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Die Antibabypille im Fokus der aktuellen Berichterstattung.

Aktuelle Berichterstattung zum hormonellen Empfängnisschutz

Die Antibabypille sowie weitere hormonelle Mittel zum Empfängnisschutz stehen immer mehr im Fokus. Über ihre Risiken wird derzeit überall berichtet. Grundlage sind Studien, die gerade der neueren Pillengeneration ein höheres Risiko für Blutgerinnsel zuschreiben. In diesem Beitrag möchten wir Dir eine Zusammenfassung der aktuellen Berichterstattung geben sowie Learnings für den Alltag aufzeigen.

Stern TV

Nur drei Monate nach der Entfernung der Hormonspirale „fühlt sich Ines H. aus Sachsen wie neugeboren“. Und damit ist sie nicht die einzige. Viele Frauen berichten über die Wesensveränderungen, die sie während der Zeit der Einwirkung der künstlichen Hormone – freigesetzt durch die Hormonspirale – feststellen konnten. In der Sendung Stern TV vom 13. Juni 2018 werden diese Erfahrungen veröffentlicht.

Durch ihren Gynäkologen wurde Ines H. auf die Hormonspirale aufmerksam gemacht. Als „Alternative zur Pille“ wird diese Verhütungsmethode vielen jungen Frauen angeboten, da diese bereits „pillenmüde“ seien, so der Pharmakologe Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen. Daher nimmt die Verschreibung der Hormonspirale seit den letzten Jahren zu. Dass die Hormonspirale ein „geringes Hormondepot“ aufweise und damit eine „geringe Menge des Hormons Levonorgestrel freisetze“, wird von vielen Gynäkologen als ausschlaggebendes Argument genutzt, um diese Methode zur Verhütung für viele Frauen attraktiv zu machen. Dabei finde keine adäquate Aufklärung seitens der Gynäkologen statt, da einige Gynäkologen ihren Patientinnen oftmals keine Beipackzettel mitgäben.

Dadurch erkläre sich die Tatsache, dass viele Frauen nicht ahnen, dass ihre Symptomatik auf die Hormonspirale zurückzuführen sei. Eine charakteristische Nebenwirkung der Hormonspirale sei, dass diese in vielen Fällen keinekörperlichen Beschwerden“ herbeiführe; stattdessen würden „psychische Veränderungen“ konstatiert. Untermauert wird diese These durch die größte durchgeführte Untersuchung zu dieser Thematik – initiiert durch Forscher in Dänemark im Jahr 2016. Darauf basiert die Erkenntnis, dass unter Nutzerinnen der Hormonspirale 90 % mehr Antidepressiva verschrieben wurden.

Alarmierend erscheint in diesem Kontext die Feststellung vieler Frauen, dass sie ihren Ärzten ihre Symptome schilderten, jedoch nicht ernst genommen wurden.
Diese Sendung ist auf der Seite von Stern TV abrufbar.

In der Sendung vom 28. Oktober 2015 berichtete stern TV live über die erhöhten Gefahren der Pillenpräparate der neueren Generation. Anlass dazu war der kürzlich erschienene Pillenreport 2015 der Universität Bremen (wir berichteten darüber in unserem separaten Blogbeitrag). Die Studiogäste waren eine mögliche Pillengeschädigte und ein Autor des Pillenreports, der Arzneimittelexperte Prof. Gerd Glaeske. Der Report zeigt auf, dass die neuere Pillengeneration ein höheres Thromboserisiko aufweist, aber dennoch am häufigsten verschrieben wird. Zum anderen wird darauf hingewiesen, dass es die Pharmaindustrie trotz eines bestehenden Verbots schaffe, mit gezielten Werbemaßnahmen eben diese Medikamente „an die Frau“ zu bringen. Die Sendung ist leider nicht mehr in der Mediathek von RTL verfügbar, der Bericht zur Sendung aber nach wie vor einsehbar.

