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Der Pearl Index ist ein Beurteilungsmaß für die Sicherheit eines Verhütungsmittels. Er beschreibt, wie viele Frauen innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit dieser Art der Empfängnisverhütung schwanger werden. Je niedriger also der Pearl Index, desto sicherer die Verhütung.

Was ist der Pearl Index?

Der Pearl Index ist eine Kennzahl für die Verhütungsmittelsicherheit – er gibt also für Kondom & Co. die Wirksamkeit bzw. Zuverlässigkeit an. Er wurde nach dem amerikanischen Wissenschaftler Raymond Pearl benannt.

Im Pearl Index sind bestimmte statistisch relevante Parameter nicht enthalten. Beispielsweise sind die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs und die Anzahl der Studienteilnehmerinnen nicht vorgeschrieben. Je verbreiteter und langfristiger ein Empfängnisverhütungsmittel eingesetzt wird, desto genauer kann der Pearl Index angegeben werden.

Welches Empfängnisverhütungsmittel hat welchen Pearl Index?

Pearl Index – Welches Empfängnisverhütungsmittel? | Foto: © cyclotest

Wie wird der Pearl Index berechnet?

Der Pearl Index entspricht der Anzahl ungewollter Schwangerschaften pro 100 Frauenjahre unter Einsatz des jeweiligen Mittels zur Verhütung. Demnach lässt sich der Sicherheitsindex mithilfe der Formel in der Abbildung berechnen.

Berechnung der Pearl Index-Formel

Pearl Index-Formel | Grafik: © cyclotest

Was bedeutet der Pearl Index für die Sicherheit?

Je kleiner der Pearl Index, desto sicherer ist die Art des Empfängnisschutzes. Wenden 100 Frauen ein Jahr lang eine bestimmte Verhütungsmethode an und werden 2 Frauen innerhalb dieses Zeitraums ungewollt schwanger, so liegt der Pearl Index bei 2. Die Zuverlässigkeit jeder Verhütungsmethode hängt jedoch gleichzeitig immer auch von der Gewissenhaftigkeit der Anwender ab, also davon, ob die Herstellerangaben eingehalten werden.

Bei Anwendungsfehlern steigt der Pearl Index. Beim Pearl Index ist daher auch die Anwendungssicherheit wichtig. Diese bezieht sich auf die Sicherheit bei typischer Anwendung. Die Verhütungsmethodensicherheit steht für die Sicherheit bei korrekter Anwendung.

Pearl Index verschiedener Verhütungsmethoden

Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2011, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Auftrag gegeben hat, ist der wichtigste Grund für die Wahl eines Verhütungsmittels die Sicherheit.1 Schwanger oder nicht schwanger – Nuancen dazwischen gibt es nicht. Um die Souveränität über die eigene Lebensgestaltung zu behalten, muss man sich auf die Empfängnisverhütung verlassen können. Der Pearl Index ist ein wichtiger Faktor beim Vergleich der Verhütungsmethoden. Die Klassifizierung der Sicherheit erfolgt nachfolgend auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode und wird eingeteilt in sehr hoch, hoch, akzeptabel und gering.

Pearl Index natürlicher Methoden

Der Pearl Index im Bereich der Natürlichen Verhütung wird bestimmt von der Wahl der jeweiligen Art der Empfängnisverhütung.

Die Symptothermale Methode der Natürlichen Familienplanung macht hier den ersten Platz in puncto Sicherheit. Den hohen Pearl Index erreicht diese Verhütungsart durch die Auswertung zweier Fruchtbarkeitsindikatoren.

Die Basaltemperaturmethode sowie die Billings-Zervixschleimmethode ist von der Sicherheit her dahinter einzustufen. Schlusslicht bildet die Kalendermethode, die keine zuverlässige Verhütungsmethode darstellt.

 


Symptothermalmethode (hoch)


Temperaturmethode (akzeptabel)


Billings-Methode (gering)


Kalendermethode (gering)


Einstufung auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode.
ab 0,1 = hoch, ab 0,8 = akzeptabel, ab 8 = gering2

Sicherheitsindex mechanischer Methoden


Das Kondom ist sicher das bekannteste unter den Verhütungsmitteln dieser Kategorie und in der Handhabung eher unkompliziert. Das LEA contraceptivum (Portiokappe) und das Diaphragma müssen „richtig“ eingesetzt werden, was die Sache schon etwas komplizierter werden lässt. Die Klassifizierung der Sicherheit ist hier schwieriger, da diese von der richtigen Anwendung abhängt. Grob können alle drei Mittel als akzeptabel eingestuft werden. Eine ausreichende empfängnisverhütende Wirkung des Scheidendiaphragmas wird allerdings nur unter Verwendung der Spermizide erreicht. Die Sicherheit der Kupferspirale oder der Kupferkette, die von einem Arzt eingesetzt werden muss, ist ebenfalls akzeptabel.

