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Die Antibabypille im Fokus der aktuellen Berichterstattung.

Aktuelle Berichterstattung zum hormonellen Empfängnisschutz

Die Antibabypille sowie weitere hormonelle Mittel zum Empfängnisschutz stehen immer mehr im Fokus. Über ihre Risiken wird derzeit überall berichtet. Grundlage sind Studien, die gerade der neueren Pillengeneration ein höheres Risiko für Blutgerinnsel zuschreiben. In diesem Beitrag möchten wir Dir eine Zusammenfassung der aktuellen Berichterstattung geben sowie Learnings für den Alltag aufzeigen.

ZDF

Die Sendung Frontal21 vom 19. Juli 2016 mit dem Titel „Verharmloste Verhütung – Gefährliche Beratung beim Frauenarzt“ hatte die Gefahren und Begleiterscheinungen der Hormonpille sowie die Beratung der Frauenärzte darüber zum Thema.

Auch Christian Schock hat seine 30-jährige Frau durch eine tödliche Lungenembolie verloren. Sein Verdacht: Das Pillenpräparat Yasmin mit Drospirenon ist der Verursacher. Im Beipackzettel wurde die Möglichkeit, dass sich Blutgerinnsel bilden können, nicht ausgewiesen. Inzwischen hätte Bayer dies allerdings darin aufgenommen. Er verklagt nun den Pharmakonzern auf Schadenersatz.

Und wie sieht es jetzt mit der Beratung der Ärzte über die Nebenwirkungen der Pille aus? In einer Untersuchung von Frontal21 in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Hamburg wurden im Losverfahren 28 Ärzte in Berlin ausgewählt und die Qualität ihrer Beratung bewertet. Basis für die Bewertung war die Checkliste für die Verschreibung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Frauenärzte. Das Ergebnis: Die meisten der Frauenärzte haben wichtige Fragen, mit denen mögliche Gefahren für die Gesundheit der Patientin ausgeschlossen werden sollen, gar nicht thematisiert. Sie kommen zu dem Schluss, dass Frauen, die sich zu hormonellen Verhütungsmitteln beraten lassen wollen, von ihren Ärzten häufig schlecht informiert werden und deren negative Auswirkungen oft bagatellisiert werden.

Auch die Hormonspirale kann zu Eierstockzysten, Brustkrebs, Eileiterschwangerschaften und Gebärmutterperforationen führen. Die Hormonspirale Mirena von Bayer ist ein Bestseller des Pharmakonzerns. Allerdings: Insgesamt 3607 Verdachtsfälle sind dem BfArM zur Hormonspirale Mirena angezeigt worden.

Die Frauenärztin Frau Dr. Dorothee Struck hat sich auf das Thema Verhütung spezialisiert. Sie hat diese Ergebnisse kommentiert und äußert sich schockiert. Auch die Vorsitzende Dr. Doris Scharell vom Berufsverband der Frauenärzte nennt diese Ergebnisse kritikwürdig. Die Patientinnen können sich also nicht darauf verlassen, über negative Auswirkungen hormoneller Mittel zum Empfängnisschutz vollständig aufgeklärt zu werden.

Hier kannst Du Dir Informationen zum cyclotest myWay einholen.

Aber was machen nun alle Frauen, die z. B. diese Sendung geschaut haben und derzeit ein hormonelles Verhütungsmittel benutzen? Schade finden wir daher, dass keine Alternativen aufgezeigt werden. Viele Frauen haben noch nichts oder wenig von der symptothermalen Methode, der Natürlichen Familienplanung oder von Zykluscomputern wie dem symptothermalen cyclotest myWay gehört. Eine entsprechende Aufklärung ist fällig, finden wir!

Der Beitrag von Frontal21 kann in der ZDF-Mediathek abgerufen werden.

Ein Hinweis: Die Checkliste für Frauenärzte bezüglich der Verschreibung hormoneller Verhütungsmittel sowie eine Patientinnenkarte mit wichtigen Informationen darüber findest Du auf der Seite des BfArM.

Bei Frontal21 vom 3. November 2015 kommt Christian Schock zu Wort, der seine Frau durch eine tödliche Lungenembolie verloren hat. Auch er verklagt den Pharmakonzern Bayer auf Schadenersatz, da seine Frau ein Präparat der neueren Pillengeneration dieses Herstellers eingenommen hatte. Arzneimittelexperten, wie Wolfgang Becker-Brüser und Gerd Glaeske, warnen hiervor und fordern, dass diese Präparate vom Markt genommen werden.

Frontal21 berichtet, dass dem Bundesinstitut für Arzneimittel 478 Verdachtsfälle vorlägen, darunter 16 Fälle mit Todesfolge. Alle haben ein Präparat der neueren Generation eingenommen. Experten fordern dringend medizinische Leitlinien für Frauenärzte in Hinblick auf diese Pillenpräparate. Der Beitrag von Frontal21 kann in der ZDF-Mediathek abgerufen werden.

