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Gesunde Beine sind nicht selbstverständlich wenn Frauen unter Thrombophilie leiden.

Thrombose und Thrombophilie

Thrombose – die meisten Frauen denken dabei eher an ältere Menschen. Ob jemand aber daran erkrankt, hängt von vielen Faktoren ab. Was viele nicht wissen: Manche Menschen haben eine erhöhte Neigung zu Thrombosen. Dies wird als Thrombophilie bezeichnet. Sie ist entweder genetisch bedingt oder durch Neigung erworben. Auf dem Beipackzettel der Antibabypille wird gewarnt, dass man diese nicht einnehmen darf, wenn ein Thromboserisiko oder eine Thromboseneigung besteht.

Wir möchten in diesem Beitrag klären, ob bestimmte Menschen besonders für eine Thrombose gefährdet sind und was Du persönlich unternehmen kannst.

Thrombose – wie entsteht sie?

Eine Thrombose entsteht durch Blutgerinnsel, die die Adern stetig weiter zusetzen. Löst sich der Pfropf in den Arterien, drohen Schlaganfall und Herzinfarkt. Löst sich dieser in den Venen, droht eine Lungenembolie.1

Gibt es eine genetisch bedingte Thromboseneigung?

Diese Frage ist mit „Ja“ zu beantworten. Das Risiko einer Thrombose ist nicht bei allen Frauen gleich hoch. Im Körper, speziell im Blut, gibt es Bestandteile, die die Erkrankung bewirken und solche, die diese verhindern können. Eine erhöhte Thromboseneigung kann entweder hervorgerufen werden durch ein „zuviel an Thromboseförderern” oder die Thrombophilie hat ihre Ursache in einem Mangel an Thrombosehemmern. Ein Teil dieser Störungen ist vererblich.

APC-Resistenz oder Faktor-5-Leiden-Mutation

In 40 % aller Thrombosefälle lasse sich eine familiäre Veranlagung feststellen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass seit nicht allzu langer Zeit die Existenz eines Thromboserisikofaktors bekannt ist, der für 50 % aller Fälle mit erblicher Thrombophilie verantwortlich ist, die sog. APC-Resistenz, auch Faktor-5-Leiden-Mutation genannt. Ursache ist eine Genmutation, d. h. eine Veränderung im Erbmaterial. Jeder 20. der Bevölkerung ist Träger dieser Mutation und hat dadurch ein 5- bis 10-fach höheres Thromboserisiko und damit eine genetisch bedingte Thrombophilie.2

In zwei Fallstudien wurde festgestellt, dass sich durch die Pilleneinnahme die Wahrscheinlichkeit für heterozygote Faktor-5-Leiden-Mutationsträgerinnen um das 35- bis 50-fache erhöhe im Vergleich zu Mutationsträgerinnen, die keine hormonellen Kontrazeptiva einnehmen. Bei homozygoten Trägern bestehe ein mehr als 100-faches Risiko.3

Prothrombin-Mutation G20210A oder Faktor-2-Gen

Träger der Mutation des Faktor-2-Gens (etwa 2 % der Gesamtbevölkerung von Deutschland) haben ein 3- bis 4-fach erhöhtes Thromboserisiko. Bei einem Zusammenwirken dieser Genveränderung mit einer erworbenen Thrombophilie, z. B. der Pilleneinnahme, erhöht sich das Risiko für Thrombosen um ein Vielfaches.2

Weitere genetische Risikofaktoren

Wesentlich seltener (bei weniger als 10 % der Patienten mit Thrombosen) findet man Gendefekte wie einen Protein-C-Mangel oder einen Protein-S-Mangel. Ebenfalls könnte ein Mangel an einem weiteren blutgerinnungshemmenden Faktor, Antithrombin III, vorliegen.4

Erworbene Thromboseneigung

Neben genetisch bedingten Formen der Thrombophilie können erworbene Risikofaktoren als Ursache einer Thrombose festgestellt werden.

