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Übersicht über die verschiedenen Verhütungsmittel

 Verschiedene Verhütungsmethoden im Vergleich.

Verhütungsmethoden im Vergleich | © cyclotest

Was tun, wenn in nächster Zeit keine Schwangerschaft geplant ist? Meistens ist es die Frau, die sich über Verhütungsmethoden informiert – schließlich wäre sie am unmittelbarsten von einer Schwangerschaft betroffen. Welches Verhütungsmittel das richtige ist, hängt natürlich von der jeweiligen Lebenssituation, von der Anwendung und auch vom Pearl Index der jeweiligen Methoden ab. Natürliche Verhütung, Barrieremethoden, hormonelle Verhütung und andere: Auf dieser Seite findest Du eine Übersicht über die verschiedenen Verhütungsmethoden und deren Sicherheit.

Natürliche Verhütungsmethoden: Vorteile, Nachteile und Kosten

Temperaturmethode

Bei der Temperaturmethode kannst Du Dir die Unterschiede Deiner Aufwachtemperatur zunutze machen. Während der fruchtbaren Tage sind ihre Werte unterschiedlich im Vergleich zu den unfruchtbaren Tagen. Für diese Methode wird nur ein Stift und ein Blatt Papier benötigt.



  • Weist eine akzeptable Sicherheit auf
  • Keine Nebenwirkungen, da natürlich und hormonfrei
  • Kennenlernen und Verstehen der eigenen Zyklusvorgänge


  • Zeitaufwand durch tägliches Messen der Basaltemperatur und Eintragen in Tabellen
  • Erfordert Disziplin und Fachwissen
  • Während der fruchtbaren Tagen ist zusätzliche Verhütung erforderlich
  • Nicht geeignet bei unregelmäßigen Schlafenszeiten


  • Initiale Anschaffung eines Thermometers notwendig, Kosten vernachlässigbar
  • Bei zusätzlicher Verhütung in der fruchtbaren Phase fallen Kosten für Barriereverhütungsmittel (z. B. Kondom) an

Symptothermale Methode

Die Symptothermale Methode kombiniert die Aufwachtemperatur mit einem weiteren Körperanzeichen. Somit lassen sich die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage genauer bestimmen.



  • Hohe Sicherheit, vergleichbar mit hormoneller Verhütung
  • Keine Nebenwirkungen und ebenfalls hormonfrei
  • Intensives Auseinandersetzen mit den ureigenen Körpervorgängen


  • Sehr zeitintensiv
  • Besondere Fachkenntnisse nötig
  • An fruchtbaren Tagen muss zusätzlich verhütet werden
  • Nicht geeignet bei unregelmäßigen Schlafenszeiten


  • Anschaffungskosten für Thermometer
  • Falls in fruchtbarer Phase zusätzlich verhütet wird, fallen auch hier Kosten für Barriereverhütungsmittel (z. B. Kondom) an

Details Symptothermale Methode

Barriereverhütungsmethoden: Vorteile, Nachteile und Kosten

Kondom

In der Handhabung einfach, leicht erhältlich und eine praktikable Verhütungsmethode für den Mann: Kondome. Ihr großer Vorteil: Sie schützen nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten.



  • Bei richtiger Anwendung akzeptable Sicherheit
  • Muss nur bei Bedarf angewendet werden
  • Kein Eingriff in die Körpervorgänge
  • Schützt vor Geschlechtskrankheiten
  • Verhütung erfolgt durch den Mann


  • Allergische Reaktionen möglich
  • Schwangerschaftsrisiko durch Anwendungsfehler
  • Möglicher Störfaktor bei Geschlechtsverkehr


  • Wiederkehrende Kosten
  • 10er-Packung zwischen 5 und 12 Euro

Details zu Kondomen

Diaphragma

Mit einem Diaphragma wird der Muttermund verschlossen, so dass keine Spermien mehr in die Gebärmutter gelangen können. Es sollte zusammen mit einem Verhütungsgel verwendet werden und kann bis zu zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden.



  • Bei richtiger Anwendung akzeptable Sicherheit
  • Muss nur bei Bedarf angewendet werden
  • Kein Eingriff in die Körpervorgänge


  • Passende Größe muss u. U. durch Gynäkologen bestimmt werden
  • Richtige Anwendung erfordert Übung
  • Schwangerschaftsrisiko durch Anwendungsfehler
  • Verhütungsgel sollte zusätzlich angewendet werden
  • Muss nach spätestens 24 Stunden entfernt werden


  • Kann mehrmals verwendet werden
  • Stückpreis zwischen 20 und 60 Euro
  • Zusatzkosten für Verhütungsgel ca. 10 Euro

Portiokappe

Die Portiokappe ist wie ein Verschluss, der über die Portio gestülpt wird – das ist der Teil des Gebärmutterhalses, der etwas in die Scheide ragt. Größe und Form müssen individuell durch den Arzt oder eine Beraterin bestimmt werden; die Anwendung kann jedoch jede Frau alleine vornehmen.



