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Menstruationstassen als Alternative für Tampons und Binden für die Monatshygiene

Menstruationstasse anstelle von Binden oder Tampons?

Menstruationstasse, Menstruationsbecher, Menstruationskappe, Menstruationscup oder Mondtasse – so viele Begriffe! Aber keine Angst: Alle stehen für dasselbe, nämlich eine Alternative zu Binden oder Tampons. Kurz erklärt: Die Menstruationstasse ist ein kleiner Becher aus flexiblem Silikon, der in die Scheide eingeführt wird und das Menstruationsblut auffängt.

Wir haben Sanara Brooks, unsere Gastbloggerin, nach ihren Erfahrungen gefragt. Freu Dich im Folgenden auf ihre Tipps und Eindrücke, die wir zusätzlich durch weitere nützliche Informationen ergänzt haben.

„Jede Frau kennt Tampons und Binden als Hygieneartikel zum Auffangen der Menstruationsblutung. Und das war es eigentlich schon, oder? Auch ich kannte lange Zeit keine weiteren Alternativen zu Tampons und Binden. Ehrlich gesagt habe ich mir auch wenig Gedanken darübergemacht, ob es etwas Komfortableres geben könnte – bis mich eine Freundin beim gemütlichen Kaffeeplausch unvermittelt auf Menstruationstassen ansprach.

‘Noch nie gehört’, dachte ich mir. Klingt schon irgendwie komisch. Trotzdem hatte mich meine Freundin neugierig gemacht. Ich wollte es also genauer wissen. Wie schön wäre es doch, auf unhygienische Binden verzichten zu können und auch auf Tampons, die bei jedem Schritt scheuern, wenn sie nicht richtig sitzen. Also habe ich direkt das Internet nach Menstruationstassen befragt, um mir eine genauere Vorstellung davon zu machen.“

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Wie sieht hier meine Monatshygiene aus?

Da eine gesunde Scheidenflora aus einem empfindlichen Gleichgewicht verschiedener Bakterien und Pilze besteht, ist es auch wichtig zu wissen, wie sich die gewählte Monatshygiene auf dieses Gleichgewicht in der Scheide auswirkt.

So ist z. B. bekannt, dass Tampons außer dem Menstruationsblut auch Scheidensekret aufsaugen und dadurch zu einer trockenen Scheide beitragen. Diese Trockenheit kann zu kleinen, schmerzhaften Einrissen in der Schleimhaut führen, über die Keime eindringen können.1

Aber auch bei manchen Binden kann der Kontakt der Schamlippen mit den Bestandstoffen dazu führen, dass Reizungen auftreten und es im Extremfall zu Entzündungen kommt. Alternativen wie die Menstruationstasse, die das empfindliche Scheidenmilieu nicht beeinflussen, sind daher erste Wahl, denn sie fangen nur das Blut auf anstatt wie beim Tampon alle Sekrete, also auch die für die Scheidenflora wichtigen.

Wie verhält es sich mit dem TSS?

Das Toxische Schocksyndrom (TSS) wird ausgelöst durch Bakterien, die auch auf gesunden Schleimhäuten vorkommen. Allerdings scheiden sie beim TSS giftige Stoffe aus – begünstigt durch Tampons, die zu lange in der Scheide liegen oder die extrem saugfähig sind.

Das TSS zeigt sich durch Symptome wie plötzlich auftretendes Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Schüttelfrost, Schwindel und Benommenheit, Muskelschmerzen und Blutdruckabfall. Diesen Symptomen kann auch ein Ausschlag folgen. Bei der Menstruationstasse hingegen ist uns noch kein Fall von TSS bekannt.

Vorteile der Menstruationskappe

Die Vorteile der Menstruationstasse sind vielfältig. Wir wollen uns im Folgenden auf die wichtigsten beschränken.

