Die Abbildung zeigt eine Frau, die die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und cyclotest App mit Körperlichen Symptomen wie Gelenkschmerzen und Hitzewallung

Perimenopause

Die Perimenopause ist eine bedeutende Übergangsphase im Leben einer Frau, die oft mit einer Vielzahl von Veränderungen und Symptomen einhergeht. Es ist wichtig, diese Zeit zu verstehen und die verfügbaren Unterstützungsmöglichkeiten zu kennen, um die Lebensqualität zu erhalten.

Zuletzt aktualisiert am 30.10.2025 · von Katharina

Inhaltlich geprüft von Das Foto zeigt Frau Dr. med. Daniela Bach fröhlich lächelnd mit hochgestecktem blondem Haar und filigraner Brille. Sie trägt einen hellgrauen Strickpullover mit farbiger Blumenstickerei auf der Schulter. Der schlichte, beige Hintergrund lenkt den Blick auf ihr Gesicht und den herzlichen Ausdruck. Dr. med. Daniela Bach

Wusstest Du, dass die Perimenopause so viel mehr ist als Hitzewallungen und Zyklusunregelmäßigkeiten? Sie beginnt oft schleichend. Oft einfach damit, dass man bemerkt, dass irgendetwas „anders“ ist. Mit diesem Beitrag wollen wir Dir diese komplexe Thematik etwas näher bringen und aufklären über

Was ist die Perimenopause?

Die Perimenopause ist ein natürlicher Übergangszustand. Sie umfasst die Jahre vor der letzten Monatsblutung (=Menopause) und die 12 Monate danach. Die Perimenopause ist keine Krankheit oder Diagnose im herkömmlichen Sinne, sondern eine natürliche Lebensphase.

Deine Fragen

Unsere Antworten

Was ist die Perimenopause? Die Perimenopause ist der natürliche Übergangszustand um die Menopause herum. Sie umfasst die Jahre vor der letzten Monatsblutung sowie die 12 Monate danach.
Wann beginnt die Perimenopause? Der durchschnittliche Beginn liegt bei 47,5 Jahren. Symptome können aber bereits bei Frauen in ihren 30ern auftreten.
Wie lange dauert die Perimenopause? Die Dauer variiert individuell, beträgt meist zwischen 5 und 10 Jahren. In einigen Fällen kann sie über ein Jahrzehnt andauern.
Wodurch wird die Perimenopause verursacht? Sie entsteht durch den natürlichen Rückgang der Eizellen (Oozyten) und die veränderte Reaktion des Körpers auf hormonelle Steuerung.
Wie unterscheidet sich die Perimenopause von der Menopause? Die Menopause ist der retrospektiv definierte Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Die Perimenopause bezeichnet die Übergangsphase davor sowie das darauffolgende Jahr.

Die Perimenopause wird grob in zwei Phasen unterteilt, die sich hauptsächlich nach dem Menstruationsmuster richten:

  • Frühe Perimenopause: Gekennzeichnet durch minimale Zyklusstörungen, wobei Frauen mindestens einen Zyklus innerhalb der letzten drei Monate haben. Ein deutliches Zeichen ist hier eine Abweichung von mindestens sieben Tagen in der Länge aufeinanderfolgender Zyklen.
  • Späte Perimenopause: In dieser Phase treten stärkere Zyklusunregelmäßigkeiten auf, einschließlich längerer Perioden ohne Blutung (Amenorrhoe) von 60 Tagen bis zu einem Jahr.
  • Menopause: Letzte Regelblutung im Leben, retrospektiv
  • Postmenopause: Zeit ab 1 Jahr nach der letzten Regelblutung
Die Grafik zeigt den zeitlichen Zusammenhang zwischen der Perimenopause, der Menopause und der Postmenopause.

Zeitlicher Zusammenhang zwischen der Perimenopause, der Menopause und der Postmenopause.

Was sind erste Anzeichen der Perimenopause?

