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Was ist der Pearl Index?

Für Paare ist bei der Wahl des Verhütungsmittels unter anderem der Pearl Index ausschlaggebend.

Jedes Paar sollte selbst das richtige Verhütungsmittel für sich bestimmen.

Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2011, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Auftrag gegeben hat, ist der wichtigste Grund für die Wahl eines Verhütungsmittels die Sicherheit.1 Schwanger oder nicht schwanger – Nuancen dazwischen gibt es nicht. Um die Souveränität über die eigene Lebensgestaltung zu behalten, muss man sich verlassen können.

Zur Beurteilung der Zuverlässigkeit hat sich der sogenannte Pearl Index bewährt.

Je niedriger der Pearl Index, desto sicherer ist die Methode. Wenden 100 Frauen ein Jahr lang eine bestimmte Verhütungsmethode an und werden 2 Frauen innerhalb dieses Zeitraums ungewollt schwanger, so liegt der Pearl Index bei 2. Die Zuverlässigkeit jeder Verhütungsmethode hängt jedoch gleichzeitig immer auch von der Gewissenhaftigkeit der Anwender ab, also davon, ob die Herstellerangaben eingehalten werden.

Pearl Index natürlicher Methoden

Schauen wir uns hier beispielhaft folgende drei Methoden an: Symptothermale Methode, Temperaturmethode und Kalender-Methode. Was alle diese Methoden gemeinsam haben, ist der Verzicht auf Eingriffe in das natürliche Körpergeschehen. Was den Aufwand betrifft, lassen sich deutliche Unterschiede feststellen, die sich auch direkt in der Zuverlässigkeit niederschlagen.

Die Klassifizierung der Sicherheit erfolgt nachfolgend auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode und wird eingeteilt in sehr hoch, hoch, akzeptabel und gering. Die Unterschiede werden auf einen Blick deutlich: Die Symptothermale Methode macht im Bereich Natürliche Verhütung den ersten Platz in puncto Sicherheit. Weitere Vor- und Nachteile und auch den Kostenfaktor haben wir auf unserer Seite Verhütungsmethoden im Vergleich zusammengestellt.

Pearl Index

Die Methodensicherheit der Symptothermalen Methode liegt laut DGGG bei gleichzeitiger richtiger Anwendung bei bis zu 99,7 % (Pearl Index 0,3). Der Pearl Index der Temperaturmethode liegt bei 1-3.2 Der Zykluscomputer cyclotest myWay bildet sowohl die Temperaturmethode als auch die Symptothermale Methode ab.

Symptothermale Methode (hoch)


Temperaturmethode (akzeptabel)


Kalender-Methode (gering)


Einstufung auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode.
ab 0,1 = hoch, ab 0,8 = akzeptabel, ab 8 = gering2

Pearl Index mechanischer Methoden

Hier sollen als Beispiel nachfolgende Verhütungsmittel betrachtet werden: Das Diaphragma, die Portiokappe, die Kupferspirale und das Kondom. Der gemeinsame Nenner dieser Mittel ist, dass auf Hormone verzichtet wird und mittels einer Barriere die Befruchtung verhindert wird.

Das Kondom ist sicher das bekannteste dieser Kategorie und in der Handhabung eher unkompliziert. Portiokappe und Diaphragma müssen „richtig“ eingesetzt werden, was die Sache schon etwas komplizierter werden lässt. Die Klassifizierung der Sicherheit ist hier schwieriger, da diese von der richtigen Anwendung abhängt. Grob können alle drei Mittel als akzeptabel eingestuft werden. Die Kupferspirale wird von einem Arzt eingesetzt.

Diaphragma (akzeptabel)


Kondom (akzeptabel)


Portiokappe (akzeptabel)


Kupferspirale (akzeptabel)


Einstufung auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode.
ab 0,1 = hoch, ab 0,8 = akzeptabel, ab 8 = gering2

Sicherheit hormoneller Methoden

In dieser Kategorie findet die Antibabypille ihren Platz. Sie ist das am häufigsten angewendete Verhütungsmittel in Deutschland.1 Hier kann unterschieden werden zwischen östrogenhaltigen Pillen und den so genannten Minipillen ohne Östrogenwirkung. Auch bekannt ist die Hormonspirale, die ebenfalls hier aufgeführt werden soll.