Großes Fassungsvermögen

Eine Menstruationstasse kann je nach Stärke der Menstruationsblutung bis zu 12 Stunden getragen werden. Man muss also nicht ständig nach einer Toilette Ausschau halten, sondern kann ganz entspannt allen Tätigkeiten nachgehen, die anstehen – auch Sauna oder Sport.2 Ab einer gewissen Periodenstärke sollte natürlich ein Arztbesuch in Erwägung gezogen werden, um die Ursache abzuklären.

Das Fassungsvermögen einer kleinen Tasse entspricht in etwa dem eines Tampons der Größe „normal“, das einer großen Tasse einem Tampon der Größe „super“. Sanara meint hierzu:

„Die Menstruationstasse hält nach dem Einführen, was sie verspricht. Nur an stärkeren Tagen kann es vorkommen, dass die Tasse abhängig von der Blutungsstärke öfter geleert werden muss. In der übrigen Zeit reicht es völlig aus, wenn man die Kappe morgens bzw. abends checkt. Gerade bei längeren Ausflügen, wenn die Toilette nicht erreichbar ist, ist die Menstruationskappe aufgrund des großen Fassungsvermögens eine tolle Angelegenheit, wie ich finde.“

Mehr Körperbewusstsein – mehr Selbstvertrauen

Eine Menstruationstasse ist nicht nur eine saubere Alternative, sondern sie bringt frau auch ihrem Zyklus und ihrem Körper wieder näher. Es entsteht ein Gefühl dafür, wie viel Blut bei der Menstruation tatsächlich ausgeschieden wird.3 Dieses Körperbewusstsein stärkt auch das Selbstvertrauen. Dazu Sanara:

„Interessant fand ich die Tatsache, dass man als Frau mit der Menstasse die Blutungsmenge direkt im Blick hat. So lässt sich unkompliziert einschätzen, ob man beispielsweise eine zu starke Regelblutung hat. Bei Tampons und Binden fällt so eine Einschätzung sehr grob aus. Die meisten Tassen besitzen dazu eine dezente Markierungen.“

Menstruationstasse bei Regelschmerzen

Wer unter Regelschmerzen leidet, sollte schon aus diesem Grund einmal eine Menstruationstasse ausprobieren. Sanara hat in diesem Zusammenhang eine Vermutung aufgestellt. Ob hier etwas dran ist, lässt sich aktuell nicht durch Studien belegen, aber vielleicht sollte man bei der Anwendung mal darauf achten, ob man diesen positiven Eindruck von Sanara teilen kann:

„Ich habe positiv zur Kenntnis genommen, dass ich seit der Menstruationstasse weniger Unterleibsschmerzen an den stärkeren Tagen verspüre. Das hat vielleicht etwas damit zu tun, dass die Menstruationsflüssigkeit direkt abfließen kann, was bei Tampons nicht der Fall ist. Anders kann ich mir das nicht erklären.“

Weniger Müll durch die Menstruationstasse

Ein positiver Nebeneffekt bei der Verwendung von Menstruationstassen ist die Müllvermeidung. Menstruationstassen können je nach Pflege zwischen einem und mehreren Jahren verwendet werden. Tampons und Binden verursachen in der gleichen Zeit allein bei der Entsorgung eine große Menge Müll. Eine Menstruationstasse stellt also eine sehr nachhaltige Form der Monatshygiene dar.

Wie sammelst Du mit der Menstruationstasse Erfahrung?

Das sind ja alles tolle Vorteile, denkst Du nun vielleicht. Aber wie soll ich das hinbekommen, so eine Menstruationstasse korrekt anzuwenden? Sie soll ja schließlich halten und dicht sein. Aber vielleicht erinnerst Du Dich daran, als Du zum ersten Mal einen Tampon benutzt hast – da warst Du Dir vermutlich ähnlich unsicher. Und heute? Funktioniert ohne Nachdenken! So ähnlich ist es auch bei Menstruationstassen: Natürlich musst Du zuerst wissen, wohin damit. Und wie. Aber da gibt es natürlich Tipps und Kniffe, damit das gut funktioniert. Soviel sei verraten: Es ist wirklich kein Hexenwerk.

