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Der Notfall-Ausweis von Sanara aufgrund ihrer Gerinnungsstörung.

Welche Auswirkungen hat eine Gerinnungsstörung?

Immer mehr Frauen und Angehörige von Frauen, die Krankheiten erlitten haben, die im Zusammenhang mit der Einnahme der Antibabypille standen, melden sich nun aufgrund der aktuellen Berichterstattung und gehen an die Öffentlichkeit. Auch unsere Bloggerin Sanara Brooks hat bei sich Nebenwirkungen entdeckt, die sie zunächst nicht in Zusammenhang mit der Pilleneinnahme gebracht hat. Eine ausführliche Anamnese mit einer Gerinnungskontrolle hat dann aber gezeigt, dass sie auch zu den Frauen mit Thrombophilie gehört, einer angeborenen oder erworbenen Thromboseneigung. Sanara Brooks hat uns ihre Geschichte erzählt:

Gerinnungsstörung und Antibabypille

Bei mir wurde eine Gerinnungsstörung festgestellt. Ich will hier kurz berichten, wie es mir dabei in Bezug auf hormonelle Verhütung erging.

Ich bekam damals die Pille als gesunde junge Frau ohne Vorerkrankungen oder sonstige Anzeichen von venösen Beschwerden verschrieben. Eine gründliche Familienanamnese erfolgte nicht. Hier liegt oft das Problem. Viele junge Mädchen, welche die Pille verschrieben bekommen, sind augenscheinlich gesund. Das liegt in der Natur der Sache bei jungen Menschen. Jung und gesund. Wehwehchen kommen erst mit den Jahren. Also ist das Rezept meist rasch bei der Hand.

So war es auch bei mir. Ich war ahnungslos, was meine Gerinnungsstörung anging. Also bekam ich die Pille, weil der Arzt nicht weiter nachfragte. Zunächst war alles wie gehabt … bis mich immer öfter ein Gefühl der Unruhe beschlich, wenn ich irgendwo herumstand. Es fühlte sich an, als würde das Blut in den Beinen den Weg nicht mehr ‘nach oben’ finden. Beim abendlichen Zähneputzen wanderte ich in nervösen Kreisen im Badezimmer.

‘Einbildung!’ dachte ich. Schließlich waren mir als angehender Krankenschwester genügend medizinische Gründe bekannt, um mich innerlich gegen die Einnahme zu sperren. Leider wurde es nicht besser mit meiner angeblichen Einbildung. Ich wechselte den Arzt und auf das Anraten der neuen Ärztin auch mehrmals das Pillenpräparat – vergeblich. Nach längerem Hin und Her erschien mir eine Gerinnungskontrolle sinnvoll.

Gerinnungskontrolle bei Gerinnungsstörung

Und siehe da! Eine Gerinnungsstörung. Mein venöses Leiden entstammte nicht bloßer Einbildung. Eine Befragung innerhalb meiner Familie ergab, dass etliche in der nahen Verwandtschaft eine auffällige Neigung zu Krampfadern besaßen. Eine Familienanamnese durch den damals verschreibenden Frauenarzt hätte diese Tatsache frühzeitig ans Licht gebracht. Doch eine solche Anamnese war nicht erfolgt. Auch die zweite Ärztin hielt es nicht für nötig.

Bei der Diagnose meiner Gerinnungsstörung ärgerte ich mich sehr darüber, dass ich so lange die Antibabypille eingenommen hatte, obwohl ich mich die ganze Zeit irgendwie unwohl damit fühlte – eine völlig sinnlose gefährliche Zeit! Es wäre viel vernünftiger gewesen, die Beschwerden ernstzunehmen und meiner inneren Stimme zu vertrauen. Hinterher ist man immer schlauer.

Häufige Gerinnungsstörungen

Aus purer Neugierde stöberte ich in einigen Fachbüchern und stellte fest, dass der Anteil in der Bevölkerung mit Thrombophilie gar nicht mal so klein ist. Das gab mir zu denken.

Anmerkung vom cyclotest Team: Falls Dich Informationen zur Thrombophilie interessieren, kannst Du mehr dazu in unserem separaten Blog-Beitrag erfahren.

Schließlich lässt kaum eine Frau, welche die Pille nimmt, ihre Gerinnungswerte checken. Und so treffen Gerinnungsstörungen und Antibabypille zwangsläufig aufeinander. In solchen Fällen ist das Thromboembolie-Risiko deutlich erhöht. Auch macht sich eine Gerinnungsstörung nicht zwingend mit Beschwerden bemerkbar. Sie schlummert durchaus versteckt, ohne dass die betroffene Person von der damit einhergehenden Gefahr weiß.

