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Super-Mann verhütet mit!

Verhütung: Mann, Mann, Mann!

Wer sich mit Verhütungsmöglichkeiten für den Mann beschäftigt, kommt mit seinem Latein schnell ans Ende: Da gibt‘s Kondom und Sterilisation und das war’s dann auch schon – und frau übernimmt die Verantwortung. War’s das auch wirklich? Oder können Männer nicht doch einen Teil der Verantwortung übernehmen?

Überblick über Verhütungsmittel für den Mann

Kondom

Eine Studie aus dem Jahr 2011 hat gezeigt, dass die Antibabypille für die Frau auch bei Männern zu den beliebtesten Verhütungsmethoden beim Sex zählt. Direkt danach folgt aber bereits das Kondom, dessen Anwendung 45 % der Männer favorisieren. Auch bei Frauen liegt das Kondom an zweiter Stelle der favorisierten Methoden (29 %).1 Die Vorteile liegen auf der Hand: Es ist nicht allzu teuer, leicht erhältlich und die Anwendung erfordert keine Verschreibung und keinen Arzt. Zudem ist es die einzige Methode, die bei richtiger Anwendung sicher vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten schützt. Sie hat einen Pearl Index von 4–5.2

Sterilisation

Die Sterilisation, fachsprachlich Vasektomie, ziehen immerhin 5 % der Männer in Betracht.1 Hierbei werden die Samenleiter durchtrennt, wodurch diese Methode sicher, aber auch dauerhaft ist. Sie ist allerdings nicht so unkompliziert wie das Kondom, da für die Sterilisation ein kleiner Eingriff erforderlich ist. In puncto Sicherheit der Verhütungsmethoden ist sie allerdings vor dem Kondom: Ihr Pearl Index liegt ganz vorne.3

Was hat es mit der Pille für den Mann auf sich?

Der Begriff „Pille“ ist irreführend – einfach deswegen, weil es sie für den Mann nicht gibt.4 Zwar wurde an einer solchen Methode lange geforscht, bislang scheiterte sie aber an den Nebenwirkungen, der umständlichen Handhabung oder an den häufigen Kontrollen, die erforderlich waren. Auch dauerte es zu lange, bis die Bildung von Spermien effektiv unterdrückt wurde. Forscher, die in den 80ern und 90ern zwei Studien für die WHO durchführten, injizierten Männern wöchentlich 200 mg Testosteron-Enantat. Bei zwei Dritteln der Männer waren daraufhin keine Samenzellen mehr im Ejakulat enthalten. Allerdings verhinderten die befürchteten Nebenwirkungen des Testosterons wie Akne oder Haarausfall die Freigabe.5

Ein anderer Ansatz wurde von Forschern in Japan verfolgt: Sie stellten fest, dass nur in Spermien zwei bestimmte Untereinheiten des Proteins Calcineurin produziert werden. Ihnen gelang es, die Produktion von Calcineurin zu unterbinden, was dazu führte, dass die Spermien bewegungsunfähig wurden und sich nicht bis zur Eizelle bewegen konnten. Nebenwirkungen konnten bislang nicht festgestellt werden; eine Woche nach Abbruch der Behandlung war die Fruchtbarkeit wiederhergestellt. Allerdings wurde diese Methode bisher nur an Mäusen getestet.6 Daher bleiben vorläufig nur die oben beschriebenen Methoden, am besten in Absprache mit der Partnerin.

Verhütung ist doch Frauensache – oder?

Frauen haben natürlicherweise ein sehr großes Interesse daran, dass die gewählte Methode sicher ist – schließlich tragen sie die Konsequenz aus einem möglichen Versagen auf jeden Fall in Form zusätzlicher Hormoneinnahmen (Pille danach) oder einer Schwangerschaft selbst, während der Mann zumindest körperlich keine Auswirkungen auf sich nehmen muss. Wenn also der Mann alleine verhütet, muss seine Partnerin ihm voll vertrauen können. Daraus folgt, dass auch eine gemeinsame Verhütung großes Vertrauen der Partner zueinander voraussetzt.

Alternative zur Pille: gemeinsam Verantwortung übernehmen

Viele Männer wollen ihren Frauen die Nebenwirkungen der Pille oder anderer hormoneller Mittel ersparen und entscheiden sich daher dafür, bei der Verhütung Verantwortung mitzutragen. Recht einfach gelingt das mit der Temperaturmethode, die ganz ohne Hormone oder sonstige Eingriffe in den Körper auskommt. Hier kann die Frau ihre unfruchtbaren Tage durch Beobachtung der Körpertemperatur bestimmen und der Mann an den fruchtbaren Tagen die Verantwortung übernehmen, beispielsweise durch Verwendung eines Kondoms. Wem das alles zu umständlich klingt, der sollte sich mit den technischen Helfern auseinandersetzen, die bei der Anwendung unterstützen. Gemeint sind Zykluscomputer wie unser cyclotest myWay. Als geprüftes Medizinprodukt errechnet er zuverlässig die Tage mit Schwangerschaftsrisiko.

Unser Fazit

Gemeinsame natürliche Verhütung von Mann und Frau stärkt die Beziehung und ist in einer emanzipierten Gesellschaft einfach zeitgemäß. Wenn Dein Partner Dir dieses Thema bislang alleine überlassen hat, dann suche das Gespräch mit ihm – das führt nicht nur zu neuen Lösungen, sondern auch zu einer Intensivierung der Partnerschaft. Einfach drüber sprechen – das tut in den meisten Fällen gut!

Quellen:

1 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Verhütungsverhalten Erwachsener. Ergebnisse der Repräsentativbefragung. Köln 2011.
2 Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007.
3 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.: Leitlinien, Empfehlungen, Stellungnahmen. 2004.
4 Deutsche Welle: Die „Pille“ für den Mann. Abgerufen am 26.4.2016 unter www.dw.com.
5 Ärzte Zeitung online: Die „Pille“ für den Mann: Kommt sie oder kommt sie nicht? Abgerufen am 26.4.2016 unter www.aerztezeitung.de.
6 Miyata, H. et al.: Sperm calcineurin inhibition prevents mouse fertility with implications for male contraceptive. American Association for the Advancement of Science, 2015.


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