Was ist vor der Anwendung der Menstruationstasse zu beachten?

Vor der ersten Verwendung muss die Menstruationstasse ausgekocht werden. Das gilt auch, wenn Du sie mehrere Wochen nicht verwendet hast. Sie sollte hierbei max. 5 Minuten in kochendem Wasser liegen. Ein Sterilisator für Babyfläschchen kann ebenfalls verwendet werden.

Menstruationstasse einführen – mit Falttechniken

Die Tasse wird nicht geöffnet eingeführt, sondern es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu falten. Welche für Dich am besten geeignet ist, musst Du ausprobieren. Sanaras Erfahrungen hierzu:

„Nachdem ich die Tasse endlich ausprobiert hatte, war ich erstaunt, wie wenig diese zu spüren ist. Im Grunde unterscheidet sich die Anwendung nur geringfügig vom klassischen Tampon. Die Menstruationstasse wird nämlich gefaltet, so dass sie beim Einführen kaum größer als ein Tampon ist. Auf ihre eigentliche Größe entfaltet sie sich erst im Inneren des Körpers.

Allerdings habe ich einige Anläufe gebraucht, bis ich die nötige Übung hatte, damit die Tasse wirklich korrekt sitzt und dicht ist. Ich habe festgestellt, dass man sich dabei Zeit lassen sollte. Eine hektisch eingesetzte Tasse kann bei Neulingen schon mal undicht sein. Das passiert mir mittlerweile nicht mehr.

Nach und nach kommt man immer besser damit zurecht. Irgendwann kann die Tasse ebenso zügig wie ein Tampon eingeführt werden.“

Auch die Stellung zum Einführen ist von Frau zu Frau verschieden: In der Hocke, mit einem hochgestellten Bein oder im Sitzen – einfach ausprobieren!

Um anschließend den richtigen Sitz der Tasse zu überprüfen, kannst Du mit dem Finger um den Rand der Tasse fahren. Er sollte nicht eingeknickt sein, dann kannst Du davon ausgehen, dass die Tasse vollständig entfaltet ist.

Hilfreich ist es, wenn Du eine oder mehrere der gängigen Falttechniken kennst – so gibt es beispielsweise die C-Faltung, die S-Faltung, die Punchdown- oder Muschelfaltung, die Origamifaltung und die Abknickfaltung. Wir haben sie für Dich ausführlich und anschaulich in einem Beitrag über Falttechniken für die Menstruationstasse erklärt.

Was ist beim Herausnehmen der Menstruationstasse zu beachten?

Eines der Bedenken bezüglich der Menstruationstasse: Krieg ich das Ding je wieder raus? – Natürlich. Vielleicht nicht ganz so leicht wie einen Tampon, aber auch hier gilt: Mit etwas Übung ist das kein Problem. Zum Herausnehmen musst Du den Unterdruck in der Tasse beseitigen; wenn Du sie also etwas knetest oder hin und her bewegst, so dass Luft hineinkommen kann, geht das ganz leicht. Das alles macht man am besten auf der Toilette sitzend – zum einen wegen des Ausleerens, aber auch, weil man so besser an die Menstruationstasse kommt. Sanaras Erfahrungen hierzu:

„Ich hatte mir etwas Sorgen gemacht, wie ich die Tasse nun wieder los werde. Aber auch das ging überraschend einfach, da sich an ihrem Ende, je nach Modell, ein ‘Stiel’ oder ‘Ring’ befindet, wodurch man die Tasse gut fassen und entfernen kann. Nur stur daran ziehen sollte man nicht! Die Kappe saugt sich nämlich innerhalb der Scheide fest. Jeder Menstruationstasse liegt eine Anleitung bei, in der man nachlesen kann, wie das Entfernen genau funktioniert.

