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Verhütungs-Apps berechnen die fruchtbare Phase und den Eisprung mithilfe eines Basalthermometers.

Wie funktionieren Verhütungs-Apps?

Eine Verhütungs-App berechnet die fruchtbaren Tage und den Eisprung im Zyklus. Sie muss auf den zuverlässigen Methoden der Natürlichen Familienplanung basieren und sollte gleichzeitig zertifiziert sein, damit eine hohe Sicherheit gewährleistet ist.

Wie überall, gilt auch hier: App ist nicht gleich App. Die zugrundeliegenden Methoden und Algorithmen könnten oftmals unterschiedlicher nicht sein. Es gibt mittlerweile einige Verhütungs-Apps, die bei Frauen werben, die fruchtbaren Tage und den Eisprungtag zu berechnen. Darunter Temperatur-Apps, die nach der Temperaturmethode messen und wieder andere, denen die symptothermale Methode zugrunde liegt.

Du fragst Dich, was es mit den vielen verschiedenen Verhütungs-Apps auf sich hat? Möchtest Du mal eine ausprobieren, weißt aber nicht, welche? Und fragst Du Dich, ob Verhütungs-Apps sicher sind und Du nicht schwanger wirst? Wir haben für Dich einen kurzen Überblick zusammengestellt.

Verhütung mit App und Thermometer

Essenziell für die natürliche Verhütung per Smartphone ist die Erfassung und Auswertung der Basaltemperatur. Hierbei handelt es sich um das wichtigste Kennzeichen zur Feststellung der fruchtbaren bzw. unfruchtbaren Phase der Frau.1

Zunächst wird ein Thermometer benötigt, das die Basaltemperatur misst. Allerdings darf es sich nicht um ein gewöhnliches Fieberthermometer handeln. Die Verhütungs-App selbst übernimmt dann die Auswertung der Temperatur. Der Fruchtbarkeitsstatus im Zyklus wird nach einem bestimmten Algorithmus ausgewertet.

Vorteilhaft ist für Nutzerinnen, wenn das Thermometer und die Applikation vom gleichen Hersteller sind. Hier kann gewährleistet werden, dass beide aufeinander abgestimmt sind, denn bei der Verhütung mit App und Thermometer handelt es sich um 2 Komponenten, im Gegensatz zu einem Verhütungscomputer.

Für zuverlässiges Verhüten wäre es neben der Körpertemperatur noch wichtig, dass die App noch weitere Eisprunganzeichen mit in den Algorithmus einbezieht, z. B. die Ergebnisse Deiner Zervixschleim-Beobachtung. Damit lässt sich Dein Zyklus dann symptothermal auswerten. Diese Methode ist Bestandteil von NFP (Natürliche Familienplanung).

cyclotest mySense ist momentan die einzige Verhütungs-App eines deutschen Herstellers, die zur Verhütung zugelassen ist und via Bluetooth die Temperaturdaten von einem Basalthermometer empfängt. Das macht cyclotest mySense komfortabel, einfach und effektiv für Nutzerinnen, die mithilfe Smartphone verhüten möchten.

Wie sicher ist eine Verhütungs-App?

Die Sicherheit der Verhütungs-App richtet sich nach dem integrierten Algorithmus und danach, auf welcher Methode dieser beruht. Laut Gynäkologin Dr. Petra Frank-Hermann sollen diese zumindest auf der symptothermalen Methode basieren sowie Störfaktoren der Frauen berücksichtigen.2

In Europa müssen Verhütungsmittel außerdem entsprechend zertifiziert sein. Dies ist eine gesetzliche Notwendigkeit, um Medizinprodukte ab Risikoklasse 1 als Hersteller in der EU in Verkehr zu bringen. Die Zertifizierung sagt also nichts über die jeweilige Sicherheit des Verhütungsmittels aus, stellt aber sicher, dass bestimmte Richtlinien erfüllt werden, die die Sicherheit des Medizinprodukts gewährleisten. Es sollte daher geprüft werden, ob die Verhütungs-App vom TÜV oder einer anderen Prüfstelle als Medizinprodukt zur Verhütung zugelassen wurde.