Alter

Im höheren Lebensalter steigt die Thrombosegefahr an. Frauen ab dem 35. Lebensjahr sind stärker gefährdet.5

Übergewicht

Auch Übergewicht könne die Gefahr einer Thrombose verstärken. In diesem Zusammenhang konnte festgestellt werden, dass die Thrombosegefahr bei Frauen mit einem BMI größer/gleich 25 kg/m2 auf das 10-fache ansteige.6

In den Datensätzen vieler Registerstudien, die den Zusammenhang von drospirenonhaltigen Antibabypillen und Thromboseerkrankungen untersuchten, werden viele übergewichtige Frauen geführt, die durch diese Kontrazeptiva erkrankten. Es wird vermutet, dass drospirenonhaltige Präparate vermehrt an übergewichtige Frauen verschrieben wurden, da die Pharmaindustrie mit deren „Abnehm-Effekt“ geworben hatte. Und dies, obwohl Übergewicht ein Risikofaktor für diese Erkrankungen darstellt.7

Rauchen

Rauchen trägt ebenfalls zu einem erhöhten Thromboserisiko bei.6

Erkrankungen und Operationen

Die Entwicklung einer Thrombose kann beispielsweise erworben werden durch eine Veränderung der Blutgerinnung, ausgehend von einer Lebererkrankung. Besondere Aufmerksamkeit sei ebenfalls nach größeren Operationen geboten, da bei längerer Bettlägerigkeit durch den langsameren Blutfluss in den Venen ein erhöhtes Risiko bestehe.8 Frauen, die unter Bluthochdruck oder Diabetes leiden, sind ebenfalls stärker gefährdet.5

Thrombophilie und Antibabypille

Die Einnahme der Antibabypille gehört zur Gruppe der erworbenen Thrombophilie. Eine retrospektive Studie mit 155 Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren fand heraus, dass bei Frauen ohne Genmutation und ohne Einnahme hormoneller Kontrazeption das Risiko einer Thrombose pro 10.000 Frauenjahre bei 0,8 läge. Bei Frauen ohne Mutation, die aber ein hormonelles Präparat einnehmen, läge dieser Wert bei 3,0. Deutlich höher sei das Risiko bei den Frauen mit Mutation, aber ohne Einnahme hormoneller Kontrazeptiva mit 5,7. Bei zusätzlicher Einnahme der Antibabypille läge der Wert bei 28,5.9

Die Studie zeigt exemplarisch, dass sich das Thromboserisiko nicht etwa addiert, sondern vielmehr multipliziert. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe weist in ihren Leitlinien mit Stand September 2010 darauf hin, dass alternative Kontrazeptionsmethoden empfehlenswert bei Thromboembolien in der Eigen- oder Familienanamnese oder bei Nachweis einer Gerinnungsstörung sowie mit zunehmenden Alter sind.10

Bei den Antibabypillen der dritten und vierten Generation wurde im Pillenreport 2015 ein höheres Thromboserisiko festgestellt im Vergleich zu denen der zweiten Generation.10

Thrombophilie und Schwangerschaft

Frauen in einer Schwangerschaft haben grundsätzlich ein höheres Thromboserisiko. Bei Schwangeren mit einer Thromboseneigung vervielfacht sich das Risiko. Sie sollten daher eine ärztliche Begleitung in Anspruch nehmen. Sie haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Komplikationen in der Schwangerschaft mit unklarer Ursache könnten eine Thrombophilie als Anlass haben.1

Thromboserisiko und Vorsorge der Frauen

Die Studien haben gezeigt, dass das Risiko bei erblicher oder erworbener Thrombophilie signifikant erhöht sei und durch die Einnahme der Antibabypille weiter erhöht würde. Tatsächlich kann durch Ausschluss von Frauen mit Thrombophilie von der Verordnung hormoneller Kontrazeptiva die Häufigkeit von Thrombosen und Lungenembolien gesenkt werden.5 Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass ein Thrombophilie-Screening für alle Frauen bisher nicht kosteneffektiv umsetzbar sei.11

Deuten die Vorgeschichte und die Laboruntersuchungen auf eine erhöhte Thromboseneigung hin, so können andere Verhütungsmethoden wie z. B. die natürliche Verhütung eine sinnvolle Alternative darstellen. Der Zykluscomputer cyclotest myWay kann Dich bei der Anwendung unterstützen.