Aber wie schon gesagt, es war kein Problem. Hat man den Dreh heraus, kann der ‘Stiel’ kurzerhand mit einer scharfen Nagelschere bis auf das individuelle Wunschmaß eingekürzt werden, denn ist er zu lang, kann er beim Tragen stören.“

Menstruationstasse und Hygiene

Ein großes Fragezeichen machen viele Frauen beim Punkt Menstruationstasse und Hygiene. Kann das hygienisch sein, wenn man so ein Produkt mehrfach verwendet? Ja, es kann. Man muss natürlich ein paar Grundregeln beachten: Vor dem Einführen und Herausnehmen der Tasse sollen die Hände gründlich gewaschen werden, und nach dem Entleeren der Tasse soll diese gründlich gereinigt werden.

Entleeren der Menstruationstasse

Das Praktische an der Menstruationstasse ist, dass Du sie auf jeder Toilette entleeren kannst – Du bist also im Vergleich zu anderen Methoden nicht zusätzlich eingeschränkt. Das sieht auch Sanara so:

„Anstelle wie beim Tampon auf einen Mülleimer angewiesen zu sein, entleert man den Inhalt der Menstruationstasse schlicht in der Toilette.“

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Wie reinige ich den Menstruationsbecher?

Zur Reinigung spült man die Menstruationstasse unter fließendem Wasser ab – das ist alles. Nach dem Ende der Blutung muss sie etwas sorgfältiger gereinigt werden, aber auch hier reicht warmes Wasser, eine milde Seife und evtl. eine kleine Bürste. Sanara zur Reinigung:

„Nach dem Entleeren wird die Kappe unter fließendem Wasser abgespült. Es ist absolut kein Problem, wenn das häusliche Waschbecken gerade nicht zur Verfügung steht. Unterwegs kann man die Tasse mit Zellstoff (Toilettenpapier) auswischen. Beachtet man die hygienischen Grundregeln, ist daran gar nichts Ekliges! Es ist einfach nur praktisch!“

Menstruationstasse kaufen

Welche Größen der Menstruationstasse gibt es?

Menstruationsbecher gibt es zumeist in zwei Größen – klein und groß. Junge Frauen sollten mit der kleinen Größe beginnen, außer bei starker Blutung – hier wird zu größeren Größe geraten. Diese empfiehlt sich auch meist für erwachsene Frauen und Frauen, die bereits ein Kind geboren haben. Sanara zum Tragekomfort:

„Eine Menstruationstasse in der richtigen Größe ist beim Tragen gar nicht zu spüren!
Das liegt vor allem an dem medizinischen Silikon, das sehr nachgiebig ist und sich dem Körper anpasst. Ich habe diese bequeme Tatsache direkt genutzt, indem ich die Menstruationstasse präventiv vor der Monatsblutung trage, damit man nicht von der Blutung überrascht wird.“

Kostenersparnis

Natürlich kostet eine Menstruationstasse in der Anschaffung erst einmal mehr Geld als beispielsweise ein Päckchen Tampons. Auf die Lebensdauer der Tasse hochgerechnet zeigt sich allerdings, dass die Tasse anderen Hygieneartikeln vom Preis her weit überlegen ist.4

Silikon oder TPE

Die gängigen Tassen sind aus medizinischem Silikon oder TPE (thermoplastisches Elastomer) gefertigt. Die Materialien unterscheiden sich vor allem in ihrer Festigkeit. TPE ist beispielsweise etwas fester als Silikon. Festere Tassen wiederum entfalten sich leichter als weichere; wenn man allerdings etwas empfindlicher ist, ist eine weiche Tasse besser geeignet, da man dann das Entfalten nicht so spürt. Was beiden Materialien eigen ist: Sie enthalten keine schädlichen Weichmacher.

Medizinisches Silikon wurde eigens für die Medizintechnik entwickelt und ist klinisch rein – es kann nichts daran anhaften und es können keine Bakterien oder Erreger in das Material gelangen.

