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Löwenzahnpollen werden vom Wind weggetragen.

Warum Natürliche Familienplanung ganz unkompliziert ist

Hier kommt ein Gastbeitrag der Bloggerin Sanara Brooks. Sie berichtet von ihren ersten Erfahrungen mit der Natürlichen Familienplanung und warum die Zyklusbeobachtung so praktisch ist. Lesen und mehr erfahren!

„Ich möchte hier und heute berichten, wie ich zur natürlichen Familienplanung (kurz NFP) stehe und welchen besonderen Wert sie meiner Meinung nach jeder Frau bietet. Schon mit Anfang 20 beschäftigte ich mich mit der Zyklusbeobachtung per Basalthermometer. Meine Beobachtungen dienten seinerzeit ausschließlich der Kontrolle von Zyklusstörungen.

Damals gab es noch nicht so viele rasch abrufbare Infos aus dem Netz. Mir stand lediglich ein gewöhnliches Fieberthermometer mit einer sehr kleinen Messskala zur Verfügung. Verglichen mit den heutigen digitalen Basalthermometern und modernen Zykluscomputern sehr rustikal. Es gab keine praktische Memoryfunktion für das Abspeichern mehrerer vergangener Werte – nur einen Schmierzettel auf dem Nachttischchen. Dazu kam das tägliche Herunterschütteln des Messfadens, das ich zugegebenermaßen hin und wieder vergaß. Ganz ärgerlich wurde es, wenn das Thermometer beim Herunterschütteln versehentlich quer durchs Zimmer flog, dabei zerbrach und es ans Aufkehren und fachgerechte Entsorgen des giftigen Quecksilbers ging. Ups!

Mit dem richtigen Know-how funktionierte die Zyklusbeobachtung tatsächlich auch unter diesen etwas widrigen Umständen! Natürlich würde ich heutzutage niemandem mehr diese Vorgehensweise empfehlen. Mittlerweile gibt es komfortablere Hilfsmittel!

Was im Monatszyklus passiert

Ich war erstaunt, wie einfach sich die kleinen Veränderungen im weiblichen Körper mit einem Thermometer und einem Blatt Papier beobachten lassen. Schon nach wenigen Zyklen lernt man seinen Körper richtig kennen. Wo vorher die wiederkehrenden Zyklen lediglich aus menstruierender und nichtmenstruierender Zeit im Wechsel bestanden haben, erkennt man bei der Zyklusbeobachtung, dass im weiblichen Körper sehr viel mehr stattfindet. So kommt es nach der Periode zur Veränderung des Zervikalschleims. Diese Veränderung verläuft in verschiedenen Phasen und erreicht einen Schleimhöhepunkt, bei dem sich der Zervixschleim teilweise zu zehn Zentimeter langen Fäden dehnen lässt.

Einigermaßen zeitgleich lässt sich durch einen Urinteststeifen der LH-Peak feststellen. Zirka vierundzwanzig Stunden später erfolgt der Eisprung. Danach kommt es im Körper zur Progesteronausschüttung. Bei einigen Frauen hebt das Hormon Progesteron merklich die Stimmungslage, da es als natürliches Antidepressivum wirkt! Andere Frauen berichten von Stimmungsschwankungen in der zweiten Zyklushälfte. Und was auch interessant ist: Progesteron fördert die Diurese (Harnausscheidung). So manche Frau hat sich insgeheim schon geärgert, so häufig auf die Toilette zu müssen. Schuld daran ist nicht unbedingt die sogenannte “Konfirmandenblase”, sondern ein ganz natürlicher Prozess im Zyklus der Frau.

Eben dieses Progesteron ist für die symptothermale Zyklusbeobachtung besonders wichtig, denn es sorgt im Körper für einen minimalen Temperaturanstieg um zirka 0,5–0,2 Grad Celsius. Diese nachgewiesene Temperaturhochlage deutet auf einen erfolgten Eisprung hin! Kommt es zu keiner Befruchtung der bereitgestellten Eizelle, fällt der Progesteronspiegel ab, die Bastaltemperatur sinkt, die Blutung setzt ein und alles beginnt von vorne.