Zwei Wochen später, in der Sendung vom 11. November 2015, griff stern TV das Thema erneut auf. Nach der ersten Sendung meldeten sich rund 200 Frauen beim Sender. In dieser Sendung berichten einige dieser Frauen live von ihrem Leidensweg, den sie auf die Pilleneinnahme zurückführen. Zu Wort kommen ebenfalls Experten aus der Branche. Der informative Artikel zur Sendung ist auf der Website von stern TV abrufbar.

Am 24. Februar 2016 berichtete stern TV darüber, dass viele Verdachtsfälle von Pillennebenwirkungen von den behandelnden Ärzten nicht an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet worden waren. Die Berufsordnung der Ärzte verpflichtet diese dazu, „die ihnen aus ihrer ärztlichen Behandlungstätigkeit bekannt werdenden unerwünschten Wirkungen von Arzneimitteln der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und bei Medizinprodukten auftretende Vorkommnisse der zuständigen Behörde mitzuteilen“.1 Die Redaktion überprüfte dies anhand dreier Todesfälle von Frauen, die ihr über Zuschriften gemeldet worden waren. Mit Zustimmung der Angehörigen wurde überprüft, ob die Ärzte und Kliniken diese Fälle beim BfArM gemeldet hatten. Das Ergebnis war negativ. Die Sendung ist leider nicht mehr in der Mediathek von RTL verfügbar, der Bericht zur TV-Sendung aber nach wie vor einsehbar.

Schweizer Fernsehen

Die Jahreszeiten sind das metaphorische Abbild des weiblichen Zyklus. Diese Erkenntnis veranschaulicht Bea Loosli auf einem ihrer Seminare. Das Schweizer Fernsehen informierte im April 2018 über den Einfluss hormoneller Verhütungsmethoden auf den natürlichen Zyklus der Frau.

Das „Highlight“ des Zyklus – die Ovulation – werde durch die Wirkungsweise oraler Kontrazeptiva unterdrückt. Das erkläre die Stimmung bzw. das Wohlbefinden vieler Frauen, die sich durch die Einwirkung der Ovulationshemmer im „ewigen Herbst und Winter“ befänden.

Frust statt Lust und Lebensfreude“ wird von einigen Betroffenen auf deren hormonelle Verhütung zurückgeführt. Und das nicht zu Unrecht: Im August 2016 wurde eine dänische Studie publik, die Daten von einer Million Frauen analysierte. Für Anwenderinnen der Pille bestand ein fast doppelt so großes Risiko, von Depressionen betroffen zu sein, als für Frauen, die nicht hormonell verhüteten. Frauen, die nicht orale Produkte zur Verhütung nutzten, sondern stattdessen mit der Hormonspirale, dem Vaginalring etc. verhüteten, hatten ein dreifach höheres Risiko gegenüber Frauen, die auf künstliche Hormone verzichteten. Laut der darauffolgenden Studie vom August 2017 wurde der Zusammenhang zwischen hormonellen Verhütungsmitteln und suizidalen Gedanken untersucht: Innerhalb der ersten beiden Monate nach Beginn der hormonellen Verhütung sei das Risiko dreimal so hoch gegenüber Frauen, die hormonfrei verhüteten.

Frauenärzte seien nicht neutral und würden durch die Pharmaindustrie beeinflusst – auch ungewollt. Mit dieser Feststellung appelliert der Pharmakologe Prof. Gerd Glaeske an die Heilmittelbehörde, die Hersteller künstlicher Verhütungsmittel zu verpflichten, Studien durchzuführen, die den Einfluss künstlicher Hormone auf die Psyche der Anwenderinnen beleuchten. Dabei solle die Studie von unabhängigen Forschern begleitet werden.

Prinzipiell sei es Pflicht der Ärzteschaft, ihre Patientinnen über mögliche Nebenwirkung künstlicher Kontrazeptiva zu unterrichten, so der Wissenschaftler.

