Corona, Impfung & Kinderwunsch

Seit 10.09.2021 empfiehlt die STIKO nun auch die Corona-Impfung für Schwangere und Stillende. Bist Du schwanger oder möchtest Du schwanger werden und machst Dir Gedanken, ob das Coronavirus darauf einen Einfluss hat? Hier findest Du Infos zu Schwangerschaft und Geburt während der Corona-Pandemie sowie zu einer möglichen Impfung sowie zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie und der COVID-19-Impfung auf den weiblichen Menstruationszyklus.

Braucht es einen höheren Schutz in der Schwangerschaft aufgrund des Coronavirus?

Impfung gegen Covid-19 und Schwangerschaft

Seit 10. September 2021 empfiehlt die STIKO (=ständige Impfkommission) nun auch die COVID-19-Impfung für bisher nicht oder unvollständig geimpfte Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel sowie von nicht oder unvollständig geimpften Stillenden mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffes.16

Die WHO und internationale Fachgesellschaften hatte schon seit geraumer Zeit gefordert, Schwangere nicht von der Impfung auszuschließen. Einige Länder forderten sogar die Priorisierung. Studien in den USA zeigen bei geimpften Schwangeren mit mRNA-Impfstoff keine vermehrten Komplikationen, wie beispielsweise Frühgeburten oder Fehlgeburten. Es wird beobachtet, dass sich der Infektionsschutz auf das Ungeborene übertragen kann.9

Du hast einen Kinderwunsch? Derzeit gibt es nichts was gegen eine Impfung spricht. Die Impfstoffe wurden bereits bei Frauen mit Kinderwunsch getestet. Die Aussage, dass eine Impfung unfruchtbar machen kann, beruht auf keinen wissenschaftlichen Daten und ist eine Fehlinformation.10 Der aktuelle Stand kann hier nachgelesen werden.

Vielen Menschen machen sich dennoch Sorgen um die möglichen Auswirkungen des Coronavirus und der Impfung auf den Menstruationszyklus, Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Geburt.

Coronavirus, COVID-19-Impfung & der weibliche Zyklus

Seit geraumer Zeit kursieren in den sozialen Netzwerken Berichte über Veränderungen des weiblichen Menstruationszyklus während der COVID-19 Pandemie.

Die Gynäkologin Dr. Anita Singh fragte in einer Story auf ihrem Instagram-Kanal, ob ihre Followerinnen Veränderungen bei ihrem Menstruationszyklus oder hormonelle Symptome während des Lockdowns wahrgenommen haben. 65% (3.662 Userinnen) sagten ja und 35% Nein. In den Kommentaren berichten Frauen vom verspäteten Eintritt ihrer Periode, starken PMS-Symptomen.

Auch von Zyklusstörungen nach der COVID-19-Impfung wird in den sozialen Netzwerken und den Medien berichtet. Doch was hat es damit auf sich? Können sich die Corona-Pandemie und eine COVID-19-Impfung wirklich auf den weiblichen Zyklus auswirken?

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf den Menstruationszyklus?

Eine Studie aus der Türkei mit 263 Teilnehmerinnen im Alter von 18 und 45 Jahren untersuchte die Periodendauer sowie die Anzahl der benutzten Periodenprodukte.

Ergebnis: Die Länge der Menstruation sowie die Anzahl der täglich benutzten Periodenprodukte ging im Vergleich zum Zeitraum vor der COVID-19-Pandemie zurück. Bei Frauen, die während der Corona-Pandemie ein erhöhtes Angstlevel aufwiesen, nahmen Menstruationsbeschwerden zu und die Monatsblutung verkürzte sich.12

Eine Studie von englischen und irischen Instituten untersuchte in einer Studie mit 749 physisch aktive Frauen deren Menstruationsbeschweren während und vor der Pandemie in Zusammenhang mit Lifestyle, Stress, Ernährung und körperlichen Aktivitäten. Sie kamen zu folgendem Ergebnis:

52,6 % der Teilnehmerinnen berichteten von Veränderungen im Menstruationszyklus während des Lockdowns. Dabei änderten sich psychosoziale Symptome bei über der Hälfte der Teilnehmerinnen. Diejenigen, die von erhöhtem Stress und vermehrten Sorgen in Bezug auf die eigene Gesundheit und die der Familie berichteten, wurden in Verbindung mit Veränderungen bei Menstruationsbeschwerden gebracht. Stress im Job konnte bei den Teilnehmerinnen mit verlängerten Blutungen assoziiert werden.13