Die ersten Anzeichen der Perimenopause können subtil sein und sich schleichend entwickeln. Für viele Frauen ist das offensichtlichste erste Zeichen eine ausgelassene Periode, aber es kann zu Beginn auch einfach eine kleine Veränderung der Blutung sein, bspw. einfach dass sie stärker wird. Neben Zyklusunregelmäßigkeiten kann es bereits zu ersten Symptomen kommen. Obwohl der Zyklus noch weitgehend normal erscheinen mag, können im Hintergrund bereits hormonelle Veränderungen stattfinden, die auf den Beginn der Perimenopause hinweisen.

In dieser Phase ist es besonders wichtig, dem eigenen Körper „zuzuhören“ und sensibel zur Kenntnis zu nehmen, was sich gerade verschiebt. Ein konsequentes Dokumentieren aller Symptome oder Änderungen, die man wahrnimmt, kann dabei helfen, ein klareres Gesamtbild zu erhalten – wichtig für einen selbst, aber auch für den Besuch bei einer Frauenärztin bzw. einem Frauenarzt. In der cyclotest mySense App können alle Symptome individuell erfasst und beobachtet werden. Zusätzlich wird der Zyklus in den Fokus gesetzt: Länge, Eisprung, Periode, Fruchtbarkeit, alles auf einen Blick.

 

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Weitere Informationen

Hormonelle Veränderungen in der Perimenopause

Die Perimenopause ist eine Zeit erheblicher hormoneller Schwankungen, die durch den Rückgang der Eizellreserve verursacht werden sowie durch die Kommunikation zwischen Gehirn und Eierstock: So sendet das Gehirn LH (=luteinisierendes Hormon) und FSH (=follikelstimulierendes Hormon) aus, um den Eierstock zur Hormonproduktion anzuregen. Der Eierstock reagiert bei guter Funktion darauf und lässt Follikel reifen, die letztlich die Hormonsynthese von Östrogenen und Progesteron ankurbeln.

  • Anti-Müller-Hormon (AMH): Dieses Hormon beginnt bereits vor sichtbaren Veränderungen im Menstruationszyklus zu sinken. AMH-Werte erreichen ihren Höhepunkt um das 25. Lebensjahr und nehmen danach kontinuierlich ab. Ein niedriger AMH-Spiegel ist ein nützlicher Indikator für die verbleibende Eizellreserve und kann die verbleibende Zeit bis zur letzten Monatsblutung vorhersagen.
  • Inhibin B: Die Produktion von Inhibin B, einem weiteren Hormon, das von den Eierstöcken stammt, nimmt ebenfalls ab. Dieser Rückgang trägt dazu bei, dass das Folikelstimulierende Hormon (FSH) ansteigt.
  • Follikelstimulierendes Hormon (FSH): Als Reaktion auf die sinkenden Inhibin B-Spiegel und die nachlassende Funktion der Eierstöcke beginnt die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) mehr FSH zu produzieren, um die Eierstöcke zur Produktion von Eizellen anzuregen. Im späten Übergang ist FSH dann dauerhaft erhöht.
  • Östrogenspiegel in der Perimenopause: Trotz des Kampfes der Eierstöcke, die Eizellenproduktion aufrechtzuerhalten, kann es im frühen Übergang zu einer erhöhten Produktion von Östrogen kommen, die zu gleichen oder sogar höheren Östrogenspiegeln als im mittleren Reproduktionsalter führen können. Im späteren Übergang beginnen die Östrogenspiegel jedoch, stärker zu schwanken und sind tendenziell niedriger.
  • Progesteron: Nach dem Eisprung (Ovulation) ist die Produktion von Progesteron durch den Gelbkörper (Corpus Luteum) oft vermindert.
  • Anovulatorische Zyklen: Mit fortschreitender Perimenopause werden Zyklen, in denen kein Eisprung stattfindet (anovulatorische Zyklen), häufiger.

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Welche Symptome deuten auf die Perimenopause?

Die Perimenopause ist mit einer Vielzahl von körperlichen und psychischen Symptomen verbunden, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen können.