Anmerkung vom cyclotest Team: Welche weiteren negativen Begleiterscheinungen durch die Pille hervorgerufen werden können, haben wir in unserem Beitrag Nebenwirkungen Pille zusammengestellt.

Wie kann ich eine Gerinnungsstörung erkennen?

Mein Erlebnis hat mir gezeigt, dass es gewisse Dinge bei der hormonellen Verhütung zu beachten gibt – der Sicherheit halber. Meine Überlegungen hierzu teile ich gerne mit anderen Frauen:

Beratung beim Frauenarzt

Ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit Anamnese zum Ergründen von Risikofaktoren vor dem erstmaligen Verschreiben finde ich sehr wichtig. Findet eine solche Aufklärung nicht statt, sollte man als Frau das Thema gezielt ansprechen und auf ein Beratungsgespräch bestehen.

Außerdem können sich die Risikofaktoren bezüglich venöser Thromboembolien im Laufe des Lebens ändern (z. B. bei einer bevorstehenden Operation, längerer Immobilität, Rauchen, zunehmendem Körpergewicht, steigendem Alter usw.). Erfahrungsgemäß wird man bei Vorsorgeuntersuchungen selten auf solche Dinge angesprochen. Folglich sollte man sich als Frau trauen, das Thema beim Frauenarzt anzusprechen – es heißt nicht umsonst Sprechstunde. Eine gute Beratung ist hier das A und O.

Venöse Beschwerden oder Risikofaktoren ernst nehmen

Ich halte es nicht für klug, körperliche Anzeichen oder eine familiäre Belastung zu ignorieren. Treten im Zusammenhang mit der Antibabypille venöse Beschwerden auf, sollte man diesen auf den Grund gehen. Die Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose oder einer Lungenembolie müssen mittlerweile in den Beipackzetteln hormoneller Kontrazeptiva aufgeführt werden und sind den Anwenderinnen von ärztlicher Seite bei der Erstverordnung zu beschreiben.

Aber auch leichtere venöse Beschwerden (z. B. plötzlich auftretende Besenreiser, wiederkehrende oberflächliche Venenentzündungen und einseitige muskelkaterähnliche Schmerzen in den Beinen) können ein Warnhinweis sein. Gegebenenfalls muss eine Alternative zu kombinierter hormoneller Verhütung gewählt werden. Natürliche Alternativen wie die Natürliche Familienplanung gibt es immer.

Anmerkung vom cyclotest Team: Infos über eine Hormonfreie Verhütung haben wir Dir auf einer separaten Seite zusammengestellt. Hier kannst Du Dich in Ruhe darüber informieren, was es damit überhaupt auf sich hat.

Unglaublich, aber wahr: Auch Ärzte ignorieren manchmal Risikofaktoren. So wurde einer guten Freundin von mir die Antibabypille trotz Übergewicht und einem Alter von 38 Jahren empfohlen. Und das lediglich zur Behandlung von Haarausfall, der höchstwahrscheinlich gar keine hormonellen Ursachen hatte, sondern auf eine Diät zurückzuführen war. Da fehlen mir die Worte!

Auch als Eltern junger Mädchen trägt man Verantwortung

Junge Mädchen lassen sich oftmals ohne ihre Eltern die Antibabypille beim Frauenarzt verschreiben. Also sollte man versuchen, offen mit dem Nachwuchs über das Thema zu reden. Das ist besonders wichtig, wenn man als Elternteil von Gerinnungsstörungen betroffen ist oder bei nahen Angehörigen krankhafte venöse Ereignisse bekannt sind. Ich werde meine Tochter zu gegebener Zeit darüber informieren, dass bei ihr die Wahrscheinlichkeit einer ererbten Gerinnungsstörung besteht.

Gerinnungsambulanz

Möchte man eine Gerinnungskontrolle durchführen lassen, weil entsprechende Erkrankungen in der Familie vorliegen, empfehle ich das Aufsuchen einer Gerinnungsambulanz. Dort findet die Beratung durch entsprechende Experten statt. Leider tragen die Krankenkassen eine Untersuchung meistens nur, wenn man selbst akut an einer Thrombose erkrankt ist oder ein Verdacht besteht. Also sollte man die Gründe dafür mit dem Arzt ausführlich besprechen, um nicht auf den Kosten einer IGEL-Leistung sitzenzubleiben.

Langer Rede kurzer Sinn

Hormonelle Verhütung ist praktisch und verspricht einen sehr guten Schutz vor ungewollter Schwangerschaft. Aus weiblicher Sicht mag für viele Frauen der Nutzen überwiegen. Um das Thromboembolie-Risiko so gering wie möglich zu halten, scheint mir das Ausloten individueller Risikofaktoren sehr wichtig. Zudem sollte das Bewusstsein für die Symptome venöser Störungen im Körper geschärft werden.”

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