Pearl Index verschiedener Barrieremethoden

Pearl Index Kondome Diaphragma | © cyclotest

Diaphragma und Spermizid (akzeptabel)


Kondom (akzeptabel)


LEA contraceptivum (akzeptabel)


Kupferspirale/Kupferkette (akzeptabel)


Einstufung auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode.
ab 0,1 = hoch, ab 0,8 = akzeptabel, ab 8 = gering2

Pearl Index hormoneller Methoden

Im Hinblick auf den Pearl Index lässt sich festhalten, dass die Antibabypille, die Minipille, der Verhütungs- bzw. Vaginalring, die Hormonspirale („Spirale“), das Hormonimplantat, das Verhütungs- bzw. Hormonpflaster sowie die Dreimonats-Depotspritze eine hohe Sicherheit aufweisen. Bei der Pille ist immer die konsequente und richtige Einnahme wichtige Voraussetzung für ihre Anwendungszuverlässigkeit. Daher liegt hier die Anwendungssicherheit deutlich unter der Methodensicherheit.

Wich hoch ist die Anwendungssicherheit der Antibabypille im Vergleich zur Methodensicherheit?

Sicherheit Antibabypille | © cyclotest

Pille/Minipille (hoch)


Verhütungsring bzw. Vaginalring (hoch)


Hormonspirale/-implantat (hoch)


Verhütungspflaster/Dreimonatsspritze (hoch)


Einstufung auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode.
ab 0,1 = hoch, ab 0,8 = akzeptabel, ab 8 = gering2

Sicherheit anderer Varianten


Es gibt auch Verhütungsmittel, die entweder in keine der obigen Kategorien fallen oder bei denen es sich strenggenommen gar nicht um eine Verhütungsmethode handelt.
Zu den ersteren zählt die Sterilisation der Frau oder – mittels Vasektomie – beim Mann. Sie zählt zu den sichersten Methoden, ist aber bei der Frau gar nicht und beim Mann nicht in jedem Falle rückgängig zu machen. Der Coitus Interruptus bietet nur eine sehr geringe Sicherheit und ist daher nicht empfehlenswert.

Sterilisation des Mannes (hoch)


Sterilisation der Frau (hoch)


Coitus Interruptus (gering)

Einstufung auf Basis des Pearl Index der jeweiligen Methode.
ab 0,1 = hoch, ab 0,8 = akzeptabel, ab 8 = gering2

 

Testergebnisse der Stiftung Warentest

In einem Test der Stiftung Warentest3 zu Zykluscomputern, welche auf natürlichem Weg die fruchtbaren Tage ermitteln, schnitt der der cyclotest 2 plus als Testsieger ab. So erreichte er bei „Empfängnisschutz“ ein „gut“ (2,0), ebenso bei „Eignung bei Kinderwunsch“: „gut“ (1,8) – kein anderes Gerät erreichte in diesen Kategorien bessere Werte.

cyclotest 2 plus ist bei den geprüften Geräten ein noch preiswerter Sieger (…)

Zwei Geräte machten eine relativ sichere Aussage über die hochfruchtbare Zeit: cyclotest 2 plus und – mit Abstand – Persona.

Die Temperaturcomputer cyclotest 2 plus, Babycomp und Bioself plus sind vergleichsweise sicher.

Fazit – Was bedeutet das zusammengefasst?

Alle Punkte hier noch einmal zusammengefasst:

  • Die hohe Methodensicherheit zeigt auf, wie zuverlässig die symptothermale Methode ist, bei der zwei Eisprung Symptome in Kombination beobachtet werden.
  • Bei den auf dieser Seite zitierten Tests handelt es sich um Tests unabhängiger Stiftungen, im Rahmen derer ein Vergleich von cyclotest mit Konkurrenzprodukten stattfand. cyclotest schneidet dabei unter den getesteten Zykluscomputern in puncto Sicherheit am besten ab.
  • Auch bei Verhütungscomputern ist eine hohe Sicherheit unabdingbar.

Hinweis

Der Verhütungscomputer cyclotest myWay basiert auf dem gleichen Algorithmus wie der hier getestete cyclotest 2 plus.

Quellen:
1 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Verhütungsverhalten Erwachsener. Ergebnisse der Repräsentativbefragung. Köln 2011.
2 Quelle Pearl Indizes: Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage, S. 126. Heidelberg 2007.
3 test 08/2000