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Der Sitz der Kupferspirale in der Gebärmutter.

Kupferspirale: Die ideale Verhütung?


Bei der Kupferspirale (Intrauterinpessar) handelt es sich um eine relativ sichere Methode, die jedoch nur vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt und entfernt werden kann. Die Spirale ist zwar hormonfrei, zählt aber aufgrund des Einsetzens in die Gebärmutter nicht zu den natürlichen Verhütungsmethoden.

Die Kupferspirale ist ein Kunststoffträger, der mit Kupfer ummantelt ist.

Vielleicht hast Du schon gehört, dass eine Kupferspirale sehr sicher sein soll, aber gleichzeitig unter Umständen Deine Blutung verstärken kann. Und wie ist das, wenn Du noch keine Kinder bekommen hast – ist die Kupferspirale dann trotzdem für Dich geeignet? Wir haben im Folgenden alle Aspekte zur Spirale aufgegriffen.

Spirale: Nebenwirkungen & Co.

Die Kupferspirale verändert den Menstruationszyklus nicht und hat keine hormonellen Folgen wie die Pille. Allerdings hat die Kupferspirale – wie viele Verhütungsmittel – auch Nebenwirkungen, z. B. eine starke Regelblutung. Wenn Du ohnehin schon starke Blutungen hast, ist die Kupferspirale meist ungeeignet. Zudem sind bei der Spirale zu Beginn Zwischenblutungen häufig.

Im ersten Monat der Anwendung der Kupferspirale haben Frauen zudem ein um bis zu achtfach erhöhtes Risiko für Infektionen; in den ersten vier Monaten ein bis zu vierfach höheres Risiko.1 Besonders bei jungen Frauen treten anfangs vermehrt Entzündungen des Beckenbereichs auf. Das Risiko erhöht sich durch häufigen Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern. Über den Faden der Spirale können leichter Keime aufsteigen. Diese könnten im schlimmsten Fall sogar zu einer Unfruchtbarkeit führen.

Eine weitere Nebenwirkung der Kupferspirale ist, dass die Trägerin in den ersten zwei bis drei Monaten ein erhöhtes Risiko für eine Ausstoßung aus der Gebärmutter hat. Bei der Einlage selbst durch den Frauenarzt kann es in seltenen Fällen zu einer Durchstoßung der Gebärmutterwand kommen. Außerdem kann der Rückholfaden umschlagen, so dass zur Entfernung der Spirale eine Operation erforderlich wird. Es kann anfangs auch zu stärkeren Regelschmerzen kommen.

Ist die Kupferspirale zu groß, kann es neben dem Ausstoßen und Verletzen der Gebärmutter auch zu verstärkten Schmerzen kommen. Hier könnte sich eher die Einlage einer Kupferkette oder eine natürliche Form der Verhütung empfehlen.

Schließlich vergrößert sich durch die Spirale auch das Risiko einer Eileiterschwangerschaft. Wird eine Frau trotz Kupferspirale schwanger, muss diese vom Frauenarzt entfernt werden. Dadurch besteht die Gefahr einer Fehlgeburt.

Alternativen zur Kupferspirale

Angesichts der möglichen Nebenwirkungen fragen sich viele, ob eine Alternative nicht besser wäre. Zwar ist die Kupferspirale (wie übrigens auch die Kupferkette, deren Wirksamkeit auf demselben Prinzip beruht) hormonfrei, aber nicht natürlich, denn die Kupferspirale muss ja implantiert werden und bleibt als Fremdkörper in der Gebärmutter. Auch für das Entfernen muss die Hilfe eines Gynäkologen in Anspruch genommen werden.

Eine Alternative zur Kupferspirale ist die natürliche Verhütung. Sie hat den Vorteil, nicht den Menstruationszyklus zu beeinflussen. Zudem hat sie keinerlei negative Folgen für die Gesundheit.

Eine Alternative zur Kupferspirale ist damit beispielsweise ein Verhütungscomputer, den man selbstständig und ohne Hormone anwenden kann – hier hat frau wortwörtlich alles selbst in der Hand. Im Optimalfall basiert der Computer auf der Symptothermalmethode, die natürlich auch ohne Hilfsgerät, sondern stattdessen mit Zettel und Stift angewendet werden kann.