ORF 2

In der Sendung „thema“ berichtete das ORF am 4. April 2016 über mehrere Butgerinnsel-Fälle bei Frauen in Österreich, die Pillenpräparate der neueren Generation einnahmen. Eine von ihnen, Elisabeth Schmitsberger, hat infolgedessen Klage gegen Bayer erhoben. In Österreich kam es dem Bericht zufolge in den letzten 10 Jahren zu 45 Schadensfällen, darunter 2 Todesfälle. Gerd Glaeske, der Autor des Pillenreports, kommt in dem Beitrag ebenfalls zu Wort: „So lange der Umsatz und Profit stimmt und so lange sozusagen dieser Profit nicht geringer ist als das, was Bayer (…) an die geschädigten Frauen zahlen wird und muss, wird man die Vermarktung weitertreiben, d. h., der Profit zählt an dieser Stelle mehr als die Sicherheit von Frauen.“ Glaeske kritisiert auch, dass das Medikament nicht als Medikament, sondern als Kosmetik wahrgenommen wird: „Man hat das Empfinden, es geht bei den neuen Pillen eigentlich um Kosmetika, es geht um schöne Haut, es geht um Haare – und außerdem sind sie als Begleiterscheinung auch noch empfängnisverhütend.“ Der Beitrag ist auf youtube abrufbar.

SAT.1

Im SAT.1-Frühstücksfernsehen vom 31. März 2016 wurde darüber berichtet, dass die 3. und 4. Pillengeneration oft noch immer ohne Aufklärung über die Begleiterscheinungen verschrieben würde. Zu Wort kommt auch Prof. Gerd Glaeske, Herausgeber des Pillenreports 2015, der eine vernünftige Aufklärung seitens der Ärzte fordert. Nach seiner Meinung müssten „Ärzte auch immer wieder schauen: Was sind denn die verträglichsten Pillen? Und lass ich mich hier möglicherweise, wenn ich neuere Pillen verordne, vor allen Dingen von dem leiten, was die pharmazeutische Industrie an Werbung darstellt oder sozusagen an Vorteilen darstellt?“ Die kurze Sendung ist auf der Website von SAT.1 abrufbar.

mdr

Zur Sendung „Unter uns“ am 11. März 2016 war auch Felicitas Rohrer eingeladen, die nach der Einnahme des Präparats Yasminelle ein Blutgerinnsel erlitt und durch eine darauf folgende Lungenembolie in Lebensgefahr geriet. Durch eine Notoperation überlebte sie und gründete daraufhin mit anderen betroffenen Frauen die Selbsthilfegruppe „Risiko Pille“, bei der sich ca. 600 betroffene Frauen gemeldet haben. Eine Klage gegen Bayer ist derzeit anhängig.

Die Sendung ist leider nicht mehr auf der Seite des mdr abrufbar.

stern TV

In der Sendung vom 28. Oktober 2015 berichtete stern TV live über die erhöhten Gefahren der Pillenpräparate der neueren Generation. Anlass dazu war der kürzlich erschienene Pillenreport 2015 der Universität Bremen (wir berichteten darüber in unserem separaten Blogbeitrag). Die Studiogäste waren eine mögliche Pillengeschädigte und ein Autor des Pillenreports, der Arzneimittelexperte Prof. Gerd Glaeske. Der Report zeigt auf, dass die neuere Pillengeneration ein höheres Thromboserisiko aufweist, aber dennoch am häufigsten verschrieben wird. Zum anderen wird darauf hingewiesen, dass es die Pharmaindustrie trotz eines bestehenden Verbots schaffe, mit gezielten Werbemaßnahmen eben diese Medikamente „an die Frau“ zu bringen. Die Sendung ist leider nicht mehr in der Mediathek von RTL verfügbar, der Bericht zur Sendung aber nach wie vor einsehbar.

Zwei Wochen später, in der Sendung vom 11. November 2015, griff stern TV das Thema erneut auf. Nach der ersten Sendung meldeten sich rund 200 Frauen beim Sender. In dieser Sendung berichten einige dieser Frauen live von ihrem Leidensweg, den sie auf die Pilleneinnahme zurückführen. Zu Wort kommen ebenfalls Experten aus der Branche. Der informative Artikel zur Sendung ist auf der Website von stern TV abrufbar.