Vorteile von Verhütungs-Apps

Zuverlässige Verhütungs-Apps, die mehrere Eisprunganzeichen auswerten können, haben einen klaren Vorteil für: Sie sind sicher. Daneben gibt es aber weitere Vorteile: Du benötigst weder Zettel noch Stift, und Du musst die Auswertung nicht von Hand vornehmen. Allerdings musst Du den Temperaturwert in die App eintragen.

Du hast alle Daten auf einen Blick und auf Deinem Smartphone jederzeit parat und erkennst sofort, ob Du schwanger werden kannst. Außerdem kannst Du sofort den Beginn Deiner nächsten Periode erkennen. Wenn Du weißt, wann Du fruchtbar bist, kannst Du den Sex danach ausrichten und Dich ggf. beispielsweise via Kondom vor einer Schwangerschaft schützen.

Eine Verhütungs-App ist aber nicht nur bei der Analyse der Fruchtbarkeit sehr hilfreich, sondern auch, wenn Du Deinen Zyklus beobachten möchtest. Du wirst auch bald merken, dass Dein Zykluswissen zunimmt, wenn Du Deine Zyklusdaten erfasst. Dies führt zu einem besseren Körper- und Zyklusbewusstsein.

Auf der Hand liegt dabei nicht nur das Smartphone, sondern auch ein wichtiger Vorteil einer solchen Applikation: keine Hormone und kein Eingriff in natürliche Körpervorgänge. Der Trend zur hormonfreien Verhütung ist hier nicht nur ein nettes Feature, sondern die Grundlage des Ganzen.

Und das macht es so modern und für das Verhüten für Mann und Frau so überzeugend – ohne Nebenwirkungen wie beispielsweise bei der Pille oder anderen Verhütungsmethoden. Anwenderinnen können sich beispielsweise über eine gesteigerte Libido freuen, wenn die Pille abgesetzt ist.3

Verhütungs-Apps: Worauf solltest Du achten?

Vielen Nutzerinnen fällt es schwer, das richtige Produkt für eine so entscheidende Funktion zu finden. Wir haben Dir im nachfolgenden 4 Tipps zusammengestellt, worauf Du bei Verhütungs-Apps achten solltest.

Tipp 1

Welcher Algorithmus steckt hinter der Verhütungs-App?

Da jeder Zyklus individuell und einzigartig ist, sollte der Algorithmus der App seinen Berechnungen natürlich auch die individuellen Werte jeder Frau zugrunde legen. Eine Verhütungs-App, die auf der symptothermalen Verhütungsmethode beruht, kann zuverlässig die Fruchtbarkeit und den Eisprung berechnen.

Dr. Gunnar Schwan, Projektleiter der Stiftung Warentest, stellte beim App-Test aus dem Jahr 2017 fest, dass man sich auf viele auf dem Markt befindliche Apps nicht verlassen kann. Anwenderinnen können dann von einer ungeplanten Schwangerschaft überrascht werden. Grund hierfür ist, dass viele sich nur auf frühere Zyklusdaten der Frau beziehen oder sogar nur auf Kalenderdaten. Frauenärzte wie Dr. Petra Frank-Herrmann geben zu bedenken, dass auf reine Durchschnittswerte kein Verlass sei und Störfaktoren der Anwenderinnen zu berücksichtigen seien.2

Zuverlässig die Temperatur auswerten mit cyclotest mySense.

Aber Achtung: Momentan gibt es viele schlechte Apps auf dem Markt! Daher kann es Dir schwerfallen, zu erkennen, ob es sich jetzt um eine App zum Verhüten handelt. Am besten schaust Du in der Beschreibung und/oder auf der Website nach. Dort solltest Du den Hinweis finden, nach welcher Methode die App auswertet.