  • Muss nur bei Bedarf angewendet werden
  • Kein Eingriff in die Körpervorgänge


  • Passende Größe muss u. U. durch Gynäkologe, Hebamme oder Fachfrau bestimmt werden
  • Richtige Anwendung erfordert Übung
  • Schwangerschaftsrisiko durch Anwendungsfehler
  • Zusätzlich Anwendung eines Verhütungsgels erforderlich
  • Keine ausreichende Sicherheit bei Frauen, die schon ein Kind geboren haben


  • Kann mehrmals verwendet werden
  • Stückpreis zwischen 40 und 70 Euro
  • Zusatzkosten für Verhütungsgel ca. 10 Euro

Intrauterinpessar (Kupferspirale, Kupferkette)

Kupferspirale und Kupferkette wirken durch das Kupfer, das sie abgeben, bewegungshemmend auf die Spermien. Das Kupfer stört außerdem den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich dort keine Eizelle einnisten kann. Die Spirale und die Kette unterscheiden sich lediglich in ihrem Aufbau: Bei der Spirale ist der Kupferdraht meist an einem T-förmigen Stück Kunststoff befestigt, welches in die Gebärmutter eingelegt wird. Die Kupferkette hingegen wird in der Muskulatur der Gebärmutterwand verankert.



  • Akzeptable Sicherheit
  • Täglicher Schutz
  • Liegedauer 3–5 Jahre


  • Muss durch Gynäkologe eingesetzt werden
  • Mögliche Infektion nach dem Einsetzen
  • Blutungsstörungen und Menstruationsbeschwerden sind möglich


  • 100 bis 200 Euro

Hormonelle Verhütungsmethoden: Vorteile, Nachteile und Kosten

Mikropille

Die Mikropille enthält die Wirkstoffe Gestagen und Östrogen. Bei beiden handelt sich um künstlich hergestelltes Progesteron. Durch die Einnahme bleibt der Hormonspiegel konstant und die natürlichen Hormonvorgänge im Menstruationszyklus werden unterdrückt, wodurch die Einnistung der Eizelle und der Eisprung verhindert werden.



  • Hohe Sicherheit bei richtiger Einnahme
  • Geschlechtsverkehr jederzeit spontan möglich


  • Einnahme täglich in einem 12-stündigen Zeitfenster
  • Beschränkte Wirksamkeit bei Medikamentengabe oder Krankheiten
  • Nebenwirkungen der Pille wie Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Müdigkeit, aber auch Thrombose, möglich


  • Regelmäßig anfallende Kosten
  • Monatlich umgerechnet 6–15 Euro

Minipille

Diese Pille kann in zwei Arten unterteilt werden. Es gibt Minipillen mit Levonorgestrel oder Desogestrel. Beide Hormone verhindern das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter und sorgen dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend entwickelt wird, was Voraussetzung für die Einnistung der Eizelle wäre.

Während bei der Einnahme von Levonorgestrel der Eisprung weiterhin stattfindet, wird er bei der desogestrelhaltigen Pille verhindert, wodurch eine höhere Verhütungssicherheit gegeben ist. Bei dem Wirkstoff Levonorgestrel muss zudem darauf geachtet werden, die Pille täglich zur selben Uhrzeit einzunehmen. Bei der Desogestrel-Pille steht Dir ein 12-stündiges Zeitfenster zur Verfügung, ähnlich wie bei der Mikropille. Üblicherweise wird die Minipille im 28-Tage-Zyklus täglich und ohne Pause eingenommen, was zur Folge hat, dass Blutungen oftmals nur unregelmäßig auftreten oder sogar ganz ausbleiben.3



  • Hohe Sicherheit bei richtiger Einnahme
  • Niedrig dosiert
  • Auch in der Stillphase anwendbar
  • Geschlechtsverkehr jederzeit spontan möglich


  • Zykluskontrolle schlecht möglich (Zwischenblutungen)
  • Zeitfenster der täglichen Einnahme von nur 3 Stunden (bei Wirkstoff Levonorgestrel), größeres Zeitfenster bei Wirkstoff Desogestrel
  • Beschränkte Wirksamkeit bei Medikamentengabe oder Krankheiten
  • Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Kopfschmerzen oder Müdigkeit möglich


  • Regelmäßig anfallende Kosten
  • Monatlich umgerechnet ca. 8 Euro

Hormonspirale

Die Hormonspirale wird in die Gebärmutterhöhle eingesetzt und gibt dort den Wirkstoff Levonorgestrel zur Veränderung des Zervixschleims ab, wodurch das Aufsteigen der Spermien verhindert wird. Außerdem wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut so beeinflusst, dass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann.



