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Super-Mann verhütet mit!

Verhütung für den Mann: Neue Ansätze?


Verhütung für den Mann ist trotz jahrlanger Forschung auf einem alten Stand. Für die Verhütung für den Mann gibt es immer noch sehr wenige Möglichkeiten. Momentan werden weitere Verhütungsmethoden für den Mann erforscht. Bislang hat es aber noch keine auf den Markt geschafft.

Für die Verhütung für den Mann gibt es bald eine Spritze außer dem Kondom?

Wer sich mit Verhütung für den Mann beschäftigt, kommt mit seinem Latein schnell ans Ende: Zu den gängigen Verhütungsmittel für den Mann zählen das Kondom sowie die Sterilisation. Das Präservativ zählt dabei nach wie vor zu den beliebtesten Verhütungsmethoden.1 Die Sterilisation, fachsprachlich Vasektomie, ziehen immerhin 5 % der Männer in Betracht.1

Es gibt also Präservative und Sterilisation und das war’s dann auch schon – und frau übernimmt die Verantwortung. Verhütung ist doch Frauensache, oder? War’s das auch wirklich? Oder können Männer nicht doch einen Teil der Verantwortung übernehmen?

Pille für den Mann

Der Begriff „Pille“ ist irreführend – einfach deswegen, weil es sie für den Mann nicht gibt.4 Zwar wurde an einer solchen Methode lange geforscht, bislang scheiterte sie aber an den Nebenwirkungen, der umständlichen Handhabung oder an den häufigen Kontrollen, die erforderlich waren. Auch dauerte es zu lange, bis die Bildung von Spermien effektiv unterdrückt wurde. Forscher, die in den 80ern und 90ern zwei Studien für die WHO durchführten, injizierten Männern wöchentlich 200 mg Testosteron-Enantat. Bei zwei Dritteln der Männer waren nach der Spritze keine Samenzellen mehr im Ejakulat enthalten.5

Ein anderer Ansatz wurde von Forschern in Japan verfolgt: Sie stellten fest, dass nur in Spermien zwei bestimmte Untereinheiten des Proteins Calcineurin produziert werden. Ihnen gelang es, die Produktion von Calcineurin zu unterbinden, was dazu führte, dass die Spermien bewegungsunfähig wurden und sich nicht bis zur Eizelle bewegen konnten. Eine Woche nach Abbruch der Behandlung war die Fruchtbarkeit wiederhergestellt.6

Verhütungsgel für den Mann

Derzeit wird außerdem an einem Verhütungsgel getestet. Das sogenannte Polymer-Gel soll wie ein Filter für Spermien funktionieren. Das Gel, welches unter dem Patentnamen Vasalgel bekannt ist, verstopft die Samenleiter in der Weise, dass es für die Samenflüssigkeit undurchlässig ist. Das Gel wurde bereits mit Erfolg an Tieren getestet.7

Diese Verhütung für den Mann wird minimalinvasiv injiziert und soll über einen Zeitraum von 10 Jahren unfruchtbar machen. Sollte dennoch ein vorzeitiger Kinderwunsch bestehen, so kann das Gel mit einer weiteren Spritze wieder aufgelöst werden.

Beste Verhütung für den Mann?

Die ideale Verhütung für den Mann sollte sicher, wieder rückgängig zu machen und möglichst ohne Nebenwirkungen sein. Was bieten in Sachen männlicher Verhütung das Kondom und die Sterilisation sowie die neuen Ansätze zum Verhüten für den Mann?

Sicherheit der Verhütung für den Mann

Die Sicherheit aller Verhütungsmethoden wird mit dem Pearl Index angegeben. Gängige Kondome haben, meist aufgrund von Anwendungfehlern, einen mäßigen Pearl Index von 2–12.3 Der Sicherheitsindex der Sterilisation des Mannes liegt ganz vorne bei 0,1.2

Bisherige Tests zeigen eine hohe Sicherheit bei den neuen Ansätzen zum Verhüten für den Mann. Allerdings erfordern die ersten Prüfungen hinsichtlich der Sicherheit noch weitere Studienergebnisse.