BR

Angstzustände, Panikattacken, Erstickungsängste” – dass diese beängstigenden Phänomene Begleiterscheinungen der Hormonspirale sein können, wird in der Sendung des Bayerischen Rundfunks: „Hormonspirale: Nebenwirkung und Risiken” vom 16.01.2018 offenbart.

Katrin Holzmann resümiert, wie sich ihr Wesen unter Einfluss der Hormonspirale veränderte: „Rückblickend lässt sich erkennen, dass man in der Zeit ein anderer Mensch war.” Für sie bestand kein Zusammenhang zwischen ihrer Symptomatik und dem Einfluss der künstlichen Hormone. Sie war der Ansicht, die Hormonspirale führe nur lokale Symptome herbei, nicht jedoch psychosomatische Begleiterscheinungen.

Tausende Frauen bringen die unspezifischen Symptome zunächst nicht in Verbindung mit der Hormonspirale, da der Beipackzettel einige Symptome gar nicht erst erwähnt. In diesem Kontext ist offensichtlich, dass keine ausreichende Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen der Hormonspirale seitens der Gynäkologen stattgefunden haben kann, da die betroffenen Frauen nach angemessener Aufklärung nicht erst durch das Auftreten gewisser Symptome darauf aufmerksam würden, dass die Ursache die Hormonspirale sein könnte.

Doch welcher Zusammenhang besteht zwischen Hormonen und depressiver Verstimmung?

Eine Studie in den Niederlanden kam zu dem Ergebnis, dass Trägerinnen der Hormonspirale eine höhere Konzentration an Stresshormonen aufweisen.

Dr. med. Rainer Rupprecht, Professor an der Universität Regensburg, projiziert einen „gestörten“ oder „unterdrückten Regelkreis“ auf die „künstliche Struktur“ des Hormons Progesteron, das in der Hormonspirale enthalten ist. Folglich ist die Synthese der körpereigenen Neurosteroide stark beeinträchtigt oder gar blockiert. Dadurch werden die positiven Eigenschaften durch negative ersetzt, was die negative Stimmung begünstigt.

Die Sendung ist auf der Seite des Bayerischen Rundfunks abrufbar.

RTL

Wie das Schicksal durch Zufall beeinflusst wird, demonstriert das Interview von RTL vom 8. August 2017. Christine Schulte berichtet über ihre Leidensgeschichte: Eingeleitet durch diverse unspezifische Krankheitsbilder wandelte sich das Leben der bislang lebenslustigen Frau. Neben negativen Veränderungen der Haut, darunter Akne und Abszesse, kamen Haarausfall, Migräne sowie eine Verschlechterung der Zähne hinzu. Außerdem sei ihr Leben nun geprägt von psychosomatischem Leiden.

Durch Zufall wurde Christine Schulte auf einen Zeitungsartikel aufmerksam, der die Gefahren der Hormonspirale aufgriff. Dadurch veranlasst konsultierte sie ihre Gynäkologin, die allerdings die Vermutung ihrer Patientin nicht bestätigen wollte.

In Anbetracht dieser Tatsache stellt sich die Frage, weshalb dieses Verhaltensmuster seitens der Ärzte so häufig anzutreffen ist.

Aufschlussreich ist vor diesem Hintergrund, dass durch das Einsetzen der Hormonspirale jährlich insgesamt eine Milliarde Euro erzielt wird. „Dass ein lukratives Geschäft höher priorisiert werde als eine umfassende Aufklärung über möglich auftretende Nebenwirkungen, manifestiert sich dadurch, dass viele Gynäkologen komplett auf die Informationsweitergabe möglicher Nebenwirkungen verzichten oder nur in unzureichendem Umfang darüber aufklären.“

Nach dem Besuch bei ihrer Gynäkologin war Christine Schulte fest entschlossen. Für sie kam keine andere Option in Betracht, als eine Entfernung der Hormonspirale vornehmen zu lassen, allerdings bei einem anderen Arzt.

Das Interview ist auf youtube abrufbar.