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Wichtige Fakten zur Kupferspirale

Die Kupferspirale zählt in Deutschland zu den weniger verbreiteten Verhütungsmethoden. Ca. 10 % der Frauen verwendeten die Kupferspirale 2004. Bei der Kupferspirale handelt es sich um einen T- oder ankerförmigen Kunststoffträger, der mit dünnem Kupferdraht umwickelt oder mit einer Legierung aus Kupfer, Gold oder Silber ummantelt ist. Das Gold hat hierbei keine medizinische Funktion, sondern erhöht die Haltbarkeit des Kupfers und somit die Verwendbarkeit der Spirale. Spezifische Wirkungen des Silbers konnten bisher nicht nachgewiesen werden.

Die Form des Trägers der Kupferspirale kann auch abweichen; sie dient lediglich der besseren Verankerung in der Gebärmutter. Neben den unterschiedlichen Formen gibt es die Spirale auch in unterschiedlichen Größen (2,5 bis 3,5 Zentimeter).

Wie wirkt die Kupferspirale?

Im Gegensatz zur Hormonspirale beruht die Wirksamkeit der Kupferspirale nicht auf Hormonen, die an den Körper abgegeben werden. Aus dem Kupferdraht werden geringe Mengen Kupferionen in die Gebärmutter abgegeben. Das Kupfer wirkt hemmend und toxisch auf Spermien, und im Gegensatz zur Hormonspirale ist die Wirkung der Kupferspirale auch tatsächlich nur lokal in der Gebärmutter.

Sollte es trotz Spirale zu einer Befruchtung kommen, kann sich außerdem die befruchtete Eizelle nicht in die Schleimhaut der Gebärmutter einnisten. In der Gebärmutterschleimhaut löst die Kupferspirale als Fremdkörper eine sterile Entzündungsreaktion aus, durch die die Einnistung verhindert wird. Deswegen kann die Spirale auch als Notfallkontrazeptivum verwendet werden. Die Entzündungszellen selbst bauen außerdem auch Spermien ab.²

Für wen ist die Spirale geeignet?

Die Kupferspirale ist meist für folgende Personen geeignet:

  •  Frauen, die bereits Kinder haben
  •  Frauen, die ohne Hormone verhüten möchten
  •  Frauen, die eine langfristige Verhütung anstreben

Eingeschränkt geeignet ist die Spirale für:

  • Frauen mit starker oder unregelmäßiger Regelblutung
  • Als Verhütung für Teenager und junge Frauen (hier werden oft andere Methoden empfohlen)
  • Bei bestimmten Erkrankungen wie Myomen in der Gebärmutter, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus

Spirale: Kosten und Sicherheit

Die Kosten für eine Kupferspirale belaufen sich je nach Modell auf etwa 120 € bis 200 €. Frauen ab dem vollendeten 20. Lebensjahr müssen die Kosten der Spirale selbst tragen, davor übernimmt diese die Krankenkasse. Lagekontrollen der Kupferspirale, die ca. alle 6 Monate durchgeführt werden sollten, müssen selbst bezahlt werden.

Die Liegezeit ist von Modell zu Modell unterschiedlich und variiert zwischen 3 und 5 Jahren. Kupferspiralen bieten mit einem Pearl-Index von 0,3–0,8 eine relativ hohe Verhütungssicherheit. Die Sicherheit der Spirale ist abhängig vom Kupfergehalt der Spirale – Anwendungsfehler können bei der Kupferspirale nicht vorkommen. Ein Kondom muss zusätzlich zur Spirale verwendet werden, um den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen zu gewährleisten.²

Spirale einsetzen – Wie funktioniert’s?

Eingesetzt wird die Kupferspirale meist während der Menstruation, da der Gebärmutterhals zu diesem Zeitpunkt in der Regel etwas geweitet ist und somit der Zugang zur Gebärmutterhöhle leichter ist. Außerdem kann zu diesem Zeitpunkt eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Vor dem Einsetzen der Spirale erfolgt eine gynäkologische Untersuchung daraufhin, ob diese Verhütungsmethode generell geeignet ist sowie auch darauf, ob Geschlechtskrankheiten vorliegen. Die Kupferspirale wird sodann mithilfe einer Einführungshilfe eingelegt, bei Bedarf auch unter Betäubung, da die Einlage u. U. schmerzhaft sein kann (die Schmerzintensität ist von Frau zu Frau verschieden).Gegebenenfalls ist es für die Einlage der Kupferspirale auch erforderlich, den Muttermund zu weiten. Der korrekte Sitz wird anschließend per Ultraschall überprüft.

Quellen:
1 Mendling, W.: Chlamydienabstrich vor Spiraleinlage. Nr. 21. gyn, S. 466–467.
2Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007.


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