Was Dich zum Thema Menstasse sonst noch beschäftigen könnte

Verständlicherweise bleibt oft noch ein Rest Misstrauen gegenüber der Menstruationstasse bestehen: Ist sie auch wirklich dicht? Verliere ich sie, wenn ich auf Toilette gehe? Stört sie beim Sex? Die Fragen sind natürlich berechtigt, und wir wollen im Folgenden kurz darauf eingehen.

Ist die Menstruationstasse wirklich dicht?

Wenn die Menstruationstasse richtig eingesetzt wird und der Sitz überprüft wurde, ist sie dicht, da sie ein Vakuum bildet, das sich nicht von alleine löst. Wenn Du anfangs unsicher bist, kannst du natürlich zur Sicherheit zusätzlich eine Binde verwenden, bis Du ausreichend Vertrauen in die Methode hast.

Verliere ich die Tasse, wenn ich auf Toilette gehe?

Nein, auch hier gilt dasselbe wie bei einem Tampon: Den Toilettengang kannst Du ganz normal und ohne Bedenken erledigen. Wenn Du Dir unsicher bist, kannst Du den korrekten Sitz jederzeit überprüfen.

Kann ich den Becher auch nachts tragen?

Du wirst möglicherweise erstaunt sein: Du kannst die Menstruationstasse auch nachts tragen. Und Du kannst mit ihr morgens auch länger liegen bleiben, denn sie ist dicht. Da sie durch Unterdruck hält, spielt es keine Rolle, ob Du liegst, sitzt oder stehst. Es ist also auch kein Problem, wenn Du mal abends vor dem Fernseher auf der Couch einschläfst …

Stört die Tasse beim Sex?

Beim Sex empfiehlt es sich, auf die Menstruationstasse zu verzichten – oder umgekehrt während des Tragens der Tasse auf Sex. Beides zusammen verträgt sich nicht so recht, da die Tasse beim Sex von beiden Partnern gespürt wird und außerdem auch das Vakuum und somit die Dichtheit beeinflusst werden kann.

Mit der Menstruationstasse schwimmen gehen?

Während der Tage haben viele Frauen ohnehin Bedenken, ins Wasser zu gehen. Die meisten sind dann zusätzlich verunsichert, wenn sie vor der Entscheidung stehen, ob sie einen Menstruationsbecher verwenden sollen oder nicht. Und es dürfte in der Phantasie nur wenig geben, was schlimmer wäre als eine rote Spur im Wasser, die von einer Badenden ausgeht!

Aber keine Sorge: Du kannst völlig bedenkenlos mit einer Menstruationstasse schwimmen. Da die Dichtigkeit von Menstruationstassen über Unterdruck erreicht wird, sind solche Horroszenarien ausgeschlossen. Wenn die Tasse richtig sitzt, spielt es keine Rolle, ob Du stehst, liegst, sitzt oder eben schwimmst: Sie ist einfach dicht.

Und dank ihres großen Fassungsvermögens musst Du sie auch an einem Badetag nicht ständig entleeren. Das ist ein großer Vorteil im Vergleich zu Tampons, die Du in derselben Zeit öfters wechseln müsstest, oder zu Binden, mit denen Schwimmen gar nicht möglich wäre. Abgesehen davon, dass Du nicht überall eine Entsorgungsmöglichkeit für den Tampon oder die Binden findest.

Menstruationstasse vs. Dein Kopfkino

Die Vorteile einer Menstruationstasse sind Dir bekannt, und Du würdest sie vielleicht sogar einmal ausprobieren, wenn da nicht das Kopfkino wäre? Denn was ist, wenn Du irgendwo unterwegs bist und Du plötzlich das Gefühl hast, dass Du unbedingt JETZT Deinen Menstruationsbecher leeren musst?

Mit viel Glück ist eine öffentliche Toilette in der Nähe, also rein, das Ding ins WC entleert, und dann? Im Vorraum im Waschbecken reinigen – ja, klar, wenn keiner da ist. Aber was, wenn da noch andere Frauen sind? Wische dann einfach den Becher auf der Toilette mit etwas Toilettenpapier aus.

