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Eine Familie aus Playmobilfiguren zeigt eine Familie - Die Eltern mit 2 Kindern.

Weniger Geburten in Deutschland im Jahr 2017

Deutschland gehört weltweit zu den Ländern mit der niedrigsten Geburtenrate. Die niedrige Geburtenrate in Deutschland hat ein strukturelles Ungleichgewicht zur Folge. In dem Zeitraum von 2012 bis 2016 vollzog sich ein Anstieg der Geburtenrate in Deutschland. Doch der Babyboom 2016 schien nur von temporär begrenzter Dauer zu sein. 2017 wurden wieder weniger Kinder geboren.

Warum hat Deutschland eine niedrige Geburtenrate, gerade im europäischen Vergleich? Heutzutage müssen gewisse Voraussetzungen geschaffen werden, bis ein Paar sich für ein Kind entscheidet.1 Wie die Situation und die Entwicklung der Geburtenrate in Deutschland aussehen, auch im Hinblick auf den europäischen Trend, erfährst Du in unserem Beitrag.

Entwicklung der Geburtenrate in Deutschland

In dem Zeitraum von 2011 bis 2016 erlebte Deutschland einen kontinuierlichen Geburtenanstieg. Mit einem durchschnittlichen Wert von 1,59 Kindern pro Frau erreicht Deutschland im Jahr 2016 seit 1973 wieder seinen Höchstwert.1 Der Wissenschaftler Klüsener prophezeit allerdings, dass der Anstieg der Geburtenrate die langfristigen Probleme des demografischen Wandels nicht beheben könne. Es darf zudem nicht vernachlässigt werden, dass die Geburtenrate die Altersstruktur der Frauen in einem Kalenderjahr berücksichtigt: Frauen entscheiden sich tendenziell immer später für ein Kind.

Das Bundesamt für Statistik teilte nun erstmals wieder einen Geburtenrückgang mit.2 2017 wurden erstmals wieder weniger Kinder geboren als im Vorjahr. Außerdem waren in diesem Jahr die Sterbefälle höher als die Geburtenrate.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland im Jahr 2017 rund 785.000 Kinder geboren. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der geborenen Babys damit um knapp 1 Prozent.2 2016 wurden noch 792.131 Kinder geboren.1

Wann sich zukünftige Mütter und Väter für ein Kind entscheiden

Die Gründe dafür, eine Familie zu gründen, haben sich stark verändert, was unmittelbare Auswirkungen auf die Geburtenziffer in Deutschland hat. Früher wurden Kinder als eine Art Altersvorsorge angesehen, folglich waren kinderreiche Familien und ein Geburtenanstieg gang und gäbe. Heute ist das natürlich nicht mehr der Fall und zukünftige Mütter und Väter überlegen sich genau, ob ein Baby zur derzeitigen Lebenssituation passt. Für viele Menschen spielt die berufliche Verwirklichung als vordergründiges Ziel eine große Rolle.3 Diese individuelle Zielsetzung kann die rückläufige Geburtenhäufigkeit erklären.

Laut einer Untersuchung des Allensbach-Instituts ist der wichtigste Grund bei der Realisierung des Kinderwunsches, dass beide Partner sich ein Baby wünschen. Bei 60 Prozent der Befragten war die berufliche Absicherung und ein unbefristeter Arbeitsvertag ausschlaggebend.4 Diese Veränderungen und Bedingungen hatten ebenfalls zur Folge, dass die Geburtenrate in Deutschland und damit die Zahl der Neugeborenen gesunken ist. In der nachstehenden Abbildung siehst Du eine Liste von Voraussetzungen, die für zukünftige Mütter und Väter in Deutschland entscheidend sind:

Gründe für die aktuelle Geburtenrate in Deutschland. Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Geburtenrate – Voraussetzungen für Familiengründung | Foto: © cyclotest

In einer weiteren Umfrage von 2016 zum Thema “Warum die Deutschen keine Kinder bekommen” gaben 63 Prozent der Befragten an, dass Kinder zu viel Geld kosten würden. Immerhin waren es 2011 “nur” 58 Prozent. Für 55 Prozent der Befragten hat die berufliche Karriere einen höheren Stellenwert als die Familiengründung. 51 Prozent erachten es als schwierig, Familie und Beruf zu vereinbaren. 41 Prozent nannten die schlechten staatlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen als Grund, sich gegen Kinder zu entscheiden.5

Schließich erklären auch politische Beschlüsse oftmals die Veränderungen der Geburtenrate. Insgesamt tragen die ausbaufähigen gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu bei, dass viele auf eigene Kinder verzichten. Die Bedingungen für die Entscheidung für ein Kind sind für viele noch nicht erfüllt.

Entscheidung für ein Kind – Was tun?