ZDF

Durch einen implantierten Fremdkörper plötzlich schwer erkrankt: In dem Bericht von Frontal21 vom 11. April 2017 schildert die Betroffene, die anonym bleiben will, ihren Leidensweg. Dass die Diagnose zahlreicher Krankheiten auf die Hormonspirale Mirena zurückzuführen sein könnte, ahnen die behandelnden Ärzte zunächst nicht, obwohl die Patientin bereits während der Anamnese explizit darauf hinwies, die Hormonspirale in sich zu tragen. Doch für die Ärzte war dieser Hinweis offensichtlich nicht erheblich für die Diagnose ihrer Patientin.

Unmittelbar nach dem Einsetzen der Hormonspirale wurde die Betroffene mit Beeinträchtigung ihres Sehvermögens konfrontiert. Ein möglicher Zusammenhang, wurde von den Ärzten ignoriert, dabei lasse sich dieser ganz banal erklären: Der kontrazeptive Wirkstoff Levonorgestrel wird durch die Hormonspirale freigesetzt. Dieser „erhöhe den Gehirndruck, wodurch Druck auf den Gehirnknochen ausgeübt werde und dadurch der Sehnerv beeinträchtigt werde“, so der Pharmakologe Prof. Peter Schönhofer. Der Pharmakonzern Bayer erkennt diese Nebenwirkung als mögliches Symptom der Hormonspirale an, beruft sich jedoch auf ein „positives Nutzen-Risiko-Profil“.

Über ein internationales Hilfsprogramm vertreibt Bayer die Hormonspirale Jadelle auch in Entwicklungsländern. Allerdings fehle es dort häufig an Fachpersonal, um Frauen mit Hormonspirale zu betreuen. Dennoch soll die Hormonspirale bis 2023 in diesen Ländern mit Unterstützung der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung zum halben Preis verkauft werden

Das Manuskript ist auf der auf der Seite von KIPDF abrufbar.

Die Sendung Frontal21 vom 19. Juli 2016 mit dem Titel „Verharmloste Verhütung – Gefährliche Beratung beim Frauenarzt“ hatte die Gefahren und Begleiterscheinungen der Hormonpille sowie die Beratung der Frauenärzte darüber zum Thema.

Auch Christian Schock hat seine 30-jährige Frau durch eine tödliche Lungenembolie verloren. Sein Verdacht: Das Pillenpräparat Yasmin mit Drospirenon ist der Verursacher. Im Beipackzettel wurde die Möglichkeit, dass sich Blutgerinnsel bilden können, nicht ausgewiesen. Inzwischen hätte Bayer dies allerdings darin aufgenommen. Er verklagt nun den Pharmakonzern auf Schadenersatz.

Und wie sieht es jetzt mit der Beratung der Ärzte über die Nebenwirkungen der Pille aus? In einer Untersuchung von Frontal21 in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Hamburg wurden im Losverfahren 28 Ärzte in Berlin ausgewählt und die Qualität ihrer Beratung bewertet. Basis für die Bewertung war die Checkliste für die Verschreibung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Frauenärzte. Das Ergebnis: Die meisten der Frauenärzte haben wichtige Fragen, mit denen mögliche Gefahren für die Gesundheit der Patientin ausgeschlossen werden sollen, gar nicht thematisiert. Sie kommen zu dem Schluss, dass Frauen, die sich zu hormonellen Verhütungsmitteln beraten lassen wollen, von ihren Ärzten häufig schlecht informiert werden und deren negative Auswirkungen oft bagatellisiert werden.

Auch die Hormonspirale könne zu Eierstockzysten, Brustkrebs, Eileiterschwangerschaften und Gebärmutterperforationen führen, so der Beitrag. Die Mirena von Bayer sei ein Bestseller des Pharmakonzerns. Allerdings: Insgesamt 3.607 Verdachtsfälle sind dem BfArM zur Mirena angezeigt worden.

