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Die Grafik zeigt den Muttermund, auch Gebärmutterhals genannt.

Was ist der Muttermund?

Der Muttermund ist der untere Teil der Gebärmutter, auch Gebärmutterhals bzw. Cervix uteri oder kurz Zervix genannt. Der Muttermund unterliegt zyklischen Veränderungen. Die Selbstuntersuchung des Muttermundes stellt eine Alternative zur Zervixschleimbeobachtung bei der Anwendung der symptothermalen Methode dar.

Der Cervix uteri ist die Verbindung zwischen der Gebärmutter und der Scheide. Der Muttermund wird dabei von zwei ringförmigen Öffnungen begrenzt: dem inneren Muttermund – das ist der Übergang zur Gebärmutter – und dem äußeren Muttermund – das ist der Übergang zur Scheide.1 In diesem Beitrag bezeichnet „Muttermund“ immer Letzteres, da Du hier wichtige Zyklusinformationen erkennen kannst.

Aufgaben des Muttermundes

Der Muttermund ist sozusagen der Pförtner für die Gebärmutter. Er bestimmt durch seine Öffnung oder sein Zusammenziehen, wann Spermien zur Gebärmutter und Eizelle weiterreisen dürfen und wann nicht. Da sich die Durchlässigkeit zyklisch ändert, liefert die Beobachtung des Muttermundes wichtige Informationen zum Fruchtbarkeitsstatus. Die Beobachtung des Muttermund-Stands ist damit eine Möglichkeit zur Anwendung der Methoden der NFP für ein schnelles Erreichen einer Schwangerschaft oder für die natürliche Empfängnisverhütung.1

Weiterhin verhindert die enge Öffnung des Cervix uteri das Aufsteigen von Keimen in die Gebärmutter. Während der Geburt wird der Muttermund unter dem Einfluss eines Hormons weicher. Er öffnet sich während der Wehen, bis die Muttermundweite bei der Geburt des Baby-Nachwuchs ca. 10 cm erreicht hat.

Muttermund-Kategorien

Es können drei Muttermund-Kategorien unterschieden werden: Öffnung, Lage und Festigkeit. Hinsichtlich Ersterem kann der Muttermund geschlossen, teilweise geöffnet oder vollständig geöffnet sein. Bei der Position unterscheidet man, dass er tiefer oder höher liegen kann. Hinsichtlich Letzterem unterscheidet man entweder hart oder weich.2

Wie kannst Du den Muttermund ertasten?

Den Muttermund untersuchen die meisten Frauen, die Schwierigkeiten haben, ihren Zervixschleim zu beobachten. Sie können stattdessen den Muttermund untersuchen und die Veränderungen notieren.

Wie den Muttermund beobachten?

Der Muttermund sitzt am Ende des Gebärmutterhalses bzw. von der anderen Seite her gesehen am Ende der Vagina und lässt sich mit einem oder zwei sauberen (!) Fingern ertasten. Dies erfordert natürlich etwas Übung. Wenn Du mit Deinen Fingern am Ende der Scheide angelangst und nicht weiterkommst, dann bist Du am Ziel. Für das erstmalige Erfühlen empfiehlt es sich, direkt nach der Periode zu starten, da der Muttermund zu diesem Zeitpunkt etwas weiter in die Scheide hineinragt und dadurch besser zu ertasten ist. Er fühlt sich zu diesem Zeitpunkt wie ein harter Knubbel an, in etwa vergleichbar mit der Nasenspitze, allerdings mit einer leichten Vertiefung in der Mitte. Kurz vor dem Eisprungtag kann es deutlich schwieriger werden, ihn zu erfühlen, da er dann etwas nach oben wandert.2

Tipps zum Erfühlen des Muttermundes

Eine Grundregel für das Ertasten des Muttermundes ist die Einhaltung der Hygiene. Vor dem Erfühlen ist es wichtig, unbedingt die Finger zu waschen, damit keine Bakterien in die Gebärmutter gelangen. Es empfiehlt sich außerdem, lange Fingernägel zu kürzen, damit keine Verletzungen an der Scheidenwand oder am Rand der Zervix entstehen.

Führe nun ein oder zwei saubere Finger in die Scheide ein. Versuche, den Muttermund zu ertasten, der in die Scheide hineinragt. Ist der Muttermund offen, spürt man eine deutliche Vertiefung. Ist er geschlossen, so spürt man nur eine leichte Unebenheit. Für den Härtegrad empfiehlt sich der Vergleich mit anderen Körperteilen. Ist der Muttermund weich, so fühlt er sich an wie Deine Ohrläppchen. Ist er fest, kann man ihn am ehesten mit dem Nasenknorpel vergleichen.