Dr. med. Daniela Bach

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Die Perimenopause ist so viel mehr als Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Blutungsstörungen. Gerade zu Beginn kann sich vielmehr das Gefühl breit machen, Du seist nicht mehr Du selbst. Vertraue auf Dein Bauchgefühl und hol Dir die Unterstützung, die Du brauchst. Mehr über Doc Dany.

Was sind die häufigsten Symptome?

  • Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen: Viele Frauen spüren in der Zeit vor und nach der letzten Regelblutung plötzlich auftretende Hitzewellen. Diese können mehrmals am Tag auftreten und gehen oft mit starkem Schwitzen einher – besonders nachts. Die Haut wird dabei warm oder sogar rot, und es kann ein starkes Wärmegefühl durch den ganzen Körper ziehen. Diese Beschwerden können im Durchschnitt vier bis fünf Jahre andauern, bei manchen Frauen auch bis zu zehn Jahre. Sie sind nicht gefährlich, können aber den Alltag und den Schlaf stark belasten. In manchen Fällen können häufige und intensive Hitzewellen mit einem höheren Risiko für Herzprobleme in Verbindung stehen.
  • Beschwerden im Intimbereich: Ein sinkender Hormonspiegel kann auch den Intimbereich verändern. Viele Frauen bemerken dann trockene oder gereizte Schleimhäute in der Scheide. Das kann zu Jucken oder Brennen führen – besonders beim Sex oder beim Wasserlassen. Manche Frauen verspüren auch ein Druckgefühl oder eine leichte Senkung der Gebärmutter. Es kann passieren, dass man häufiger auf die Toilette muss oder Urin nicht mehr gut halten kann. All diese Veränderungen können lästig sein und erhöhen das Risiko für Infektionen in diesem Bereich.
  • Schlafstörungen: Schlafprobleme, einschließlich Schlaflosigkeit, sind sehr häufig. Obwohl sie oft mit nächtlichen Hitzewallungen in Verbindung gebracht werden, können Schlafstörungen auch unabhängig davon auftreten und sich im späten Übergang verstärken.
  • Stimmungs- und psychische Veränderungen: Eine erhöhte Anfälligkeit für Depressionen und Angstzustände ist in der Perimenopause verbreitet. Frauen in dieser Phase haben ein 2- bis 4-mal höheres Risiko, eine depressive Episode zu erleben. Depressive Symptome erreichen ihren Höhepunkt in der späten Perimenopause. Auch wenn Stimmungs- und kognitive Symptome häufig berichtet werden, waren sie in einer Studie nicht signifikant mit einer ärztlich bestätigten Perimenopause-Diagnose assoziiert.
  • Kognitive Beschwerden: Häufig genannte Probleme sind Verwirrung, „Gehirnnebel“ (Brain Fog) oder verminderte Konzentration. Die kognitive Funktion kann während des Übergangs abnehmen, scheint sich aber am Ende der Perimenopause wieder zu normalisieren.
  • Veränderungen der Libido: Ein vermindertes sexuelles Verlangen ist in der Perimenopause weit verbreitet und kann bis zu 10 % der Frauen betreffen. Der Östrogenmangel und ein Rückgang des Testosteronspiegels tragen vermutlich dazu bei.
  • Knochengesundheit: Östrogen ist wichtig für die Knochengesundheit. Der Östrogenmangel in der Menopause führt zu einer erhöhten Knochenresorptionsrate. Ein dramatischer Knochenverlust, bis zu 5 % pro Jahr, beginnt etwa ein Jahr vor der Menopause und hält bis zu drei Jahre danach an.
  • Weitere Symptome: In einer Studie wurden auch Herzklopfen und häufiges Wasserlassen als Symptome identifiziert, die mit einer Perimenopause-Diagnose durch einen Arzt in Verbindung gebracht werden.
Die Abbildung zeigt, wie man in der cyclotest mySense-App Perimenopausen-Symptome tracken und Auffälligkeiten notieren kann.

Perimenopausen Symptome mit cyclotest mySense tracken und Auffälligkeiten notieren

PMS als mögliches Symptom der Perimenopause

Sind das jetzt typische Anzeichen von PMS oder steckt bereits die Perimenopause dahinter? Die Symptome können sich ähneln – und genau das macht die Unterscheidung oft schwierig.