Die Frauenärztin Frau Dr. Dorothee Struck hat sich auf das Thema Verhütung spezialisiert. Sie hat diese Ergebnisse kommentiert und äußert sich schockiert. Auch die Vorsitzende Dr. Doris Scharell vom Berufsverband der Frauenärzte nennt diese Ergebnisse kritikwürdig. Die Patientinnen können sich also nicht darauf verlassen, über negative Auswirkungen hormoneller Mittel zum Empfängnisschutz vollständig aufgeklärt zu werden.

Hier kannst Du Dir Informationen zum cyclotest myWay einholen.

Aber was machen nun alle Frauen, die z. B. diese Sendung geschaut haben und derzeit ein hormonelles Verhütungsmittel benutzen? Schade finden wir daher, dass keine Alternativen aufgezeigt werden. Viele Frauen haben noch nichts oder wenig von der symptothermalen Methode, der Natürlichen Familienplanung oder von Zykluscomputern wie dem symptothermalen cyclotest myWay gehört. Eine entsprechende Aufklärung ist fällig, finden wir!

Der Beitrag von Frontal21 kann in der ZDF-Mediathek abgerufen werden.

Ein Hinweis: Die Checkliste für Frauenärzte bezüglich der Verschreibung hormoneller Verhütungsmittel sowie eine Patientinnenkarte mit wichtigen Informationen darüber findest Du auf der Seite des BfArM.

Bei Frontal21 vom 3. November 2015 kommt Christian Schock zu Wort, der seine Frau durch eine tödliche Lungenembolie verloren hat. Auch er verklagt den Pharmakonzern Bayer auf Schadenersatz, da seine Frau ein Präparat der neueren Pillengeneration dieses Herstellers eingenommen hatte. Arzneimittelexperten, wie Wolfgang Becker-Brüser und Gerd Glaeske, warnen hiervor und fordern, dass diese Präparate vom Markt genommen werden.

Frontal21 berichtet, dass dem Bundesinstitut für Arzneimittel 478 Verdachtsfälle vorlägen, darunter 16 Fälle mit Todesfolge. Alle haben ein Präparat der neueren Generation eingenommen. Experten fordern dringend medizinische Leitlinien für Frauenärzte in Hinblick auf diese Pillenpräparate. Der Beitrag von Frontal21 kann in der ZDF-Mediathek abgerufen werden.

ORF 2

In der Sendung „thema“ berichtete das ORF am 4. April 2016 über mehrere Butgerinnsel-Fälle bei Frauen in Österreich, die Pillenpräparate der neueren Generation einnahmen. Eine von ihnen, Elisabeth Schmitsberger, hat infolgedessen Klage gegen Bayer erhoben. In Österreich kam es dem Bericht zufolge in den letzten 10 Jahren zu 45 Schadensfällen, darunter 2 Todesfälle. Gerd Glaeske, der Autor des Pillenreports, kommt in dem Beitrag ebenfalls zu Wort: „So lange der Umsatz und Profit stimmt und so lange sozusagen dieser Profit nicht geringer ist als das, was Bayer (…) an die geschädigten Frauen zahlen wird und muss, wird man die Vermarktung weitertreiben, d. h., der Profit zählt an dieser Stelle mehr als die Sicherheit von Frauen.“ Glaeske kritisiert auch, dass das Medikament nicht als Medikament, sondern als Kosmetik wahrgenommen wird: „Man hat das Empfinden, es geht bei den neuen Pillen eigentlich um Kosmetika, es geht um schöne Haut, es geht um Haare – und außerdem sind sie als Begleiterscheinung auch noch empfängnisverhütend.“ Der Beitrag ist auf youtube abrufbar.

