängen vertraut. Dies steigert die Selbstwahrnehmung sowie das Selbstbewusstsein.

Die symptothermale Methode kann sowohl zur Verhütung als auch bei dem Wunsch nach einem Kind eingesetzt werden. Das bedeutet, dass der Wechsel von Verhütung auf Kinderwunsch und umgekehrt sehr einfach und direkt möglich ist, was im ersteren Fall das schnelle Eintreten einer Schwangerschaft wahrscheinlich macht. Beim Absetzen der Pille oder anderer hormoneller Verhütungsmittel kommt es dagegen bei vielen Frauen zu einer längeren Wartezeit.

Die Temperaturmethode weist einen guten Pearl-Index auf, allerdings schneidet die symptothermale Methode ein ganzes Stück besser ab, da sie noch mit einer zweiten Methode (beispielsweise der Billings-Zervixschleimmethode) kombiniert wird.3 Wer also, abgesehen von der Temperaturauswertung, ein weiteres Fruchtbarkeitsmerkmal analysiert, kann die fertile Zeit im eigenen Zyklus zuverlässiger bestimmen und sich auf eine Sicherheit verlassen, die fast so gut ist wie die der Pille.

Zykluscomputer & Co. für die symptothermale Methode

Für die manuelle Aufzeichnung Deiner Körperzeichen brauchst Du ein Zyklusblatt, ein Thermometer mit 2 Nachkommastellen, einen Stift und eventuell einen Wecker. Diesen benötigst Du gegebenenfalls zur Erinnerung an Deine tägliche Messung, denn wenn diese zur selben Zeit stattfindet, kann dies die Messgenauigkeit erhöhen.2

Die hier beschriebene Form der Natürlichen Familienplanung ist aufwändig und verlangt Vorkenntnisse. Bei kompetenter Anwendung ist eine hohe Zuverlässigkeit gegeben.1 Der Zykluscomputer cyclotest myWay bildet genau diese Methodik ab. Er unterstützt Dich bei der Erhebung und Auswertung der diversen Körpersymptome und grenzt Dein fertiles Zeitfenster im Monat sicher ein. Auf diese Weise kannst Du von der Sicherheit dieser Methode profitieren, ohne Dir umfassendes Detailwissen über die Natürliche Familienplanung aneignen zu müssen.

Der Zykluscomputer ermöglicht die Kombination und Auswertung der Temperatur mit den Ergebnissen eines Ovulationstests, also dem LH-Peak, oder dem durch die Anwenderin festgestellten Zervixschleimhöhepunkt. Er erlaubt Dir außerdem, Deine Beobachtungen zum Muttermund einzugeben – das ist dann jedoch rein dokumentarisch und wird nicht ausgewertet.

Auch wenn Du Dich für einen Zykluscomputer entscheidest, kannst Du zusätzlich die Regeln und Handhabung dieses Systems erlernen. Das Praxisbuch „Natürlich und Sicher“ der Arbeitsgruppe NFP beispielsweise führt Dich Schritt für Schritt in die Funktionsweise ein. Beim Lesen dieser Lektüre kannst Du auch schnell feststellen, ob diese Herangehensweise für Dich geeignet ist oder nicht. Du erfährst, wie man laut diesem System auswertet, aber Körperwissen und Infos über Fruchtbarkeitsvorgänge. Ein Minicomputer könnte Dich bei der Symptomauswertung unterstützen und Dir die Ausführung erleichtern.

Regeln der symptothermalen Methode


Die symptothermale Methode basiert auf der Auswertung von zwei Körperzeichen zur Bestimmung der fruchtbaren Tage.

Die Messung der Aufwachtemperatur ist dabei das erste Körpersignal. Für das zweite kann unter den beiden Möglichkeiten Schleim- und Muttermundbeobachtung ausgewählt werden, wobei die Auswertung des Zervixschleims die gängigere der beiden ist. Die Temperatur- und Schleimbeobachtung werden zunächst unabhängig voneinander ausgewertet und dann die Ergebnisse verglichen.

