Verhütung nach der Geburt

Verhütung nach der Geburt – ab wann es wieder notwendig ist nach der Geburt zu verhüten, ist abhängig vom Wiedereinsetzen der Fruchtbarkeit nach der Geburt. Dieser Zeitpunkt ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Mithilfe der Natürlichen Familienplanung kann man den ersten Eisprung nach der Geburt zuverlässig erfassen.1

Wann setzen nach der Geburt die fruchtbaren Tage wieder ein?

Zudem solltest Du auch immer die Lebensdauer der Spermien mit einberechnen, wenn Du nicht schwanger werden willst.

Welche Methode eignet sich nach der Geburt für mich?

Nicht jedes Verhütungsmittel eignet sich für die Zeit nach der Geburt. Wir zeigen Dir, welche Methoden in Frage kommen und welche nicht.

Natürliche Verhütungsmethoden nach der Geburt

Während der Schwangerschaft und nach der Geburt spielen Deine Hormone häufig ohnehin schon verrückt, nur verständlich, dass Du nach der Geburt Deinen Hormonhaushalt nicht noch mehr durcheinanderbringen willst. Denn Hormone, wie sie beispielsweise in der Pille enthalten sind, bringen immer Nebenwirkungen mit sich. In unserem Artikel zu den Nebenwirkungen der Pille kannst Du alle Auswirkungen sehen, welche die Pille auf Deinen Körper haben kann. Alternativ kannst Du mit den Methoden der Natürlichen Familienplanung (NFP) verhüten.

Wenn Du Dein Kind gar nicht, nur kurz oder nur teilweise stillst, kann die Fruchtbarkeit schon in den ersten vier Wochen nach der Entbindung wieder gewährleistet sein. Möchtest du zukünftig mithilfe der Natürlichen Familienplanung verhüten, dann solltest Du spätestens dann anfangen Deine Körperzeichen zu beobachten und auszuwerten. Dabei können Dir die zertifizierte Verhütungsapp cyclotest mySense oder der Zykluscomputer cyclotest myWay helfen. Diese basieren auf der morgendlichen Messung der Basaltemperatur mit einem Basalthermometer. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Temperaturmethode. Voraussetzung zur zuverlässigen Anwendung sind folgende Punkte1:

  • Deine Periode ist wieder regelmäßig.
  • Du stillst nachts nicht mehr oder überhaupt nicht.
  • Du schläfst wieder mindestens 5 Stunden am Stück.
  • Du stehst die letzte Stunde vor dem Messen nicht auf.

Wichtig: Solltest du Dir unsicher sein oder noch wenig Erfahrung mit NFP haben, solltest Du in jedem Fall zusätzlich, beispielsweise mit einem Kondom, verhüten.

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Weitere Möglichkeiten nach einer Schwangerschaft hormonfrei zu verhüten sind folgende2:

  • Kondom & Diaphragma: die Größe des Diaphragmas sollte aufgrund der körperlichen Veränderungen nach der Geburt angepasst werden. Dies kann erst circa drei Monate nach Geburt erfolgen, da erst dann der Beckenboden ausreichend zurückgebildet ist. Die Sicherheit des Kondoms und des Diaphragmas ist abhängig von der zuverlässigen Anwendung.
  • Kupferspirale, Kupferball & Kupferkette: das Risiko beim Einsetzen die Gebärmutter zu verletzen ist nach einer Geburt größer. Auch wird sie häufiger wieder ausgestoßen. Sie sollte daher frühestens nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter eingelegt werden. Dies ist meist sechs bis acht Wochen nach Entbindung der Fall.

Andere Verhütungsmethoden nach der Geburt

Solltest Du überhaupt nicht stillen, kannst Du Verhütungsmittel aus kombinierten Hormonen frühestens drei Wochen nach Entbindung als Empfängnisschutz verwenden. Vorher, während des Wochenbetts, ist das Thromboserisiko zu hoch. Gestagenhaltige Verhütungsmittel können unmittelbar verwendet werden.2

Eine Übersicht aller hormonellen Verhütungsmethoden, wie Pille, Dreimonatsspritze, Hormonimplantat & Hormonspirale findest du in unserer Übersicht Verhütungsmethoden. Dort findest Du auch wichtige Hinweise zu den Nebenwirkungen der Pille sowie alle Vor- und Nachteile der einzelnen Verhütungsmethoden.

cyclotest mySense ist die Alternative für die natürliche Verhütung.

Verhütung während der Stillzeit

Wann während der Stillzeit die fruchtbare Phase wieder einsetzt, ist insbesondere davon abhängig, wie häufig das Kind gestillt wird. Dies hängt mit dem Prolaktinspiegel zusammen. Das Hormon Prolaktin, das sogenannte Milchbildungshormon, spielt eine entscheidende Rolle bei den hormonellen Vorgängen, die für das Wiedereinsetzen der Fruchtbarkeit zuständig sind. Der Prolaktionspiegel sorgt bis zu einer gewissen Höhe für die Unfruchtbarkeit der Frau. Die Prolaktinkonzentration nimmt nach der Geburt erst über Wochen hinweg ab. Je häufiger man das Kind anlegt, desto langsamer sinkt dieser.1

Verhütung durch Stillen – geht das? LAM oder Lactational Amenorrhoe Method (stillbedingtes Ausbleiben der Menstruation) ist auch bekannt als „Verhütung durch Stillen“. Es ist eine Methode, die auf der Beobachtung beruht, dass bei voller Stillzeit in den ersten sechs Monaten nach der Geburt sehr wahrscheinlich nur ein Eisprung auftritt, wenn vorher eine Menstruation stattgefunden hat.

Laut Arbeitsgruppe NFP gelten für die Anwendung der LAM folgende Regeln1):

  • Wenn man innerhalb der ersten sechs Monate nach Entbindung voll stillt und keine Blutung beobachtet, ist man unfruchtbar.
  • Blutungen innerhalb der ersten acht Wochen können außer Acht gelassen werden, da sie meist in Zusammenhang mit dem Wochenfluss stehen.
  • Volles Stillen bedeutet, dass das Baby mindestens sechs Stillmahlzeiten in einem Abstand von maximal sechs Stunden pro Tag erhält. Zudem darf das Neugeborene nur Muttermilch und weder Schnuller noch Teefläschchen bekommen.
  • Sobald eine dieser Regeln nicht mehr zutrifft, muss unmittelbar von einer fruchtbaren Phase ausgegangen werden.

Ist der Zyklus ein ewiges Rätsel?

Bei hormonellen Verhütungsmethoden während der Stillzeit sollte man besonders sorgfältig auswählen; denn einige Hormone wirken sich negativ auf die Milchproduktion und -zusammensetzung aus. Nicht als Empfängnisschutz geeignet sind hierbei Verhütungsmittel aus kombinierten Hormonen wie sie in der Kombinationspille, dem Verhütungspflaster und dem Vaginalring enthalten sind. Die darin enthaltenen Östrogene können die Milchproduktion beeinträchtigen.2

Quellen:

  • 1 Malteser Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.
  • 2 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Sichergehen. Verhütung für sie und ihn. Köln 2019.


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