Sind dann irgendwann die individuellen Bedingungen erfüllt und ist dann die Entscheidung für ein Baby gefallen, haben viele Paare Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann dann vorliegen. Die Gründe dafür können darin liegen, dass die Fruchtbarkeit der Frau bereits ab dem 30. Lebensjahr deutlich abnimmt. Dies ist ein weiterer ausschlaggebender Grund für die abnehmende Geburtenrate in Deutschland.

Außerdem stellt für viele Paare das Wissen um die nachlassende Fruchtbarkeit mit steigendem Alter und der gleichzeitige Wunsch nach finanzieller Stabilität einen großen Stressfaktor dar. Hinzu kommt die Sorge um die Betreuung der Kinder sowie andere Aspekte wie die steigenden Lebenshaltungskosten. Gerade in Deutschland ist das Angebot an Kleinkindbetreuung und familienfreundlichen Unternehmen eher knapp, und so wird der Kinderwunsch in vielen Fällen weiter aufgeschoben oder bleibt unerfüllt. Auch diese Aspekte sind nicht förderlich für die Geburtenrate in Deutschland.

Hast Du Dich dafür entschieden eine Familie zu gründen, gibt es natürliche Möglichkeiten, die beim Schwanger werden helfen. Du kannst beispielsweise durch die Messung und Aufzeichnung der morgendlichen Temperatur den ungefähren Eisprungtermin bestimmen und somit erfahren, zu welchem Zeitpunkt Geschlechtsverkehr sinnvoll ist.

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cyclotest myWay zur Erfüllung des Kinderwunsches.

Wohin geht der Trend der Geburtenrate?

Zwar zählt Deutschland weltweit zu den geburtenärmsten Ländern, doch seit den 90er Jahren ist die Geburtenrate bis 2016 wieder langsam angestiegen und erreicht im Jahr 2016 erstmals nach 1973 wieder ihren Höchststand mit 1,59 Kindern pro Frau und das in allen Bundesländern. Bereits 2012 stieg die Zahl der Neugeborenen in den neuen Bundesländern, die damit insgesamt höhere Fertilitätsraten vorweisen können.

In den westdeutschen Flächenländern und in den Stadtstaaten lag der Geburtenanstieg 2016 bei 8%, in den ostdeutschen Flächenländern stieg die Geburtenzahl durchschnittlich mit 4% etwas schwächer. Im deutschlandweiten Durchschnitt liegt das Bundesland Sachsen mit 1,57 Kindern je Frau ganz vorne, das Schlusslicht bildet das Saarland mit dem Wert 1,35. Insgesamt wurden im Jahr 2016 792.131 Kinder zur Welt gebracht. Zum Vorjahr bedeutet diese Zahl eine Steigerung der Geburtenrate von über 7 Prozent.1

Laut dem Forscher Sebastian Klüsener lag die Ursache des Anstiegs in den neuen Maßnahmen der Familienpolitik. Familienpolitische Maßnahmen mit der Zielsetzung, Familie und Beruf familiengerechter zu gestalten, wären erste Errungenschaften, die auf staatlicher Ebene zur Familienförderung beitragen. Das Wachstum kann aber auch damit zusammenhängen, dass Frauen im Alter zwischen 29 und 35 Jahren jetzt ihren aufgeschobenen Kinderwunsch erfüllten.Nach Angabe des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden werde die Geburtenrate künftig durch das steigende Geburtsalter nach unten verzerrt, aufgrund des zunehmenden Anteils der jüngeren kinderlosen Frauen.

Außerdem muss beachtet werden, dass die steigende Anzahl der Migranten auch dazu beiträgt, dass die Anzahl der Geburten in Deutschland steigt.7 So liegt die Geburtenziffer bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit bei 1,46, bei Frauen ausländischer Staatsangehörigkeit hingegen konnte eine Geburtenziffer von 2,28 verzeichnet werden.1 Bei Mütter mit ausländischer Staatsangehörigkeit nahm der Anteil der Frauen aus Ländern zu, in denen Kinderreichtum zur Tradition gehört. Somit hat die Migration ausländischer Frauen immensen Einfluss auf die Geburtenrate in Deutschland.

In 2017 gab es allerdings wieder einen leichten Rückgang der Geburtenrate in Deutschland. Die Gründe für diesen Rückgang der Geburtenrate in Deutschland werden derzeit noch analysiert. Das Statistische Bundesamt möchte die Ursachen der gesunken Geburtenzahl im September 2018 bekannt geben.