Stress kann zum Ausbleiben der Regelblutung führen. In Stresssituationen kann der Körper in den Selbsterhaltungstrieb switchen und die Zyklusfunktion zugunsten anderer vitaler Körperfunktionen aufgehoben werden.14

Das Paul-Ehrlich-Institut stuft in seinem Sicherheitsbericht zu den Verdachtsfällen von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor COVID-19 seit Beginn der Impfkampagne am 27.12.2020 bis zum 31.07.2021 unter Berücksichtigung der Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen und der Häufigkeit von Zyklusstörungen die Meldungen als ‚nicht ungewöhnlich hoch‘ ein. Zu berücksichtigen sei hier, dass bei rund einem Drittel aller Frauen im Laufe ihres Lebens anormale Blutungen auftreten. Jedoch ist davon auszugehen, dass viele, vor allem vorübergehende Zyklusstörungen, nicht gemeldet werden. 15

Vielleicht hast Du auch unbewusst Zyklusunregelmäßigkeiten während des Lockdowns feststellen können? Um solche Schwankungen und besonders deren Dauer besser einordnen zu können, kann ein Zyklusmonitoring sinnvoll angewendet werden.

cyclotest mySense für Zyklusmonitoring

Zyklusstörungen nach COVID-19-Impfung?

Dem Paul-Ehrlich-Institut wurden bis 31.07.2021 310 Meldungen zu Zyklusstörungen gemacht. Davon waren 157 Fälle nach Comirnaty, 25 Fälle nach Spikevax, 127 Fälle nach Vaxzervia und ein Fall nach Impfung mit dem Impfstoff Janssen. Die Zeitspanne zwischen Impfung und Symptombeginn war zwischen einem und 67 Tagen. Zum Zeitpunkt der Meldung waren 31,3 % der gemeldeten unerwünschten Zyklusunregelmäßigkeiten bereits wieder abgeklungen. 34% wurden als noch nicht gebessert und 15,2% als gebessert beschrieben. Bei den anderen Meldungen ist der Ausgang unbekannt.15

Informationslage zu Corona, Impfung und Schwangerschaft

Du möchtest schwanger werden oder bist bereits schwanger? Dann haben wir hier die wichtigsten Infos für Dich.

Coronavirus und Kinderwunsch

Nach derzeitigem Kenntnisstand spricht nichts dagegen, während der Corona-Pandemie schwanger zu werden. Wichtig ist hier vor allem, sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Die wichtigsten Empfehlungen lauten:1

  • Wasche gründlich die Hände mit Wasser und Seife
  • Huste oder Niese in die Ellenbeuge oder in ein Taschentuch
  • Sorge für Frischluft in geschlossenen Räumen


Noch nicht schwanger? Mit cyclotest mySense die fruchtbarsten Tage berechnen.

 

Es gibt Empfehlungen an Frauen mit Kinderwunsch, sich generell gegen Grippe (Influenza) impfen zu lassen.2 Eine solche Impfung hilft natürlich nicht gegen das Coronavirus, aber eben gegen eine Grippe. Damit lässt sich das Ziel erreichen, das Risiko eines gleichzeitigen Auftretens von COVID-19 und Grippe zu minimieren.

Solltest Du bereits schwanger sein, so empfiehlt die ständige Impfkommission in Deutschland (STIKO) die Influenza-Impfung erst ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. Liegt bereits eine Vorerkrankung vor, wird sie unabhängig vom Schwangerschaftsstadium empfohlen. Ein Risiko durch die Schutzimpfung gegen das Grippevirus besteht nicht, da es sich hier um einen sogenannten Totimpfstoff handelt.3

Infektion mit dem Coronavirus während der Schwangerschaft

Welche Auswirkungen kann COVID-19 auf eine Schwangerschaft haben? Schadet das Virus der embryonalen Entwicklung? Wir haben die wichtigsten Informationen für Dich zusammengetragen:

Kann sich eine Corona-Infektion während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen?