Prinzip der doppelten Kontrolle

Die symptothermale Methode kombiniert die Temperaturmethode und die Schleimmethode, wobei beide Körperzeichen gleichwertig behandelt werden. Das bedeutet, dass die unfruchtbare Zeit nach dem Eisprung erst dann angenommen werden kann, wenn beide Körpersignale dies bestätigt haben. Beide Körperanzeichen werden unabhängig voneinander ausgewertet.2

Das unfruchtbare Zeitfenster nach der Ovulation ist einfacher zu bestimmen als das davor. Es kann durch den Temperaturanstieg und den Umschwung der Zervixschleimqualität in doppelter Kontrolle festgestellt werden. Um eine infertile Phase am Zyklusanfang vor dem Eisprung annehmen zu können, muss es im vorangegangenen Menstruationszyklus eine Temperaturhochlage gegeben haben.

Die sogenannte Minus-8-Regel besagt, dass die 7 Tage vor dem ersten erhöhten Temperaturwert als fruchtbar angenommen werden müssen. Somit wäre der 8. Tag vor dem Anstieg der letzte infertile Tag vor dem Eisprung. Diese Regel darf erst angewandt werden, wenn der erste höhere Temperaturwert aus mindestens 12 Zyklen ermittelt wurde. Sollte die Konsistenz des Schleims bereits früher auf Fruchtbarkeit hinweisen, so beginnt die fruchtbare Zeit bereits zu diesem Zeitpunkt.

Liegen noch keine 12 Auswertungen vor, so wird die 5-Tage-Regel angewendet. Im ersten Monat, in dem Du die symptothermale Methode anwendest, solltest Du jedoch vom ersten Tag an mit Fruchtbarkeit rechnen, da bei manchen Frauen mit größeren Schwankungen gerechnet werden muss. Ab dem 2. Zyklus gelten die ersten 5 Tage im Monat als unfruchtbar, solange der Schleim nicht schon früher „fruchtbar“ kennzeichnet. Sollte ein Temperaturanstieg während der ersten 12 Zyklen einmal am 12. Zyklustag oder früher stattgefunden haben, so muss ebenfalls bereits früher mit der fertilen Zeitspanne gerechnet werden und es gilt die Minus-8-Regel.

Wird die Untersuchung des Zervixschleims durch die vom Muttermund ersetzt, gilt Folgendes: Bleibt dieser nach der Periode unverändert, so kann man von Unfruchtbarkeit ausgehen. Es sei denn, die 5-Tage-Regel oder die Minus-8-Regel weist nicht bereits auf die fertilen Tage hin. Steht dieser der Muttermund dann hoch, ist weich und weit geöffnet, so können hochfruchtbare Tage angenommen werden. Es muss an drei aufeinanderfolgenden Tagen ein harter, geschlossener Muttermund beobachtet werden, um, in Verknüpfung mit der Temperatur, von einer unfruchtbaren Zeit nach dem Ovulationszeitpunkt ausgehen zu können. Das Verbinden mit der Temperatur ist, was die Sicherheit angeht, gleichzusetzen mit dem Kombinieren von Temperaturmessung und Schleimauswertung.4

Ursprung der Symptothermalmethode

Die symptothermale Methode wurde erstmals 1965 von dem österreichischen Arzt Joseph Rötzer in ein Regelwerk gegossen. Seither gab es verschiedene Ansätze, die beiden Symptome Körpertemperatur und Zervikalschleim zu vereinen. 1981 wurde die Arbeitsgruppe NFP gegründet, die auf Basis der bereits vorhandenen hormonfreien Methoden ein Regelwerk für die symptothermale Methode erarbeitete. Diese trägt seit 2010 den geschützten Namen Sensiplan und ist in vielen Ländern anerkannt. Sie hat ihren Sitz bei den Maltesern in Köln und wird von der Universität Heidelberg wissenschaftlich unterstützt.4

Anwendung der symptothermalen Methode

Viele Paare wenden diese Methode an, um ihrem Kinderwunsch gezielt nachzuhelfen. Andere Paare möchten diese als natürliche Verhütungsmethode zur Vermeidung einer Schwangerschaft anwenden.

Symptothermale Methode als Verhütungsmethode

Die symptothermale Methode gilt aufgrund der doppelten Kontrolle zweier Symptome als sicherste hormonfreie Verhütungsmethode.2 Bei ihr werden die natürlichen Körpervorgänge nicht beeinträchtigt und frau ist auf kein verschreibungspflichtiges Medikament wie die Pille angewiesen. Die natürliche Verhütung kann dann erfolgreich angewendet werden, wenn man bereit ist, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen und die Fruchtbarkeitsanzeichen beurteilen zu lernen. Viele Menschen denken an die Kalendermethode, wenn sie von natürlicher Empfängnisverhütung hören. Diese funktioniert allerdings nicht, weil sich der Eisprung nicht sicher angeben lässt.