Ist der vorherige kontinuierliche Anstieg ein Zeichen für eine Trendwende hin zu mehr Kindern? Es ist schwer zu beurteilen, ob die Zahlen auf einen Trend hin zu mehr Kindern hindeuten oder ob sie einfach nur die späte Familiengründung widerspiegeln. Damit die Bevölkerungsgröße konstant bleibt, müsste die Rate außerdem auf über 2 Kinder je Frau steigen. Und davon sind wir in Deutschland derzeit weit entfernt.5 Impliziert durch das gesellschaftliche strukturelle Missverhältnis stellen die Folgen des demografischen Wandels eine enorme Herausforderung der Zukunft dar.

Geburtenrate in Deutschland im europäischen Vergleich

Nicht nur in Deutschland kann man eine niedrige Geburtenzahlen beobachten, sondern in allen Industrieländern. Natürlich gibt es auch hier ländertypische Unterschiede. Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 gehört Deutschland zum unteren durchschnittlichen Mittelfeld Europas.7 Nur Ungarn, Spanien und Polen weisen noch niedrigere Zahlen auf. Spanien bildet mit einer Geburtenrate von 1,27 Kindern pro Frau das Schlusslicht im Vergleich zu anderen europäischen Staaten.

Frankreich dagegen liegt über dem Mittelfeld Europas. Mit einer Anzahl an Geburten von 1,96 liegt Frankreich im europäischen Vergleich weit vorne.7 Die Gründe dafür sind finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Natur. Tatsache ist, dass Frankreich deutlich besser mit Krippenplätzen ausgestattet ist, die Kindergartenplätze für Kinder ab 3 Jahren gebührenfrei sind und kinderreiche Familien dort steuerlich entlastet werden. Folglich herrschen dort bessere Rahmenbedingungen, was dazu führt, dass sich Paare für Nachwuchs entscheiden.

Doch nicht nur die bessere finanzielle und strukturelle Situation spielt eine Rolle, sondern auch das grundverschiedene Familienbild der Franzosen. Frauen in Frankreich müssen nicht das Gefühl haben, sich zwischen Kind und Beruf entscheiden zu müssen, und die arbeitende Mutter stellt die Regel dar. In Deutschland hingegen haben viele berufstätige Frauen das Gefühl, gesellschaftlich zwar gebilligt, jedoch nicht voll akzeptiert zu werden. Familie und Beruf zu vereinbaren gilt in Deutschland als deutlich mühsamer. Während in Deutschland nur 27 Prozent der Mütter unter 50 Jahren Vollzeit arbeiten, sind es 46 Prozent in Frankreich. 41 Prozent der deutschen Frauen sind gezwungen, bei ihren beruflichen Zielen Abstriche zu machen, wohingegen nur 13 Prozent der französischen Frauen zurückstecken müssen.8 Nach Angaben des Mikrozensus 2016 ist der prozentuale Anteil an erwerbstätigen Müttern in Italien im Alter von 15 bis 65 Jahren mit 54 Prozent am niedrigsten. All dies ist bei der Betrachtung der Geburtenrate in Deutschland und in Europa nicht außer Acht zu lassen.

Dennoch soll der derzeitige leichte Rückgang an Neugeborenen weiterhin Anlass sein, die Familienförderung staatlich weiter auszubauen. Es gilt, die Bedingungen für Eltern zu verbessern, wenn sich an der niedrigen Geburtenzahl in Deutschland etwas ändern soll. Dazu zählen der Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder, eine Weiterentwicklung hin zu familienfreundlichen Unternehmen und Gemeinden sowie finanzielle Erleichterungen für Eltern.

Quellen:
1 Statistisches Bundesamt: Geburtenanstieg setzte sich 2016 fort. Pressemitteilung Nr. 115 vom 28.03.2018.
2 Statistisches Bundesamt: Mehr Sterbefälle und weniger Geburten im Jahr 2017. Pressemitteilung Nr. 262 vom 13.07.2018.
3 Friese, Prof. Dr. K. et al.: planBaby. Wenn Paare Eltern werden wollen – gesund zum Wunschkind. 1. Auflage. München 2014.
4 Institut für Demoskopie Allensbach. Monitor Familienleben 2013. Einstellungen der Bevölkerung zur Familienpolitik und zur Familie, 2013.
5 Stiftung für Zukunftsfragen: Kinder = Kein Geld, keine Freiheit, keine Karriere? Warum die Deutschen keine Kinder bekommen. Forschung aktuell, 270, 37. Jg. 2016.
6 Kleinemas, M.: Die Wahrheit hinter der erfreulichen Geburtenrate. Abgerufen am 24. Juni 2016 auf www.welt.de.
7 Statistisches Bundesamt: Geburtenziffer in Deutschland weiterhin unter EU-Durchschnitt. Pressemitteilung Nr. 159 vom 15.05.2017.
8 Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Institut für Demoskopie Allensbach. Familienbilder in Deutschland und Frankreich. 2013. Abgerufen am 24. Juni 2016 auf www.ifd-allensbach.de.


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