SAT.1

14 Jahre lang habe ich gegen mich selbst gekämpft“: Dieses Resultat zieht eine Betroffene im SAT.1-Frühstücksfernsehen vom 29.08.2017. Gefesselt von Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit wurde der Betroffenen die Lebensqualität geraubt. Hinzu kamen Symptome wie Schwindel, Angstzustände und eine erhöhte Stressanfälligkeit – insgesamt ein Zustand der „Überforderung“, so die Betroffene. Allerdings stellte sie keinen Zusammenhang zur Hormonspirale her, was bei einer mangelhaften Beratung und fehlendem Beipackzettel nicht untypisch ist. Laut einer Umfrage einer Facebook-Gruppe haben vier von fünf Frauen den Beipackzettel nicht ausgehändigt bekommen. Der Beitrag ist auf youtube abrufbar.

Im SAT.1-Frühstücksfernsehen vom 31. März 2016 wurde darüber berichtet, dass die 3. und 4. Pillengeneration oft noch immer ohne Aufklärung über die Begleiterscheinungen verschrieben würde. Zu Wort kommt auch Prof. Gerd Glaeske, Herausgeber des Pillenreports 2015, der eine vernünftige Aufklärung seitens der Ärzte fordert. Nach seiner Meinung müssten „Ärzte auch immer wieder schauen: Was sind denn die verträglichsten Pillen? Und lass ich mich hier möglicherweise, wenn ich neuere Pillen verordne, vor allen Dingen von dem leiten, was die pharmazeutische Industrie an Werbung darstellt oder sozusagen an Vorteilen darstellt?“ Die kurze Sendung ist auf der Website von SAT.1 abrufbar.

NDR

Wenn alles auf einmal wieder einen Sinn ergibt: Über diese Feststellung berichtet eine Betroffene, die unter den Begleiterscheinungen der Hormonspirale litt. In der Sendung von NDR Visite vom 07.11.2017 wird die Wirkungsweise der Hormonspirale im Körper aufgegriffen.

Von ihrem Gynäkologen als ein „in der Gebärmutter lokal wirkendesVerhütungsmittel angepriesen, ließ sich die Betroffene überreden, sich die Hormonspirale implantieren zu lassen. Plötzlich wurde sie mit heftigen Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, abnehmender Stressresistenz sowie depressiven Verstimmungen konfrontiert. Ihre Partnerschaft wurde in Mitleidenschaft gezogen. Für sie war es rätselhaft, da sie „sich nicht so negativ kannte“.

Weder sei sie von ihrem Arzt darauf hingewiesen worden, noch habe sie einen Beipackzettel erhalten – somit konnte sie sich keinen Zusammenhang erklären.

Doch die Gynäkologin Dr. Katrin Schaudig aus Hamburg erläutert den aufschlussreichen Zusammenhang: Die hormonelle Wirkung der Hormonspirale verteile sich im Blut und führe zu einer Erhöhung des Stresshormons Cortisol. Dadurch werde die körpereigene Östrogenproduktion gebremst. Dies erkläre die erhöhte Stressneigung.

Dass die Hormonspirale als Medikament wirke, jedoch als Medizinprodukt behandelt werde, das ohne große Informationen eingesetzt werde, kritisiert die Gynäkologin Dr. Doris Scharrel aus Kiel. Die Sendung ist auf youtube abrufbar.

mdr

Zur Sendung „Unter uns“ am 11. März 2016 war auch Felicitas Rohrer eingeladen, die nach der Einnahme des Präparats Yasminelle ein Blutgerinnsel erlitt und durch eine darauf folgende Lungenembolie in Lebensgefahr geriet. Durch eine Notoperation überlebte sie und gründete daraufhin mit anderen betroffenen Frauen die Selbsthilfegruppe „Risiko Pille“, bei der sich ca. 600 betroffene Frauen meldeten. Eine Klage gegen Bayer ist derzeit anhängig.

Die Sendung ist leider nicht mehr auf der Seite des mdr abrufbar.