Im Hinblick auf den Pearl Index lässt sich festhalten, dass alle drei Methoden eine hohe Sicherheit aufweisen. Der große zusätzliche Vorteil bei der Hormonspirale ist natürlich, dass Anwenderfehler auszuschließen sind, da diese von einem Arzt eingesetzt wird und dann mehrere Jahre wirkt. Bei der Pille ist immer die konsequente Einnahme integrale Voraussetzung für ihre Zuverlässigkeit. Wenn Du Dich für die Vor- und Nachteile der einzelnen hormonellen Methoden interessierst, kannst du Dir unseren Vergleich der Verhütungsmethoden anschauen.

Pille (hoch)


Minipille (hoch)


Hormonspirale (hoch)

Einstufung auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode.
ab 0,1 = hoch, ab 0,8 = akzeptabel, ab 8 = gering2

Andere Methoden

Es gibt auch Verhütungsmethoden, die entweder in keine der obigen Kategorien fallen oder bei denen es sich strenggenommen gar nicht um eine Verhütungsmethode handelt.

Zu den ersteren Methoden zählt die Sterilisation der Frau oder – mittels Vasektomie – beim Mann. Sie gewährleistet eine hohe Sicherheit, ist aber bei der Frau gar nicht und beim Mann nicht in jedem Falle rückgängig zu machen. Der Coitus Interruptus bietet nur eine sehr geringe Sicherheit und ist daher als Verhütungsmethode nicht empfehlenswert.

Sterilisation des Mannes/Vasektomie (hoch)


Sterilisation der Frau (hoch)


Coitus Interruptus (gering)

Einstufung auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode.
ab 0,1 = hoch, ab 0,8 = akzeptabel, ab 8 = gering2

Studien und Tests zur Zuverlässigkeit von cyclotest

In den vergangenen Jahren wurden weitere unabhängige Studien bzw. Tests durchgeführt, deren Ergebnisse wir im Folgenden kurz skizzieren wollen.

Dissertation von P. Kern, Universität Düsseldorf

In der Disseration von Peter Andreas Kern3 aus dem Jahr 2003 wurden 7 Zykluscomputer sowie die symptothermale Methode von mindestens 15 Probandinnen getestet. Folgende Voraussetzungen mussten erfüllt werden:

  • Alter der Probandinnen: zwischen 19 und 40 Jahren
  • Zykluslängen: zwischen 24 und 35 Tagen
  • mindestens 3 Zyklen ohne Einnahme von Hormonen

Getestet wurde während 7 bis 8 Zyklen. Erst beim 7. Zyklus wurden die Ergebnisse des Tests (Eisprungtag und fruchtbare Phase) anhand objektiver Methoden verglichen (LH-Bestimmung im Urin und sonographische Messung des Follikelwachstums), d. h., es wurden insgesamt 122 Zyklen überwacht. Folgende Computer wurden getestet:

Babycomp/Ladycomp

Bioself 2000

cyclotest 2 plus

Maybe Baby

PC 2000

PG 53

Es wurden mehrere Aspekte der einzelnen Methoden untersucht. Die Ergebnisse stellen wir Euch im Folgenden kurz vor:

Ein Männchen mit Schlüssel soll die Sicherheit der NFP-Methode verkörpern.

Sicherheit der NFP-Methode

Ergebnisse „Sicherheit“

Die NFP-Methode – das ist die symptothermale Methode – erbrachte keine falsch-positiven Angaben (fruchtbar angegeben obwohl unfruchtbar). Die falsch-negative Angabe (unfruchtbar angegeben obwohl fruchtbar) von cyclotest liegt bei 1,7 %, d. h., das Gerät zeigt bei 1,7 % der Zyklen unfruchtbar an, obwohl diese laut objektiver Messung fruchtbare Tage waren. Die falsch-positive Angabe beträgt 39,7 %.