Diagnostik der Thrombophilie

Die Diagnostik der Thrombophilie erfolgt meist zunächst durch eine sorgfältige Erhebung der Familienvorgeschichte (Anamnese). Als bedenklich zu betrachten sind dabei vorausgegangene Thrombosen bei Dir selbst oder bei mehr als einem direkten Verwandten, insbesondere im Alter unter 40 Jahren, bei atypischer Lokalisation (d. h. nicht in den Beinen, sondern z. B. im Arm etc.) oder bei gehäuften Spontanabgängen in der Schwangerschaft.1

Bist Du familiär vorbelastet oder hast Du selbst schon einmal eine Thrombose durchgemacht, kann die Messung von bestimmten Blutwerten die individuelle Risikoabschätzung erleichtern und sollte zur vollständigen Diagnostik durchgeführt werden. Zur Basisuntersuchung der Thrombophilie-Diagnostik gehört dabei die Messung bestimmter Proteinaktivitäten. Ist die Aktivität erhöht, so wird zusätzlich die Menge des jeweiligen Proteins gemessen.1

Erfahrungsbericht einer Thrombophilie

Immer mehr Frauen und Angehörige von Frauen, die Krankheiten erlitten haben, die im Zusammenhang mit der Einnahme der Antibabypille standen, melden sich nun aufgrund der aktuellen Berichterstattung und gehen an die Öffentlichkeit. Auch unsere Bloggerin Sanara Brooks hat bei sich Nebenwirkungen entdeckt, die sie zunächst nicht in Zusammenhang mit der Pilleneinnahme gebracht hat. Eine ausführliche Anamnese mit einer Gerinnungskontrolle hat dann aber gezeigt, dass sie auch zu den Frauen mit Thrombophilie gehört. Sanara Brooks hat uns ihre Geschichte erzählt:

Gerinnungsstörung und Hormone

Bei mir wurde eine Gerinnungsstörung festgestellt. Ich will hier kurz berichten, wie es mir dabei in Bezug auf hormonelle Verhütung erging.

Ich bekam damals die Pille als gesunde junge Frau ohne Vorerkrankungen oder sonstige Anzeichen von venösen Beschwerden verschrieben. Eine gründliche Familienanamnese erfolgte nicht. Hier liegt oft das Problem. Viele junge Mädchen, welche die Pille verschrieben bekommen, sind augenscheinlich gesund. Das liegt in der Natur der Sache bei jungen Menschen. Jung und gesund. Wehwehchen kommen erst mit den Jahren. Also ist das Rezept meist rasch bei der Hand.

So war es auch bei mir. Ich war ahnungslos, was meine Gerinnungsstörung anging. Also bekam ich die Pille, weil der Arzt nicht weiter nachfragte. Zunächst war alles wie gehabt … bis mich immer öfter ein Gefühl der Unruhe beschlich, wenn ich irgendwo herumstand. Es fühlte sich an, als würde das Blut in den Beinen den Weg nicht mehr ‘nach oben’ finden. Beim abendlichen Zähneputzen wanderte ich in nervösen Kreisen im Badezimmer.

‘Einbildung!’ dachte ich. Schließlich waren mir als angehender Krankenschwester genügend medizinische Gründe bekannt, um mich innerlich gegen die Einnahme zu sperren. Leider wurde es nicht besser mit meiner angeblichen Einbildung. Ich wechselte den Arzt und auf das Anraten der neuen Ärztin auch mehrmals das Pillenpräparat – vergeblich. Nach längerem Hin und Her erschien mir eine Gerinnungskontrolle sinnvoll.

Gerinnungskontrolle bei Gerinnungsstörung

Und siehe da! Eine Gerinnungsstörung. Mein venöses Leiden entstammte nicht bloßer Einbildung. Eine Befragung innerhalb meiner Familie ergab, dass etliche in der nahen Verwandtschaft eine auffällige Neigung zu Krampfadern besaßen. Eine Familienanamnese durch den damals verschreibenden Frauenarzt hätte diese Tatsache frühzeitig ans Licht gebracht. Doch eine solche Anamnese war nicht erfolgt. Auch die zweite Ärztin hielt es nicht für nötig.

Bei der Diagnose meiner Gerinnungsstörung ärgerte ich mich sehr darüber, dass ich so lange die Antibabypille eingenommen hatte, obwohl ich mich die ganze Zeit irgendwie unwohl damit fühlte – eine völlig sinnlose gefährliche Zeit! Es wäre viel vernünftiger gewesen, die Beschwerden ernstzunehmen und meiner inneren Stimme zu vertrauen. Hinterher ist man immer schlauer.