ARD

Die ARD hat am 9. November 2015 einen großen Report zum aktuellen Thema gesendet. Die „Story im Ersten: Todkrank durch die Pille?“ zeigt am Beispiel von Felicitas Rohrer, dass die Pharmaindustrie jahrelang nicht auf die höheren unerwünschten Wirkungen hingewiesen habe. Die Beipackzettel hätten keinen Hinweis hierauf gegeben. Vielmehr würde durch versteckte Werbung suggeriert, dass die neuere Pillengeneration nur Vorteile mit sich bringe, z. B. eine Verbesserung der Haut und sogar eine Gewichtsreduktion. Frau Rohrer hat Klage erhoben gegen den Hersteller, den Pharmakonzern Bayer, und der Prozess soll nun nach viereinhalb Jahren am 17. Dezember 2015 beginnen. Das Video zur Sendung konnte leider nur bis zum 9. November 2016 in der Mediathek der ARD abgerufen werden.

WDR

Am 5. November 2015 berichtete frauTV in ihrer Sendung über eine 19-jährige Frau, die eine Lungenembolie mit Herzstillstand erlitt. Als Verursacher könne nur die Hormonpille festgestellt werden. In der Sendung kommt auch der Frauenarzt Prof. Dr. Römer zu Wort, der zu einer Zweitmeinung bei einem anderen Gynäkologen rät, da die Pilleneinnahme heutzutage durchschnittlich sehr lange erfolge – bis zur ersten Schwangerschaft mit rund 30 Jahren.

In der Sendung Quarks & Co: Zu Risiken und Nebenwirkungen vom 15. November 2016 recherchiert die Journalistin Pina Dietsche zur aktuellen Verschreibungspraxis der Frauenärzte. Sie hatte 2010 selbst eine durch die Hormonpille ausgelöste Lungenembolie. Hat sich die Aufklärung seit dem Rote-Hand-Brief 2014, in dem Frauenärzte ausdrücklich auf das Blutgerinnselrisiko der Verhütungspille hingewiesen werden, verbessert? Dietsche kommt nach mehreren Beratungsgesprächen zu dem Schluss: „Viel hat sich in den letzten Jahren anscheinend nicht geändert. Ich fühle mich von den meisten Ärzten nicht gut aufgeklärt. Und ich bin nicht die einzige, der das so geht.“

Die Sendung ist auf der Website des WDR abrufbar.

arte

Über die Vermarktung und Verwendung des Pillenpräparats als Lifestyle-Produkt berichtete arte am 24. April 2012 in einem Themenabend mit dem Titel „Die Pille und ich“. Darin kommen junge Anwenderinnen zu Wort, die ihre Beweggründe zur Einnahme schildern, aber auch Prof. Gerd Glaeske, der die Verschreibungspraxis kritisch hinterfragt. Die Autorin der Dokumentation beschreibt auch, welche großen Summen die Pharmakonzerne ins Marketing investieren, um das Medikament weiterhin an die Frau bringen zu können. Die Dokumentation kann auf YouTube abgerufen werden.

Initiative „Risiko Pille“

Betroffene Frauen haben sich zusammengeschlossen und die Selbsthilfegruppe Drospirenongeschädigter gegründet, die über die Gefahren dieser Verhütungspillen aufklären soll. Auf ihrer Website berichten sie von ihren Erfahrungen und Aktionen sowie über Wissenswertes zu diesem Thema. Betroffene Frauen können sich dort zu Wort melden und ihren eigenen Fall mitteilen.

Learnings für den Alltag

Die Techniker Krankenkasse hat ein Informationsblatt für Mädchen und Frauen herausgegeben. Darin formulieren sie 5 Fragen, die Du an Deinen Frauenarzt stellen solltest, falls Du Dir ein Pillenpräparat verschreiben lassen möchtest. Die Fragen sind zusammengestellt von der Universität Bremen.

Solltest Du Dich mit dem Gedanken beschäftigen, die Hormonpille ganz abzusetzen, haben wir in unserem Ratgeberbereich von cyclotest umfangreiche Tipps rund um das Thema Pille absetzen zusammengestellt. Gerne vorbeischauen!

Quelle:
1 Bundesärztekammer: (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte. Fassung des Beschlusses des 118. Deutschen Ärztetages 2015 in Frankfurt am Main.


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