Bei der Zyklusbeobachtung erhält jede Frau einen prima Einblick in den eigenen Menstruationszyklus. Dieses Wissen ist sehr wertvoll! Es hilft nicht nur bei der Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Zeit, sondern auch beim Erkennen und Diagnostizieren von Zyklusstörungen! Die Zyklusbetrachtung kann sowohl bei der natürlichen Verhütung als auch dem Kinderwunsch zum Einsatz kommen!

Meine Vergangenheit mit Hormonen

Auf diese Weise lernte ich damals den Umgang mit dem Basalthermometer kennen, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Heutzutage starten viele Frauen bereits in sehr jungen Jahren mit der Pille oder anderen hormonellen Verhütungsmethoden. Verständlicherweise ist dies je nach Lebenslage oft die einfachste und logischste Wahl der Empfängnisverhütung. Doch bedauerlicherweise bekommen deshalb sehr viele Frauen kaum mehr die Gelegenheit, die Normalität ihrer Weiblichkeit kennenzulernen. Jahre bis fast Jahrzehnte später, nach Absetzen der Pille, ist plötzlich fremd, was eigentlich ganz normal und natürlich ist!

Ich selbst nahm auch die Pille. Leider nicht ohne Komplikationen. Ich musste die Pille mehrmals aus gesundheitlichen Gründen unmittelbar absetzen. Zu diesen unerwarteten Gelegenheiten erwies sich die Symptothermalmethode als willkommener Rettungsanker und ich lernte das Wissen um die Zykluskontrolle deshalb sehr zu schätzen!

Es gibt verschiedene Wege, eine hormonfreie Zyklusbeobachtung vorzunehemen.

Verschiedene Arten der Zyklusbeobachtung

Dank vergangener Erfahrungen konnte ich der hormonfreien Verhütungsmethode ganz unkompliziert entgegenblicken. Obwohl ich damals noch nicht schwanger werden wollte, fühlte ich mich mit der natürlichen Familienplanung trotzdem sehr sicher. Die morgendliche Messung ging irgendwann ins Blut über und stellte kein Ärgernis mehr dar. Diese Methode war einfach und unkompliziert!

Die Zyklusbeobachtung half mir nicht nur bei der Schwangerschaftsvermeidung, sondern auch beim späteren Kinderwunsch! Die Anwendung dieser Lehre führte diesbezüglich zu einem prompten Erfolg, durch den ich mich übergangslos in die Schwangerschaft einfügen konnte. Prima!

Warum ich die natürliche Familienplanung wichtig finde, wo es doch hormonelle Methoden gibt?

Ganz einfach: Es kann sehr schnell passieren, dass man gezwungen ist, die Pille oder vergleichbare hormonelle Verhütungsmethoden abzusetzen. Meist sind es gesundheitliche Gründe wie z. B. Gerinnungsstörungen oder eine anstehende OP, welche das Absetzen der Hormone erfordern. Hat man hinterher eine Weile oder auch gar nicht mehr die Möglichkeit, hormonell zu verhüten, steht man rasch vor der Frage: Was nun?

Kondome? Klar sind diese auch in einer festen Partnerschaft zur Schwangerschaftsvermeidung geeignet, aber mal ehrlich, in einer festen Beziehung möchte man auch mal auf das Kondom verzichten können. Außerdem kann es schon mal vorkommen, dass ein Kondom beim Geschlechtsverkehr reißt. Ein gerissenes Kondom sorgt nicht selten für Panik!

Alles kein Problem, wenn man sich mit der Zyklusbeobachtung beschäftigt hat. Man kennt als Frau mit etwas Übung die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage! Vielerlei Unsicherheiten sind schon mal ausgeschlossen. Wer seinen eigenen weiblichen Körper gut kennt, kann bei hormonellen Verhütungsproblemen getrost sagen:

ICH SCHAFFE DAS MIT NFP!