Was aber, wenn Du nicht so viel Glück hast und sich keine Toilette findet? Das ist natürlich prinzipiell eine blöde Situation. Aber auch nicht schlimmer, wie wenn Du in einer solchen Situation dringend auf Toilette müsstest – eigentlich sogar weniger schlimm, denn ganz im Gegensatz zu Deiner Blase läuft die Menstruationstasse nicht sofort über, wenn Du sie vorher hin und wieder entleert hast. Du hast also hier immer ein bisschen Zeit, um eine Gelegenheit zu suchen. Bei einem Tampon oder einer Binde wäre die Dringlichkeit jedenfalls viel größer.

Bis hierher sagt Deine innere Stimme OK? Gut. Sie wird das OK aber sicherlich mit einem großen ABER versehen! Denn der schlimmste Film im Kopfkino lief noch gar nicht: Du wirst Dein Menstruationssekret zu Gesicht bekommen. Es verlangt ja niemand von Dir, dass Du Deine minimal gefüllte Tasse ehrfürchtig wie die Mona Lisa betrachtest – du nimmst sie, leerst sie in die Toilette aus und fertig. Logischerweise ist das etwas rötlich, aber selbst, wenn Du noch nie eine Menstruationstasse verwendet hast, dürfte Dir das nicht neu sein.

Mag sein, dass es Dich am Anfang etwas Überwindung kostet, aber trau Dich und probier es aus! Du wirst sehen, dass es wirklich nicht schlimm ist und Du Dich schnell daran gewöhnst – ohne davon Alpträume zu bekommen.

Sanaras Tipps zum Umgang mit Menstruationstassen

  • Wählt die richtige Größe! Wer unsicher ist, kann sich beim Frauenarzt eine Einschätzung geben lassen. Jede Frau ist anders von ihrer Anatomie. Werft nicht gleich die Flinte ins Korn, nur weil die erste Menstruationstasse nicht zu euch gepasst hat, indem sie undicht war oder doch zu groß! Die Tassen unterscheiden sich in Durchmesser, Länge und Festigkeit. Gebt einer zweiten Tasse eine Chance!
  • Lasst euch in der Anfangsphase Zeit und übt das Einsetzen und Entfernen im häuslichen Umfeld ganz ohne Hektik! Wenn gerade keine Zeit dafür ist, lieber nochmal auf einen Tampon oder eine Binde zurückgreifen! Bei den ersten Malen benötigt man etwas mehr Zeit. Mit mehr Übung klappt es so zügig wie ein Tamponwechsel!
  • Solange der Umgang mit der Menstasse noch nicht sitzt, empfehle ich als Backup eine Binde! So funktioniert der Wechsel zur Menstruationstasse ganz entspannt.
  • Mit dünnen Interdentalbürstchen lassen sich die Luftlöcher optimal reinigen! Zur Not tut es auch ein Zahnstocher.

„Anfangs hätte ich nie gedacht, dass eine Menstruationstasse wirklich etwas für mich ist. Mittlerweile möchte ich sie nicht mehr missen! Es ist ein befreiendes Gefühl, unabhängig von Tampons und Binden zu sein.“

Quellen:
1 dpa: Probleme mit trockener Scheide. Abgerufen am 24. November 2016 auf www.frauenaerzte-im-netz.de
2 J. Lambrecht: Tassentage: Die Menstruationstasse als Alternative zu Binden und Tampons. epubli, 2016.
3 H. Fischer: Ab 40. Gesund und munter durch hormonelle Turbulenzen: Naturheilkunde, medizinisches Wissen und Selbsthilfe für Frauen, die mitten im Leben stehen. nymphenburger, 2016.
4 Gesundheit aktuell | Jahrbuch 2014: Gesundheitsratgeber für das ganze Jahr. Medoline Ltd., 2014

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