Am 24. Februar 2016 berichtete stern TV darüber, dass viele Verdachtsfälle von Pillennebenwirkungen von den behandelnden Ärzten nicht an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet worden waren. Die Berufsordnung der Ärzte verpflichtet diese dazu, „die ihnen aus ihrer ärztlichen Behandlungstätigkeit bekannt werdenden unerwünschten Wirkungen von Arzneimitteln der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und bei Medizinprodukten auftretende Vorkommnisse der zuständigen Behörde mitzuteilen“.1 Die Redaktion überprüfte dies anhand dreier Todesfälle von Frauen, die ihr über Zuschriften gemeldet worden waren. Mit Zustimmung der Angehörigen wurde überprüft, ob die Ärzte und Kliniken diese Fälle beim BfArM gemeldet hatten. Das Ergebnis war negativ. Die Sendung ist leider nicht mehr in der Mediathek von RTL verfügbar, der Bericht zur TV-Sendung aber nach wie vor einsehbar.

ARD

Die ARD hat am 9. November 2015 einen großen Report zum aktuellen Thema gesendet. Die „Story im Ersten: Todkrank durch die Pille?“ zeigt am Beispiel von Felicitas Rohrer, dass die Pharmaindustrie jahrelang nicht auf die höheren unerwünschten Wirkungen hingewiesen habe. Die Beipackzettel hätten keinen Hinweis hierauf gegeben. Vielmehr würde durch versteckte Werbung suggeriert, dass die neuere Pillengeneration nur Vorteile mit sich bringe, z. B. eine Verbesserung der Haut und sogar eine Gewichtsreduktion. Frau Rohrer hat Klage erhoben gegen den Hersteller, den Pharmakonzern Bayer, und der Prozess soll nun nach viereinhalb Jahren am 17. Dezember 2015 beginnen. Das Video zur Sendung konnte leider nur bis zum 9. November 2016 in der Mediathek der ARD abgerufen werden.

WDR

Am 5. November 2015 berichtete frauTV in ihrer Sendung über eine 19-jährige Frau, die eine Lungenembolie mit Herzstillstand erlitt. Als Verursacher könne nur die Hormonpille festgestellt werden. In der Sendung kommt auch der Frauenarzt Prof. Dr. Römer zu Wort, der zu einer Zweitmeinung bei einem anderen Gynäkologen rät, da die Pilleneinnahme heutzutage durchschnittlich sehr lange erfolge – bis zur ersten Schwangerschaft mit rund 30 Jahren.

In der Sendung Quarks & Co: Zu Risiken und Nebenwirkungen vom 15. November 2016 recherchiert die Journalistin Pina Dietsche zur aktuellen Verschreibungspraxis der Frauenärzte. Sie hatte 2010 selbst eine durch die Hormonpille ausgelöste Lungenembolie. Hat sich die Aufklärung seit dem Rote-Hand-Brief 2014, in dem Frauenärzte ausdrücklich auf das Blutgerinnselrisiko der Verhütungspille hingewiesen werden, verbessert? Dietsche kommt nach mehreren Beratungsgesprächen zu dem Schluss: „Viel hat sich in den letzten Jahren anscheinend nicht geändert. Ich fühle mich von den meisten Ärzten nicht gut aufgeklärt. Und ich bin nicht die einzige, der das so geht.“

Die Sendung ist auf der Website des WDR abrufbar.

arte

Über die Vermarktung und Verwendung des Pillenpräparats als Lifestyle-Produkt berichtete arte am 24. April 2012 in einem Themenabend mit dem Titel „Die Pille und ich“. Darin kommen junge Anwenderinnen zu Wort, die ihre Beweggründe zur Einnahme schildern, aber auch Prof. Gerd Glaeske, der die Verschreibungspraxis kritisch hinterfragt. Die Autorin der Dokumentation beschreibt auch, welche großen Summen die Pharmakonzerne ins Marketing investieren, um das Medikament weiterhin an die Frau bringen zu können. Die Dokumentation kann auf YouTube abgerufen werden.

Initiative „Risiko Pille“

Betroffene Frauen haben sich zusammengeschlossen und die Selbsthilfegruppe Drospirenongeschädigter gegründet, die über die Gefahren dieser Verhütungspillen aufklären soll. Auf ihrer Website berichten sie von ihren Erfahrungen und Aktionen sowie über Wissenswertes zu diesem Thema. Betroffene Frauen können sich dort zu Wort melden und ihren eigenen Fall mitteilen.

Learnings für den Alltag

Die Techniker Krankenkasse hat ein Informationsblatt für Mädchen und Frauen herausgegeben. Darin formulieren sie 5 Fragen, die Du an Deinen Frauenarzt stellen solltest, falls Du Dir ein Pillenpräparat verschreiben lassen möchtest. Die Fragen sind zusammengestellt von der Universität Bremen.

Solltest Du Dich mit dem Gedanken beschäftigen, die Hormonpille ganz abzusetzen, haben wir in unserem Ratgeberbereich von cyclotest umfangreiche Tipps rund um das Thema Pille absetzen zusammengestellt. Gerne vorbeischauen!

Quelle:
1 Bundesärztekammer: (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte. Fassung des Beschlusses des 118. Deutschen Ärztetages 2015 in Frankfurt am Main.


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