Eine sogenannte „vertikale Transmission“, also eine Übertragung des Virus auf das ungeborene Kind, macht natürlich vielen Schwangeren Sorge. Zu Beginn der Corona-Pandemie konnte keine Übertragung des Virus auf ungeborene Kinder nachgewiesen werden. Im Lauf der Pandemie wurden weltweit verschiedene Studien durchgeführt, die einige seltene Fälle registrierten, bei denen eine vertikale Übertragung beobachtet wurde.4

Bin ich als Schwangere gefährdeter durch das Virus als andere?

Laut der deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) kommt es 6x häufiger zu einer intensivmedizinischen Betreuung bei Schwangeren als bei Nicht-Schwangeren, eine Beatmung kommt 23x häufiger vor. Bei bereits vor der Schwangerschaft bestehenden Krankheiten oder vorliegenden Risikofaktoren (mütterliches Alter über 35 oder Adipositas) steigt das Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen. Eine COVID-19-Erkrankung in der Schwangerschaft kann somit zu schweren Verläufen führen.5

Bei einer Influenza sind Schwangere ebenfalls gefährdeter als andere. Das liegt daran, dass sich das Immunsystem (ebenso wie Herz und Lunge) während der Schwangerschaft vorübergehend verändert, wodurch infizierte Schwangere anfälliger für schwere Verläufe sind.6

Auswirkungen des Coronavirus auf Geburt & den Säugling

Eine Infektion mit SARS-CoV-2 bzw. eine Erkrankung an COVID-19 allein machen keine vorzeitige Entbindung erforderlich. Im Zusammenhang mit der Erkrankung kann dies jedoch dann der Fall sein, wenn bei der werdenden Mutter eine größere Beeinträchtigung der Atmung vorliegt.7

Wird eine Corona-Infektion bei einer Schwangeren vermutet oder bestätigt, gelten besondere Regeln. Lachgas sollte während der Geburt nicht angewendet werden, da es die Ausbreitung des Virus erhöhen kann. Gegen eine PDA spricht nach dem derzeitigen Wissensstand nichts.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung des Coronavirus auf das Neugeborene während der Geburt? Eine Übertragung auf das Baby ist durch engen Kontakt oder Tröpfcheninfektion möglich. Für genauere Aussagen ist die Datenlagen aktuell noch zu gering.8 Bei einer aktuell laufenden Studie in registrierten deutschen Kliniken wurden bislang 26 Kinder positiv auf SARS-COV-2 getestet bei über 2000 Geburten von positiv getesteten Müttern. Der aktuelle Stand ist jeweils unter folgendem Link abrufbar und sehr übersichtlich dargestellt: https://www.dgpm-online.org/gesellschaft/covid-19/.9 Auch hier wird empfohlen, die geltenden Hygieneregeln einzuhalten.

Gut zu wissen: Je nach Region musst Du wegen COVID-19 mit Einschränkungen rechnen, was die Begleitung bei der Entbindung angeht. Väter sind in der Regel als Begleitperson zugelassen, und ihre Anwesenheit oder die einer anderen Begleitperson wird auch empfohlen, wenn diese gesund ist,6 aber einzelne Kliniken verweigern auch diesen den Zutritt. Kläre die Regelungen in Deiner Wunschklinik vorab, damit Du Dich darauf einstellen kannst!

Alle wichtigen Fragen zu Corona, Impfung & Schwangerschaft für Dich im Überblick

Bei einer Corona-Infektion in der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko auf einen schweren Verlauf.5 Mehr Informationen zu Corona in der Schwangerschaft erhältst Du hier.
Schwangere erhalten derzeit ausschließlich mRNA-Impfstoffe. Welche Empfehlungen es für die Impfung gibt und wie die Regelung in Deutschland ist, kannst Du hier nachlesen.
Als erstes sollte die Geburtsklinik vorab darüber informiert werden, damit dort die entsprechenden Vorbereitungen getroffen werden können (z. B. Schutzkleidung für das Personal). Bei einer Erkrankung wird grundsätzliche eine vaginale Geburt empfohlen (sofern nichts anderes dagegenspricht). Eine Trennung von Mutter und Kind erfolgt in der Regel nicht, da bei Einhaltung der Hygieneregeln nur ein geringes Infektionsrisiko für das Kind besteht und eine Trennung große Nachteil für das Kind mit sich bringen würde.11

Quellen:



Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert. *

*
*

Deine personenbezogenen Daten werden für die Veröffentlichung Deines Blogbeitrages gemäß unserer Datenschutzerklärung von uns verarbeitet.