Häufige Gerinnungsstörungen

Aus purer Neugierde stöberte ich in einigen Fachbüchern und stellte fest, dass der Anteil in der Bevölkerung mit Thrombophilie gar nicht mal so klein ist. Das gab mir zu denken.

Schließlich lässt kaum eine Frau, welche die Pille nimmt, ihre Gerinnungswerte checken. Und so treffen Gerinnungsstörungen und Antibabypille zwangsläufig aufeinander. In solchen Fällen ist das Thromboembolie-Risiko deutlich erhöht. Auch macht sich eine Gerinnungsstörung nicht zwingend mit Beschwerden bemerkbar. Sie schlummert durchaus versteckt, ohne dass die betroffene Person von der damit einhergehenden Gefahr weiß.

Wie kann ich eine Gerinnungsstörung erkennen?

Mein Erlebnis hat mir gezeigt, dass es gewisse Dinge bei der hormonellen Verhütung zu beachten gibt – der Sicherheit halber. Meine Überlegungen hierzu teile ich gerne mit anderen Frauen:

Beratung beim Frauenarzt

Ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit Anamnese zum Ergründen von Risikofaktoren vor dem erstmaligen Verschreiben finde ich sehr wichtig. Findet eine solche Aufklärung nicht statt, sollte man als Frau das Thema gezielt ansprechen und auf ein Beratungsgespräch bestehen.

Außerdem können sich die Risikofaktoren bezüglich venöser Thromboembolien im Laufe des Lebens ändern (z. B. bei einer bevorstehenden Operation, längerer Immobilität, Rauchen, zunehmendem Körpergewicht, steigendem Alter usw.). Erfahrungsgemäß wird man bei Vorsorgeuntersuchungen selten auf solche Dinge angesprochen. Folglich sollte man sich als Frau trauen, das Thema beim Frauenarzt anzusprechen – es heißt nicht umsonst Sprechstunde. Eine gute Beratung ist hier das A und O.

Venöse Beschwerden oder Risikofaktoren ernst nehmen

Ich halte es nicht für klug, körperliche Anzeichen oder eine familiäre Belastung zu ignorieren. Treten im Zusammenhang mit der Antibabypille venöse Beschwerden auf, sollte man diesen auf den Grund gehen. Die Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose oder einer Lungenembolie müssen mittlerweile in den Beipackzetteln hormoneller Kontrazeptiva aufgeführt werden und sind den Anwenderinnen von ärztlicher Seite bei der Erstverordnung zu beschreiben.

Aber auch leichtere venöse Beschwerden (z. B. plötzlich auftretende Besenreiser, wiederkehrende oberflächliche Venenentzündungen und einseitige muskelkaterähnliche Schmerzen in den Beinen) können ein Warnhinweis sein. Gegebenenfalls muss eine Alternative zu kombinierter hormoneller Verhütung gewählt werden. Natürliche Alternativen wie die Natürliche Familienplanung gibt es immer.

Unglaublich, aber wahr: Auch Ärzte ignorieren manchmal Risikofaktoren. So wurde einer guten Freundin von mir die Antibabypille trotz Übergewicht und einem Alter von 38 Jahren empfohlen. Und das lediglich zur Behandlung von Haarausfall, der höchstwahrscheinlich gar keine hormonellen Ursachen hatte, sondern auf eine Diät zurückzuführen war. Da fehlen mir die Worte!

Auch als Eltern junger Mädchen trägt man Verantwortung

Junge Mädchen lassen sich oftmals ohne ihre Eltern die Antibabypille beim Frauenarzt verschreiben. Also sollte man versuchen, offen mit dem Nachwuchs über das Thema zu reden. Das ist besonders wichtig, wenn man als Elternteil von Gerinnungsstörungen betroffen ist oder bei nahen Angehörigen krankhafte venöse Ereignisse bekannt sind. Ich werde meine Tochter zu gegebener Zeit darüber informieren, dass bei ihr die Wahrscheinlichkeit einer ererbten Gerinnungsstörung besteht.