  • Keine Östrogenwirkung
  • Täglicher Schutz
  • Tabletteneinnahme nicht erforderlich
  • Wirkung hält ca. 5 Jahre an


  • Eingriff in natürliche Körpervorgänge
  • In den ersten 6 Monaten häufig Zwischenblutungen
  • Nebenwirkungen wie Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen oder Scheidenentzündung möglich
  • Muss durch Arzt eingesetzt und entfernt werden


  • Kosten variieren, ca. 350 Euro
  • Die Spirale muss nach ca. 5 Jahren gewechselt werden

Hormonimplantat (Hormonstäbchen)

Das Hormonimplantat ist ein 4 cm langes und 2 mm dickes, flexibles Kunststoffstäbchen, das den Wirkstoff Etonogestrel enthält. Das Hormonimplantat wird im Oberarm direkt unter der Haut eingesetzt und gibt dort den Wirkstoff gleichmäßig ab. Dies führt zu einer Veränderung des Zervixschleims und zur Verhinderung des Eisprungs.



  • Hohe Sicherheit
  • Keine Östrogenwirkung
  • Täglicher Schutz
  • Tabletteneinnahme nicht erforderlich
  • Wirkung hält ca. 3 Jahre an


  • Eingriff in natürliche Körpervorgänge
  • Unregelmäßige Blutung und Zwischenblutungen möglich
  • Nebenwirkungen wie Abnahme der Libido, Stimmungsveränderungen, Kopfschmerzen, Akne oder Gewichtszunahme möglich
  • Muss durch Arzt eingesetzt und entfernt werden


  • 300–350 Euro
  • Muss nach 3 Jahren gewechselt werden, Entfernung kostet bis zu 50 Euro

Andere Verhütungsmethoden: Vorteile, Nachteile und Kosten

Sterilisation des Mannes (Vasektomie)

Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter im Hodensack des Mannes durchtrennt und die Enden abgebunden oder verödet. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung. Da die Sterilisation dauerhaft ist, sollte die Familienplanung abgeschlossen sein.



  • Hohe Sicherheit
  • Sex jederzeit spontan möglich
  • Einmalig und dauerhaft


  • Kleiner operativer Eingriff
  • Lässt sich nicht garantiert und nur mit einer Operation rückgängig machen


  • Behandlungskosten 450–500 Euro

Sterilisation der Frau

Bei der Sterilisation werden die Eileiter abgebunden oder durchtrennt oder es wird der Fimbrientrichter am Ende des Eiliters entfernt. Der Eingriff geschieht in der Regel über eine Bauchspiegelung in Vollnarkose. Da die Sterilisation dauerhaft ist, sollte die Familienplanung abgeschlossen sein.



  • Hohe Sicherheit
  • Sex jederzeit spontan möglich
  • Einmalig und dauerhaft


  • Operativer Eingriff unter Vollnarkose
  • Mögliche Neben-/Nachwirkungen der Operation
  • Lässt sich nur schwierig, nicht garantiert und mit großem Aufwand rückgängig machen


  • Behandlungskosten 600–1000 Euro

Coitus Interruptus

Beim Coitus Interruptus („unterbrochener Geschlechtsverkehr“) handelt es sich genaugenommen um keine Verhütungsmethode. Bei dieser Methode, die allein vom Mann angewendet wird, zieht der Mann den Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide, so dass keine Spermien in die Scheide gelangen.



  • Kann zur Not angewendet werden, wenn keine anderen Verhütungsmittel zur Verfügung stehen


  • Verhütungsmethode mit geringer Sicherheit
  • Kann zu sexuellem Frust führen


  • Keine Kosten


Quellen und Hinweise:

1 Deut­sche Gesell­schaft für Gynä­ko­lo­gie und Geburts­hilfe e. V.: Leit­li­nien, Emp­feh­lun­gen, Stel­lung­nah­men. 2004.
2 Stegmann, B. H. et al.: Different combined oral contraceptives and the risk of venous thrombosis: Systematic review and network meta-analysis. BMJ. 2013.
3 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.): Broschüre „Sichergehn – Verhütung für sie und ihn“. Köln 2013.
Allgemeine Quelle für diese Seite: profamilia.de, abgerufen am 12.5.2016
Die Einstufung der Verhütungssicherheit basiert auf dem Pearl Index der jeweiligen Methode: ab 0,1 = hoch, ab 0,8 = akzeptabel, ab 8 = gering. Quelle Pearl Indizes: Deut­sche Gesell­schaft für Gynä­ko­lo­gie und Geburts­hilfe e. V.: Leit­li­nien, Emp­feh­lun­gen, Stel­lung­nah­men. 2004.