Das erstmalige Auftreten von PMS oder die Verstärkung von PMS-Symptomen können ebenfalls Symptome der Perimenopause sein.

Es ist wichtig zu beachten, dass PMS als Risikofaktor für Depressionen während der Perimenopause genannt wird. Das deutet darauf hin, dass Frauen mit einer Vorgeschichte von PMS möglicherweise anfälliger für bestimmte perimenopausale Stimmungsschwankungen sein könnten. Im Zweifelsfall ist es ratsam, eine Ärztin/ einen Arzt zu konsultieren, um die Symptome richtig einzuordnen.

Das genaue Tracken der Art und Intensität der Symptome macht Sinn, um – wenn es auch nur kleinste Veränderungen sind- diese auch identifizieren zu können.

Wie wird die Perimenopause diagnostiziert?

Die Perimenopause ist, wie bereits erwähnt, eine natürliche Lebensphase und keine „Diagnose“ im medizinischen Sinne. Dennoch suchen viele Frauen medizinische Hilfe für ihre Symptome.

Aussagekraft Laborwerte

Da sich die Hormonwerte während der Perimenopause stark verändern können, ist ein einzelner Laborwert oft nicht eindeutig.

  • Der FSH-Wert (follikelstimulierendes Hormon) steigt zwar im Verlauf meist an, kann jedoch von Zyklus zu Zyklus stark schwanken.
  • Auch der Östrogenspiegel unterliegt erheblichen natürlichen Schwankungen, weshalb eine einmalige Bestimmung nur begrenzt aussagekräftig ist.
  • Das sogenannte Anti-Müller-Hormon (AMH) kann Hinweise auf die verbliebene Eizellreserve geben – wird aber nicht standardmäßig zur Diagnose der Perimenopause verwendet.
Eine wertvolle Information kann die genaue Aufzeichnung der Zyklusveränderungen über mehrere Monate hinweg sein. Ein regelmäßiges Zyklustracking kann Ärztinnen und Ärzten helfen, die hormonellen Veränderungen besser einzuordnen.

Differenzialdiagnostik

Wichtig ist, dass andere mögliche Ursachen für Zyklusstörungen und ähnliche Beschwerden ausgeschlossen werden. Nicht alle Symptome, die auf die Perimenopause hinweisen, müssen tatsächlich damit zusammenhängen. So können zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen ähnliche Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder unregelmäßige Blutungen verursachen. Auch das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) kann zu einem unregelmäßigen Zyklus führen und sollte deshalb ärztlich abgeklärt und von der Perimenopause unterschieden werden.

Häufigste Symptome für Diagnose

Eine Studie identifizierte spezifische Symptome, die am stärksten mit einer ärztlich bestätigten Perimenopause-Diagnose assoziiert waren:

  • Ein Ausbleiben der Periode von mindestens 12 Monaten oder 60 Tagen
  • Hitzewallungen
  • Vaginale Trockenheit
  • Schmerzen beim ersten Eindringen beim Geschlechtsverkehr
  • Jüngste Zykluslängenunregelmäßigkeiten
  • Herzklopfen
  • Häufiges Wasserlassen

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Interessanterweise waren Stimmungs- und kognitive Symptome in dieser Analyse nicht signifikant mit einer Perimenopause-Diagnose assoziiert. Dies könnte daran liegen, dass Patientinnen diese Symptome nicht unbedingt mit der Perimenopause in Verbindung bringen, oder dass Ärzte diesen Beschwerden weniger Gewicht beimessen könnten. Trotzdem sollten Ärzte solche Veränderungen ernst nehmen und bei der Beurteilung von Frauen auf die Perimenopause hin berücksichtigen.

Was hilft bei Beschwerden in der Perimenopause?

Es gibt verschiedene Ansätze zur Behandlung von perimenopausalen Beschwerden, die von hormonellen Therapien bis hin zu nicht-pharmakologischen Methoden reichen. Ärzte sollten frühzeitig Anzeichen erkennen und Behandlungsoptionen anbieten, um die Symptome zu lindern.

