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Wie sieht die Verhütung nach der Geburt oder Stillzeit aus?

Wie funktioniert die Verhütung in der Stillzeit?

Verhütung nach der Geburt – beispielsweise in der Stillzeit – ist sehr wichtig: Welche Verhütung nach der Geburt gibt es? Welche Verhütung in der Stillzeit schadet weder dem Kind noch der Mutter? Die Verhütung nach der Geburt ist ein eigenes Thema, denn außer der Sicherheit müssen auch ggf. die Auswirkungen auf die Milchproduktion und auf das Baby berücksichtigt werden.

Suchst Du gerade nach einer geeigneten Verhütung nach der Geburt? Viele Frauen sind der Meinung, dass Stillen einen ausreichenden Verhütungsschutz darstellt. Aber stimmt das? Und wenn man nicht stillt, welche Möglichkeiten des Empfängnisschutzes gibt es dann? Nachfolgend möchten wir Dir Antworten auf all diese Fragen geben.

Viele sind der Meinung, dass die Verhütung in der Stillzeit sicher ist und sie während der Stillzeit nicht schwanger werden können. Sie berufen sich dabei auf die Laktationsamenorrhö-Methode (LAM), derzufolge durch das Stillen das Hormon Prolaktin ausgeschüttet wird. Dies soll zum einen die Produktion der Muttermilch anregen und andererseits einen Eisprung verhindern. Neben der Tatsache, dass die individuellen Voraussetzungen bei jeder Frau unterschiedlich sind, müssen für eine funktionierende Laktationsamenorrhö-Methode mehrere Voraussetzungen gegeben sein, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.

Voraussetzungen für den Empfängnisschutz in der Stillzeit

Die LAM-Regel hat folgende Voraussetzungen zur Verhütung nach der Geburt:

  • Sie kann erst ab dem 56. Tag nach der Geburt angewendet werden.
  • Die Frau darf noch keine Menstruation nach der Geburt gehabt haben.
  • Tagsüber muss mindestens alle vier Stunden gestillt werden.
  • In der Nacht muss mindestens alle sechs Stunden gestillt werden.
  • Das Baby darf keine Beikost erhalten, da ansonsten Stillmahlzeiten ausfallen und dadurch der Prolaktinspiegel absinkt.
  • Das Baby darf keinen Schnuller und kein Fläschchen verwenden.

Liegen alle diese Voraussetzungen vor, gilt bis sechs Monate nach der Geburt die Verhütung als vergleichsweise sicher. Möchte man mit dieser Verhütungsmethode verhüten, muss man von einem Pearl-Index von 11 bis 22 ausgehen. Sobald ein Punkt entfällt, ist die Sicherheit nicht mehr anwendbar. Gleiches gilt, wenn die erste Blutung nach der achten Woche auftritt, denn dann muss von Fruchtbarkeit ausgegangen werden.1

Wissenswertes zur LAM

Die Laktationsamenorrhö-Methode trägt ihre Wirkweise schon im Namen: Durch Milchbildung (=Laktation) wird ein Ausbleiben der Regelblutung (=Amenorrhö) erreicht. Bereits seit der Antike ist bekannt, dass das Stillen eine kontrazeptive Wirkung hat. Neuere Forschungsergebnisse zeigten, dass nicht die Dauer des Saugens für die Prolaktinbildung entscheidend ist, sondern die Frequenz.3 LAM ist eine natürliche Verhütungsmethode. Es ist jedoch vom Einzelfall abhängig, wie lange sich die erste Menstruation nach der Geburt durch das Stillen verschieben lässt; in der Regel handelt es sich um wenige Monate.

Tipps zur Verhütung nach der Geburt

Prinzipiell ist auch hormonelle Verhütung nach der Geburt und sogar während der Stillzeit möglich. Sie ist jedoch bei letzterem nicht 1. Wahl, da sie neben den üblichen Nebenwirkungen auch unerwünschte Einflüsse auf das Stillen bzw. das Neugeborene haben kann. Präparate nur mit dem Hormon Gestagen, z. B. Minipille, Hormonimplantat oder Hormonspirale, haben in der Regel keinen Einfluss auf die Milchproduktion; in Einzelfällen konnte jedoch durch das Gestagen ein Rückgang der Milchmenge beobachtet werden. Mit der Einnahme der Minipille sowie der Dreimonatsspritze soll allerdings frühestens 6 Wochen nach der Geburt begonnen werden. Beim Hormonimplantat verkürzt sich diese Zeit auf 4 Wochen. Ein Verhüten ist somit nicht sofort nach der Geburt möglich.

Kombinationspräparate mit den Hormonen Östrogen und Gestagen (z. B. Pille, Vaginalring, Verhütungspflaster) wiederum können die Milchproduktion verringern.4 Außerdem besteht die Gefahr, dass das Baby mit der Muttermilch eine zu große Hormonmenge aufnimmt. Daher ist die Pille nicht für Stillende als Verhütung nach der Geburt zu empfehlen.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, verhütet nach der Geburt und insbesondere während der Stillzeit ohne Hormone – es bleiben genügend andere Alternativen, z. B. Barrieremethoden wie Kondom, Portiokappe oder Diaphragma in Kombination mit einem Spermizid. Wichtig: Letzteres muss nach der Geburt neu angepasst werden, da sich der Muttermund durch die Geburt verändert. Auch die Kupferspirale kann während der Stillzeit verwendet werden. Die Spirale soll allerdings erst 6 bis 8 Wochen nach der Geburt eingesetzt werden.

Aus diesen Gründen ist die natürliche Verhütung besonders geeignet – kein Eingriff, keine Hormone, keine Beeinflussung der Muttermilch. Den cyclotest myWay kannst Du wieder einsetzen, sobald Deine erste Periode nach der Geburt einsetzt (nicht mit dem Wochenfluss verwechseln!) und Du auch abgestillt hast. Wenn Du ihn vorher erfolgreich für Schwangerschaft und Kinderwunsch eingesetzt hast, kannst Du nun einfach in den Verhütungsmodus wechseln. Auf jeden Fall darfst Du nicht vergessen, dass Du ab der 1. Blutung nach der Geburt Fruchtbarkeit annehmen musst und damit nach der Geburt verhüten musst!

Aber auch, wenn Du ein Geschwisterchen planst, sind die gespeicherten Zyklen sehr hilfreich, denn dann ist der Zyklus schon bekannt – ein Riesenvorteil, denn dann ist Dir Deine fruchtbare Zeit schon genau bekannt!

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Quellen:
1 Natürlich und sicher. Praxisbuch
2 Stillen und Muttermilchernährung. Grundlagen, Erfahrungen und Empfehlungen. Publikation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
3 F. A. Leidenberger et al.: Klinische Endokrinologie für Frauenärzte. 4. Auflage 2009; S. 189.
4 M. F. McCann et al.: Breast-feeding, fertility, and family planning. L’Allaitement au sein, la fecondite et le planning famililal. Amamentacao, fecundidade e planejamento familiar. La lactancia materna, la fecundidad y la planificacion familiar.


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