Gerinnungsambulanz

Möchte man eine Gerinnungskontrolle durchführen lassen, weil entsprechende Erkrankungen in der Familie vorliegen, empfehle ich das Aufsuchen einer Gerinnungsambulanz. Dort findet die Beratung durch entsprechende Experten statt. Leider tragen die Krankenkassen eine Untersuchung meistens nur, wenn man selbst akut an einer Thrombose erkrankt ist oder ein Verdacht besteht. Also sollte man die Gründe dafür mit dem Arzt ausführlich besprechen, um nicht auf den Kosten einer IGEL-Leistung sitzenzubleiben.

Langer Rede kurzer Sinn

Hormonelle Verhütung ist praktisch und verspricht einen sehr guten Schutz vor ungewollter Schwangerschaft. Aus weiblicher Sicht mag für viele Frauen der Nutzen überwiegen. Um das Thromboembolie-Risiko so gering wie möglich zu halten, scheint mir das Ausloten individueller Risikofaktoren sehr wichtig. Zudem sollte das Bewusstsein für die Symptome venöser Störungen im Körper geschärft werden.”

Fazit

Der Bericht hat gezeigt, dass viele Patientinnen, die durch die Einnahme der Antibabypille eine Thrombose erlitten, nachweislich schon vorher zu einer Risikogruppe gehörten. Dabei gibt es erworbene Risikofaktoren wie Übergewicht sowie Rauchen, und es gibt genetisch bedingte Formen der Thrombophilie wie Erbkrankheiten und Gerinnungsstörungen. Die Pille zählt selbst als „erworbenes Risiko“. Wird diese zudem mit einem oder mehreren weiteren Risikofaktoren kombiniert, so multipliziert sich die Gefahr. Es ist daher sehr wichtig, seine persönlichen Risikofaktoren im Vorfeld ausreichend vom Arzt abklären zu lassen und eine Risiko-Nutzen-Analyse durchzuführen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt in ihren Leitlinien, dass bei Frauen mit Thrombophilie hormonelle Kontrazeptiva nicht verschrieben werden sollen. Bei Thromboembolien in der Eigen- oder Familienanamnese oder bei Nachweis einer Gerinnungsstörung sowie mit zunehmenden Alter soll auf alternative Kontrazeptionsmethoden zurückgegriffen werden. Natürliche Methoden bedeuten dabei keinen Eingriff in die Vorgänge im weiblichen Körper und gelten – bei richtiger Anwendung – als sichere Verhütungsmethode. Falls Du derzeit ein hormonelles Verhütungsmittel nimmst und Du dieses absetzen möchtest, haben wir Dir in unserem Ratgeber hilfreiche Tipps zum Thema Pille absetzen zusammengestellt.

Quellen:
1 Kaufmann, M. et al.: Die Gynäkologie. 3. Auflage. Berlin 2013.
2 De Stefano et al.: The risk of recurrent deep venous thrombosis among heterozygous carriers of both factor V Leiden and the G20210A prothrombin mutation. N Engl J Med. Vol. 341. 1999.
3 Martinelli, I.: Risk factors in venous thromboembolism. Thromb Haemost, Vol. 86. 2001.
4 Römer, T.: Kontrazeption mit OC in 160 Problemsituationen. 2. Auflage. Berlin. 2012.
5 Pötzsch, B. und Madlener, K.: Hämostaseologie: Grundlagen, Diagnostik und Therapie. Heidelberg. 2009.
6 Abdollahi, M. et al.: Obesity: risk of venous thrombosis and the interaction with coagulation factor levels and oral contraceptive use. Thromb Haemost. Vol. 89. 2003.
7 Wegner, K.: Die Pille und ich: Vom Symbol der sexuellen Befreiung zur Lifestyle-Droge. München. 2015.
8 Fisch-Börold, C.: Venenleiden: Visite-Gesundheitsbibliothek. Magdeburg. 2008.
9 Vandenbroucke et al.: Increased risk of venous thrombosis in oral-contraceptive users who are carriers of factor V Leiden Mutation. Lance. Vol. 344. 1994.
10 Boeschen, D. et al.: Pillenreport 2015 – Ein Statusbericht zu oralen Kontrazeptiva, Bremen 2015.
11 Wu et al.: Thromb Haemost. Oral contraceptives, hormone replacement therapy, thrombophilias and risk of venous thromboembolism: a systematic review. Vol. 94. 2005.

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