Stellt man die Geräte hinsichtlich der kontrazeptiven Sicherheit in eine Reihenfolge, so steht NFP gefolgt von cyclotest 2 plus an der Spitze.

Generell liegen die symptothermale Methode und die Temperaturcomputer cyclotest 2 plus, Babycomp/Ladycomp und Bioself 2000 weit vor dem Hormonbestimmungsgerät Persona, welches wiederum besser auswertet als die Schleimmikroskope Maybe Baby, PC 2000 und PG 53.

Die Einbeziehung von 2 Symptomen ist nur bei dem Gerät cyclotest 2 plus möglich, wodurch die anderen Geräte die hohe Sicherheit der symptothermalen Methode nicht erreichen können.

Ergebnisse „hochfruchtbare Phase“

Was die Erkennung der hochfertilen Tage angeht, so erreicht cyclotest 2 plus das beste Ergebnis unter allen getesteten Geräten. Unter den 51,1 % richtig erkannten hochfruchtbaren Tagen wies er nur 6,9 % falsch-positiv aus. Nach der besten Zielgenauigkeit der gerätedefinierten hochfruchtbaren Zeit ergibt sich, dass Persona an erster Stelle steht, wiederum gefolgt von cyclotest.

Ergebnisse „Anwenderbefragung“

Beim Test konnten nur wenige Störungen registriert werden. Bemängelt wurde die Bedienungsanleitung und bei der Inbetriebnahme schnitt cyclotest mit dem vorletzten Platz ab. Die meisten Frauen kamen nach der Inbetriebnahme mit der Anwendung gut zurecht und sahen es als nützlich für eine gezielte Schwangerschaft an.

Testergebnisse der Stiftung Warentest

In einem Test der Stiftung Warentest4 zu Zykluscomputern schnitt der der cyclotest 2 plus als Testsieger ab. So erreichte er bei „Empfängnisschutz“ ein „gut“ (2,0), ebenso bei „Eignung bei Kinderwunsch“: „gut“ (1,8) – kein anderes Gerät erreichte in diesen Kategorien bessere Werte.

cyclotest 2 plus ist bei den geprüfen Geräten ein noch preiswerter Sieger (…)

Zwei Geräte machten eine relativ sichere Aussage über die hochfruchtbare Zeit: cyclotest 2 plus und – mit Abstand – Persona.

Die Temperaturcomputer cyclotest 2 plus, Babycomp und Bioself plus sind vergleichsweise sicher.

Fazit – Was bedeutet das zusammengefasst?

Alle Punkte hier noch einmal zusammengefasst:

  • Die hohe Methodensicherheit zeigt auf, wie zuverlässig die Herangehensweise ist, bei der zwei Eisprung Symptome in Kombination beobachtet werden (symptothermale Methode).
  • Bei den auf dieser Seite zitierten Studien/Tests handelt es sich nicht um Herstellerstudien, sondern um unabhängige wissenschaftliche Studien bzw. Tests unabhängiger Stiftungen, im Rahmen derer ein Vergleich von cyclotest mit Konkurrenzprodukten stattfand. cyclotest schneidet dabei unter den getesteten Zykluscomputern in puncto Sicherheit am besten ab.

Hinweis

Der neue cyclotest myWay basiert auf dem gleichen Algorithmus wie der hier getestete cyclotest 2 plus.


Quellen:

1 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Verhütungsverhalten Erwachsener. Ergebnisse der Repräsentativbefragung. Köln 2011.
2 Quelle Pearl Indizes: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.: Leitlinien, Empfehlungen, Stellungnahmen. 2004.
3 Kern, P. A.: Sicherheit und Akzeptanz der Zykluscomputer und der symptothermalen Methode. Düsseldorf, 2003. Abrufbar unter http://docserv.uni-duesseldorf.de/.
4 test 08/2000