Hormonersatztherapie (HRT)

Dr. med. Daniela Bach

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Die Hormonersatztherapie (HRT) ist nicht die letzte Bastion in der Therapie von Wechseljahresbeschwerden. Ganz im Gegenteil: Gerade in der Behandlung von Hitzewallungen und Ängsten ist sie der Goldstandard. Wenn eine HRT indiziert ist und für dich in Frage kommt, ist ein früher Start das A und O. Mehr über Doc Dany.

Im Rahmen eines Experteninterviews hat Doc Dany das Thema HRT für cyclotest von verschiedenen Seite beleuchtet.

Die Hormonersatztherapie, insbesondere mit Östrogen, gilt als die effektivste Behandlung für Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen oder Beschwerden im Intimbereich. Sie kann auch bei Schlaf- und Stimmungsstörungen von Vorteil sein.

Deine Fragen

Unsere Antworten

Was ist eine Hormonersatztherapie? Die Hormontherapie ersetzt fehlende Hormone – meist Östrogen und bei Bedarf auch Gestagen –, um Beschwerden in der Perimenopause zu lindern.
Wann wird eine Hormonersatztherapie empfohlen? Bei starken Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafproblemen oder vaginaler Trockenheit, wenn keine harten Kontraindikationen vorliegen.
Für wen ist die Hormonersatztherapie geeignet? Für Frauen unter 60 Jahren oder bis zu 10 Jahre nach der letzten Monatsblutung – nach ausführlicher Aufklärung und individueller Nutzen-Risiko-Abwägung.
Welche Formen gibt es? Tabletten, Pflaster, Gel oder Spray für den ganzen Körper. Für lokale Beschwerden (z. B. Trockenheit) gibt es auch Cremes oder Vaginalzäpfchen.
Gibt es Risiken? Ein leicht erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel, Schlaganfall oder Brustkrebs – abhängig von Alter, Vorerkrankungen und Art der Therapie.
Wie lange kann man eine Hormonersatztherapie anwenden? So lange wie nötig – möglichst in der niedrigsten wirksamen Dosis. Die Therapie sollte regelmäßig mit der Ärztin/dem Arzt besprochen werden.
Muss jede Frau Hormone nehmen? Nein. Eine Hormontherapie ist freiwillig und sollte individuell entschieden werden – abhängig von Beschwerden, Gesundheit und Lebensstil.

Lebensstiländerungen

Bereits einfache Veränderungen im Alltag können spürbare Verbesserungen bringen:

  • Ernährung: Eine ausgewogene Kost mit hohem Anteil an Gemüse, gesunden Fetten (z. B. Omega-3-Fettsäuren) und ausreichend Calcium sowie Vitamin D stärkt nicht nur den Knochenstoffwechsel, sondern wirkt auch stabilisierend auf das hormonelle Gleichgewicht.
  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität – insbesondere Ausdauer- und Krafttraining – kann Hitzewallungen mildern, den Schlaf verbessern und depressive Verstimmungen positiv beeinflussen.
  • Schlafhygiene: Geregelte Schlafenszeiten, ein schlafförderndes Umfeld sowie Entspannungstechniken (z. B. Atemübungen, Yoga, progressive Muskelrelaxation) tragen dazu bei, Schlafstörungen zu lindern.

Tipps für den Alltag während der Perimenopause

Obwohl die Perimenopause eine herausfordernde Zeit sein kann, gibt es viele Strategien und Anpassungen im Alltag, die helfen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

  • Allgemeine Lifestyle-Änderungen: Kleine Anpassungen im Lebensstil können die Auswirkungen der Symptome reduzieren.
  • Gewichtsmanagement: Ein moderater Gewichtsverlust kann bspw. dabei helfen, Hitzewallungen zu lindern.

Umgang mit Hitzewallungen:

  • Stress minimieren: Stress kann Hitzewallungen auslösen oder verstärken.
  • Kühle Umgebung: Schlafen Sie neben einem Ventilator.
  • Kleidung: Tragen Sie mehrere Schichten Kleidung, die Sie bei Bedarf leicht aus- und anziehen können.
  • Getränke: Konsumieren Sie kalte Getränke.
  • Nahrungsmittel und Getränke vermeiden: Versuchen Sie, potenzielle Auslöser wie Koffein, scharfe Speisen und Alkohol zu meiden.