Das Praktische an der Zyklusbeobachtung*

  • Der Zeitpunkt des Eisprungs ist bekannt.
  • Man kann die Periode gut voraussagen und ist nicht davon überrascht.
  • Man kennt die kritischen Tage, an denen es im Zyklusverlauf höchstwahrscheinlich zu Beschwerden unterschiedlicher Art kommen kann (z. B. Kopfschmerzen usw.), und kann sich darauf einstellen.
  • Bei Verhütungspannen gerät man nicht gleich in Panik, sondern kann dem behandelnden Frauenarzt konkret sagen, wo man sich im Zyklus befindet! Der Arzt kann so optimal entscheiden! Zyklusunregelmäßigkeiten lassen sich erkennen.
  • Prima einsetzbar zum Kinderwunsch.
  • Es findet kein Eingriff in den Hormonhaushalt statt und es kommt zu keiner künstlichen Beschränkung der Libido.

*Voraussetzung sind mehrere Monate der Anwendung!

Die Vorurteile gegenüber der Zyklusbeobachtung

Die morgendlichen Messungen und das Eintragen in eine Zykluskurve sind lästig!

Das Messen wird rasch zur Gewohnheit. Einzelne Werte können auch gesammelt werden und erst dann eintragen werden, wenn es relevant wird. Ich habe mich nach einigen Jahren für einen Verhütungscomputer entschieden, weil es die Messung und Auswertung vereinfacht und ich diese Methode noch jahrelang anwenden werde (ein computerunterstützendes Mitdenken ist dabei selbstverständlich).

Die Symptothermalmethode ist total unsicher!

Stimmt gar nicht. Die größte Gefahr liegt natürlich in der Anfangszeit, wenn man sich mit der Methode noch vertraut machen muss. Ergeben sich Schwierigkeiten beim Erkennen der Temperaturhochlage oder dem Ausklammern einzelner Werte, sollte man im Zweifelsfall auf das altbewährte Kondom zurückgreifen. Die Beobachtung des Gebärmutterhalsschleims und die Anwendung von LH-Teststreifen geben zusätzlich Sicherheit! Wer es probiert, wird feststellen, dass man rasch „den Dreh raus hat“!

Einschränkungen in der Sexualität durch Phasen der Enthaltung an fruchtbaren Tagen!

In der fruchtbaren Zeit kann unter Verwendung anderer Verhütungsmaßnahmen (z. B. Kondom) trotzdem Geschlechtsverkehr stattfinden.

Bei schwankenden Zyklusverläufen nicht anwendbar!

Das kommt darauf an, wie stark die Unregelmäßigkeiten ausgeprägt sind. Generell ist die Empfängnisverhütung mit dieser Methode trotzdem möglich. Es verlängert sich dadurch „sicherheitshalber“ die fruchtbare Zeit und man sollte ein besonderes Augenmerk darauf haben, den individuellen „Sicherheitsabstand“ einzuhalten! Erfahrene NFPlerinnen kommen damit durchaus klar.

Mein Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn:

Durch die Zyklusbeobachtung ist man als Frau auf alle zyklusbedingten Eventualitäten vorbereitet! Jede Frau sollte das einmal kennengelernt haben, wenn nicht zur Empfängnisverhütung, dann zum eigenen Erleben des Körpers. Das funktioniert natürlich nur, wenn die momentanen Lebensumstände dazu passen und gerade keine hormonellen Verhütungsmethoden angewendet werden – denn in diesem Fall ist der natürliche Monatszyklus medikamentös blockiert und NFP nicht anwendbar. Selbstverständlich sollte man ein wenig Zeit aufwenden, um sich mit der Methode vertraut zu machen – aber es lohnt sich!“

Quellen:
von Brandis, H.-J. et al.: Anatomie und Physiologie, 9. Auflage. 1995
John R. Lee MD: Natürliches Progesteron, 5. Auflage. 2011


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