Nebenwirkungen der Empfängnisverhütung für den Mann

Das Kondom weist keinerlei medizinische Risiken auf. Selten können Hautentzündungen an Vagina oder Penis auftreten. Die Vasektomie ist eine Operation, eine chirurgische Durchtrennung der Samenleiter, und unterliegt deren Risiken. Nur durch einen erneuten Eingriff kann diese auch rückgängig gemacht werden.

Bei der Pille für den Mann verhinderten die befürchteten Nebenwirkungen des Testosterons wie Akne oder Haarausfall die Freigabe des Medikaments und die Studie wurde eingestellt.5 Hinsichtlich der Methode der Bewegungsunfähigkeit der Spermien konnten Nebenwirkungen bislang nicht festgestellt werden. Allerdings wurde diese Methode bisher nur an Mäusen getestet.6

Problematischer scheint auch das Vasalgel zu sein. Das Verhütungsgel könnte zu irreversiblen Verschlüssen des Nebenhodens führen. Außerdem sind Entzündungen des Hoden möglich. Daher ist auch beim Verhütugsgel eine Freigabe unwahrscheinlich.6 Einziger Pluspunkt: Das Gel kommt ohne Hormone aus. Forscher sind sich allerdings ebenfalls einig, dass die Antibabypille heutzutage keine Freilassung mehr bekommen würde, aufgrund der vielen Nebenwirkungen der Pille.

Unser Fazit

Gemeinsame natürliche Verhütung von beiden Partnern stärkt die Beziehung und ist in einer emanzipierten Gesellschaft einfach zeitgemäß. Viele Männer wollen ihren Frauen die negativen Hormonfolgen ersparen und entscheiden sich daher dafür, in Sachen Verhütungsmethode Verantwortung mitzutragen. Recht einfach gelingt das mit der Temperaturmethode, die ganz ohne Hormone oder sonstige Eingriffe in den Körper auskommt. Hier kann die Frau ihre unfruchtbaren Tage durch Beobachtung der Körpertemperatur bestimmen und der Mann an den fruchtbaren Tagen die Verantwortung übernehmen, beispielsweise durch Verwendung eines Kondoms.

Wem das alles zu umständlich klingt, der sollte sich mit den technischen Helfern auseinandersetzen, die bei der Anwendung unterstützen. Gemeint sind hormonfreie Zykluscomputer wie unser cyclotest myWay. Als geprüftes Medizinprodukt errechnet er zuverlässig die Tage mit Schwangerschaftsrisiko.

Wenn Dein Partner Dir das Thema Verhütungsmittel bislang alleine überlassen hat, dann suche das Gespräch mit ihm – das führt nicht nur zu neuen Lösungen, sondern auch zu einer Intensivierung der Partnerschaft. Einfach drüber sprechen – das tut in den meisten Fällen gut!

Quellen:
1 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Verhütungsverhalten Erwachsener. Ergebnisse der Repräsentativbefragung. Köln 2011.
2 Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007.
3 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.: Leitlinien, Empfehlungen, Stellungnahmen. 2004.
4 Deutsche Welle: Die „Pille“ für den Mann. Abgerufen am 26.4.2016 unter www.dw.com.
5 Ärzte Zeitung online: Die „Pille“ für den Mann: Kommt sie oder kommt sie nicht? Abgerufen am 26.4.2016 unter www.aerztezeitung.de.
6 Miyata, H. et al.: Sperm calcineurin inhibition prevents mouse fertility with implications for male contraceptive. American Association for the Advancement of Science, 2015.
7 Waller, D. et al.: Azoospermia in rabbits following an intravas injection of Vasalgel. Basic and Clinical Andrology. 30 March 2016.


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