Wenn Du Dich schon besser mit der Symptothermalmethode auskennst, ist eine Verhütungs-App vielleicht genau Dein Fall: Du behältst die volle Kontrolle – Tag für Tag. Denn die App zeigt Dir direkt an, ob Du Dich in einer fruchtbaren oder unfruchtbaren Phase befindest. Hier kannst Du entscheiden, ob Du ggf. ein zusätzliches Verhütungsmittel beim Sex verwenden solltest. Kein Aufschreiben der Zyklen mit Stift und Zettel und auch kein Verzetteln!

Darüber hinaus kannst Du oftmals zahlreiche weitere Symptome und Beobachtungen eintragen, die Dir helfen, Deinen Zyklus besser kennenzulernen. Zusätzliche Funktionen wie PIN, E-Mail-Export und die Historie vergangener Zyklen sind meistens auch Standard.

Du erhältst mit dieser App eine tolle technische Unterstützung. Wertet der Algorithmus symptothermal aus, so wird diese Art der Verhütung besonders sicher. Vergiss aber nicht, dich mit den Methoden zu beschäftigen, um ggf. Störfaktoren ausgrenzen zu können.

Tipp 2

Wie ist die Benutzerfreundlichkeit der App?

Ist die Darstellung über Deinen Fruchtbarkeitsstatus übersichtlich? Ist die Anwendung einfach und komfortabel? Funktioniert die Verhütungs-App mit einem Bluetooth-Thermometer? Können Zyklusdaten eingesehen und per PDF exportiert werden? Gibt es zahlreiche Eingabemöglichkeiten wie z. B. über Deine Stimmung, PMS, Arbeit? Gibt es eine Hilfe- und Kontaktfunktion?

Das sind nur beispielhafte Fragen zur Benutzerfreundlichkeit, die für jede Frau unterschiedlich wichtig sind. Mach Dir eine Liste mit den Must-haves, Nice-to-haves sowie den Dingen, die die App auf keinen Fall besitzen sollte. Damit hast Du eine gute Grundlage für die Entscheidung.

Tipp 3

Wer ist der Hersteller der Verhütungs-App?

Prüfe, wer der Hersteller der Verhütungs-App ist. Vorteilhaft ist, wenn es sich um einen bekannten Hersteller handelt, der bereits andere Verhütungsprodukte als Hersteller in den Handel bringt.

Kommt der Hersteller aus dem Ausland, sollte unter anderem geprüft werden, ob dieser diese App zur Verhütung auf den europäischen Markt bringen darf. Ein weiterer Nachteil eines Herstellers aus dem Ausland könnte u. a. eine fehlerhafte Übersetzung und dadurch missverständliche Angaben in der App sein. Zudem muss garantiert sein, dass die Speicherung und Weitergabe von Daten der Nutzerinnen gemäß deutscher bzw. europäischer Vorgaben erfolgt. Laut einer Studie eines brasilianischen Cyber-Security-Projekts verdienen einige Apps Geld damit, private Daten der Nutzerinnen weiterzuverkaufen.4

Tipp 4

Ist die Verhütungs-App zur Verhütung zugelassen?

Möchte man mit einer Zyklus-App lediglich seinen Zyklus dokumentieren, ist die Sicherheit vielleicht nicht so wichtig. Wenn man sich aber zur Verhütung darauf verlassen möchte, sollte man darauf achten, dass die App über eine IIb-Klassifizierung nach der Medizinprodukterichtlinie verfügt und damit eine „echte“ Verhütungs-App ist. Diese Klassifizierung erfolgt über eine sogenannte „benannte Stelle“, beispielsweise den TÜV.

Quellen:

1 Vollman, R.: The menstrual cycle. Saunders. 1977.
2 Stiftung Warentest (Hrsg.): Fruchtbar oder nicht?, Stiftung Warentest, Ausgabe 12/2017.
3 Roney, J. R. and Simmons, Z. L.: Hormonal predictors of sexual motivation in natural menstrual cycles. Hormones and Behavior, Vol. 63. 2013.
4 Felizi, N. and Varon, J.: MENSTRUAPPS – How to turn your period into money (for others). Studie 2018.


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