Umgang mit vaginaler Trockenheit:

  • Vaginale Gleitmittel: Diese sind rezeptfrei erhältlich und können vor dem Geschlechtsverkehr angewendet werden.
  • Vaginale Feuchtigkeitscremes: Diese können bis zu dreimal täglich mit einem Applikator aufgetragen werden und helfen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu lindern.

Verbesserung von Schlaf und Stimmung:

  • Kognitive Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit: Dies ist eine erstlinige Therapie für Schlaflosigkeit im mittleren Alter.
  • Regelmäßige Bewegung: kann Schlaf und Stimmung verbessern.
  • Stressmanagement: Techniken zur Stressreduktion sind generell förderlich.

Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht-pharmakologische Therapien im Allgemeinen weniger gut untersucht sind und möglicherweise nicht die gleiche Wirksamkeit wie medikamentöse Therapien haben. Dennoch können sie eine wertvolle Ergänzung sein, insbesondere für Frauen, die hormonelle Therapien meiden möchten oder müssen.

Perimenopause und mentale Gesundheit

Die Perimenopause ist eine Zeit erhöhter Verletzlichkeit für Veränderungen der psychischen Gesundheit, insbesondere für Depressionen und Angstzustände

  • Risiko: Frauen in der Perimenopause haben ein 2- bis 4-mal höheres Risiko, eine Episode einer schweren depressiven Störung zu erleben.
  • Zeitlicher Verlauf: Depressive Symptome erreichen ihren Höhepunkt in der späten Perimenopause. Auch Frauen ohne Vorgeschichte von Depressionen haben ein Risiko von 16 % für das Neuauftreten von Depressionen und/oder Angstzuständen.

Perimenopause – Einfluss auf Fruchtbarkeit und Verhütung

Die Perimenopause ist der Übergang, in dem die Fruchtbarkeit einer Frau allmählich abnimmt, aber nicht abrupt endet.

  • Abnahme der Fruchtbarkeit: Die grundlegende Ursache ist der Rückgang der Eizellreserve in den Eierstöcken.
  • Erhaltene Fruchtbarkeit im frühen Übergang: Trotz abnehmender Eizellzahlen sind kompensatorische hormonelle Mechanismen im frühen perimenopausalen Übergang weitgehend wirksam, um die Zyklizität und die Fruchtbarkeit aufrechtzuerhalten, wenn auch mit gewissen Unregelmäßigkeiten.
  • Fruchtbarkeitsfenster im späten Übergang: Selbst im späten perimenopausalen Übergang, wenn anovulatorische (ohne Eisprung) Zyklen häufiger werden und die Östrogenspiegel stärker schwanken, können noch gelegentlich Zyklen mit Eisprung von normaler Länge auftreten. Dies bedeutet, dass bis zur letzten Menstruationsperiode (FMP) noch „Fruchtbarkeitsfenster“ bestehen können. Eine spontane Schwangerschaft ist daher bis zur Bestätigung der Menopause (12 Monate nach der letzten Blutung) möglich.

Da schon ein einziger Eisprung für den Eintritt einer Schwangerschaft ausreichend ist, gilt laut der S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause für die Verhütung nach der Menopause folgendes:

  • Bei Frauen unter 50 Jahren: Verhütung 2 Jahre nach der letzten Menstruation (Menopause) fortführen.

  • Bei Frauen ab 50 Jahren: Verhütung 1 Jahr nach der letzten Menstruation fortführen.

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Quellen:

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  • Soares CN. Depression in peri- and postmenopausal women: prevalence, pathophysiology and pharmacological management. Drugs Aging. 2013;30(9):677-685.
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG). S3-Leitlinie: Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen. AWMF-Registernummer 015/062. 1. Auflage, Januar 2021. Verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-062 [Zugriff am: 03.07.2025].

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