Um ein Gespür für die Position des Gebärmutterhalses und dessen wechselnde Merkmale zu bekommen, ist es wichtig, dass Du das Erfühlen mehrere Monate übst, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Taste einmal täglich und verwende dazu immer dieselben Finger und dieselbe Position, um vergleichbare Ergebnisse zu bekommen. Du wirst bald merken, wie Du zum Profi wirst!

Wie verändert sich der Muttermund im Zyklus?

Je nach Zyklusphase ändern sich die Lage, die Festigkeit und die Öffnung des Muttermundes. Man unterscheidet drei Phasen:

Muttermund nach der Menstruation

Nach der Menstruation lässt sich der Muttermund gut untersuchen, da er zum einen tief steht und einige Zentimeter in die Scheide hineinragt und da er zum anderen geschlossen und auch hart ist, in etwa vergleichbar mit der Nasenspitze. Zu diesem Zeitpunkt wirst Du beim Abtasten nur sehr wenig oder keinen Zervixschleim feststellen.1

Muttermund in der fruchtbaren Phase

Als eines der Eisprung Symptome zeigt der Gebärmutterhals auch die nahende hochfruchtbare Phase an, indem er immer weiter nach oben wandert und sich dadurch auch zunehmend schlechter erfühlen lässt – manchmal gar nicht mehr. Den Muttermund untersucht man in diesem Fall am besten, wenn man in die Hocke geht. Er öffnet sich in dieser Phase immer mehr und wird weicher, vergleichbar etwa mit dem Ohrläppchen. Du wirst auch bemerken, dass der abgesonderte Zervixschleim jetzt sehr dünnflüssig ist.1

Muttermund nach dem Eisprung

Nach dem Eisprung schließt sich der Muttermund und wird wieder hart. Nun ertastet man diesen wieder besser, da er nach unten wandert. Der Zervixschleim fühlt sich beim Abtasten klumpig an und verschließt den Durchgang für Spermien mit einem Schleimpfropf.1

Wie liest Du die Fruchtbarkeit ab?

Dadurch, dass der Muttermund je nach Fruchtbarkeitsphase seine Position, seinen Öffnungsgrad und seinen Festigkeitsstand ändert, lässt sich daran die jeweilige Fruchtbarkeitsphase ablesen. Die fruchtbare Zeit zu kennen ist einerseits wichtig, wenn man den Kinderwunsch erfüllen möchte. Andererseits kann die Muttermund-Auswertung zur natürlichen Empfängnisverhütung genutzt werden. Dessen Zeichen allein reichen aber nicht für eine sichere Bestimmung der Fruchtbarkeit aus; optimalerweise nimmt man noch die Basaltemperatur hinzu.

Die symptothermale Methode ist dann in der Kombination Temperatur und Muttermund anzuwenden.Für die Fruchtbarkeitsauswertung sieht diese Methode spezielle Regelungen vor. Sie stellt eine sehr gute und sichere Methode zur Beschleunigung einer Schwangerschaft oder der natürlichen Empfängnisverhütung dar, da sie zwei Eisprunganzeichen auswertet.

Welche Fruchtbarkeitsmerkmale verraten Dir der Muttermund?

Der Muttermund ist …

  • weich, geöffnet, steht hoch fruchtbare Phase
  • hart, geschlossen, steht tief unfruchtbare Phase

Zu beachten ist, dass die einzelnen Phasen und Eigenschaften des Muttermundes langsam in die jeweils andere übergehen!

Muttermund mit dem Zykluscomputer erfassen

Unser Zykluscomputer cyclotest myWay ist so ausgelegt, dass er nicht nur die Basaltemperatur erfasst, sondern dass Du auch hinterlegen kannst, welche Beschaffenheit Dein Muttermund gerade hat. Du kannst die Merkmale Härte, Öffnung und Lage eintragen, was Dir zusätzliche Sicherheit gibt.

Eingabefenster für Beschaffenheit des Muttermunds im cyclotest myWay

cyclotest myWay Eingabefenster Muttermund | Foto: © cyclotest

Quellen:
1 Malteser Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.
2 Raith-Paula, E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Heidelberg 2013.


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