Nur an den sicheren Tagen darf ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfinden. Während der fruchtbaren Phase müsst Ihr zusätzlich Barrieremethoden wie ein Diaphragma oder Kondom verwenden oder auf Vaginalsex verzichten. Aber Achtung: Ein Diaphragma wird oft mit einem chemischen Mittel angewendet, was den Zervixschleim verändern kann. Dies alles bedeutet aber, dass man sich innerhalb einer Partnerschaft auf die Methode einstellen und sich in Sachen Verhütung abstimmen muss, was wiederum zu mehr Intimität und Nähe führen kann. Ein Verhütungscomputer kann Dich bei der Anwendung der symptothermalen Methode unterstützen.

Symptothermalmethode für den Kinderwunsch

Wenn Du Dir eine Schwangerschaft herbeisehnst, kann die symptothermale Methode sehr hilfreich sein. Durch die Analyse der Fruchtbarkeitsmerkmale kannst Du schnell feststellen, ob und in welchem Zeitrahmen Dein Eisprung erfolgt. Es werden also auch die hochfertilen Tage im Menstruationszyklus ermittelt, an denen eine Befruchtung der Eizelle am wahrscheinlichsten ist und der Kinderwunsch somit schnell erfüllt werden kann. Mögliche Zyklusunregelmäßigkeiten, die auf eine gynäkologische Erkrankung hindeuten und bei der Erfüllung des Kinderwunsches hinderlich sein könnten, werden ebenfalls aufgedeckt.

Maggie über die symptothermale Methode

Ein Porträt von Maggie, eine erfahrene NFP Anwenderin.

Porträt von Maggie

Maggie vom Blog „We are the Ladies“ ist eine erfahrene Anwenderin der Symptothermalmethode. Sicherlich kennt ihr sie schon – sie bloggt mit Herz, nicht nur auf ihrem eigenen Blog, sondern auch auf anderen Websites zum Thema. Nachfolgend erklärt sie, warum sie von dem symptothermalen System so überzeugt ist.

„Symptothermal, was für ein Unwort! Und wie angsteinflößend es doch klingt. Bevor ich mit natürlicher Verhütung begonnen habe, konnte ich mit diesem Wort rein gar nichts anfangen. Ich hatte es vorher nie gehört. Dabei ist es gar nicht so kompliziert, wie es klingt: Sympto steht für das Körpersymptom Zervixschleim, thermal für die Temperatur. Gerade diese Kombination macht die symptothermale Methode zu 99,7 Prozent sicher. Es werden also nur 3 von 1000 Frauen innerhalb eines Jahres ungewollt schwanger mit ihr. Für Neulinge klingt die symptothermale Methode erstmal sehr kompliziert. Sie braucht eine gewisse Lernzeit, Learning by Doing also.

Während dieser Übungszeit sollten Frauen durchgängig verhüten. Sie werden jedoch schnell merken, wie eindeutig erkennbar der Eisprungzeitpunkt ist, sobald sie anfangen ihren Körper genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei ist noch nicht mal ein regelmäßiger Zyklushergang Voraussetzung. Da der Ovulationstermin jeden Monat sicher aufs Neue bestimmt und nicht einfach nur grob berechnet wird, ist es ganz egal, ob ein Zyklus 21, 28 oder 35 Tage lang ist.

Es gibt jedoch einige äußere Einflüsse, die unsere Körpertemperatur ansteigen lassen können, sogenannte Störfaktoren der Basaltemperatur. Jede Frau findet übrigens nach und nach heraus, welche Faktoren ihre Aufwachtemperatur stören, das kann leider nicht pauschalisiert werden.

Symptothermal zu verhüten war – nach Absetzen der Pille – die wohl beste Entscheidung meines Lebens! Ich habe mein Zykluswissen auf Vordermann gebracht, viel über die Vorgänge in meinem Körper und auch die Zeichen, die er mir sendet, richtig zu deuten gelernt. Ich habe ein völlig neues Körpergefühl und Vertrauen in ihn und mich selbst entwickelt – etwas, das ich nie mehr missen möchte.“

Quellen:
1 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Sichergehn. Verhütung für sie und ihn. Köln 2013.
2 Raith-Paula, E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Heidelberg 2013.
3 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.: Leitlinien, Empfehlungen, Stellungnahmen. 2004.
4 Malteser Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.